Einführung
Der Kampf gegen einen Hirntumor ist eine der größten Herausforderungen, denen sich ein Mensch stellen muss. Tanja Gutmann, bekannt als ehemalige Miss Schweiz, teilt ihre persönliche Geschichte und die Forschungserkenntnisse, die ihr geholfen haben, diese schwierige Zeit zu überstehen. Ihr Buch ist eine Widmung an ihre Familie und an alle Menschen, die mit einem Schicksalsschlag oder schwierigen Situationen konfrontiert sind. Es ist ein ehrlicher und authentischer Bericht über ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, der Mut machen und neue Perspektiven eröffnen soll.
Danksagung und Vorwort
Tanja Gutmann bedankt sich bei ihrer Familie, die ihr alles bedeutet, und widmet ihr Buch allen Menschen, die mit Schicksalsschlägen oder schwierigen Situationen konfrontiert sind. Sie hätte nie gedacht, dass sie einmal ein Buch schreiben würde, doch die Anfrage des Cameo Verlags hat sie sofort angesprochen. Das Schreiben des Buches war für sie eine zweite Verarbeitung und Vertiefung all ihrer Erlebnisse, Realisierungen und Erkenntnisse in dieser schwierigen Zeit.
Ein besonderer Dank gilt Dr. med. Anton Lukes, Facharzt für Neurochirurgie, Spezialarzt für Hirntumoren- und Wirbelsäulenleiden am Lindenhofspital Bern, der ihr ihr zweites Leben geschenkt und sie bei der Entstehung des Buches unterstützt hat. Auch Simon Raeber, Psychologe lic. phil., Systemischer Therapeut, Coach und Supervisor, Geschäftsführer und Partner Neomentum, sowie zahlreichen weiteren Spezialisten, die ihr tatkräftig unter die Arme gegriffen haben, gilt ihr Dank.
Dr. Lukes schildert im Vorwort seine Begegnung mit Tanja Gutmann an Weihnachten, als er als Hirntumorspezialist zu einer jungen Frau mit einem neu diagnostizierten Hirntumor gerufen wurde. Er betont, dass der Moment der Diagnoseeröffnung einzigartig, persönlich, unerwartet und ungewiss ist. Er lobt Tanja Gutmanns Gelassenheit und Zustimmung zur Operation und hebt hervor, dass der entfernte Tumor gutartig war und sie nach jahrelangen Kontrollen geheilt ist. Er empfiehlt das Buch als eine erfrischende und persönliche Sichtweise, die Hoffnung, Zuversicht und wichtige Anleitungen im Umgang mit einer unverhofften Diagnose vermittelt.
Inhalt des Buches
Das Buch gliedert sich in 31 Kapitel, die verschiedene Aspekte von Tanja Gutmanns Krankheitsverlauf und ihrer Bewältigungsstrategien beleuchten:
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- Schock-Diagnose: Die unerwartete Diagnose und die ersten Reaktionen.
- Mit der Diagnose in den Alltag: Wie man mit der Diagnose im Alltag umgeht.
- Weihnachten: Die Bedeutung von Weihnachten in dieser schwierigen Zeit.
- Spitaleintritt: Der Eintritt ins Spital und die Vorbereitung auf die Behandlung.
- Angiographie - Endlich geht etwas!: Die Angiographie als erster Schritt zur Behandlung.
- Es kommt alles gut!: Der Glaube an eine positive Zukunft.
- Der Abend vor der Operation: Die Gedanken und Gefühle vor der Operation.
- Jetzt wird’s ernst!: Der Tag der Operation.
- Intensivstation: Die Zeit auf der Intensivstation.
- Erholung und Schmerzen: Der Umgang mit Schmerzen und die Erholung nach der Operation.
- Gefühle und Gesten: Die Bedeutung von Gefühlen und Gesten in der Kommunikation.
- Visite: Die Visiten im Spital.
- Körper und Psyche: Die Verbindung von Körper und Psyche.
- Ein kleiner Ausflug zum Kiosk: Kleine Freuden im Spitalalltag.
- Egoismus: Die Auseinandersetzung mit Egoismus.
- Pathologiebericht: Der Bericht über die Art des Tumors.
- Eine kleine Neujahrsfeier: Der Jahreswechsel im Spital.
- Story im Spitalzimmer: Geschichten aus dem Spitalzimmer.
- Endlich ab nach Hause!: Die Entlassung aus dem Spital.
- Die ersten Tage zu Hause: Die Eingewöhnung zu Hause.
- Medienrummel: Der Umgang mit dem Medieninteresse.
- Reaktionen: Die Reaktionen der Menschen auf die Krankheit.
- Die Belastung der Angehörigen: Die Belastung der Angehörigen durch die Krankheit.
- Gesundheitssendung: Der Auftritt in einer Gesundheitssendung.
- Im Hoch: Positive Erfahrungen und Erfolge.
- Vom Fokus und dem fehlenden Vertrauen in den Körper: Die Bedeutung des Fokus und des Vertrauens in den eigenen Körper.
- Die 1. Nachkontrolle: Die erste Nachkontrolle nach der Behandlung.
- Zurück an die Arbeit: Die Rückkehr in den Arbeitsalltag.
- Depressionen: Der Umgang mit Depressionen.
- Wie hat sich der Tumor bemerkbar gemacht?: Die Symptome des Tumors.
- Und noch etwas zum Schluss …: Abschließende Gedanken und Erkenntnisse.
Die Schock-Diagnose
Tanja Gutmann beschreibt eindrücklich den Moment der Schock-Diagnose am 24. Dezember 2002. Sie saß im Auto und die Tränen liefen ihr in Strömen herunter. Sie stand unter Schock und fühlte eine unglaubliche Angst und Todesangst. In diesem Moment realisierte sie zum ersten Mal, dass der Tod plötzlich da sein könnte und das Leben unberechenbar ist. Gleichzeitig war sie dem Leben so nah wie nie zuvor. Sie fragte sich, ob ihr Leben mit 25 Jahren schon zu Ende sein sollte, da sie doch noch so viel vorhatte.
Vor etwas mehr als einem Jahr hatte sie die Schauspielschule abgeschlossen und war erst gerade nach München gezogen, um richtig loszulegen. Vor wenigen Tagen hatte ihr ein bekannter deutscher Regisseur eine Filmrolle angeboten. Ihre erste Rolle! Sie wollte immer Kinder haben, reisen, die Welt entdecken und überhaupt, wie sollte sie es ihren Eltern, ihrer Schwester, ihrem Freund sagen?! Es kam ihr vor, als ob ihr Leben aus normaler Geschwindigkeit auf Slow Motion heruntergebremst wird, bis es fast stillsteht. Sie sah sich, wie sie sich von ihrer Familie verabschieden musste, malte sich aus, was sie ihnen als Letztes sagen würde, bevor sie sterben würde und fühlte eine so unglaublich tiefe Trauer, dass sie ihre Angehörigen jetzt bald zurücklassen würde.
Hirnnerventests
Tanja Gutmann beschreibt die Hirnnerventests, die sie im Inselspital Bern durchführen musste. Sie musste die Augen schließen und erst mit dem rechten und dann mit dem linken Zeigefinger auf ihre Nase tippen oder auf einem Bein hüpfen. Der Arzt strich ihr mit einem spitzen Gegenstand über die Fußsohlen und die Arme, um ihr Gefühl zu testen. Sie musste auch eigenartige Fragen beantworten, zum Beispiel ob sie schon einmal Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen gehabt habe.
Hirnnerventests dienen dazu, den neurologischen Status der Hirnnerven und der Rückenmarksfunktion zu testen. Dabei werden alle 12 Hirnnerven und ihre vielen Verbindungen kontrolliert. So erhält der Neurologe wichtige Hinweise, welche Hirnareale zum Beispiel bei einem Schlaganfall betroffen sind oder ob ein Tumor mit bestimmten Hirnnerven verwachsen ist und eine Operation erschweren oder Risiken darstellen könnte und man nach der Operation mit körperlichen Einschränkungen rechnen muss. Bei den Tests können sich zum Beispiel Gleichgewichtsstörungen, Einschränkungen im Tasten oder Fühlen, beim Schlucken, Sehen usw. bemerkbar machen. Die Anamnese, also das Vorgespräch mit dem Chirurgen, Symptome, die der Patient schildert und die Hirnnerventests geben sehr wichtige Hinweise um Risiko und Nutzen des Eingriffs abschätzen zu können. Diese Erkenntnisse vergleicht der Neurologe dann mit dem MRI-Bild um sich so ein möglichst genaues Bild von der Tumorlage machen zu können. Es ist also wichtig und für den Neurologen sehr aufschlussreich, wenn der Patient alle Veränderungen, die er selber schon bemerkt hat, ganz genau schildert.
Die Reaktion auf die Diagnose
Nach den Tests musste Tanja Gutmann warten, bis die Neurologen alles mit ihren Kollegen besprochen hatten. Als die Tür aufging und drei Neurologen hereinkamen, wurde die Atmosphäre im Raum plötzlich angespannt. Sie fragten sie, ob sie alleine hier sei, was sie mit Ja beantwortete. Die Ärzte schauten sich kurz verdutzt an, so als ob sie jetzt gerade nicht wüssten, was zu tun sei und das mit kurzen Blicken abklären müssten. Tanja Gutmann spürte, dass etwas nicht stimmte und nahm alles, die Umgebung, den Raum, die Gegenüber, ganz intensiv wahr. Sie fasste die kleinsten Gesten, Blicke, Atemzüge oder ein winziges Zögern sofort auf. Sie schien wie in Alarmbereitschaft zu stehen und konnte alles in einer Millisekunde einordnen.
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Weitere Erkenntnisse und Bewältigungsstrategien
Tanja Gutmanns Buch ist nicht nur ein persönlicher Bericht, sondern auch eine Quelle wertvoller Informationen und Tipps für den Umgang mit einer Hirntumordiagnose. Sie beleuchtet die Bedeutung von:
- Positiven Botschaften: Auch in sehr belastenden Momenten können positive Botschaften gefunden werden.
- Lebensfreude: Das Leben in seiner Fülle genießen und sich nicht von der Krankheit einschränken lassen.
- Umgang mit schwierigen Momenten: Strategien zur Bewältigung von Angst, Unsicherheit und anderen negativen Gefühlen.
- Unterstützung durch Spezialisten: Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und anderen Experten.
- Familie und Freunde: Die unschätzbare Unterstützung durch Familie und Freunde.
- Vertrauen in den eigenen Körper: Die Bedeutung des Fokus und des Vertrauens in den eigenen Körper.
Esoterik und Wunderglaube
Tanja Gutmann geht auch auf das Thema Esoterik und Wunderglaube ein. Sie selbst arbeitet als Mentalcoach und Hypnosetherapeutin. Sie beschreibt, wie ein Hirntumor bei ihr Todesängste ausgelöst hat, die sie mit besonderen Anstrengungen und Kräften überwand. Sie erwähnt, dass das Manifestieren und Visualisieren eine Spielform des positiven Denkens ist.
Sie erwähnt auch andere prominente Frauen, die dem Wunderglauben verfallen sind, wie Melanie Winiger, Brigitte Voss, Bianca Sissing und Tamy Glauser. Sie stellt die Frage, was die Verfechter des Manifestierens von Wünschen unter dem Universum verstehen, wo es sich befindet und wer die Wünsche erfüllt.
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