Tee, besonders Kräutertee, erfreut sich großer Beliebtheit. Aber was genau bewirkt Kräutertee im Gehirn? Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Wirkungen von Kräutertees auf unsere grauen Zellen, von der Förderung der Konzentration bis hin zur potenziellen Vorbeugung altersbedingter kognitiver Einschränkungen.
Was ist "echter" Tee und was sind teeähnliche Erzeugnisse?
Streng genommen dürfen gemäß ISO-Norm 3720 nur Blätter und Aufgüsse der Teepflanze Camellia sinensis als "Tee" bezeichnet werden. Dazu gehören Grüner Tee, Weißer Tee, Oolong Tee und Schwarzer Tee. Kräuter- und Früchtetees (z.B. Ingwertee oder Brennnesseltee) werden als "teeähnliche Erzeugnisse" geführt, da ihnen das anregende Koffein fehlt.
Die Geschichte des Tees
Die Geschichte des Tees reicht rund 2.000 Jahre zurück, chinesischen Legenden zufolge sogar 5.000 Jahre. Im 8. Jahrhundert v. Chr. war die Teesteuer bereits die Haupteinnahmequelle Chinas. Im 16. Jahrhundert gelangte Tee nach Europa und wurde aufgrund hoher Preise zunächst ein Getränk der Könige.
Verarbeitung und Artenvielfalt
Die traditionelle Herstellung von Tee beinhaltet das Einlegen frisch gepflückter Teeblätter in heißes Wasser. Um die Haltbarkeit zu verlängern, wurden Fermentation und Trocknung entwickelt, was zu einer großen Artenvielfalt führte:
- Grüner Tee: Keine gewollte Oxidation.
- Weißer Tee: Seinen Namen verdankt er den Härchen an der Blattunterseite, die ihm eine weiß-silberne Farbe verleihen.
- Nachvergorener Tee: Ein ehemals grüner bis Oolong-artiger Tee, der über Monate bis Jahre gereift ist.
- Gelber Tee: Eine Spezialität, die nur in China produziert wird.
Jeder Teeart sind verschiedene Teesorten zugeordnet. Durch Vermischungen und Verfeinerungen entstehen aromatisierte Tees, beispielsweise durch Zugabe von Blüten zu Grün- oder Schwarztee. Rauchtees werden durch Räuchern der Blätter im Rauch von harzreichem Holz gewonnen.
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Allgemeine Vorteile von Tee
Egal ob "echter Tee" oder teeähnliches Getränk: Tee verbreitet Wärme und Wohlbehagen, besonders in der kalten Jahreszeit. Er ist ein kalorienfreies Getränk, solange er nicht mit Zucker, Honig oder Milch gemischt wird.
- Coffein: Fördert die Gehirndurchblutung und den Stoffwechsel im Gehirn, steigert Konzentration und Reaktionsfähigkeit. Tee wirkt langsamer, aber dafür länger als Kaffee.
- Gerbstoffe: Wirken beruhigend auf Magen und Darm. Der Tee sollte drei bis fünf Minuten ziehen.
- Vitamin B1 und Thiamin: Wirken Stress entgegen.
- Fluorid: Wichtig für die Zähne.
- Theophyllin: Hemmt die Freisetzung von Botenstoffen, die für Entzündungsreaktionen nötig sind.
- Mangan: Senkt den Blutzuckerspiegel und begünstigt den Eiweißstoffwechsel sowie den Bindegewebsaufbau.
- Epigallocatechingallat (EGCG): Wirkt blutdrucksenkend, herzschützend und antimikrobiell.
Die beruhigende Wirkung von Tee
In stressigen Zeiten kann eine Tasse Tee einen Moment der Ruhe bieten. Die Zubereitung kann ein entspannendes Ritual sein.
Zubereitungstipps
- Verwenden Sie etwa einen Teelöffel Tee pro Tasse.
- Teekannen sollten aus Porzellan, Glas oder Ishing-Ton (kein Metall) bestehen.
- Verwenden Sie zwei getrennte Kannen zum Aufgießen und Servieren und wärmen Sie diese vorher mit heißem Wasser vor.
- Das Trinkwasser sollte frisch und kalt sein.
Grüner Tee und seine Wirkung auf das Gehirn
Grüner Tee enthält gesundheitsfördernde Verbindungen, insbesondere Polyphenolverbindungen namens Catechine. Eines der am häufigsten vorkommenden und am besten untersuchten Catechine ist Epigallocatechin-3-gallat (EGCG), ein wirkungsvoller Anti-Aging-Phytonährstoff.
Wirkung von Grüntee-Polyphenolen
Die Polyphenole des grünen Tees werden mit vielen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht:
- Gesundheit des Gehirns: Grüner Tee hat eine neuroprotektive Wirkung und trägt zum Schutz der Nervenzellen und ihrer Funktion bei. Er kann die Bildung neuer Gehirnzellen und neuronaler Verbindungen fördern.
- Schutz vor Oxidation: Die Polyphenole des grünen Tees neutralisieren freie Radikale und hemmen oxidativen Stress.
- Zelluläre Gesundheit: Grüner Tee kann eine gesunde Zellproliferation unterstützen.
- Cholesterinmanagement: Grüner Tee, Grüntee-Extrakte und EGCG können dazu beitragen, die Cholesterin-, LDL- und Triglyceridwerte im Blut zu erhalten.
- Gesundheit des Stoffwechsels: Grüner Tee und seine Polyphenole, einschließlich EGCG, tragen zur Erhaltung eines gesunden Stoffwechsels und zur Aufrechterhaltung gesunder Glukosespiegel bei.
- Gewichtsabnahme, Entgiftung und Immunität: Grüner Tee fördert die Gewichtsabnahme, steigert die Wirksamkeit der enzymatischen Phase II der Entgiftung und stärkt die Immunfunktion.
- Anti-Aging: Wissenschaftler haben Mechanismen identifiziert, durch die grüner Tee Krankheiten und die Folgen des Alterns abwehrt.
Studienlage zu Grüntee und Gehirnfunktion
Grüner Tee gehört zu den meist untersuchten Lebensmitteln der letzten Jahre. Studien haben gezeigt, dass Grüntee-Extrakt die kognitiven Funktionen des Gehirns verbessern kann.
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- Eine Studie der Universität Basel fand heraus, dass Grüntee-Extrakt die effektive Konnektivität zwischen dem parietalen und frontalen Kortex steigert, was mit einer verbesserten kognitiven Leistung korreliert.
- Forscher der National University of Singapore (NUS) entdeckten, dass regelmäßige Teetrinker besser vernetzte Gehirnregionen haben als Nicht-Teetrinker, was mit besseren kognitiven Funktionen im Zusammenhang steht.
- Eine japanische Studie wertete Daten von 8.766 Menschen ab 65 Jahren aus und fand heraus, dass das Läsionsvolumen weißer Hirnsubstanz mit steigendem Konsum von Grünem Tee abnahm.
Mögliche Erklärungsansätze
- Grüner Tee könnte durch seine blutdrucksenkende Wirkung die Entstehung von Läsionen der weißen Hirnsubstanz reduzieren.
- Im Vergleich zu Kaffee enthält grüner Tee weniger Koffein, welches eine eher blutdrucksteigernde Wirkung hat.
Einschränkungen der Studien
- Viele Studien wurden in Japan durchgeführt, daher ist die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen unklar.
- Die Zubereitung der Getränke war nicht genormt, sodass keine klare Aussage über den Gehalt bioaktiver Substanzen getroffen werden kann.
Grüner Tee und Demenzprävention
- Katechine, insbesondere EGCG, können Gehirnzellen vor Alzheimer-Plaques schützen.
- Theanin, eine Aminosäure im grünen Tee, hat neuroprotektive Effekte und kann die Neuroplastizität verbessern.
- Grüner Tee kann helfen, den Spiegel der Stresshormone im Blut zu senken.
Die Bedeutung von regelmäßigem Konsum
Studien deuten darauf hin, dass Personen, die über einen längeren Zeitraum mehr grünen Tee tranken, ein geringeres Risiko für kognitive Störungen hatten. Es ist wichtig, jetzt regelmäßig grünen Tee zu trinken, um später vor geistigen Erkrankungen geschützt zu sein.
Die Kombination von Theanin und Koffein
Grüner Tee enthält eine einzigartige Kombination aus Koffein, Catechinen und Theanin. Theanin ähnelt in seiner Struktur GABA und hat beruhigende Effekte, ohne Schläfrigkeit zu verursachen. Es hält die aufweckenden Effekte von Koffein unter Kontrolle.
Grüner Tee und Meditation
Studien haben gezeigt, dass Theanin die Alpha-Wellen im Gehirn erhöht, was zu einem entspannten und fokussierten Zustand führt. EGCG kann auch Theta- und Beta-Wellen steigern.
Fazit zu Grüntee
- Demenz beginnt mit langanhaltenden Entzündungen im Gehirn. Grüner Tee ist entzündungshemmend.
- Konsistenter, langfristiger Konsum von grünem Tee kann helfen, vor zukünftiger Demenz zu schützen.
- EGCG und Theanin haben VIP-Zugang zum Gehirn, verbessern die Gehirnfunktion und reduzieren Stress und Angstzustände.
- Die Kombination von Theanin und Koffein im grünen Tee führt zu einem ruhigen, fokussierten und wachen Zustand ohne Koffeinabsturz.
Griechischer Bergtee (Sideritis)
Griechischer Bergtee, auch bekannt als Sideritis, wird seit der Antike im Mittelmeerraum genutzt. Studien haben belegt, dass seine Inhaltsstoffe zur Unterstützung der Gedächtnisleistung und Verbesserung des Erinnerungsvermögens beitragen können.
Inhaltsstoffe und Wirkungen
Sideritis scardica ist reich an Flavonoiden, Antioxidantien, Phenolsäuren (wie Ferulasäure, Chlorogensäure und Apigenin) sowie ätherischen Ölen. Er wird vor allem für seine potenziellen positiven Auswirkungen auf kognitive Funktionen und Gedächtnisleistungen untersucht.
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Forschungsergebnisse
- Studien, insbesondere an der Universität Magdeburg, haben Hinweise auf die Wirksamkeit bei der Reduktion von Alzheimer-typischen Plaque-Ablagerungen im Gehirn gefunden, was eine Verbesserung von Gedächtnis und Orientierungsfunktionen zur Folge haben kann.
- Prof. Dr. Dr. Jens Pahnke hat die postulierten Wirkpotentiale des griechischen Bergtees gut belegt.
- Sideritis scardica zeigte in placebo-kontrollierten Studien eine deutlich verbesserte kognitive Leistung im Vergleich zu anderen Pflanzenextrakten.
- Bereits nach kurzer Zeit waren erste positive Auswirkungen feststellbar, und nach 28 Tagen konnte eine signifikante Verringerung des Angstniveaus beobachtet werden.
Anwendung
Aktuelle Empfehlungen gehen davon aus, dass man den Griechischen Bergtee zur Prävention vor neurodegenerativen Erkrankungen täglich mit einer Menge von rund 1-2 Liter des Tees trinken muss.
Mentalbrot
Eine Alternative zum Teekonsum ist das "Mentalbrot", entwickelt von Bäckermeister Gustav Eisinger. Es enthält ein Konzentrat aus Griechischem Bergtee und Johanniskraut und soll ebenfalls positive Auswirkungen auf die Gehirnfunktion haben.
Gabalong-Tee
Gabalong-Tee ist eine relativ neue Entdeckung auf dem Tee-Markt. Dieser Tee stammt aus Japan und zeichnet sich durch seinen hohen Gehalt an GABA (Gamma-Aminobuttersäure) aus.
Vorteile von Gabalong-Tee
- Stressreduktion und Entspannung: GABA beeinflusst die Gehirnaktivität und fördert Entspannung.
- Verbesserte Konzentration und mentale Klarheit: GABA hat eine entspannende Wirkung auf das Gehirn, was zu einem ruhigeren und fokussierteren Geist führen kann.
- Unterstützung des Immunsystems: Gabalong-Tee ist reich an Antioxidantien, die das Immunsystem stärken können.
- Verdauungsfördernde Eigenschaften: GABA kann eine positive Wirkung auf das Verdauungssystem haben.
- Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Gabalong-Tee kann dazu beitragen, den Blutdruck zu regulieren.
- Gewichtsmanagement: Gabalong-Tee kann den Stoffwechsel ankurbeln, die Fettverbrennung fördern und den Appetit reduzieren.
Tee vs. Kaffee
Kaffee und Tee sind die beiden großen Konkurrenten, wenn es um gesunde und leistungsfördernde Getränke geht. Beide Getränke haben nachweislich positive Effekte auf verschiedene Bereiche wie verlangsamtes Altern, mentale Gesundheit, Gedächtnis, Konzentration oder Krebs.
Tee zur Vorbeugung von altersbedingtem geistigem Abbau
Eine wissenschaftliche Review bescheinigt Tee neuroprotektive Effekte, welche insbesondere vor Alzheimer schützen sollen. Langzeitstudien zeigen, dass mit höherem Teekonsum das Risiko sinkt, kognitiv abzubauen.
Tee zur Verbesserung von Konzentration und Leistungsfähigkeit
Studien zeigen, dass Teetrinker besser im Erinnern und Abrufen von Informationen sind und besser bei Aufgaben abschneiden. Die Performance korreliert mit einer verbesserten Vernetzung wichtiger Hirnareale.
Mögliche strukturelle Effekte im Gehirn
Eine Studie verglich die strukturelle Effizienz der Gehirne von Teetrinkern und Nicht-Trinkern und fand heraus, dass bei den Teetrinkern weniger Asymmetrien im Default-Mode-Network (DMN) erkennbar waren, einem neuronalen Netzwerk, das mutmaßlich am altersbedingten kognitiven Verfall beteiligt ist.
Die Bedeutung der Inhaltsstoffe
Extrahierte Einzelstoffe aus Grüntee zeigen weniger starke kognitive Effekte als eine Tasse Grüntee selbst. Dies deutet auf Wechselwirkungen der Einzelsubstanzen hin.
Fazit zu Tee und Gehirn
Im Laufe der Zeit hat sich die Evidenz verdichtet, dass Tee tatsächlich positiv auf die Gesundheit unseres Nervensystems wirkt und uns im Alter mental fit halten kann.