Nerve: Ein rasanter Thriller über die Gefahren der Online-Welt

"Nerve" ist ein spannender Thriller, der das Thema "Wie weit würdest du für Likes gehen?" in einer bisher nicht da gewesenen Intensität behandelt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jeanne Ryan aus dem Jahr 2012 und wurde von Henry Joost und Ariel Schulman inszeniert. Die Hauptrollen spielen Emma Roberts als Venus "Vee" Delmonico und Dave Franco als Ian.

Einführung

In der heutigen digitalen Zeit, in der Smartphones, soziale Netzwerke und Online-Voyeurismus immer stärkeren Einzug halten, trifft "Nerve" den Nerv der Zeit. Der Film wirft einen kritischen Blick auf die Auswüchse und Gefahren des Internets und der Social Networks.

Handlung

Die junge, zurückhaltende Vee wird von ihren Freunden zur Teilnahme an dem Online-Spiel "Nerve" gedrängt. Bei "Nerve" müssen "Player" immer aberwitzigere Aufgaben erledigen, die sich zunehmend am Rande der Legalität bewegen, während die "Watcher" den "Playern" die Aufgaben vorgeben und dem Treiben zusehen. Zu Beginn trifft sie auf Ian, einen weiteren "Player", mit dem sie ein Team bilden muss - und das Spiel wird im Laufe immer härter für die beiden.

Vee ist eine Highschool-Schülerin, die davon träumt, Staten Island zu verlassen und aufs College zu gehen. Ihre Freundin Sydney ist hingegen eine populäre Spielerin auf der Plattform Nerve, einem Online-Realitätsspiel, bei dem Nutzer entweder als "Player" antreten oder als "Watcher" zusehen. Spieler erhalten Aufgaben von den Zuschauern, die für erfolgreich absolvierte Mutproben Geld und Popularität versprechen. Nach einer Auseinandersetzung mit Sydney beschließt Vee, selbst Spielerin zu werden.

Ihre erste Aufgabe führt sie dazu, in einem Diner einen Fremden zu küssen, der sich als Ian entpuppt. Durch verschiedene Mutproben, wie das Anprobieren teurer Kleidung und das Fahren eines Motorrads mit verbundenen Augen, steigen Vee und Ian unter den Top-Spielern auf. Sydney ist von Vees aufsteigendem Ruhm eifersüchtig und akzeptiert eine riskante Herausforderung, die sie letztlich aus dem Spiel eliminiert.

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Während einer Party entdeckt Vee, dass Ian den Auftrag hatte, eine Auseinandersetzung zwischen ihr und Sydney zu provozieren. Eine weitere gefährliche Aufgabe zwingt Vee schließlich dazu, eine riskante Kletteraktion zu vollführen, was ihre Zweifel am Spiel verstärkt. Nach einem Konflikt mit dem Spieler Ty, der Vee bewusstlos schlägt, erwacht sie in einem Container, zusammen mit Ian. Dort erfährt sie, dass Ian und Ty in eine geheime Kategorie des Spiels aufgenommen wurden, in der Spieler als "Gefangene" fungieren. Nur wer die finale Runde gewinnt, kann sich seine Freiheit und seine Identität zurückerobern.

Vee versucht, das Spiel zu beenden, während ihre Freunde Sydney und Tommy mit Hackern zusammenarbeiten, um Nerve zu manipulieren. Im Finale inszeniert Ty den letzten Akt und setzt eine Abstimmung, ob Vee erschossen werden soll. Die Mehrheit der Zuschauer stimmt dafür, und Ty scheint Vee zu erschießen. Doch Tommy und seine Hacker entschlüsseln die Identitäten der Zuschauer, die zugestimmt haben, und senden ihnen eine Nachricht, die sie als Mittäter brandmarkt. Die verängstigten Zuschauer beenden daraufhin ihre Profile, wodurch das Spiel geschlossen wird. Zuletzt enthüllt Vee, dass sie und Ty ihre "Ermordung" inszenierten, um das Spiel endgültig zu beenden.

Themen und Motive

"Nerve" greift eine Vielzahl von Themen rund um die Auswüchse und Gefahren des Internets und der Social Networks auf. Dazu gehören:

  • Social Media und Gruppenzwang: Der Film zeigt, wie der Wunsch nach Anerkennung und Popularität in den sozialen Medien zu gefährlichem Verhalten führen kann.
  • Online-Voyeurismus: "Nerve" thematisiert die Faszination des Zuschauens und die Bereitschaft, andere in gefährliche Situationen zu bringen, um Unterhaltung zu erleben.
  • Datenschutz und Anonymität: Der Film verdeutlicht, wie leicht persönliche Daten im Internet missbraucht werden können und wie die Anonymität im Netz zu Hemmungslosigkeit führen kann.
  • Realität und Virtualität: "Nerve" verwischt die Grenzen zwischen der realen und der virtuellen Welt und zeigt, wie sich das Leben der Protagonisten zunehmend in den digitalen Raum verlagert.

Schauspielerische Leistungen

Emma Roberts und Dave Franco überzeugen in den Hauptrollen mit starker Präsenz und verleihen ihren Charakteren eine glaubwürdige Tiefe. Roberts spielt die Rolle des unschuldigen Vorstadtmädchens Vee, das im Laufe des Films immer mehr aufblüht. Franco trumpft nicht nur mit Charme auf, sondern auch mit tollem Gefühl in den dramatischen Szenen.

Inszenierung und Stil

Die Regie von Henry Joost und Ariel Schulman verleiht dem Film eine schnelle, packende Dynamik, die das Publikum von Anfang an fesselt. Der Wechsel zwischen Hochspannung und moralischer Reflexion überzeugt und lässt kaum Luft zum Durchatmen. Die düsteren Bilder und die pulsierende Musik untermalen die Spannung und verstärken die bedrohliche Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist die starke musikalische Präsenz und handlungsnahe Kameraführung, die den Zuschauer in ein Was-wäre-wenn Szenario eintauchen lässt.

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Kritik

"Nerve" ist ein temporeicher Teenager-Thriller, der seine thematische Aktualität mit einer coolen, durchgestylten Optik verbindet. Auch wenn der Film seine sozialen und medienkritischen Themen nicht tiefgründig und bissig auseinandersetzt, regt er dennoch zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit digitalen Plattformen an. Einige Kritiker bemängeln, dass der Film in seinem Finale etwas übertrieben und arg konstruiert wirkt, doch insgesamt ist "Nerve" ein spannender und unterhaltsamer Thriller, der vor allem die Zielgruppe der 16- bis 25-Jährigen anspricht.

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