Ist Haarfärbemittel schädlich für das Gehirn? Eine umfassende Untersuchung der Risiken und Alternativen

Das Färben der Haare ist ein weit verbreitetes Schönheitsritual, das von vielen Menschen genutzt wird, um graue Haare abzudecken oder einfach einen neuen Look auszuprobieren. Während die Haarfärbung eine lange Tradition hat und bis ins alte Ägypten zurückreicht, werden heute hauptsächlich chemische Haarfärbemittel verwendet. Diese enthalten jedoch oft eine Vielzahl von Substanzen, die potenziell schädlich für die Gesundheit sein können.

Chemische Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln und ihre potenziellen Auswirkungen

Chemische Haarfärbemittel enthalten oft starke Chemikalien wie Ammoniak, Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid, Resorcin und Sensibilisatoren wie Paraphenylendiamin (PPDA). Diese Inhaltsstoffe öffnen die Haarschuppen, zerstören die natürlichen Farbpigmente in den Haaren und ermöglichen das Eindringen großer Moleküle, wodurch die Färbung entsteht. Je stärker die Reaktion, desto länger hält die Haarfarbe.

Einige der bedenklichen Inhaltsstoffe, die in herkömmlichen Haarfärbemitteln enthalten sein können, umfassen:

  • Aromatische Amine: Diese Stoffe stehen unter Verdacht, Krebs zu erregen, starke Allergien auszulösen und sogar das Erbgut zu verändern.
  • Ammoniak: Dieser beissend riechende chemische Stoff öffnet die Schuppenschicht des Haares, damit die Farbe besser eindringen kann. Er kann jedoch auch die Kopfhaut reizen und die Haare austrocknen.
  • P-Phenylendiamin (PPD): Dieser Inhaltsstoff ist ein häufiger Bestandteil in dunklen Haarfarben und kann schwere allergische Reaktionen auslösen.
  • Resorcin: Dieser Stoff kann hormonell wirksam sein und die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen, was zu Hormonstörungen führen kann.
  • Formaldehyd: Dieser Stoff ist als krebserregend bekannt und kann Haut- und Lungenreizungen verursachen.
  • Phthalate: Diese Chemikalien können sich in der Zutatenliste unter dem Begriff "Duftstoffe" verstecken.
  • Ethanolamine: Diese Emulgatoren können die Kopfhaut und Haut reizen und mit der Zeit zu Organschäden oder sogar erhöhtem Krebsrisiko führen.
  • Bleiacetat: Diese metallbasierte Chemikalie wird oft in Produkten zur schrittweisen Haarverdunklung gefunden und kann bei wiederholter Anwendung zu Bleivergiftungen führen.
  • Dihydroxyindol: Dihydroxyindol, auch bekannt als 5,6-Dihydroxyindol oder 1H-Indol-5,6-diol, wird in kosmetischen Mitteln als Haarfärbemittel verwendet. Es färbt die Haare und gehört zu den Stoffgruppen, die in der COSMILE-App aufgeführt sind.

Studien und Forschungsergebnisse zur Sicherheit von Haarfärbemitteln

Seit dem Jahr 2001 stehen Haarfärbemittel im Fokus der Aufmerksamkeit, da eine US-Studie einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Blasenkrebsrisiko und chemischen Haarfarben herstellen konnte. In den von Öko-Test untersuchten Produkten steckten Allergieauslöser und mögliche Krebserreger. Sämtliche untersuchten Haarfarben bewerteten die Tester daher mit „ungenügend“.

Eine neuere Studie zeigt, dass regelmäßiges Haare färben keine nennenswerten Einflüsse auf die meisten Krebsarten hatte. Jedoch gibt es einen geringfügigen positiven Zusammenhang für Hautkrebs, hormonrezeptor-negativen Brustkrebs und Eierstockkrebs. Ein erhöhtes Risiko für Hodgkin-Lymphome wurde nur bei Frauen mit natürlich dunklem Haar beobachtet, ein höheres Risiko für Hautkrebs speziell bei Frauen mit natürlich hellem Haar.

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Die Europäische Kommission verfolgt seit 2003 eine globale Strategie zur Sicherheitsbewertung von Haarfärbemitteln und Haarfarbstoffen in Europa. Mehr als 100 einzelne Haarfarbstoffe wurden nach einer umfassenden Bewertung durch das wissenschaftliche Beratergremium der EU-Kommission (SCCS) für sicher befunden und in Anhang III der EG-Kosmetik-Verordnung zur Verwendung zugelassen.

Mögliche Auswirkungen auf das Gehirn

Obwohl die Forschung zu den direkten Auswirkungen von Haarfärbemitteln auf das Gehirn begrenzt ist, gibt es Bedenken hinsichtlich der Aufnahme von Chemikalien über die Kopfhaut und deren potenziellen Auswirkungen auf den Körper. Einige Studien haben gezeigt, dass Chemikalien aus Haarfarben über die Haut aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen können. Es ist jedoch unklar, inwieweit diese Chemikalien die Blut-Hirn-Schranke überwinden und das Gehirn direkt beeinflussen können.

Einige der in Haarfärbemitteln enthaltenen Chemikalien, wie z. B. aromatische Amine, stehen im Verdacht, neurotoxische Wirkungen zu haben. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Konzentrationen dieser Chemikalien in Haarfärbemitteln in der Regel niedrig sind und die Exposition begrenzt ist.

Allergische Reaktionen und andere Nebenwirkungen

Haarfärbemittel können allergische Reaktionen und andere Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Juckreiz, Rötungen und Bläschen auf der Kopfhaut. In schweren Fällen können allergische Reaktionen zu Atembeschwerden und Schwellungen im Gesicht führen.

Einige Menschen können auch empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln reagieren, wie z. B. Resorcin, das als Allergieauslöser gilt. Es ist daher ratsam, vor der Anwendung eines neuen Haarfärbemittels einen Allergietest durchzuführen.

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Natürliche Alternativen zu chemischen Haarfärbemitteln

Wer auf chemische Haarfärbemittel verzichten möchte, kann auf natürliche Alternativen zurückgreifen. Pflanzenhaarfarben wie Henna und Indigo sind eine gute Wahl, da sie keine schädlichen Chemikalien enthalten und die Haarstruktur sogar stärken können.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass auch natürliche Haarfarben nicht immer unbedenklich sind. Einige Henna-Produkte können mit synthetischen Haarfarbenbestandteilen wie p-Phenylendiamin (PPD) oder 2-Nitro-PPD versetzt sein, um eine dunklere Färbung zu erzielen. Es ist daher ratsam, auf reine Pflanzenpulver von ausgewählten Herstellern zu achten.

Weitere natürliche Alternativen zum Haarefärben sind Kaffee, schwarzer Tee, Kamille, Weizen, Kurkuma, Rote Bete und Walnussschalen. Diese natürlichen Farbstoffe sind jedoch weniger intensiv und halten nicht so lange wie chemische Haarfärbemittel.

Tipps für eine sicherere Haarfärbung

Wer nicht auf chemische Haarfärbemittel verzichten möchte, kann einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren:

  • Tragen Sie beim Haarefärben immer Handschuhe, um den Kontakt der Farbe mit der Haut zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie den Kontakt der Farbe mit Augen und Schleimhäuten.
  • Führen Sie vor der Anwendung eines neuen Haarfärbemittels einen Allergietest durch.
  • Verwenden Sie ammoniakfreie Haarfarben mit einem niedrigeren Wasserstoffperoxidanteil.
  • Spülen Sie die Farbe nach der Einwirkzeit gründlich aus.
  • Verwenden Sie Pflegeprodukte, die speziell für coloriertes Haar geeignet sind.
  • Vermeiden Sie häufiges Färben und starkes Aufhellen der Haare.

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