Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Themenbereiche der Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Er beleuchtet die Bedeutung der Differenzialdiagnose psychotischer Symptome, analysiert das Arzneimittelverordnungsverhalten bei affektiven und neurotischen Störungen und gibt Einblicke in die Behandlung von Schlaganfällen, Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen.
Psychotische Symptome: Differenzialdiagnose und zugrunde liegende Erkrankungen
Psychotische Symptome können vielfältige Ursachen haben. Es ist entscheidend, zwischen primären und sekundären psychotischen Symptomen zu unterscheiden, um die richtige Diagnose und Therapie einzuleiten. Klinisch relevant ist die Differenzierung psychotischer Erkrankungen in drei Hauptgruppen:
- Psychiatrische Erkrankungen: Hierzu zählen beispielsweise affektive Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen.
- Primäre und sekundäre organische Erkrankungen: Dazu gehören Demenzformen, delirante Zustandsbilder oder metabolische Erkrankungen.
- Andere psychotische Störungen
Die korrekte Zuordnung zu einer dieser Gruppen ist essenziell für die Diagnosestellung und Therapieplanung.
Arzneimittelverordnungsverhalten bei Affektiven und Neurotischen Störungen
Eine Analyse des Arzneimittelverordnungsverhaltens in der stationär-psychiatrischen Versorgung von 2008 bis 2010 zeigt interessante Trends. Die Daten stammen aus dem bayerischen Pharmakovigilanzsystem "Arbeitsgemeinschaft Arzneimitteltherapie bei psychiatrischen Erkrankungen (AGATE)".
Methodik
Die Analyse basiert auf Stichtagsdaten, die zweimal jährlich erhoben werden. Erfasst werden anonymisierte Daten zu Alter, Geschlecht, Hauptdiagnose, verordneten Handelspräparaten und Dosierungen. Die Daten von 9994 Patienten wurden für die Analyse berücksichtigt.
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Ergebnisse
- Patientencharakteristika: Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 52 Jahre. Bei Patienten mit affektiven (F3) und neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen (F4) überwog der Frauenanteil.
- Dosierungen: Die mittlere Tagesdosis der zehn am häufigsten verordneten Psychopharmaka war über die ausgewählten F3- und F4-Störungen hinweg erstaunlich einheitlich und zeigte keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
- Verordnungsmuster: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) dominierten bei den Antidepressiva-Verordnungen, und nach 1990 zugelassene Antipsychotika (SGA) dominierten bei den Neuroleptika-Verordnungen.
- Diagnoseabhängige Unterschiede: Die Rangfolge der Arzneistoffgruppen unterschied sich jedoch Diagnose-abhängig:
- Bei bipolaren affektiven Störungen (F31.-) und Zwangsstörung (F42.-): Neuroleptika > Antidepressiva > Tranquilizer
- Bei depressiven Störungen (F32.-, F33.-) und Angststörungen (F40.-, F41.-): Antidepressiva > Neuroleptika > Tranquilizer
Vergleich mit Ambulanten Verordnungen
Im Gegensatz zu den ambulanten Arzneimittelverordnungen nahmen in der stationär-psychiatrischen Versorgung die Dosierungen und Verordnungszahlen der Top-10-Psychopharmaka mit zunehmendem Alter ab. Frauen erhielten keine höhere Dosierung der Top-10-Psychopharmaka, hatten aber höhere Verordnungszahlen für Antidepressiva und Tranquilizer.
Bedeutung der Pharmakovigilanz
Das übergeordnete Ziel der Pharmakovigilanz ist die Sicherheit des Patienten. Das Erkennen und Melden von Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) ist von grundlegender Bedeutung.
Neurologische Erkrankungen: Schlaganfall, Multiple Sklerose und Frührehabilitation
Die Klinik für Neurologie bietet ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten für neurologische Erkrankungen.
Schlaganfall
Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Eine rasche Diagnose und Therapieeinleitung sind entscheidend. Die Klinik für Neurologie ist als überregionales Schlaganfallzentrum anerkannt und verfügt über eine spezialisierte Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit). Neben der Akuttherapie werden Risikofaktoren erkannt und konsequent behandelt, und es besteht die Möglichkeit der operativen Intervention oder Ballondilatation bei kritischen Engstellen.
Multiple Sklerose und Neuroimmunologie
Die Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters. Die Klinik bietet eine individualisierte Behandlung, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten zugeschnitten ist. Symptome wie Blasenstörungen, Schmerzen, Spastik, Depression, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder sexuelle Störungen werden behandelt. Das Nordbayerische MS-Zentrum wurde 2007 gegründet und 2009 von der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft (DMSG) zertifiziert. Es werden alle derzeit verfügbaren Therapien eingesetzt, und es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an klinischen Prüfungen. Neben der Multiplen Sklerose werden auch andere neuroimmunologische Erkrankungen behandelt.
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Frührehabilitation Neurologischer Erkrankungen
Auf der 40-Betten-Station werden Patienten nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, hypoxischem Hirnschaden oder anderen schweren neurologischen Erkrankungen betreut. Durch die Einbindung der Station in das Akutkrankenhaus können Patienten sehr früh nach einer Hirnschädigung übernommen werden. Es erfolgt eine interdisziplinäre Behandlung durch Ärzte, Pflegekräfte, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten, Neuropsychologen, Orthoptisten, Sporttherapeuten und Sozialarbeiter.
Neuro-Intensivmedizin
Die Neuro-Intensivmedizin umfasst die schnellstmögliche Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des gesamten Nervensystems unter intensivmedizinischen Bedingungen. Es stehen alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten einer Maximalversorgung zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen werden auch Haemodialyse und Plasmapherese durchgeführt.
Weitere Forschungsschwerpunkte und Projekte
Die Klinik engagiert sich in zahlreichen Forschungsprojekten, die sich mit verschiedenen Aspekten der psychischen Gesundheit und neurologischen Erkrankungen befassen. Dazu gehören Projekte zur interkulturellen Öffnung der psychosozialen Versorgung, zur Versorgung von Flüchtlingen und zur Erforschung der Auswirkungen von Rassismus auf die psychische Gesundheit.
Fahreignung bei Neurologischen Erkrankungen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beurteilung der Fahreignung bei neurologischen Erkrankungen, insbesondere bei Demenz. Es werden Verfahren zur Einschätzung der Fahrsicherheit von älteren Menschen mit und ohne leichte kognitive Beeinträchtigung entwickelt und validiert.
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