Deutsche Serien, die sich mit dem Thema Neurologie auseinandersetzen, bieten einen faszinierenden Einblick in die komplexen Funktionen des Gehirns und die damit verbundenen psychischen Erkrankungen. Sie zeigen Neurologen bei der Diagnose und Behandlung von Patienten, beleuchten aber auch die persönlichen Herausforderungen und ethischen Dilemmata, mit denen sich diese Ärzte konfrontiert sehen.
"Geister": Einblicke in die frühe Darstellung neurologischer Themen
Die Serie "Geister" aus dem Jahr 1995 (ursprüngliche Sendung) präsentiert in der ersten Folge, "Die höllischen Heerscharen", den jungen Neurologen Dr. Krogshoj, der Zeuge eines surrealen Ereignisses vor dem königlichen Reichs-Hospital wird. Professor Helmer, ein Gehirnspezialist, verpasst eine Konferenz und wird in eine geheime Ärzte-Loge mit Seancen hineingezogen. Die Patientin Drusse irrt mit einem Pendel durch das Krankenhaus, und ein grausiger Fund erschreckt die Ärztin Camilla. Diese Episode, die auf Arte und anderen Sendern ausgestrahlt wurde, kombiniert neurologische Elemente mit Mystery und Horror.
"Brilliant Minds": Einblicke in die Welt der Neurologie mit Zachary Quinto
Die US-Serie "Brilliant Minds", in der Zachary Quinto den Neurologen Dr. Oliver Wolf spielt, hat auf RTL+ eine deutsche Sendeheimat gefunden. Dr. Wolf arbeitet am fiktiven Bronx General Hospital und nimmt selbst Medikamente, um sich in seine Patienten hineinzuversetzen. Mandy Patinkin spielt einen Gaststar, der das Krankenhaus in Unruhe versetzt. Die Serie, kreiert von Michael Grassi ("Pretty Little Liars: Original Sin", "Riverdale"), wird von Andy Serkis und Greg Berlanti produziert und zeigt das erweiterte Ensemble mit Edward Sears, Tamberla Perry und Donna Murphy.
"Geheimnisse des Gehirns": Eine dokumentarische Erforschung neurologischer Phänomene
Die Serie "Geheimnisse des Gehirns" startete 2016 bei Inplus.1 und widmet sich in jeder Folge einem anderen Aspekt der Neurologie.
- Das Gedächtnis: Jack Lewis trifft einen Gedächtniskünstler und einen Mann, der sich an jeden Tag seines Lebens erinnert, um zu verstehen, wie Erinnerungen gebildet, gespeichert und abgerufen werden.
- Gesichtserkennung: Eine Frau mit Gesichtsblindheit (Prosopagnosie) gibt Einblicke in die neuronalen Pfade, die an der Gesichtserkennung beteiligt sind.
- Phantomschmerzen: Lewis lernt Menschen mit Phantomschmerzen kennen und erforscht, wie unser Gehirn Sinneswahrnehmungen zuordnet und interpretiert.
- Seeing is Believing: Die Serie untersucht, wie unser Gehirn risikoreiche Situationen bewertet und welche Gehirnregionen an Entscheidungen unter Druck beteiligt sind.
- Time: Die Serie untersucht, wie im Gehirn das Potenzial für außergewöhnliche intellektuelle Leistungen entsteht.
- The Senses: Die Serie widmet sich dem Thema der Sinne.
- Pain & Fear: Die Serie widmet sich dem Thema Schmerz und Angst.
- Creativity: Die Serie widmet sich dem Thema Kreativität.
- Sleep: Die Serie widmet sich dem Thema Schlaf.
- Language: Die Serie widmet sich dem Thema Sprache.
Neurotische Serien-Ermittler: Wenn psychische Besonderheiten zur Stärke werden
Einige Krimiserien zeichnen sich durch Ermittler aus, die aufgrund ihrer neurotischen oder psychischen Besonderheiten über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Diese Charaktere lösen Kriminalfälle oft auf unkonventionelle Weise, sind aber sozial inkompetent und verschrecken ihre Mitmenschen.
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- Det. Sonya Cross ("The Bridge - America"): Cross leidet am Asperger-Syndrom, was ihr bei der Tätersuche hilft, aber auch zu sozial unpassendem Verhalten führt.
- Peter Faber ("Tatort Dortmund"): Der Dortmunder Kommissar kuriert seinen Verlust mit Antidepressiva und Verschwörungstheorien und versetzt sich in die Täter hinein, was seine Kollegen irritiert.
- Dr. Anthony "Tony" Hill ("Hautnah - Die Methode Hill"): Der Psychologe und Profiler leidet an Dyspraxie und mangelnder Sozialkompetenz, analysiert aber leidenschaftlich "verrückte Seelen".
- Charles Edward Eppes ("Numb3rs - Die Logik des Verbrechens"): Der Mathematikprofessor und Berater von NSA und FBI löst Fälle mit mathematischen Modellen, was nicht immer auf Begeisterung stößt.
"Brains": Ein geplanter Serienpilot über eine Neurochirurgin
RTL plante einen Serienpiloten mit dem Arbeitstitel "Brains", in dem die Neurochirurgin Dr. Ines Sturm (Idil Üner) im Mittelpunkt stehen sollte. Nach einer Babypause kehrt sie an das Berliner Institut für Hirnforschung und Neurochirurgie zurück und muss sich im Job neu etablieren. Die Serie sollte mit einer neuartigen Digitalkamera gefilmt werden, um Operationen am Gehirn in Kinoqualität darzustellen. Die Produktion erfolgte durch UFA Fernsehproduktion und teamWorx.
"Klinik am Alex": Eine Krankenhausserie mit Potenzial und Schwächen
Die Krankenhausserie "Klinik am Alex" wurde von SAT1 nach wenigen Folgen abgesetzt, obwohl 27 Folgen vorproduziert waren. Die Serie, die Ähnlichkeiten zu "Grey's Anatomy" aufweist, wurde als zu wenig innovativ kritisiert. Die Hauptakteurin Luisa wurde als zu gutmenschlich empfunden, und die Handlungsstränge wurden als langsam und wenig fesselnd beschrieben. Trotzdem wurde der Serie eine zweite Chance gewünscht.
"Dr. Molly & Karl": Eine Neurologin mit ungewöhnlichen Methoden
In der Serie "Dr. Molly & Karl" wird die resolute Neurologin Dr. Susanne Molberg, genannt Dr. Molly, von einer klinischen Psychologin, Dr. Carlotta Edelhardt, unterstützt. Dr. Molly ist eine Koryphäe auf ihrem Gebiet, hat aber Defizite im zwischenmenschlichen Bereich, die durch die Psychologin ausgeglichen werden sollen.
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