In Kanada, insbesondere in der Provinz New Brunswick, beobachten Fachleute und Betroffene mit Sorge das Auftreten mysteriöser neurologischer Erkrankungen. Die Symptome, die vor allem bei jungen Menschen auftreten, reichen von Halluzinationen und Schlaflosigkeit bis hin zu schnellem Gewichtsverlust und eingeschränkter Mobilität. Während die Ursachen noch unklar sind, werden verschiedene Faktoren diskutiert, darunter mögliche Verbindungen zu Impfungen, Umweltfaktoren und anderen Erkrankungen.
Der Fall New Brunswick: Eine rätselhafte Häufung neurologischer Symptome
Die ersten Fälle der mysteriösen Erkrankung in New Brunswick traten bereits 2013 auf, wobei die Betroffenen ähnliche Symptome wie bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zeigten. Weitere Fälle wurden 2018 und 2019 gemeldet, bevor die Gesundheitsbehörden 2021 über die auffällige Häufung informiert wurden. Offiziell wurden 48 Fälle gemeldet, aber inoffizielle Schätzungen sprechen von bis zu 150 Betroffenen. Besonders besorgniserregend ist das junge Alter vieler Patienten, die bis vor kurzem als vollkommen gesund galten.
Die Symptome sind vielfältig und umfassen:
- Halluzinationen
- Schneller Gewichtsverlust
- Schlaflosigkeit
- Vermindertes Denkvermögen
- Eingeschränkte Mobilität
- Gedächtnislücken und Demenzerscheinungen
- Muskelkrämpfe
- Gliederschmerzen
- Seh- und Schlafstörungen
- Auffällige Verhaltensänderungen
Einige Experten vermuten, dass Umweltfaktoren eine Rolle spielen könnten, und fordern Untersuchungen auf neurotoxische Substanzen. Die Regierung scheint jedoch zögerlich zu sein, diese Hypothese zu verfolgen, was zu Spekulationen und Misstrauen in der Bevölkerung führt.
Impfkomplikationen: Ein seltenes, aber relevantes Risiko
Nach Impfungen gegen das Coronavirus können in seltenen Fällen Impfkomplikationen auftreten. Eine britische Studie im Fachmagazin "Nature Medicine" untersuchte seltene neurologische Impfkomplikationen nach einer Impfung mit den Covid-19-Wirkstoffen von AstraZeneca und Biontech/Pfizer. Die Forscher fanden heraus, dass die Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca mit einem höheren Risiko für das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) verbunden sein könnte. Beim Impfstoff von Pfizer/Biontech wurde ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle durch Gehirnblutungen festgestellt.
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Das Guillain-Barré-Syndrom äußert sich durch Lähmungen, die meistens in den Beinen beginnen und sich dann auf die Arme und das Gesicht ausbreiten können. In seltenen Fällen kann auch die Atemmuskulatur betroffen sein. GBS tritt in drei von vier Fällen nach bestimmten Infektionen auf, wobei es zu einer überschießenden Immunantwort kommt. Es gab auch Berichte über GBS-Fälle in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen.
Eine groß angelegte Studie wertete elektronische Gesundheitsdaten aus zehn Standorten in acht verschiedenen Ländern aus und bestätigte einige bereits entdeckte Sicherheitssignale. Die Studie umfasste über 99 Millionen geimpfte Personen und fand ein starkes Sicherheitssignal für Myokarditis nach der Impfung mit BNT162b2 (Comirnaty) und mRNA-1273 (Spikevax). Die zerebrale Sinusvenenthrombose (CSVT) wurde als Sicherheitssignal nach der ersten Dosis von ChAdOx1 (Vaxzevria) identifiziert.
Es ist wichtig zu beachten, dass neurologische Komplikationen nach einer Covid-19-Impfung sehr selten sind. Das Risiko für neurologische Symptome ist nach einer SARS-CoV-2-Infektion deutlich höher als nach einer Impfung.
Weitere mögliche Ursachen und Zusammenhänge
Neben Impfungen und Umweltfaktoren werden auch andere mögliche Ursachen für die neurologischen Erkrankungen in Betracht gezogen. Einige Experten vermuten, dass es sich um eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit handeln könnte. Es gibt auch Spekulationen über den Einfluss von Ernährung und Verhalten.
Eine Studie aus Kanada ergab, dass nur 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die mit Covid-19 in Kliniken behandelt wurden, wegen der Infektion ins Krankenhaus gekommen waren. Nur bei der Hälfte dieser Kinder entwickelte sich ein schwerer Verlauf. Dies deutet darauf hin, dass Kinder und Jugendliche ein geringeres Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken.
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Die Rolle der Regierung und die Notwendigkeit weiterer Forschung
Die kanadische Regierung steht in der Kritik, die mysteriösen neurologischen Erkrankungen herunterzuspielen und nicht ausreichend zu untersuchen. Angehörige von Betroffenen fordern mehr Transparenz und eine umfassende Aufklärung der Ursachen. Es besteht der Verdacht, dass die Regierung mehr weiß, als sie öffentlich zugibt.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass weitere Forschung betrieben wird, um die Ursachen der neurologischen Erkrankungen zu identifizieren und wirksame Behandlungsmethoden zu entwickeln. Die Betroffenen und ihre Familien haben ein Recht auf Antworten und auf eine angemessene medizinische Versorgung.
Impfungen gegen Mpox
In der Europäischen Union (EU) ist der reguläre Pocken-Impfstoff Imvanex des dänisch-deutschen Impfstoffherstellers Bavarian Nordic seit 2013 für Menschen ab 18 Jahren zugelassen. Im Juli 2022 weitete die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung auf Mpox aus. Am 20. September 2024 folgte schließlich auch die Zulassung für Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) rät aktuell nur bestimmten Personengruppen zu einer Impfung gegen Mpox. Eine Impfung der gesamten Bevölkerung ist - basierend auf der aktuellen Risiko-Nutzen-Bewertung - nicht erforderlich.
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