Schlaganfall und Hirnblutung: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der durch eine plötzliche Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn oder durch eine Blutung im Gehirn verursacht wird. Beide Ereignisse können zu dauerhaften Schäden oder sogar zum Tod führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schlaganfällen und Hirnblutungen, die verschiedenen Arten von Hirnblutungen, ihre Symptome, Diagnoseverfahren und Behandlungsoptionen.

Was ist ein Schlaganfall?

Von einem Schlaganfall, auch Apoplex genannt, spricht man, wenn bestimmte Funktionen des Gehirns infolge einer Durchblutungsstörung oder einer Blutung ausfallen. Halten diese Ausfallerscheinungen länger als 24 Stunden an, liegt ein vollendeter Schlaganfall vor. Bestehen die beobachteten Ausfallerscheinungen nur vorübergehend, spricht man von einer transitorisch ischämischen Attacke (TIA).

Schlaganfall-Ursachen

Die beiden häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall sind Minderdurchblutung (ischämischer Schlaganfall) und Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall).

Ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt)

Ein ischämischer Schlaganfall entsteht, wenn ein Blutgerinnsel oder Ablagerungen in einem Gefäß die Blutversorgung des Gehirns versperren. Dies führt zu einer Minderdurchblutung des Gehirns, wodurch Nervenzellen absterben. Ursachen für den Gefäßverschluss können Thromboembolien oder Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) sein.

Hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung)

Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall platzt ein Blutgefäß im Gehirn, wodurch Blut ins Hirngewebe oder zwischen die Hirnhäute austritt. Dies kann durch Bluthochdruck, Gefäßmissbildungen (Aneurysmen) oder andere Erkrankungen verursacht werden.

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Arten von Hirnblutungen

Je nach dem, wo die Einblutung stattfindet, wird zwischen unterschiedlichen Arten von Hirnblutungen unterschieden:

  • Intrazerebrale Blutung: Es handelt sich um eine Einblutung im Hirngewebe. Sie betrifft in der Regel einen großen Bereich des Gehirns, daher wird auch oft von einer Hirnmassenblutung gesprochen.
  • Subarachnoidalblutung: Sie entsteht unterhalb der mittleren Hirnhaut, zwischen dieser und der weichen Hirnhaut im Innersten.
  • Epiduralhämatom: Bei einer epiduralen Blutung sammelt sich Blut auf der harten Hirnhaut, „Dura mater“ genannt. Sie liegt direkt unterhalb des Schädelknochens und bildet die äußerste der drei Hirnhäute. Sie tritt oft in Verbindung mit einem Schädelbruch auf.
  • Subduralhämatom: Bei einer subduralen Blutung sammelt sich das Blut unterhalb der harten Hirnhaut, also zwischen der „Dura mater“ und der mittleren Hirnhaut. Sie wird ebenfalls oft durch Gewalteinwirkung von außen verursacht.

Intrazerebrale Blutung

Die intrazerebrale Blutung ist eine Blutung im Bereich des Hirngewebes. Als häufigster Auslöser gilt Bluthochdruck, der über Jahre hinweg die Blutgefäßwand schädigt. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, blutverdünnende Medikamente und angeborene Gerinnungsstörungen. Symptome sind Halbseitenlähmung, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Gangunsicherheit, Schwindel, Koordinationsstörungen sowie Störungen der Atmung und des Bewusstseins. Die Diagnose erfolgt mittels Computertomographie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT). Die Therapie zielt darauf ab, den Hirndruck zu senken und das Gehirngewebe zu schützen. In manchen Fällen ist ein neurochirurgischer Eingriff erforderlich, um die eingeblutete Region zu entlasten. Die Prognose hängt vom Ausmaß, der Region und dem Zustand des Patienten ab.

Epidurale und Subdurale Blutung

Epidurale und subdurale Blutungen entstehen meist in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT). Bei einer epiduralen Blutung reißt meist eine Arterie in Folge der Verletzung und führt zur Blutung zwischen äußerer Hirnhaut und Schädeldecke. Typischerweise ist der Patient direkt nach dem Unfall zunächst bewusstlos und wacht dann wieder auf ("freies Intervall"). Wenig später trübt sich sein Bewusstsein erneut und sein Zustand verschlechtert sich. Hinzu kommen können Hirndruckzeichen wie schwere Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie neurologische Ausfälle wie beispielsweise eine halbseitige Lähmung. Die Diagnose erfolgt durch CT oder MRT. Die Therapie besteht in einer sofortigen Klinikeinweisung und operativen Entlastung des Gehirns.

Eine subdurale Blutung kann akut oder chronisch auftreten. Ursächlich für eine akute Subduralblutung ist meist ein schweres SHT. Symptome sind Benommenheit, Zeichen eines gesteigerten intrakraniellen Drucks, sich schnell verschlechternder neurologischer Zustand, vermindertes Bewusstsein bis hin zum Koma sowie Zeichen der Einklemmung. Die Diagnose erfolgt durch CT oder MRT. Die Therapie liegt in einer schnellstmöglichen operativen Versorgung und Druckentlastung des Gehirns. Chronische Subduralblutungen treten Wochen bis Monate nach einer harmlosen Verletzung auf und finden sich meist bei älteren Menschen. Symptome können unspezifisch sein, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Benommenheit oder Schläfrigkeit. Es können aber auch spezifische Symptome durch Druck auf das Gehirn auftreten, wie Sprachstörungen, halbseitige Lähmungen oder Krampfanfälle. Die Diagnose erfolgt durch CT oder MRT. Die Therapie besteht oft in einer Operation.

Subarachnoidalblutung

Bei einer Subarachnoidalblutung kommt es zu einer Blutung zwischen der Spinngewebshaut (Arachnoidea) und der weichen Hirnhaut (Pia mater). Ursachen können ein Schädel-Hirn-Trauma oder das Reißen eines Aneurysmas sein. Risikofaktoren für einen Aneurysmaruptur sind Bluthochdruck, Rauchen, erhöhte Blutfettwerte sowie Alkoholkonsum. Das Hauptsymptom ist ein plötzlich einsetzender extremer Kopfschmerz.

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Symptome eines Schlaganfalls und einer Hirnblutung

Typische Symptome bei Männern und Frauen für eine Hirnblutung sind zum Beispiel:

  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • plötzlich sehr starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifheit
  • einseitig auftretende Lähmung am Körper, vor allem am Arm, Bein oder Gesicht
  • generelles Taubheitsgefühl
  • Schluckstörung
  • Sehstörung und vorübergehender Sehverlust auf einem Auge
  • Pupillenerweiterung
  • Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • Verwirrtheit oder Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit oder Koma
  • Krampfanfälle

Die Symptome einer Hirnblutung bei Männern und Frauen ähneln oft dem eines typischen Schlaganfalls. Ansonsten können die Anzeichen einer leichten oder schweren Hirnblutung je nach Art variieren. Sie hängen ebenso von Ort und Ausmaß der Blutung ab. Die Symptome entstehen jedoch immer dadurch, dass das ausgetretene Blut die Hirnhaut reizt oder auf benachbarte Hirnregionen drückt.

Diagnose von Hirnblutungen

Um eine Hirnblutung schnell zu erkennen und eine exakte Diagnose zu stellen, sollte sofort der Notarzt verständigt werden, sobald jemand die Anzeichen einer Hirnblutung aufzeigt. Je schneller eine Blutung im Hirn behandelt wird, desto besser. Je nach Form der Hirnblutung erhöhen sich dadurch die Überlebenschancen.

Es gibt unterschiedliche Untersuchungen, um eine genaue Diagnose einer Hirnblutung zu stellen:

  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Bewusstseinslage und der Funktion verschiedener Nerven.
  • Computertomografie des Kopfes (CT): Bildliche Darstellung der Blutung im Gehirn.
  • Gefäßröntgen (Angiografie): Röntgendarstellung der Hirngefäße mit Kontrastmitteln.

Behandlung von Hirnblutungen

Was man bei einer Hirnblutung tun kann, hängt von der Größe, Lage und dem Auslöser ab. In der Regel ist eine stationäre Behandlung in der Klinik notwendig, meistens auch auf der Intensivstation. Die Symptome einer Hirnblutung und auch die zusätzlich entstandenen Komplikationen werden nach Bedarf versorgt. Starke Kopfschmerzen, Fieber oder Krampfanfälle werden mit Medikamenten wie Schmerzmitteln, Fiebersenkern und kramlösenden Mitteln behandelt.

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Besonders wichtig bei der Behandlung mit konservativen Mitteln ist die Vorbeugung einer Hirnschwellung (Hirnödem). Diese ist oft eine Folge einer starken Hirnblutung und sorgt für einen gefährlichen Druckanstieg im Schädel. Durch den entstandenen Hirndruck können weitere Hirnzellen absterben.

In manchen Fällen, je nach Ausmaß und Lager der Hirnblutung, muss diese operativ versorgt werden:

  • Intrazerebrale Blutung: Abwägung, ob ein operativer Eingriff durchgeführt wird. In der Regel wird zusätzlich ein Katheter oder Shunt gelegt, um Nervenwasser abzuleiten.
  • Subarachnoidalblutung: Bei einem Aneurysma wird dieses abgeklemmt oder das sogenannte „Coiling“ angewandt. Auch bei der Subarachnoidalblutung muss ein Shunt zum Ablassen des Nervenwassers gelegt werden, damit der Hirndruck gesenkt wird.
  • Subduralhämatom: Ein kleines subdurales Hämatom erfordert keinen operativen Eingriff. Handelt es sich allerdings um eine größere subdurale Blutung muss es operativ entfernt werden.
  • Epiduralhämatom: Hier sollte die Blutansammlung zwischen Schädeldecke und äußerer Hirnhaut schnellstmöglichst operativ entfernt werden, vor allem wenn es sich um ein größeres Hämatom handelt.

Rehabilitation nach einer Hirnblutung

Eine Hirnblutung kann einige Folgeschäden oder Langzeitschäden sowohl körperlicher als auch geistiger Natur mit sich bringen. Einige Patientinnen und Patienten schaffen es sich nach einer Hirnblutung relativ schnell vollständig zu erholen, während andere Monate bis Jahre brauchen. Je nach Ausmaß der Hirnblutung gibt es auch Folgeschäden, die nicht durch eine Therapie verbessert werden können. Einige der Folgeschäden einer Hirnblutung sind:

  • Bewegungsstörungen
  • Sprachstörungen (Aphasie)
  • Sprechstörung (Dysarthrie)
  • Seh- oder Gedächtnisstörung

Bei der anschließenden Therapie nach einer Hirnblutung werden gemeinsam Strategien entwickelt, um die Folgeschäden bestmöglich zu behandeln oder zu erlernen, wie man am besten mit ihnen im Alltag zurechtkommt. Grundsätzlich gilt, dass je früher eine Rehabilitation nach einer Hirnblutung beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Vorbeugung von Hirnblutungen

Es gibt einige Faktoren, die Sie positiv beeinflussen können, um einer Hirnblutung vorzubeugen. Zu diesen Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Konsum von Alkohol oder Drogen.

Heilungschancen bei einer Hirnblutung

Die Heilungschancen einer Hirnblutung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören neben Alter, Grunderkrankungen und eventuellen Begleitverletzungen der Patientin oder des Patienten auch die Lokalisation und Ausdehnung der Einblutung. Eine große Rolle für die Heilungschancen und Überlebenschancen bei einer Hirnblutung spielt auch eine frühzeitige Behandlung.

Koma als Folge von Hirnblutungen

Patienten mit einer plötzlich aufgetretenen Bewusstlosigkeit - einem Koma - stellen einen medizinischen Notfall dar. Einem solchen Koma können verschiedenartigste Ursachen zugrunde liegen. Diese reichen von schweren Blutungen im Schädelinneren über epileptische Anfälle bis hin zu internistischen Ursachen wie einer Lungenembolie oder einer Über- oder Unterzuckerung bei Diabetes.

Ursachen für ein Koma

Ist die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Glukose (Zucker) gestört, wirkt sich das ganz schnell auf seine Leistung aus. So kann ein Mensch wenige Sekunden nach einer Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn sein Bewusstsein verlieren. Es gibt verschiedene Gründe, warum das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt wird.

Häufig kommt es zu einem Koma in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, also einer Verletzung des Kopfes und des Gehirns von außen, beispielsweise nach einem Unfall oder einer Gewaltanwendung auf den Kopf. Das Koma kann auch von einer direkten Schädigung des Gehirns ausgelöst werden, wenn bei einem Schlaganfall die Blutversorgung eingeschränkt oder unterbrochen ist. Auch Erkrankungen außerhalb des Gehirns sind mögliche Ursachen.

Weitere mögliche Auslöser eines Komas:

  • eine Hirnblutung
  • ein Gehirntumor
  • Sauerstoffmangel durch Herzstillstand oder Beinahe-Ertrinken
  • eine schwere Infektion wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Hirnentzündung) oder Sepsis (Blutvergiftung)
  • schwere Krampfanfälle bei Epilepsie
  • giftige Substanzen wie Kohlenmonoxyd oder Blei
  • eine Überdosierung von Alkohol oder Drogen
  • ein Nieren- oder Leberversagen

Arten des Komas

Der Begriff Koma bezeichnet den schwersten Zustand einer Bewusstseinsstörung. Es gibt weitere medizinische Zustände mit mehr oder weniger stark eingeschränktem Bewusstsein, die vom eigentlichen Koma abgegrenzt werden.

  • Wachkoma: Betroffene sind weiterhin bewusstlos, aber ihre Augen sind zeitweise geöffnet. Dennoch können sie ihre Umwelt nicht wahrnehmen, nicht kommunizieren oder auf Reize reagieren.
  • Minimales Bewusstsein: Patientinnen und Patienten zeigen, dass sie auf ihre Umgebung reagieren. Betroffene können beispielsweise mit ihren Augen bewusst einer Bewegung folgen oder auf verschiedene (eingeschränkte) Arten mit der Umwelt kommunizieren.
  • Locked-in-Syndrom: Die Betroffenen sind bildlich gesprochen „eingeschlossen“ in ihrem Körper. Dabei ist ihr Gehirn größtenteils in einem funktionsfähigen Zustand, allerdings ist die Fähigkeit zur Kommunikation und Bewegung stark eingeschränkt.
  • Sopor oder Torpor: Betroffene reagieren auf sehr starke Schmerzreize mit Abwehrbewegungen der Gliedmaßen oder geben unbestimmte Laute von sich. Sie können jedoch nicht aus diesem Zustand geweckt werden und zeigen auch keine Reaktion auf normale Reize und Geräusche in der Umgebung.
  • Somnolenz: Dieser Begriff beschreibt eine schwere Schläfrigkeit.

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