Migräne in der Nacht: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Kopfschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Ein dumpfer Druck oder ein schmerzhaftes Stechen können jede noch so gute Laune in Sekunden zunichte machen. Besonders belastend sind Kopfschmerzen, die nachts oder gleich nach dem Aufwachen auftreten. Es gibt viele verschiedene Ursachen für Kopfschmerzen am Morgen. Wichtig ist, die Ursache zu erkennen, damit man sie richtig behandeln und in Zukunft verhindern kann.

Häufige Ursachen für nächtliche Migräne

Es gibt zahlreiche Ursachen für Kopfschmerzen, die nachts oder morgens auftreten. Hier sind einige der häufigsten:

  1. Migräne: Migräne ist eine der häufigsten Arten von Kopfschmerzen, die besonders oft am Morgen auftritt. Zwischen 4 und 9 Uhr morgens produziert der Körper weniger Endorphine und Enkephaline, die als natürliche Schmerzmittel wirken. Zusätzlich wird in den frühen Morgenstunden eine erhöhte Menge an Adrenalin freigesetzt, was den Blutdruck erhöht und Migräne auslösen kann. Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel bietet spezielle Therapien für Migräne mit und ohne Aura sowie Migräne-Komplikationen an.
  2. Schlafapnoe-Syndrom (SAS): SAS führt dazu, dass Betroffene im Schlaf wiederholt die Atmung unterbrechen. Der Sauerstoffmangel und erhöhte Druck über Nacht können Kopfschmerzen auslösen. Betroffene fühlen sich trotz ausreichend Schlaf oft nicht erholt und leiden an Kopfschmerzen in der Früh.
  3. Zähneknirschen (Bruxismus): Zähneknirschen kann zu Verspannungen in den Kiefergelenken führen, die den Unterkiefer mit dem Schädel verbinden. Diese unbemerkte Angewohnheit kann negative gesundheitliche Auswirkungen haben und Spannungen verursachen, die Kopfschmerzen auslösen können. Ein Bissschutz oder eine Schiene können hier Abhilfe schaffen.
  4. Alkoholkonsum: Alkoholische Getränke können Kopfschmerzen am Morgen auslösen. Verbindungen im Alkohol interagieren negativ mit Neurotransmittern im Gehirn und können Kopfschmerzen oder Migräne bei gefährdeten Personen auslösen. Alkohol wirkt zudem diuretisch, was zu Dehydration führt und Katerkopfschmerzen verschlimmern kann.
  5. Ernsthafte Erkrankungen: In seltenen Fällen können Kopfschmerzen auf eine ernstere Erkrankung hinweisen. Ein erhöhter Druck im Gehirn könnte auf einen Gehirntumor hindeuten. Menschen mit Hirntumoren wachen oft früh mit Kopfschmerzen auf, da der zerebrospinale Flüssigkeitsdruck am frühen Morgen am höchsten ist.

Warnzeichen und Symptome, die eine ärztliche Abklärung erfordern

Kopfschmerzen, die mit der Zeit an Intensität zunehmen, nicht auf herkömmliche Schmerzmittel ansprechen und vor allem im Liegen auftreten, sollten unbedingt von einem Neurologen abgeklärt werden. Plötzliche Kopfschmerzen, die insbesondere nachts und in den frühen Morgenstunden auftreten, im Liegen zunehmen, sich am Tage spontan bessern, mit der Zeit heftiger werden und sich durch herkömmliche Schmerzmittel kaum unterdrücken lassen, sind häufig das erste Symptom einer Geschwulst des Gehirns.

Weitere mögliche Symptome eines Gehirntumors sind:

  • Schlechtere Auffassungsgabe
  • Sprach- und Geruchsstörungen
  • Verschwommenes Sehen
  • Ausfälle im Sichtfeld
  • Epileptische Anfälle
  • Lähmungserscheinungen
  • Taubheitsgefühle
  • Koordinationsstörungen
  • Plötzliche Ungeschicklichkeit

Weitere Ursachen und Triggerfaktoren für nächtliche Kopfschmerzen

Neben den bereits genannten Ursachen gibt es weitere Faktoren, die nächtliche Kopfschmerzen auslösen können:

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  • Stress: Stress ist ein häufiger Auslöser für Kopfschmerzen.
  • Erkältungen: Infektionen können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.
  • Halswirbelsäulenprobleme: Störungen der Halswirbelsäule können zu Verspannungen und Kopfschmerzen führen.
  • Störungen der Entgiftungsorgane: Probleme mit den Entgiftungsorganen des Körpers können ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Schlafstörungen: Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus kann Migräne triggern.
  • Schlafapnoe: Schnarcher, die an unbehandelter Schlafapnoe leiden, klagen häufig über Kopfschmerzen. Der erhöhte CO2-Spiegel im Blut kann hier ein Mitverursacher sein.
  • CO2-Konzentration: Ein Aufenthalt in stickigen Räumen kann Kopfschmerzen verursachen. Die CO2-Konzentration ist in Schlafräumen oft unerfreulich hoch.
  • Blutzuckerspiegel: Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels können Kopfschmerzen in der Nacht triggern.
  • Allergien: Allergien können die Nasenschleimhaut nachts anschwellen lassen, was zu einer verengten Nase und weniger Sauerstoffaufnahme führt.
  • Wetterumschwünge: Wetterumschwünge können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
  • Nahrungsmittel: Bestimmte Nahrungsmittel können ebenfalls Migräne triggern.

Was passiert in der Nacht, wenn man mit Kopfschmerzen aufwacht?

Untersuchungen haben gezeigt, dass bei der Anbahnung einer Migräne-Attacke das autonome Nervensystem eine entscheidende Rolle spielt. Es wird als „autonom“ bezeichnet, weil es sich der willkürlichen Kontrolle weitgehend entzieht. Dieser Teil des Nervensystems reagiert auf innere Uhren, die zyklische biochemische Prozesse steuern. Innere Uhren regeln Schlaf-Wach-Rhythmus, Körpertemperatur, Blutdruck, den Rhythmus des Herzschlags und vieles weitere mehr.

Eine Studie hat die Variabilität des Herzschlages bei Migräne-Betroffenen analysiert. Es kam heraus, dass bei Betroffenen in der Nacht die energieerhaltende parasympathische Aktivität reduziert ist und es zu einem überwiegendem Sympathikotonus kommt. Energiereserven werden stärker als nötig abgebaut. Am stärksten betroffen waren Migräne-Betroffene mit Aura.

Was tun gegen nächtliche Migräne?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um nächtliche Migräne zu lindern oder zu verhindern:

  • Regelmäßiger Schlafrhythmus: Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist wichtig, um Migräne vorzubeugen. Auch am Wochenende sollte man versuchen, den gleichen Schlafrhythmus beizubehalten wie an den Wochentagen.
  • Schlafumgebung optimieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Schlafumgebung dunkel, ruhig und kühl ist. Eine Schlafmaske und Ohrenstöpsel können helfen, Licht und Lärm zu vermeiden.
  • Ausreichend trinken: Binden Sie sich tagsüber ein blaues Wollbändchen ans Handgelenk, um sich daran zu erinnern, genug Wasser zu trinken.
  • Sauerstoffversorgung verbessern: Schlafen Sie bei offenem Fenster oder verwenden Sie einen Luftreiniger, um die Sauerstoffversorgung im Schlafzimmer zu verbessern.
  • Allergien behandeln: Verwenden Sie Pollenfilter an den Fenstern und Nasenpolster mit Pollenfiltern, um Allergien zu reduzieren.
  • Entspannungstechniken: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie tiefes Atmen, Yoga oder Meditation, um Stress abzubauen und den Körper zu entspannen.
  • Kopfteil hochstellen: Das Kopfteil des Bettes um ca. 20-30 Grad hochstellen kann bei vielen Betroffenen für eine Linderung der Migräne-Attacken sorgen.
  • Migräne-Tagebuch führen: Ein Migräne-Tagebuch kann helfen, Triggerfaktoren zu identifizieren und die Wirksamkeit von Behandlungen zu überwachen.
  • Medikamentöse Behandlung: Bei Bedarf können Schmerzmittel oder spezielle Migränemedikamente eingenommen werden. Bei häufigen oder schweren Migräneattacken kann eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten sinnvoll sein.

Selbsthilfemaßnahmen bei Migräne

Migräneanfälle können auch bei ein und demselben Menschen in unterschiedlicher Stärke auftreten. Mal ist es eine leichte Attacke, mal eine sehr schwere. Ratsam ist es, bei aufkommender Migräne sofort Maßnahmen zu ergreifen und nicht erst abzuwarten. Mögliche Selbsthilfemaßnahmen bei Migräne:

  • Massieren Sie mit zwei Fingern entlang des Schmerzpunktes.
  • Tragen Sie wenige Tropfen Pfefferminzöl auf Ihre Schläfen auf und kreisen Sie dort langsam in eine Richtung.
  • Verdunkeln Sie Ihr Schlafzimmer und sorgen Sie für ausreichend Ruhe.
  • Lagern Sie Ihren Kopf etwas höher im Bett und legen Sie ein Kühlakku (nur mäßige Kälte) auf Ihre Stirn.
  • Versuchen Sie ruhig zu atmen.
  • Ein frischer Ingwertee kann auch Abhilfe schaffen.

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