Tovedeso bei Epilepsie: Ursachen, Behandlung und Management von Begleiterscheinungen

Viele Menschen, die an Epilepsie leiden, erleben neben den eigentlichen Anfällen auch Begleiterscheinungen und Komplikationen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Epilepsie und verschiedenen gesundheitlichen Problemen, insbesondere im Hinblick auf Medikamente, Begleiterscheinungen und mögliche Behandlungsansätze.

Gewichtszunahme durch Medikamente

Eine Gewichtszunahme kann eine unerwünschte Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein, sowohl verschreibungspflichtiger als auch frei verkäuflicher. Es ist wichtig, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn man ohne offensichtlichen Grund an Gewicht zunimmt.

Ursachen und Auswirkungen

Einige Präparate haben die unerwünschte Nebenwirkung Gewichtszunahme. Jeder Mensch reagiert ein wenig anders - was bei dem einen keine Auswirkungen zeigt, kann bei jemand anderem zur Gewichtsveränderung führen. Auch die Dosierung ist entscheidend.

Was tun?

  • Arzt oder Apotheker fragen: Bei Ihrem Apotheker nachfragen!
  • Alternativen prüfen: Greifen Sie zu einem anderen Wirkstoff. Oft gibt es Präparate mit einer ähnlichen Wirkung, die besser vertragen werden. Aber: Setzen Sie nicht selbständig Ihre Medikamente ab. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die ungewünschte Nebenwirkung und eine mögliche Alternative.
  • Wassereinlagerungen behandeln: Wenn Wassereinlagerungen das Problem sind (zum Beispiel bei Bluthochdruck-Mitteln), kann eine Kombination mit entwässernden Medikamenten dem entgegenwirken.
  • Ernährung anpassen: Wer bei Mundtrockenheit und erhöhtem Durstgefühl ständig zu Limonade oder anderen gezuckerten Getränken greift, kann davon zunehmen. Sie haben ständig Appetit? Greifen Sie zu Gemüse! Mit einer gesunden Ernährung kann man der Gewichtszunahme gegensteuern. Vollkornprodukte halten länger satt, die Einschränkung von Zucker vermindert Heißhunger.

Anticholinergika und Demenzrisiko

Die langfristige Einnahme sogenannter Anticholinergika fördert womöglich die Entstehung von Demenz. So zeigen Daten aus Großbritannien: Patienten, die diese Medikamente über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren täglich eingenommen hatten, hatten ein um fast 50 Prozent erhöhtes Demenzrisiko.

Was sind Anticholinergika?

Anticholinergika werden unter anderem gegen Parkinson, COPD und Depressionen eingesetzt. Diese Mittel wirken, indem sie den Neurotransmitter Acetylcholin hemmen, und können auf diese Weise unter anderem die Muskulatur entspannen.

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Die Studie

Forscher um Carol Coupland von der University of Nottingham haben sich Medikamenten aus der Gruppe der Anticholinergika gewidmet. Sie werteten medizinische Daten von Erwachsenen im Alter über 55 Jahren aus Großbritannien aus - darunter 58.769 Demenzpatienten und 225.574 Patienten ohne eine Demenzdiagnose.

Ergebnisse

Wer über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren täglich ein starkes Anticholinergikum eingenommen hatte, hatte ein um fast 50 Prozent erhöhtes Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Diese Korrelation galt für gegen Parkinson, Blasenprobleme und Epilepsie eingesetzte Mittel ebenso wie für Anticholinergika gegen Depressionen.

Wichtiger Hinweis

"Die Medikamenteneinnahme abrupt zu stoppen, könnte viel gefährlicher sein als das potenzielle Demenzrisiko", erklärt Couplands Kollege Tom Dening. Der Forscher rät besorgten Patienten dazu, erst einmal mit ihrem behandelnden Arzt zu sprechen und die Vor- und Nachteile ihres Medikaments in Ruhe abzuwägen.

Medikamente und Hitzebedingte Beschwerden

An heißen Tagen wird der menschliche Organismus besonders bean­sprucht. Manche Medikamente aber beein­trächtigen genau diese Fähig­keiten des Körpers zur Selbst­regulierung, darunter Mittel bei Harnin­kontinenz und bestimmte Antidepressiva.

Anticholinergika und Hitzschlag

Einige Mittel aus der Gruppe der Anticholinergika haben weitere Neben­wirkungen wie dass sie beispiels­weise den Blutdruck absenken. Wer dann zu schnell aufsteht, dem kann schwarz vor Augen werden. Opipramol bei Angst­störungen (etwa in Opipram, Opipramol AL). Die rezept­freien Schlaf­mittel Diphenhydramin (etwa in Betadorm B, Halb­mond) und Doxylamin (etwa in Hoggar Night, Sedaplus Saft) sowie Dimenhydrinat (etwa Reise­gold Tabs gegen Reisekrankheit, Vertigo vomex Retardkapseln bei Menière-Krankheit). Mittel bei Psycho­sen. Bei diesen kann es zu einem lebens­bedrohlichen malignen neuroleptischen Syndrom kommen. Das Bewusst­sein ist dann getrübt und die Körpertemperatur erhöht.

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Tipp: Wenn Sie ein Mittel mit anticholinergen Wirkungen dauer­haft einnehmen und unter den genannten Beschwerden leiden, sollten Sie während einer Hitzewelle mit Ihrem Arzt besprechen, ob die Therapie angepasst werden sollte.

Epilepsie-Medikamente und Schwitzen

Auch bestimmte Mittel bei Epilepsie schränken die Fähig­keit des Körpers ein, ausreichend zu schwitzen: Topiramat (auch zur Vorbeugung von Migräne einge­setzt, darunter Topiramat Glenmark, Topiramat Aurobindo) und Zonisamid (etwa in Zonegran, Zonisamid Glenmark).

Diuretika und Salzverlust

Sie werden in der Fach­sprache Diuretika genannt und kommen häufig bei hohem Blut­druck oder Herz­schwäche zum Einsatz. Oft sind sie auch Bestand­teil von Kombinations­mitteln bei Blut­hoch­druck. Nachteil: Sie bergen das Risiko für einen über­mäßigen Salz- und Wasser­verlust, insbesondere bei hoher Dosierung. Anzeichen dafür: Durst, Mund­trockenheit, Schwäche- und Schwindelgefühle, Muskel­schmerzen und -krämpfe sowie Kopf­schmerzen.

Tipp: Um Salz- und Wasser­verlusten vorzubeugen, ist es daher in Hitze­zeiten sinn­voll, regel­mäßig zu trinken. Wie viel getrunken werden soll, sollten Sie allerdings mit dem Arzt besprechen. Über­anstrengung meiden. Dosis eventuell verringern. Bei einer Hitzewelle sollten Sie auf die beschriebenen Beschwerden achten. Vorsicht bei Neueinstel­lungen. Auf Mahl­zeiten achten. Aktiv kühlen.

Das Ausschleichen und Einschleichen von Medikamenten

Manche Behandlungen, die über Wochen, Monate oder Jahre gingen, sollten nicht abrupt abgebrochen werden. Warum das Absetzen nicht einfach möglich ist, erklärt Prof. Dr. Julia Stingl, die das Institut für Klinische Pharmakologie an der Uniklinik Aachen leitet: „Der Körper hat sich daran gewöhnt, dass ein bestimmter Wirkstoff immer da ist, und hat bestimmte Abläufe angepasst. So hat er etwa den Prozess, wie er die Arznei verarbeitet und ausscheidet, beschleunigt.“ Fehlt die Substanz plötzlich durch schnelles Absetzen, kann er zum Beispiel mit unangenehmen Nebenwirkungen reagieren. Indem die Dosis stufenweise reduziert wird, bekommt der Organismus Zeit, sich umzustellen.

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Auch beim Therapiestart kann zuviel Tempo schaden. Manche Arzneien, die langfristig eingenommen werden sollen, schluckt man nicht sofort in voller Wirkstärke, sondern schleicht sie ein.

Beispiele für Medikamente, die man ausschleichen oder einschleichen muss

  • Betablocker: Sie schirmen das Herz vor Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin ab. Setzt man sie abrupt ab, ist das Herz plötzlich nicht mehr abgeschirmt. Es droht eine überschießende Gegenreaktion mit starkem Anstieg von Puls und Blutdruck. Die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls erhöht sich.
  • Säureblocker (Protonenpumpenhemmer): Sollten Sie einen Protonenpumpenhemmer über Monate oder Jahre in hohen Dosen und/oder mehrmals täglich eingenommen haben, ist es sinnvoll, die Dosis schrittweise zu reduzieren. Beim abrupten Absetzen würde zu viel Magensäure produziert.
  • Abführmittel: In dem Fall sollten Sie nach ärztlicher Rücksprache die Dosis schrittweise verringern, nicht abrupt absetzen. Das würde sofort wieder zu Verstopfung führen.
  • Schlafmittel: Medikamente gegen Schlafstörungen wie Zopiclon oder Zolpidem können - wenn durchgehend eingenommen - nach wenigen Wochen abhängig machen. Bricht man die Behandlung dann abrupt ab, kann es zu Entzugssymptomen wie Angst, Schlaflosigkeit und Kreislaufstörungen kommen.
  • Antidepressiva und Antiepileptika: Sowohl Medikamente gegen Depressionen als auch gegen Epilepsie nehmen Betroffene meist jahrelang ein. Zu Therapiebeginn werden sie eingeschlichen, um den Körper langsam an Wirkstoff und Nebenwirkungen zu gewöhnen.
  • Kortisonpräparate: Beendet man dann die Therapie schlagartig, kann ein lebensbedrohlicher Cortisolmangel entstehen.

Tovedeso (Desfesoterodin)

Desfesoterodin ist ein so genannter Muskarinrezeptor-Antagonist, der die Aktivität einer überaktiven Blase vermindert und zur Behandlung der damit verbundenen Symptome bei Erwachsenen eingesetzt wird.

Anwendungsgebiete

Mit diesem Präparat werden die Symptome einer überaktiven Blase behandelt, wie etwa:

  • fehlende Kontrolle über die Blasenentleerung (Dranginkontinenz)
  • plötzlicher Drang, Wasser lassen zu müssen (Harndrang)
  • häufigere Blasenentleerung als üblich (erhöhte Harnfrequenz)

Gegenanzeigen

Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,wenn Sie allergisch gegen Desfesoterodin, Fesoterodin oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,wenn Sie Ihre Blase nicht vollständig entleeren können (Harnverhalt),wenn sich Ihr Magen nur langsam entleert (Magenretention),wenn Sie trotz Behandlung an erhöhtem Augeninnendruck leiden (nicht behandeltes oder nicht ausreichend behandeltes Engwinkelglaukom),wenn bei Ihnen eine extreme Muskelschwäche vorliegt (Myasthenia gravis),wenn Sie Geschwüre und Entzündungen im Dickdarm haben (schwere Colitis ulcerosa),wenn bei Ihnen eine akute Dickdarmerweiterung besteht (toxisches Megakolon),wenn Sie an schweren Leberproblemen leiden,wenn Sie an Nierenerkrankungen oder mäßigen bis schweren Lebererkrankungen leiden und Arzneimittel einnehmen, die einen der folgenden Wirkstoffe enthalten: Itraconazol oder Ketoconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen), Ritonavir, Atazanavir, Indinavir, Saquinavir oder Nelfinavir (antivirale Arzneimittel zur Behandlung von HIV), Clarithromycin oder Telithromycin (zur Behandlung von bakteriellen Infektionen) und Nefazodon (zur Behandlung von Depressionen).

Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis ist eine 3,5-mg-Tablette täglich. Je nachdem, wie Sie auf das Arzneimittel ansprechen, kann Ihr Arzt Ihre Dosis auf eine 7-mg-Tablette täglich erhöhen.

Nebenwirkungen

Einige Nebenwirkungen könnten schwerwiegend sein: Schwere allergische Reaktionen, einschließlich Angioödem, traten selten auf. Beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels und kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn sich bei Ihnen Schwellungen im Gesicht, Mund oder Hals bilden.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen): Es kann zu Mundtrockenheit kommen.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen): Trockene Augen, Verstopfung, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Anstrengung oder Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), Schwindel, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Schlaflosigkeit (Insomnie), Trockene Kehle.

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen): Harnwegsinfektion, Schläfrigkeit (Somnolenz), Geschmacksstörung (Dysgeusie), Drehschwindel (Vertigo), Ausschlag, Trockene Haut, Juckreiz, Magenbeschwerden, Blähungen (Flatulenz), Schwierigkeiten mit der vollständigen Blasenentleerung (Harnverhalt), Verzögertes Wasserlassen, Sehr starke Müdigkeit (Erschöpfung), Beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen), Leberprobleme, Husten, Trockene Nase, Halsschmerzen, Saures Aufstoßen, Sehstörungen.

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen): Nesselsucht (Urtikaria), Verwirrtheit

Wichtige Hinweise

  • Das Arzneimittel kann verschwommenes Sehen, Schwindel und Schläfrigkeit verursachen. Wenn solche Wirkungen bei Ihnen auftreten, dürfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.
  • Sie sollten das Präparat nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, da die Wirkungen von Desfesoterodin auf die Schwangerschaft und das Ungeborene nicht bekannt sind. Stillen Sie daher während der Behandlung mit diesem Präparat nicht.

Multiple Sklerose und Blasen- und Darmstörungen

Der bereitgestellte Chat-Protokollausschnitt behandelt das Thema Blasen- und Darmstörungen bei Multipler Sklerose (MS). Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und Erkenntnisse aus dem Chat:

Häufige Probleme

  • Überaktive Blase: Häufiger Harndrang, auch nachts, und Inkontinenz.
  • Restharnbildung: Unvollständige Entleerung der Blase.
  • Verstopfung: Unregelmäßiger und harter Stuhlgang.
  • Imperativer Stuhldrang: Plötzlicher und unkontrollierbarer Stuhldrang.

Mögliche Ursachen

  • MS-bedingte Schädigung des Nervensystems: Beeinträchtigung der Steuerung von Blase und Darm.
  • Schubförmige Verschlechterung: Kann Blasenfunktion beeinträchtigen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können Verstopfung verursachen (z. B. Baclofen).
  • Bewegungsmangel: Besonders problematisch für Rollstuhlfahrer.
  • Verspannungen der Beckenmuskulatur: Können Schmerzen nach dem Wasserlassen verursachen.

Behandlungsansätze

  • Urologische Untersuchung: Restharnbestimmung und Ausschluss von Harnwegsinfekten.
  • Medikamentöse Behandlung:
    • Anticholinergika (z. B. Toviaz, Tovedeso, Spasmex): Reduzieren Harndrang und Blasenspasmen.
    • Myocholine und Tamsulosin: Können Restharnbildung reduzieren.
    • Botulinumtoxin (Botox): Lähmt den Blasenhohlmuskel, um Harndrang zu reduzieren.
  • Stuhlregulierung:
    • Ballaststoffreiche Ernährung (Weizenkleie, Leinsamen, Haferflocken, Äpfel).
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
    • Nahrungsergänzung mit Macrogol.
    • Transanale Irrigation (bei schwerer Verstopfung).
  • Ernährungsberatung: Kann bei Darmproblemen sinnvoll sein.
  • Beckenbodentraining: Bei Verspannungen der Beckenmuskulatur.

Wichtige Hinweise

  • Individuelle Anpassung der Behandlung: Die Behandlung muss an die spezifischen Symptome und Bedürfnisse des Patienten angepasst werden.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle: Überwachung des Restharns und Anpassung der Medikation bei Bedarf.
  • Ausschluss anderer Ursachen: Urologe sollte Harnwegsinfekte und Prostataentzündungen ausschließen.
  • Berücksichtigung von Nebenwirkungen: Anticholinergika können kognitive Beeinträchtigungen verursachen. Es gibt selektivere Anticholinergika mit weniger Nebenwirkungen (z. B. Darifenazin, Solifenacin, Fesoterodin).
  • Zusammenhang zwischen Harn- und Stuhldrang: Blase und Enddarm werden ähnlich gesteuert, daher können Harn- und Stuhldrang gleichzeitig auftreten.

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