Dieser Artikel, überarbeitet von Dr. Jannik Ashauer und PD Dr. Elke Maurer, bietet einen detaillierten Einblick in die Nervenanatomie des Arms. Er behandelt die Dermatome, wichtige Nerven wie den Nervus radialis und häufige Nervenkompressionssyndrome.
Die Dermatome am Arm
Was sind Dermatome?
Dermatome sind spezifische Hautbereiche, die von sensorischen Nervenfasern eines einzelnen Spinalnervs innerviert werden. Am Arm gibt es mehrere Dermatome, die jeweils von Nervenwurzeln der Halswirbelsäule (Zervikalnerven) und einem Teil der Brustwirbelsäule (Thorakalnerven) versorgt werden.
Funktion der Dermatome am Arm
Die Dermatome am Arm haben die Aufgabe, sensorische Informationen wie Berührung, Druck, Schmerz, Temperatur und Vibration von der Haut zum zentralen Nervensystem zu leiten. Diese Informationen sind entscheidend für das Erkennen und Reagieren auf verschiedene Umweltreize. Beispielsweise ermöglichen sie es uns, den Unterschied zwischen warm und kalt zu spüren, einen schmerzhaften Reiz zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Zusätzlich tragen sie zur Feinmotorik bei, indem sie uns helfen, die Position und Bewegung des Arms im Raum wahrzunehmen.
Anatomische Verteilung der Dermatome
Die Anatomie der Dermatome am Arm ist komplex und umfasst die Verteilung der Spinalnervenwurzeln aus der Hals- und oberen Brustwirbelsäule.
- Dermatom C5: Umfasst die Hautbereiche der Schulter und den äußeren Teil des Oberarms. Es wird von den sensorischen Fasern der fünften Halswirbelwurzel (C5) innerviert. Dieser Bereich ist wichtig für die sensorische Wahrnehmung und wird oft bei Verletzungen oder Erkrankungen der Halswirbelsäule untersucht.
- Dermatom C6: Erstreckt sich über die Außenseite des Unterarms und umfasst den Daumen und den Zeigefinger. Es wird von den sensorischen Fasern der sechsten Halswirbelwurzel (C6) innerviert.
- Dermatom C7: Umfasst den mittleren Teil des Unterarms und die mittleren Finger, insbesondere den Mittelfinger und teilweise den Ringfinger. Es wird von den sensorischen Fasern der siebten Halswirbelwurzel (C7) innerviert.
- Dermatom C8: Erstreckt sich über die Innenseite des Unterarms und umfasst den Ringfinger und den kleinen Finger. Es wird von den sensorischen Fasern der achten Halswirbelwurzel (C8) innerviert.
Kennmuskeln der Dermatome
- C5: M. deltoideus (Deltamuskel) und M.
- C6: M. biceps brachii (Bizeps) und M.
- C7: M. triceps brachii (Trizeps) und Handgelenkstrecker (z. B. M.
- C8: Hand- und Fingerbeuger (z. B. M. flexor digitorum profundus und M.
Sensible Dermatome am Arm
- Nervus cutaneus antebrachii dorsalis - Ast des N.
Klinische Bedeutung: C6- und C7-Syndrome
Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) tritt auf, wenn der Kern einer Bandscheibe (Nucleus pulposus) durch einen Riss im äußeren Ring (Anulus fibrosus) austritt.
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- C6-Syndrom: Bezieht sich auf Symptome, die durch eine Kompression oder Reizung des sechsten Halsnervs (C6) verursacht werden. Der C6-Nerv ist für die sensorische und motorische Versorgung bestimmter Bereiche des Arms verantwortlich. Typische Symptome sind Schwäche in Muskeln, die für das Anheben des Arms und das Beugen des Handgelenks verantwortlich sind. Zur Diagnose des C6-Syndroms werden eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt, um die Ursache der Nervenschädigung zu bestimmen. Die Behandlung umfasst konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikamente und entzündungshemmende Medikamente.
- C7-Syndrom: Ist eine Bezeichnung für Symptome, die durch eine Beeinträchtigung des siebten Halsnervs (C7) entstehen. Typische Symptome sind Schwäche in den Muskeln, die für die Streckung des Handgelenks und der Finger verantwortlich sind. Die Diagnose des C7-Syndroms erfolgt durch eine Kombination aus körperlicher Untersuchung, neurologischen Tests und bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT. Die Therapie umfasst konservative Methoden wie Physiotherapie, Schmerzmedikamente zur Linderung der Symptome und entzündungshemmende Medikamente.
Der Nervus Radialis: Anatomie, Funktion und Klinische Bedeutung
Der Nervus radialis (Deutsch: Speichennerv) ist ein wichtiger peripherer Nerv des Armnervensystems, der aus Nervenwurzeln des Plexus brachialis entspringt (C5 bis C8). Er verläuft entlang des Arms auf der Außenseite und versorgt verschiedene Muskeln im Ober- und Unterarmbereich mit motorischen Nervenfasern. Der Nervus radialis ist entscheidend für die Motorik im Ober- und Unterarm sowie die sensorische Versorgung des Arms und des Handrückens. Er verläuft entlang des Armes und teilt sich in mehrere Äste auf. Damit innerviert er Muskeln und versorgt Hautbereiche.
Ursprung und Verlauf
Der Ursprung des Nervus radialis liegt hinter der A. axillaris und stammt aus dem Fasciculus posterior des Plexus brachialis. Er setzt den Faszikel direkt fort und schraubt sich im den Humerus herum zur Außenseite des Oberarms. Vor dem Septum intermusculare laterale - einer Faszienschicht, die als Ursprung für mehrere Oberarmextensoren dient - verläuft er gemeinsam mit der A. profunda brachii im Sulcus n. radialis. Gemeinsam durchstoßen sie das Septum, anschließend verläuft der große Armnerv im Radialistunnel. Diese Struktur verläuft zwischen M. brachioradialis und M. brachialis.
Der Ramus profundus durchstößt den M. supinator und läuft durch den sogenannten Supinatorkanal in die Tiefe des Unterarms, um als N. interosseus posterior die Streckmuskulatur des Unterarms zu versorgen. Der Ramus superficialis bleibt oberflächlicher und verläuft entlang des M. brachioradialis gemeinsam mit der A. radialis. Erst im unteren Drittel des Unterarms gelangt er zwischen Radius und M. brachioradialis auf die Streckseite, um zu seinem sensiblen Versorgungsgebiet zu kommen.
Nervenäste und Versorgungsgebiete
| Nervenast | Art der Versorgung | Versorgungsgebiet |
|---|---|---|
| Rr. musculares | motorisch | M. triceps brachiiM. anconeus |
| N. cutaneus brachii superior | sensibel | Haut am hinteren medialen Oberarm |
| N. cutaneus brachii lateralis inferior | sensibel | Haut am hinteren seitlichen Oberarm |
| N. cutaneus antebrachii posterior | sensibel | Haut von Ellenbogen bis zum hinteren Unterarm |
| Rr. musculares | motorisch | Radialisgruppe (M. brachioradialis, M. extensor carpi radialis longus und brevis) |
| R. superficialis | sensibel | Haut des radialen Handrückens |
| Nn. digitales dorsales | sensibel | Haut des dorsalen Daumens, Zeige- und Mittelfinger (Ohne Fingerendglieder II und III) |
| R. communicans | Verbindung zum N. ulnaris | |
| R. profundus | motorisch | Unterarmextensoren: M. supinatorM. extensor digitorumM. extensor digiti minimiM. extensor carpi ulnarisM. abductor pollicis longusM. extensor pollicis longusM. extensor pollicis brevisM. extensor indicis |
Engstellen des Nervus Radialis
Entlang des Verlaufs des Nervus radialis gibt es mehrere Engstellen, die auf anatomische Gegebenheiten zurückzuführen sind. Eine primäre Engstelle befindet sich im Sulcus radialis des Oberarms. Darüber hinaus liegt eine Engstelle am Übergang vom Ober- zum Unterarm, wenn der Nerv durch den Supinatorkanal tritt.
Motorische Innervation
Der Nervus radialis ist ein bedeutender peripherer Nerv des Armnervensystems, der für die motorische Innervation zahlreicher Muskeln im Ober- und Unterarm verantwortlich ist. Dazu gehören Muskeln wie der Musculus triceps brachii, der Musculus brachioradialis und der Musculus extensor carpi radialis longus und brevis. Darüber innerviert der Nerv alle Unterarmextensoren motorisch.
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Autonome Versorgungsstelle
Zum Versorgungsgebiet des R. superficialis des N. radialis gehört unter anderem ein etwa Daumengroßer Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger am Handrücken. Während sich normalerweise die sensiblen Versorgungsgebiete der Nerven an den Armen überschneiden, ist dieses Gebiet autonom dem Nervus radialis zugeordnet und wird nur von ihm Versorgt.
Klinische Bedeutung und Erkrankungen
Schmerzen und Entzündungen des Nervus radialis können durch verschiedene Ursachen wie traumatische Verletzungen, übermäßige Druckbelastung, entzündliche Prozesse oder anatomische Anomalien verursacht werden. Typische Symptome können Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche im Bereich des Arms und der Hand sein.
Fallhand (Radialislähmung)
Die Fallhand, auch bekannt als Wartenberg-Hand oder Radialislähmung, ist eine Störung, die durch eine Lähmung bestimmter Handmuskeln infolge einer Schädigung des Nervus radialis verursacht wird. Diese Schädigung kann durch verschiedene Faktoren wie traumatische Verletzungen, Kompressionen oder entzündliche Prozesse auftreten.
Versorgung von Fingern und Muskeln
- Welche Finger versorgt der Nervus radialis? Der Nervus radialis versorgt die Haut des distalen dorsalen Teils des Unterarms, den Handrücken, den Daumen, den Zeige- und Mittelfinger sowie den lateralen Teil des Ringfingers.
- Welche Muskeln werden vom Nervus radialis versorgt? Der Nervus radialis versorgt eine Vielzahl von Muskeln im Ober- und Unterarm. Dazu gehören der Musculus triceps brachii, Musculus brachioradialis, Musculus extensor carpi radialis longus, Musculus extensor digitorum, und Musculus extensor carpi ulnaris.
Nervenkompressionssyndrome am Arm
An der oberen Extremität können Nervenkompressionssyndrome im Verlauf des N. medianus, N. ulnaris und N. radialis an verschiedenen Stellen auftreten. Die Ursachen sind vielfältig, beispielsweise starke mechanische Belastungen und Verletzungen, knöcherne Auswüchse, rheumatische Erkrankungen oder Entzündungen. Symptome sind Parästhesien, Sensibilitätsstörungen und/oder Paresen, wodurch die Funktionen der Hand wie Tasten, Fühlen oder Greifen beeinträchtigt werden. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, klinischen Befund, elektrophysiologische Untersuchungen und Bildgebung. Ziele der konservativen und operativen Therapie sind die Schmerzlinderung sowie die Wiederherstellung von Sensibilität und Muskelkraft. Nervenkompressionssyndrome sind chronische Irritationen oder Druckläsionen peripherer Nerven innerhalb anatomischer Engpässe. Das häufigste Kompressionssyndrom ist das Karpaltunnelsyndrom, das zweithäufigste das Kubitaltunnelsyndrom.
Karpaltunnelsyndrom (KTS)
Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist eine Schädigung des N. medianus im Karpalkanal der Hohlhand und das häufigste Engpasssyndrom eines peripheren Nervs. Die Inzidenz beträgt 3−10% der erwachsenen Bevölkerung. Die Ursachen des KTS sind vielfältig. Auslöser können Schwellungszustände des Sehnengleitgewebes, Entzündungen sowie traumatische, posttraumatische oder überlastungsbedingte Ursachen sein. Typische Symptome sind nächtliche Parästhesien (Brachialgia paraesthetica nocturna) der radialen 3½ Finger. Die Parästhesien können auch durch starre Handhaltungen (Radfahren, Autofahren, Zeitunglesen, Schreiben etc.) ausgelöst werden. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu permanenten Missempfindungen mit belastungsabhängigen, einschießenden Schmerzen und Taubheit der Finger mit zunehmender Ungeschicklichkeit bei feinmotorischen Arbeiten. Im Initialstadium lassen sich Parästhesien durch klinische Tests, z.B. den Phalen-Test und das Hoffmann-Tinel-Zeichen, provozieren. Die elektrophysiologische Untersuchung mittels Elektromyografie (EMG) und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) ist aussagekräftig für die Objektivierung und Differenzialdiagnostik. Bildgebende Verfahren wie die Neurosonografie und die Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglichen es, Raumforderungen oder Anomalien des Karpaltunnels zu beurteilen. Die häufigsten Differenzialdiagnosen sind zervikale Radikulopathien der Wurzeln C6 und C7 und Polyneuropathien. Seltener sind proximale Kompressionsneuropathien oder Läsionen des N.
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Im Frühstadium der Erkrankung kommen konservative Behandlungsmethoden (Handgelenksschiene, Kortikoidpräparate, lokale Kortikoidinfiltration) infrage. Eine dauerhafte Beschwerdefreiheit bringt im Allgemeinen nur eine operative Behandlung. Die Standardmethode ist die offene Retinakulumspaltung, die in der Regel ambulant unter Lokal- oder Leitungsanästhesie durchgeführt wird.
Proximale Kompressionen des N. medianus
Im Bereich des Ellenbogens können verschiedene anatomische Strukturen für die Kompression des N. medianus verantwortlich sein (Struther-Ligament, Processus supracondylaris, Lacertus fibrosus, Pronator teres, M. flexor digitorum superficialis). Die Ursachen der Kompression sind neben anatomischen Gegebenheiten insbesondere chronische Überlastungen durch forcierte Pro- und Supinationsbewegungen in Beruf oder Sport. Die Symptome des PTS sind ähnlich dem KTS, es treten aber keine nächtlichen Parästhesien auf. Zusätzlich kann eine Schwäche des Faustschlusses auftreten. Charakteristische klinische Befunde sind der lokale Druckschmerz über dem N. medianus in der Ellenbeuge und ein positives Hoffmann-Tinel-Zeichen an der vermuteten Kompressionsstelle. Flexion des Mittelfingers gegen Widerstand (M.
N. interosseus anterior Syndrom (NIA)
Der N. interosseus anterior ist ein rein motorischer Ast des N. medianus. Er kann durch den M. pronator teres oder den M. flexor digitorum superficialis komprimiert werden. Im Gegensatz zum PTS finden sich beim NIA keine sensiblen Ausfälle. Charakteristisch ist eine Beugeschwäche von Daumen und Zeigefinger im Endgelenk, mit der Unfähigkeit, ein „O“ zu formen. Stattdessen findet sich eine charakteristische Tropfenform (Pinzettengriff). Der Nagel-zu-Nagel-Kontakt fehlt. Zur Therapie kann zunächst eine Ruhigstellung in einer Oberarmschiene mit lokaler Kortisoninfiltration versucht werden. Bei persistierenden Beschwerden besteht die Indikation zur Operation.
Kubitaltunnelsyndrom (KUTS)
Das Kubitaltunnelsyndrom (KUTS) ist eine Einengung des N. ulnaris auf Höhe des Ellenbogens. Es ist das zweithäufigste Nervenkompressionssyndrom der oberen Extremität. Das KUTS wird anatomisch nicht korrekt auch als Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom bezeichnet, da der Nerv in den meisten Fällen nicht an der Ulnarisrinne, sondern im Kubitaltunnel komprimiert ist. Das Dach des Kubitaltunnels wird vom Retinakulum zwischen medialem Epicondylus und Olekranon gebildet („Osborne-Ligament“), dessen Anspannung bei Beugung zu einer Druckerhöhung führt. Die Ursachen sind vielfältig und können sowohl degenerativ als auch traumatisch bedingt sein. Zur Einengung des Nervs kann es beispielsweise durch Faszien, Muskeln, knöcherne Veränderungen nach Verletzungen, Tumoren wie Ganglien, Lipome etc. kommen. Die Symptome können akut auftreten als Sensibilitätsminderung am Kleinfinger, an der Ulnarseite des Ringfingers und an der ulnaren Handkante sowie als ziehende Schmerzen vom Ellenbogen zum Unterarm. Eine Schwäche und motorische Ausfälle der Hand sind spätere Symptome. Bei der klinischen Untersuchung ist das Hoffmann-Tinel-Zeichen häufig positiv. Teilweise steht der Kleinfinger leicht abduziert (Wartenberg-Zeichen). Durch die Schwächung des M. adducor pollicis ist es dem Patienten nicht möglich, den Daumen fest an den Zeigefinger zu adduzieren (Froment-Zeichen). Dies wird durch die Endgliedbeugung des Daumens durch den M. flexor pollicis longus kompensiert, der durch den N. Bildgebende Verfahren können zur Darstellung von knöchernen Veränderungen, vor allem nach Traumata, und zum Ausschluss tumoröser oder anderweitiger Veränderungen durchgeführt werden. Die häufigsten Differenzialdiagnosen sind die akute Druckparese des N. Die Behandlung kann in leichten Fällen konservativ erfolgen (Verhaltensänderung, nächtliche Armschiene).
Kompression des N. ulnaris in der Loge de Guyon
Der N. ulnaris zieht gemeinsam mit der A.ulnaris durch die Loge de Guyon am Handgelenk. Diese liegt auf dem Retinaculum flexorum und erstreckt sich vom Os pisiforme bis zum Hamulus ossis hamati. Die häufigste Ursache dieser distalen N.-ulnaris-Schädigung ist ein Ganglion oder Lipom, häufig ist auch eine externe Druckläsion z.B. Die Symptome entsprechen im Wesentlichen denen beim KUTS. Die Patienten klagen meist über Schmerzen in Kombination mit Parästhesien des Klein- und Ringfingers und des Hypothenars, die Sensibilität am Handrücken ist jedoch intakt. Die Diagnose wird mit klinischer und elektrophysiologischer Untersuchung gestellt.
Nervus-interosseus-posterior-Syndrom (NIP)
Der N. radialis teilt sich knapp distal des Ellenbogengelenks in einen sensiblen R. superficialis und einen motorischen R. profundus auf. Beim Nervus-interosseus-posterior-Syndrom (NIP) handelt es sich um eine Einengung des R. profundus im proximalen Unterarmdrittel beim Eintritt in die Supinatorloge. Die typische Kompressionsstelle ist die Frohse-Arkade, der bindegewebige obere Rand des M. supinator. Beim NIP liegt ein ausschließlich motorisches Lähmungsbild ohne Sensibilitätsausfälle vor. Das Handgelenk kann zwar noch gestreckt werden, eine Streckung in den Grundgelenken der Finger ist jedoch nicht mehr möglich (Fallfinger). Die Kompression kann sich in zwei unterschiedlichen klinischen Bildern äußern, die im angelsächsischen Sprachraum als eigenständige Symptome dargestellt werden. Beim ersten dominieren Schmerzen („radial tunnel syndrome“), beim zweiten Paresen („PIN syndrome“). Bei der klinischen Untersuchung werden beim Druck auf die Durchtrittsstelle des R. profundus durch den M. supinator Druckschmerzen ausgelöst. Differenzialdiagnostisch sind Strecksehnenrupturen sowie radikuläre und spinale Syndrome abzugrenzen. Die wichtigste Differenzialdiagnose beim reinen Schmerzsyndrom ist die Epicondylitis humeri radialis („Tennisellenbogen“). Bei der rein schmerzhaften Form ist die Therapie zunächst konservativ.
Kompression des R. superficialis des N. radialis
Zu einer Kompression des Nervs kann es auch beim Durchbruch des R. superficialis des N. radialis durch die Unterarmfaszie ca. 8-10cm proximal des Handgelenks kommen. Die Ursachen können extern sein (Uhren, Armbänder), aber auch traumatisch (distale Radiusfraktur), auch Ganglien oder Lipome kommen als Ursache infrage. Im Vordergrund stehen Schmerzen und Parästhesien am radialen Handrücken und am Daumen. Mit konservativer Therapie ist meist eine Besserung möglich.
Weitere Erkrankungen und Syndrome
- Der Mausarm: kann die Hand-, Arm-, Schulter- und Nackenregion betreffen. Jede dauerhafte Überanstrengung oder einseitige Belastung der Muskulatur begünstigt die Entstehung dieses sogenannten RSI-Syndroms. Millionen Büroangestellte arbeiten täglich am Computer. Weitere Arbeitnehmer gehen am Fließband oder in der Produktion körperlich anstrengenden, aber sehr einseitigen Tätigkeiten nach. Die gesundheitlichen Folgen dieser einseitigen Bewegungsmuster sind dauerhafte Schulterschmerzen, Rückenschmerzen und Ellenbogenschmerzen. Vor allem für Hände, Handgelenke und Unterarme beobachten Orthopäden einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Dauer der täglichen Arbeit am Schreibtisch und der Häufigkeit von Schmerzzuständen. Solche Beschwerdebilder geraten immer stärker in den Fokus orthopädischer Untersuchungen.
- Samstagnacht-Lähmung: Kompressionsneuropathie des N.
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