Massage und Schlaganfallrisiko: Was Sie wissen sollten

Die Frage, ob Massagen das Schlaganfallrisiko beeinflussen, ist komplex und erfordert eine differenzierte Betrachtung. Einerseits können Massagen positive Effekte auf den Körper haben, andererseits gibt es Situationen, in denen sie schädlich sein können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte und gibt Hinweise, wann Vorsicht geboten ist.

Ursprünge und Anwendung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat eine über 2.000 Jahre alte Geschichte. Sie geht davon aus, dass Krankheiten durch Störungen des Qi entstehen, der Lebensenergie, die in Meridianen durch den Körper fließt. Die TCM nutzt verschiedene Behandlungsmethoden, die als "fünf therapeutische Säulen" bekannt sind, darunter Akupunktur, Qigong und Tai-Chi. Diese können als Ergänzung zur Schulmedizin eingesetzt werden, beispielsweise bei Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen nach einem Schlaganfall.

Schlaganfall: Ursachen, Risikofaktoren und Prävention

Ein Schlaganfall kann durch einen Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall) oder eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. Beim ischämischen Schlaganfall kommt es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns, meist durch einen Thrombus oder eine Arteriosklerose. Bei der Hirnblutung platzt ein Gefäß im Gehirn, was zu einer Mangelversorgung von Hirnarealen führt.

Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit dem Alter, aber auch jüngere Menschen können betroffen sein. Es gibt beeinflussbare Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, falsche Ernährung und Stress. Eine gesunde Lebensweise kann das Schlaganfallrisiko erheblich senken.

Der FAST-Test: Schnelles Handeln bei Verdacht auf Schlaganfall

Der FAST-Test ist ein einfacher Test, um einen Schlaganfall zu erkennen:

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  • F (Face): Hängt ein Mundwinkel herab?
  • A (Arms): Kann die Person beide Arme heben und die Handflächen nach oben drehen?
  • S (Speech): Kann die Person einen einfachen Satz nachsprechen?
  • T (Time): Sofort den Notarzt rufen (112)!

Thai-Massage als Therapieoption nach Schlaganfall

Die traditionelle Thai-Massage, die auf den Energielinien des Körpers basiert, kann als ergänzende Therapieoption nach einem Schlaganfall genutzt werden. Sie kann helfen, Symptome wie Lähmungen, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsstörungen zu lindern. Die Thai-Massage fördert die Durchblutung, senkt den Blutdruck, löst Muskelverspannungen und steigert das Wohlbefinden. Sie sollte jedoch nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung angesehen werden.

Spastik nach Schlaganfall: Behandlung und Übungen

Nach einem Schlaganfall kann es zu einer Spastik kommen, einer erhöhten Muskelspannung, die zu eingeschränkter Beweglichkeit, Verwachsungen, Hautschäden und Schmerzen führen kann. Eine frühzeitige ärztliche Begleitung und Behandlung ist wichtig, um die Bewegungsfreiheit und Lebensqualität zu erhalten. Es gibt verschiedene Übungen, die zu Hause durchgeführt werden können, um die Beweglichkeit zu verbessern und akute Spastiken zu lösen.

  • Schulter- und Armmuskulatur: Arme seitlich an den Körper legen und bewegen.
  • Spastik in der Hand lösen: Die verkrampfte Hand mit der gesunden Hand massieren.
  • Rücken und Beine: Beine abwechselnd nach links und rechts fallen lassen.

Wann Massagen schaden können: Kontraindikationen und Risiken

Massagen sind nicht immer unbedenklich. Es gibt bestimmte Umstände, unter denen sie mehr Schaden als Nutzen anrichten können.

  • Chronische entzündliche Beschwerden: Bei Rheuma und Arthritis dürfen Massagen nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes durchgeführt werden.
  • Schwangerschaft: Schwangere haben ein erhöhtes Thromboserisiko. Auf die Massage der tiefliegenden Bein- und Armmuskulatur sollte verzichtet und bestimmte Druckpunkte vermieden werden.
  • Unklare Beschwerden: Bei unklaren Beschwerden sollte vor einer Massage der Hausarzt oder behandelnde Arzt befragt werden.

Es ist wichtig, sich nur von einem fähigen und vertrauenswürdigen Arzt oder Therapeuten massieren zu lassen und sich vor der ersten Massage über mögliche Risiken und Kontraindikationen zu informieren. Bei bestimmten Vorerkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten sollte vorab ärztlicher Rat eingeholt werden.

Das Risiko der Chirotherapie: Schlaganfall durch "Hals einrenken"

Das sogenannte "Hals einrenken" in der Chirotherapie kann in seltenen Fällen zu einem Schlaganfall führen. Durch die Manipulation an der Halswirbelsäule können die Halsschlagadern verletzt werden, was zu einem Riss in der Arterie und der Bildung eines Blutgerinnsels führen kann. Dieses Gerinnsel kann ins Gehirn wandern und eine Ader verstopfen, was einen Schlaganfall auslöst.

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Studien haben gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen chirotherapeutischen Eingriffen und nachfolgenden Schlaganfällen besteht. Trotzdem klären viele Chirotherapeuten ihre Patienten nicht ausreichend über dieses Risiko auf. Patienten sollten sich daher vor einer solchen Behandlung umfassend informieren und das Risiko abwägen.

Checkliste vor der Massage: Was Sie beachten sollten

Um das Risiko von Komplikationen zu minimieren, sollten Sie vor einer Massage folgende Punkte beachten:

  • Ärztliche Abklärung: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bestätigen, ob Sie für Massagen geeignet sind.
  • Vorerkrankungen: Informieren Sie den Masseur über bestehende Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen oder chronische Entzündungen.
  • Medikamente: Informieren Sie den Masseur über die Einnahme von Medikamenten, insbesondere blutverdünnende Mittel.
  • Schwangerschaft: Schwangere sollten nur von speziell ausgebildeten Masseuren behandelt werden.
  • Aufklärung: Fragen Sie den Masseur nach möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Massage.
  • Vertrauen: Wählen Sie einen qualifizierten und erfahrenen Masseur, dem Sie vertrauen.

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