Jäger und Epilepsie: Eine komplexe Verbindung

Die Verbindung zwischen der Jagd und der Epilepsie mag zunächst überraschend erscheinen. Betrachtet man jedoch die verschiedenen Facetten beider Themen, so offenbaren sich interessante Überschneidungen und Perspektiven. Dieser Artikel beleuchtet die Beziehung zwischen der Jagd, insbesondere der Jagd mit Hunden, und der Epilepsie, sowohl beim Menschen als auch beim Tier, und wirft einen Blick auf die wissenschaftliche Forschung und persönliche Erfahrungen.

Epilepsie im Kontext der Jagd

Die Jagd ist ein vielschichtiges Thema, das weit über das bloße Erlegen von Wild hinausgeht. Sie umfasst die Pflege von Revieren, das Naturerlebnis und die Auseinandersetzung mit Waffen als Handwerkskunst. Auf der anderen Seite steht die Epilepsie, eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist und sowohl Menschen als auch Tiere betreffen kann.

Epilepsie bei Jagdhunden

Ein besonders relevanter Aspekt ist die Epilepsie bei Jagdhunden. Wie der Fall des Deutsch Kurzhaars "Findus" zeigt, kann Epilepsie bei diesen Hunden ein vermeidbares Schicksal sein. Viele Jagdhunderassen haben ihre spezifischen gesundheitlichen Probleme, und beim Deutsch Kurzhaar ist die Epilepsie häufig genetisch bedingt. Trotzdem wird mit erkrankten Hunden oder Anlagenträgern weitergezüchtet, was nicht nur einzelne Individuen, sondern die gesamte Rasse gefährdet.

Es gibt zwei Haupttypen von Epilepsie:

  • Sekundäre Epilepsie: Diese Form wird durch Erkrankungen der inneren Organe, Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, Missbildungen der Lebergefäße, Störungen im Salz- und Wasserhaushalt, Verletzungen, Entzündungen oder Tumore verursacht.
  • Primäre (idiopathische) Epilepsie: Diese Form liegt vor, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden. Die Ursache liegt in den Nervenzellen des Gehirns, die schnell überreizt sind und willkürlich Signale abgeben, was zu Krampfanfällen führt.

Hunde, die an primärer Epilepsie leiden, sollten nicht für die Zucht eingesetzt werden, da eine Vererbung dieser Erkrankung sehr wahrscheinlich ist. In der Regel treten die ersten Krampfanfälle im Alter zwischen ein und fünf Jahren auf.

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Der Fall "Findus"

Der Deutsch Kurzhaar Rüde "Findus" zeigte im Alter von zwei Jahren die ersten Krampfanfälle. Nach der VGP (Verbandsgebrauchsprüfung) im Herbst verschlechterte sich sein Zustand drastisch. Seine Besitzerin ließ alle erdenklichen Tests machen, ohne dass die Ursache geklärt werden konnte. Sie erkannte jedoch, dass ihr Rüde sowohl von Seiten des Muttertieres als auch des Vaters genetisch vorbelastet war. Auf Nachfrage beim Verband wurde ihr bestätigt, dass das Problem bekannt sei.

Dieser Fall verdeutlicht die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Zuchtlenkung und des Ausschlusses von erkrankten Tieren von der Zucht, um die Gesundheit der Jagdhunderassen zu gewährleisten.

Professor Christian Elger: Hirnforscher und Jäger

Ein Beispiel für die Verbindung von Jagd und wissenschaftlicher Forschung ist Professor Christian Elger, Direktor der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie. Elger leitet eine der weltweit renommiertesten Einrichtungen zur Behandlung und Erforschung der Epilepsie. Neben seiner Arbeit als Hirnforscher ist Elger auch ein passionierter Jäger.

Die Jagd als Ausgleich

Elger betont, dass die Jagd für ihn nicht mit "Ballerei" zu tun hat, sondern um die Pflege eines Reviers und das Naturerlebnis geht. Er schätzt an Waffen die Präzision, die handwerkliche Kunst und Eleganz. Seine Sammlung umfasst 25 Gewehre, darunter Schrotflinten, Doppelbüchsen für Wildschweine und Blockbüchsen für Gämse oder Antilopen.

Anthropologische Perspektiven

Elger verweist auf eine anthropologische Studie bei einem Jägervolk in Papua-Neuguinea, die zeigt, dass ältere Jäger aufgrund ihres größeren Erfahrungsschatzes mehr Jagdbeute nach Hause bringen als jüngere Kollegen. Daraus schließt er, dass die Volkswirtschaft und Personalverantwortlichen in Betrieben die Erfahrungen älterer Menschen unterschätzen, die aus Sicht der Hirnforschung ein gewaltiges volkswirtschaftliches Potenzial darstellen.

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Forschung und Innovation

Elger hofft, dass Unternehmer Geld in die Hirnforschung investieren, um das Rätsel des menschlichen Gehirns zu lösen. Er schlägt beispielsweise die Gründung eines "Aldi-Hirnforschungsinstituts" vor, um die besten Forscher zu vereinen.

Die Faszination des Gehirns

Elger wollte immer Arzt, Neurologe und Hirnforscher werden. Er sagt: "Ich kann nicht anders. Das Hirn fasziniert mich." Er will das Wesen des Menschen verstehen, forscht aber nicht nach der Seele des Menschen, weil er nur an naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten glaubt.

Epilepsie-Selbsthilfe und Beratung

Für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen gibt es zahlreiche Anlaufstellen und Beratungsangebote. Der Landesverband für Epilepsie-Selbsthilfe in Nordrhein-Westfalen e.V. bietet beispielsweise Unterstützung und Informationen. Auch Kliniken und spezialisierte Praxen bieten umfassende Beratung und Behandlungsmöglichkeiten an.

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