Parkinson ist eine neurologische Erkrankung, die weltweit immer häufiger auftritt. Allein in Deutschland sind laut Parkinson Stiftung fast 400.000 Menschen ab 40 Jahren betroffen. Studien zufolge könnte sich die Zahl bis 2050 verdoppeln. In Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2023 nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK 15.600 Menschen an Parkinson erkrankt. Typische Symptome wie unkontrollierbares Zittern, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen treten meist erst im Alter auf, aber die Erkrankung beginnt lange vorher. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsstrategien von Parkinson.
Was passiert bei einer Parkinson-Erkrankung?
Bei Parkinson sterben im Gehirn Nervenzellen ab, die Dopamin produzieren - ein wichtiger Botenstoff für die Bewegungssteuerung. Dabei ist das Protein Alpha-Synuclein zentral: Fehlgefaltete Formen dieses Proteins verklumpen und lagern sich im Hirn ab. Die genauen Ursachen sind aber noch nicht vollständig bekannt. Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend für die Entwicklung neuer Therapien.
Typische Symptome von Parkinson
Neben dem typischen Zittern (Tremor) treten Muskelverspannungen (Rigor), Gang- und Gleichgewichtsstörungen auf. Betroffene können eine starre Mimik haben und leise oder monoton sprechen. Schlaf- und Riechstörungen können ebenfalls auftreten. Depressionen und kognitive Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz gehören ebenfalls zum Krankheitsbild. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Patienten alle Symptome entwickeln und die Ausprägung variieren kann.
Risikofaktoren für Parkinson
Verschiedene Faktoren können das Risiko für Parkinson erhöhen. Dazu gehören:
- Pestizide: "Viele Pestizide haben gemein, dass sie Entzündungsprozesse im Hirn und oxidativen Stress auslösen", erklärt Eva Schäffer von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Pestizide verändern auch Stoffwechselvorgänge und setzen weitere Mechanismen im Gehirn in Gang, die zur Krankheit beitragen. Im März 2024 wurde "Parkinson durch Pestizide" als Berufskrankheit anerkannt.
- Umwelteinflüsse: Andere Umwelteinflüsse wie das häufig genutzte Lösungsmittel Trichlorethylen und Luftverschmutzung, insbesondere in Form von Feinstaub, können Parkinson auslösen.
- Lebensstil: Wie bei fast allen Erkrankungen spielt auch der individuelle Lebensstil eine Rolle.
Prävention von Parkinson
Es gibt Möglichkeiten, das Parkinson-Risiko zu senken:
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- Ausdauersport: "Wer moderaten Ausdauersport betreibt, kann das Risiko für Parkinson um bis zu 60 Prozent senken", betont Schäffer.
- Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten ist vorteilhaft. Viele Parkinson-Patienten leiden teils schon Jahrzehnte vor ihrer Diagnose unter schwerer Verstopfung. Bewegung und Ernährung sind auch nach der Diagnose wichtige Faktoren - sowohl im Frühstadium, bevor die Krankheit richtig ausbricht, als auch bei bereits fortgeschrittener Erkrankung.
Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson
Parkinson ist bislang nicht heilbar, aber es gibt verschiedene Behandlungsansätze, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
- Medikamente: Zu Beginn der Erkrankung werden in der Regel Medikamente eingesetzt, die den Botenstoff Dopamin ersetzen sollen. "Wir dürfen natürlich nicht zu viel Medikamente geben, aber wir brauchen Dopamin, um uns bewegen zu können", erläutert Schäffer. Werde zu stark an den Medikamenten gespart, seien die Patienten steif und schlecht beweglich.
- Bewegungs- und Ergotherapie: Bewegungs- und Ergotherapien sowie eine angepasste Ernährung helfen vielen Betroffenen, ihre Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
- Tiefe Hirnstimulation (THS): In fortgeschrittenen Stadien kann auch die Tiefe Hirnstimulation (THS) eine Option sein. Dabei werden Elektroden ins Gehirn eingesetzt, um krankhafte Nervenaktivitäten mit elektrischen Impulsen zu regulieren. Ein neuer Ansatz - das sogenannte Beta-Sensing - macht die THS noch präziser. Die Unimedizin Mainz arbeitet mit diesen Stimulationssystemen: "Es gibt neue Systeme, die nicht nur stimulieren - rund um die Uhr -, sondern die auch die Signale aus dem Gehirn empfangen können. Diese Signale interpretieren können und die Art der Stimulation anpassen." Das heißt, wenn der Patient ruhig auf dem Sofa liegt, ist die Stimulation eine andere, als wenn er aktiv ist und zum Beispiel im Garten arbeitet.
Neue Therapieansätze
Die Forschung arbeitet intensiv an neuen Behandlungsmöglichkeiten.
- Antikörpertherapien: Ein Ansatz sind Antikörpertherapien, die Alpha-Synuklein gezielt binden und dessen Ablagerung verhindern sollen.
- Small Molecules: Ein weiterer Forschungszweig setzt auf sogenannte Small Molecules, die gezielt in krankheitsrelevante Prozesse eingreifen. Allerdings waren die ersten Ansätze in klinischen Studien noch nicht erfolgreich.
Möglichkeiten der Früherkennung
Die Früherkennung von Parkinson ist eine große Herausforderung, da die Krankheit oft erst diagnostiziert wird, wenn bereits viele Nervenzellen zerstört sind. Erste Warnsignale sind Geruchsverlust, Schlafstörungen oder Verstopfung, die schon Jahre vor den typischen Bewegungseinschränkungen auftreten können. Daneben wird intensiv an Biomarkern geforscht, um die Krankheit etwa im Blut, im Liquor - also Nervenwasser - oder gar durch eine Hautbiopsie nachzuweisen.
Essentieller Tremor: Eine Zittererkrankung
Ein weiteres Thema, das im Zusammenhang mit Zittern relevant ist, ist der essentielle Tremor. Dies ist ein sogenannter Aktionstremor, bei dem das Zittern bei aktiven Bewegungen oder beim Halten eines Gegenstandes auftritt. Neben den Händen können auch Arme, Beine, der Kopf und manchmal die Stimme betroffen sein.
Ursachen und Diagnose des essentiellen Tremors
Der Neurologe Dr. Dr. Damian Herz an der Uniklinik Mainz forscht zum essentiellen Tremor. Er erklärt: „Essentiell bedeutet, dass es nicht Ausdruck einer Erkrankung ist, sondern für sich alleine steht als Tremor-Syndrom. Was genau den Tremor auslöst, ist noch nicht entschlüsselt." Die Hypothese der Forscher ist: Der essentielle Tremor entsteht durch eine Fehlfunktion in den motorischen Netzwerken des Gehirns, insbesondere in den Strukturen des Kleinhirns, des Thalamus und der Basalganglien. Diese Areale sind alle miteinander verbunden. Feststellen lässt sich die Entwicklung der Krankheit durch ein MRT, also mittels einer Kernspintomographie des Kopfes. Anhand der Bilder werden Veränderungen im Thalamus und im Kleinhirn überprüft. Für die Diagnose ist das gesamte Erscheinungsbild wichtig. Dazu wird häufig auch eine elektrophysiologische Messung gemacht.
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Dr. Dr. Damian Herz erklärt den Tremor so, dass sich die Nervenzellen in der Tiefe des Gehirns - im Thalamus, dem Kleinhirn oder in den Basalganglien - bei einer bestimmten Frequenz synchronisieren. Daraufhin werden die Nervenzellen, die zu den Muskeln gehen, in derselben Frequenz aktiv. Sie bewegen sich gleichzeitig nach oben und nach unten. „Weil sich das so abnorm synchronisiert, macht der Muskel dann dasselbe."
Professor Sergiu Groppa, Leiter der Sektion Bewegungsstörungen und Neurostimulationen an der Universitätsmedizin Mainz, empfiehlt die genaue Eingrenzung mit einem Neurologen oder einem spezialisierten Zentrum. Ursache des Zitterns können Alterungsvorgänge sein, zu denen das Zittern teilweise dazugehört, also eine altersgebundene Zitterform. Es könnte sich aber auch um Parkinson handeln. Typisch bei der Parkinson-Erkrankung ist das Ruhezittern - es kommt beispielsweise abends, wenn man zur Ruhe kommt. Häufig sind es bei Parkinson langsame Abläufe, bei denen das Zittern auftritt. Außerdem sei der Tremor hier häufig asymmetrisch, also auf einer Seite mehr ausgeprägt, erklärt Neurologe Dr. Beim essentiellen Tremor geht es oft um einen Halte- und Aktions-Tremor. Das heißt, er tritt auf, wenn eine Bewegung ausgeführt wird. Manche Patienten haben den essentiellen Tremor im Nacken. Sie können den Kopf etwa beim Fotografieren und Zeitunglesen nicht stillhalten. Es gibt verschiedene Formen des Tremors. Es kann nicht nur die Hände betreffen, sondern auch andere Partien wie zum Beispiel Beine oder Kopf. Professor Groppa erklärt: “Hin und wieder ist das auch ein Dyston, also noch eine weitere Zitterform. Hier können wir auch medikamentös oder zum Beispiel mit einer Botulinumtoxin-Therapie arbeiten.” Damit werden die beteiligten Muskeln gezielt angesteuert.
Behandlung des essentiellen Tremors
Professor Groppa erklärt, es gibt nicht unbedingt gezielt für das Zittern entwickelte Therapien und Medikamente. Aus Erfahrung wisse man aber, dass entweder Beta-Blocker eine wirksame Therapie ermöglichen - oder Primidon, ein Anti-Epileptikum, in der richtigen Dosierung. Auch eine Aufstockung der Dosis sei hin und wieder notwendig, weil sich Körper, Gehirn und Stoffwechsel daran gewöhnen. Bei verschiedenen Medikamenten, die gegen essentiellen Tremor eingesetzt werden, können Nebenwirkungen auftreten - etwa Schwindel, Gangstörung oder Müdigkeit, wie Dr. Herz erklärt. "Das Wichtigste ist, die Dosis erst mal langsam zu starten und nur langsam zu erhöhen, um Nebenwirkungen zu vermeiden", so der Neurologe. "Und wenn bei einer Therapie, einer Behandlung, diese Nebenwirkungen auftreten, muss das nicht bei der anderen der Fall sein.
Wenn Medikamente keine ausreichende Besserung bringen und Betroffene sich in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt fühlen, kann mittlerweile eine recht neue Behandlung durchgeführt werden: der hochfokussierte Ultraschall. In lokaler Betäubung wird im MRT der Kopf des Patienten mit einem Rahmen fixiert und durch eine Silikonmembran abgedichtet. Darüber liegt eine Art Glocke, die mit Ultraschallsendern ausgestattet ist. Über sie werden die Ultraschallwellen präzise auf einen millimetergroßen Punkt im Gehirn fokussiert. Im Vorfeld wurde berechnet, wo die Hitzebehandlung erfolgen soll. Ziel ist eine Läsion, also das gezielte Abtöten von Nervenzellen in einem bestimmten Abschnitt des Thalamus. Zuerst wird eine Testerwärmung durchgeführt, mit niedriger Temperatur, um den idealen Punkt zu finden. Erst danach wird höher erhitzt. Der Patient bleibt während der gesamten Behandlung wach. Die Behandlung erfolgt in mehreren Schritten. Nach jeder Erwärmung wird der Patient nach möglichen Nebenwirkungen befragt und der Tremor überprüft. Im abschließenden MRT-Bild sehen in unserem Fallbeispiel die Operateure Professor Ullrich Wüllner und Dr. Valeri Borger, Neurochirurgen am Uniklinikum Bonn, sofort das Ergebnis des Eingriffs. Professor Sergiu Groppa, Leiter der Sektion Bewegungsstörungen und Neurostimulationen an der Universitätsmedizin Mainz, bestätigt, dass die Verbesserung durch die Operation sofort spürbar ist für die Patienten. Die neue Methode und die Studien dazu stehen erst seit wenigen Jahren zur Verfügung. “Wir wissen, die Effekte sind nach drei Jahren oder auch länger da.
Die tiefe Hirnstimulation ist ein Verfahren, das seit 30 Jahren bekannt ist. Zusammen mit den Neurochirurgen werden Elektroden präzise in die Gehirnregion eingebracht. Die tiefe Hirnstimulation sorgt dafür, dass die veränderten Signale herausgefiltert werden, dass die Motorik, das Zittern direkt aufhört. Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit, nachzujustieren und die Wirkung und die Nebenwirkungen über die Zeit anzupassen. Letztendlich handelt es sich aber auch um eine Operation. Professor Groppa betont: “Es ist wichtig, dass unsere Patienten immer die Option haben, sich zu entscheiden zwischen den Verfahren und mehrere Verfahren zur Auswahl haben. Bei manchen Patienten stellt sich nach Jahren mit zunehmendem essentiellem Tremor auch noch eine Polyneuropathie etwa an den Füßen oder Händen ein. Professor Groppa weist darauf hin, dass es verschiedene Zitterformen gibt - zusätzlich zum essentiellen Tremor oder dem Parkinson-Tremor auch eine Zitterform, die mit einer Polyneuropathie einhergeht.
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Der Fall von Prof. Dr. Georg Nehrbaß
Ein Beispiel für den Umgang mit Parkinson ist Prof. Dr. med. Georg Nehrbaß aus dem Landkreis Alzey-Worms. Im Alter von 71 Jahren und zehn Jahre nach seiner Parkinson-Diagnose entschied er sich für eine Tiefe Hirnstimulation. Der Eingriff war erfolgreich: Das Zittern hat nachgelassen und er kann sogar wieder Pingpong spielen.
Online-Services für Patienten
Patienten können auch verschiedene Online-Services nutzen, um ihre Behandlung zu unterstützen. So gibt es die Möglichkeit, Medikamente über ein Online-Formular zu bestellen, wenn es sich um Medikamente handelt, die bereits verordnet wurden. Diese Medikamente können auch über verschiedene Apotheken direkt an Sie geliefert werden, so dass Sie die Medikamente bequem und ohne großen Aufwand zu Hause in Empfang nehmen können und keine Portokosten für Sie entstehen. Wenn Sie das nicht möchten, teilen Sie uns dies bitte mit und wir senden Ihnen gegen Gebühr der Portokosten das Rezept zu.
Ayurveda als ergänzende Heilkunde
Ayurveda, die älteste überlieferte Heilkunde der Menschheit, hat sich in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend etabliert. Die Grundlage des ayurvedischen Gesundheitsverständnisses ist das Konzept des Gleichgewichts der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Ayurveda betrachtet den Menschen ganzheitlich und zielt darauf ab, die körpereigenen Heilmechanismen zu optimieren.
Die Bedeutung von Energie und Lebensstil
Es ist wichtig, klug und behutsam mit unserer Energie umzugehen. Wie erfolgreich wir unser Leben führen, hängt von unserer Energie ab. Nicht nur unser beruflicher und wirtschaftlicher Erfolg, auch die Intensität unserer Beziehungen, unsere Partnerschaft, unsere Gesundheit, Vitalität und Ausstrahlung, unsere Empathie und Feinfühligkeit und vor allem unsere Lebensfreude. Unternehmer und Manager sind darauf getrimmt, auf positive Bilanzen zu achten. Doch wie achtsam gehen gerade Führungskräfte mit ihrer persönlichen Energiebilanz um?
Grüner Tee und seine Wirkung
Grüner Tee hat ein fantastisches Image. Grüntee-Extrakt findet sich in Limonaden, in Hautcremes, in Shampoo und Duschgel. Die Hersteller berufen sich gerne auf Studien, die die gesundheitsfördernde Wirkung belegen sollen. Viele Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Teekonsum und Lebenserwartung. Und solche epidemiologischen Daten zeigen tatsächlich: Wer viel Tee trinkt, lebt statistisch länger und hat ein geringeres Risiko, an neurodegenerativen Leiden wie Parkinson, Alzheimer oder Multiple Sklerose zu erkranken. Es gibt viele gute Gründe, Tee zu trinken. Er enthält viel Flüssigkeit, keine Kalorien, keinen Alkohol und ist billiger als Bier und Saft. Und sind die Geschmacksnerven entsprechend sensibilisiert, kann man sich an einem guten First Flush Darjeeling oder einem feinen Sencha so erfreuen wie andere an einem edlen Wein. Vermutlich hat Tee auch die ein oder andere gesundheitlich positive Wirkung (wobei die Farbe egal zu sein scheint).