Kalte Füße sind ein weit verbreitetes Phänomen, von dem besonders Frauen häufig betroffen sind. Während gelegentlich kalte Füße meist harmlos sind und durch äußere Faktoren wie niedrige Temperaturen oder unpassende Kleidung verursacht werden, können dauerhaft kalte Füße auch auf gesundheitliche Probleme hindeuten. In diesem Artikel werden die verschiedenen Ursachen kalter Füße beleuchtet, Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt und Tipps zur Vorbeugung gegeben.
Einführung
Viele Menschen kennen das Gefühl, kalte Füße zu haben, die sich einfach nicht aufwärmen wollen. Besonders abends im Bett können kalte Füße störend sein und den Schlaf beeinträchtigen. Oftmals sind es Frauen, die unter diesem Phänomen leiden, und das nicht nur im Winter. Die Ursachen dafür sind vielfältig, und es ist wichtig, die individuellen Auslöser zu kennen, um gezielt entgegenwirken zu können.
Ursachen für kalte Füße
Die Ursachen für kalte Füße können vielfältig sein und reichen von harmlosen Gewohnheiten bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen detailliert erläutert:
Äußere Faktoren
- Kälte und Nässe: Bei sinkenden Außentemperaturen versucht der Körper, die Körpermitte und die dort liegenden, lebenswichtigen Organe sowie das Gehirn vor der Kälte zu schützen. Um dies zu erreichen, wird die Durchblutung der äußeren Gliedmaßen, wie Hände und Füße, reduziert, was zu einem schnelleren Auskühlen führt. Nasse Füße verstärken diesen Effekt, da die Verdunstung von Feuchtigkeit auf der Haut Wärme entzieht.
- Enge Schuhe: Unpassendes Schuhwerk, insbesondere zu enge Schuhe, kann die Durchblutung der Füße beeinträchtigen. Enge Schuhe drücken auf die feinen Blutgefäße und Nerven im Fuß, wodurch die Wärmezufuhr behindert wird.
- Schweißfüße: Auch Schweißfüße können paradoxerweise zu kalten Füßen führen. Wenn Füße in nicht atmungsaktive Materialien eingepackt werden, kann dies zu Schwitzen führen. Die entstandene Feuchtigkeit kühlt die Füße dann rasch aus.
Gesundheitliche Ursachen
- Niedriger Blutdruck: Ein niedriger Blutdruck kann dazu führen, dass Hände und Füße nicht ausreichend mit Blut durchströmt werden, wodurch sie sich kalt anfühlen. Betroffene klagen oft zusätzlich über Müdigkeit.
- Gefäßerkrankungen: Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) können ebenfalls zu kalten Füßen führen. Dabei verengen sich die Arterien so stark, dass der Blutfluss vermindert wird. Etwa jeder zweite Deutsche ab 50 Jahren leidet darunter.
- Raynaud-Syndrom: Beim Raynaud-Syndrom handelt es sich um eine funktionelle Durchblutungsstörung, bei der sich die Gefäße in Händen und Füßen krampfartig zusammenziehen. Die betroffenen Bereiche werden durch den fehlenden Blutfluss weiß und frieren.
- Diabetische Nervenstörung: Diabetes mellitus kann Auslöser für dauerhaft kalte Füße sein und zudem ein kribbelndes Gefühl in der Fußsohle und ein Taubheitsgefühl in den Beinen hervorrufen. Etwa 30 Prozent der an Diabetes Erkrankten entwickeln diese sogenannte Neuropathie.
- Hormonelle Schwankungen: Die Durchblutung und das Wärme- beziehungsweise Kälteempfinden werden durch die Hormone im Körper beeinflusst. Eine Schilddrüsenunterfunktion verursacht eine verminderte Produktion von Hormonen und somit zu frierenden Füßen.
- Psychische Ursachen: Neben körperlichen Ursachen kann auch die Psyche für kalte Füße verantwortlich sein. Permanente Stresssituationen, Angststörungen oder Depressionen beeinflussen durch die damit verbundene Hormonausschüttung die Durchblutung und die Gefäßregulation.
- Polyneuropathie: Polyneuropathie ist eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven, die oft mit Kribbeln, Schmerzen, Taubheitsgefühlen und kalten Füßen einhergeht. Diabetes mellitus, Alkoholkonsum und Vitaminmangel können Ursachen sein.
Weitere mögliche Ursachen
- Blutarmut (Anämie): Ein Mangel an Eisen kann zu Blutarmut führen, was wiederum die Durchblutung beeinträchtigen und kalte Füße verursachen kann.
- Herzerkrankungen: Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kann ebenfalls zu einer verminderten Durchblutung der Füße führen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung kalte Füße verursachen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
In den meisten Fällen sind kalte Füße harmlos und kein Grund zur Sorge. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:
- Wenn die Füße selbst bei warmen Temperaturen oder in dicken Socken kalt bleiben.
- Wenn weitere Symptome wie Kribbeln, Schwindel, Schmerzen oder Fieber auftreten.
- Wenn ein Fuß warm und der andere kalt ist, da dies auf eine Gefäßerkrankung hindeuten kann.
- Wenn die kalten Füße plötzlich auftreten und von starken Schmerzen begleitet werden.
- Bei Wunden oder Schwarzverfärbungen an den Füßen.
Was können Sie gegen kalte Füße tun?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um kalte Füße zu vermeiden oder zu lindern:
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Allgemeine Tipps
- Warme Kleidung: Achten Sie besonders im Winter darauf, dass Sie warm genug angezogen sind. Tragen Sie dicke Socken, gefütterte Schuhe und gegebenenfalls Thermosohlen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und hilft, die Füße warm zu halten. Fuß- und Zehengymnastik können ebenfalls die Durchblutung anregen.
- Vermeiden Sie nasse Füße: Trocknen Sie nach dem Duschen oder Baden die Füße sorgfältig ab - auch die Zehenzwischenräume. Wechseln Sie feuchte Socken sofort aus.
- Genug trinken: Wer seinen Körper nicht mit genügend Flüssigkeit versorgt, hemmt die Blutzirkulation. Das Blut wird zu dick und kann nicht mehr richtig fließen.
- Stress reduzieren: Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für Entspannung. Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung oder Yoga können helfen, Stress abzubauen.
- Nicht rauchen: Nikotin schadet der Durchblutung der Gefäße.
Hausmittel
- Fußbäder: Ein warmes Fußbad sorgt für eine wohlige Wärme in den Füßen und entspannt den ganzen Körper. Zusätze wie Rosmarin oder Eukalyptus wirken durchblutungsfördernd. Ein ansteigendes Fußbad, bei dem die Wassertemperatur langsam erhöht wird, kann ebenfalls wohltuend sein.
- Massagen: Fußmassagen regen die Durchblutung an. Verwenden Sie dafür einen Massagehandschuh oder einen Igelball.
- Wärmflasche oder Kirschkernkissen: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen sind einfache und effiziente Möglichkeiten, um die Füße im Bett warmzuhalten.
- Scharfe Speisen: Scharfe Speisen wie Ingwer, Chili oder Pfeffer können die Durchblutung anregen und den Körper erwärmen.
Spezifische Maßnahmen bei Erkrankungen
Wenn die kalten Füße auf eine Grunderkrankung zurückzuführen sind, ist es wichtig, diese entsprechend zu behandeln.
- Bei niedrigem Blutdruck: Kreislaufanregende Maßnahmen wie Wechselduschen, Sport und ausreichend Flüssigkeitszufuhr können helfen. In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.
- Bei Gefäßerkrankungen: Die Behandlung von Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose umfasst in der Regel eine Umstellung des Lebensstils (gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Rauchstopp) sowie eine medikamentöse Therapie. In schweren Fällen kann auch eine Operation notwendig sein.
- Bei Raynaud-Syndrom: Beim Raynaud-Syndrom ist es wichtig, die Auslöser zu meiden (Kälte, Stress) und die Durchblutung der Hände und Füße zu fördern. In einigen Fällen können auch Medikamente eingesetzt werden.
- Bei diabetischer Neuropathie: Eine gute Blutzuckereinstellung ist entscheidend, um die Nervenschäden bei Diabetes zu minimieren. Zudem können schmerzlindernde Medikamente und eine spezielle Fußpflege helfen.
- Bei Schilddrüsenunterfunktion: Eine Schilddrüsenunterfunktion wird in der Regel mit Schilddrüsenhormonen behandelt.
Tipps zur Vorbeugung
Um kalten Füßen vorzubeugen, können Sie folgende Tipps beherzigen:
- Achten Sie auf warme und trockene Füße: Tragen Sie im Winter dicke Socken und gefütterte Schuhe. Wechseln Sie feuchte Socken sofort aus.
- Vermeiden Sie enge Schuhe: Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe nicht zu eng sind und die Durchblutung nicht behindern.
- Bewegen Sie sich regelmäßig: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und hilft, die Füße warm zu halten.
- Vermeiden Sie langes Sitzen: Stehen Sie regelmäßig auf und bewegen Sie sich, um die Durchblutung anzuregen. Vermeiden Sie es, die Beine übereinander zu schlagen.
- Sorgen Sie für Entspannung: Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung.
- Trinken Sie ausreichend: Trinken Sie täglich ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee.
- Ernähren Sie sich gesund: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Nehmen Sie genügend Eisen zu sich.
- Rauchen Sie nicht: Nikotin schadet der Durchblutung der Gefäße.
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