Migräne mit Aura mitten in der Nacht: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen betrifft. Sie können in verschiedenen Formen auftreten, von leichten Spannungskopfschmerzen bis hin zu unerträglichen Schmerzen, die den Alltag erheblich einschränken. Aktuellen Studien zufolge gibt es über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen, wobei Spannungskopfschmerzen und Migräne am häufigsten vorkommen. Migräne betrifft rund eine Milliarde Menschen weltweit. Wenn Sie Kopfschmerzen im Liegen verspüren, sollten Sie achtsam sein. Kopfschmerzen aus dem Schlaf heraus oder im Liegen können auf ernstzunehmende Krankheiten hinweisen. In den meisten Fällen sind sie aber eine schmerzhafte, doch harmlose Begleiterscheinung, zum Beispiel bei Verspannungen.

Eine besondere Form der Migräne ist die Migräne mit Aura, die bei etwa 15 bis 25 Prozent der Migränepatienten auftritt. Diese Form der Migräne ist durch neurologische Störungen gekennzeichnet, die vor den Kopfschmerzen auftreten. Die Aura kann sich in verschiedenen Symptomen äußern, wie z.B. Sehstörungen, Empfindungsstörungen oder Sprachstörungen. Migräne-Attacken beginnen oft aus dem Schlaf heraus und lösen häufig Kopfschmerzen im Liegen aus, die so stark sind, dass Betroffene davon wach werden. Nicht selten werden die Kopfschmerzen im Liegen nachts schlimmer. Die Attacken können auch am frühen Morgen auftreten. Nach vorübergehender Besserung nehmen die Schmerzen ab Nachmittag wieder zu. Warum das so ist, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Was sind Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen, denn sie können sich vielfältig zeigen: vom leichten Spannungsschmerz in der Stirn bis hin zu unerträglichen Schmerzen, die den Alltag erheblich einschränken. Aktuellen Studien zufolge gibt es über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Am verbreitetsten sind die Spannungskopfschmerzen, danach folgt die Migräne. Mit ihr haben rund eine Milliarde Menschen zu kämpfen.

Ursachen für Kopfschmerzen können ganz unterschiedlicher Natur sein. Stress, Erkältungen, Haltungsprobleme und Schlafstörungen sind nur einige Beispiele und können Beschwerden sogar verschlimmern. Auch Einflüsse wie Lichtverhältnisse und das Wetter sowie bestimmte Düfte lösen Migräne und Kopfschmerzen aus. Was viele Menschen unterschätzen: Kopfschmerzen können ein Symptom von Flüssigkeitsmangel sein. Sie sollten über den Tag verteilt daher immer ausreichend und viel trinken wie Wasser oder ungesüßte Tees.

Ursachen von Migräne mit Aura in der Nacht

Die genauen Ursachen für Migräne mit Aura sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Faktoren eine Rolle spielt.

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Genetische Veranlagung

Migräne, insbesondere die Migräne mit Aura, hat eine erbliche Komponente. Menschen, deren Familienmitglieder an Migräne leiden, haben ein höheres Risiko, selbst daran zu erkranken. Grundlage dieser Störung ist vermutlich ein genetischer Defekt.

Auslösende Faktoren (Trigger)

Bestimmte innere und äußere Faktoren, so genannte Trigger, können bei entsprechender Veranlagung eine Migräne begünstigen. Jeder Migräne-Patient kann durch Selbstbeobachtung und konsequente Führung eines Kopfschmerz-Tagebuchs/Kalenders seine verschiedenen, persönlichen Auslöser ermitteln:

  • Wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus: Zu viel oder zu wenig Schlaf kann eine Migräneattacke auslösen.
  • Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf: Unterzuckerung oder Hungerzustände, z.B. aufgrund des Auslassens von Mahlzeiten, können Migräneattacken begünstigen.
  • Hormonveränderungen: Während des Zyklus (Eisprung oder Menstruation) bzw. aufgrund der Einnahme von Hormonpräparaten (z.B. Anti-Baby-Pille, bei Beschwerden der Wechseljahre oder zur Osteoporose-Vorsorge) kann es zu Migräneattacken kommen. Richtig ist, dass mehr Frauen von Migräne betroffen sind als Männer, da die hormonellen Trigger hinzukommen.
  • Stress: Körperliche oder seelische Belastungen können Migräne auslösen, die meist in der Entspannungsphase danach auftritt.
  • Umweltfaktoren: Verqualmte Räume, bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol, insbesondere Rotwein), äußere Reize wie (Flacker)Licht, Lärm oder Gerüche, Wetter- und Höhenveränderungen (Föhn, Kälte etc.) können Migräneattacken begünstigen.
  • Starke Emotionen: Ausgeprägte Freude, tiefe Trauer, heftige Schreckreaktion oder Angst können Migräne auslösen.
  • Medikamente: Evtl. Medikamente können Migräne auslösen.

Migräne und Schlaf

Migräne-Attacken beginnen oft aus dem Schlaf heraus und lösen häufig Kopfschmerzen im Liegen aus, die so stark sind, dass Betroffene davon wach werden. Nicht selten werden die Kopfschmerzen im Liegen nachts schlimmer. Die Attacken können auch am frühen Morgen auftreten. Nach vorübergehender Besserung nehmen die Schmerzen ab Nachmittag wieder zu. Warum das so ist, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Symptome der Migräne mit Aura

Die Migräne mit Aura ist durch neurologische Störungen gekennzeichnet, die vor den Kopfschmerzen auftreten. Diese Störungen werden als Aura bezeichnet und können sich in verschiedenen Symptomen äußern:

Sehstörungen

Bei fast allen Migränepatienten (99 Prozent) mit Aura kommt es zu Sehstörungen. Die Migräne kann beispielsweise folgende Bildstörungen auslösen:

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  • Skotom (Sehkraft lässt innerhalb eines Gesichtsfeldes nach oder fällt komplett aus)
  • Blendende Kreise oder Vierecke (die sich immer weiter ausbreiten)
  • Zickzacklinien
  • Blitzlichter
  • Sternschnuppen

Die Sehstörungen treten unabhängig davon auf, ob die Augen offen oder geschlossen sind. In der Regel bilden sie sich innerhalb von einer Stunde wieder zurück.

Sensibilitätsstörungen

Bei 30 bis 54 Prozent der Betroffenen treten außerdem Gefühlsstörungen auf. Migränepatienten mit Aura berichten beispielsweise von einem Kribbel- oder Taubheitsgefühl in Händen, Armen oder Wangen.

Sprachstörungen

Seltener (in 9 bis 31 Prozent der Fälle) sind auch Sprachstörungen möglich. Diese äußern sich zum Beispiel dadurch, dass die Aussprache und/oder die richtige Verwendung von Worten beeinträchtigt ist.

Atypische Auren

Von der typischen Migräne-Aura werden atypische Auren unterschieden. Darunter fällt die Migräne mit Hirnstammaura. Betroffene leiden an Hirnstammsymptomen wie Drehschwindel, Tinnitus, Doppelbildern oder Bewusstseinsstörungen.

Eine hemiplegische Migräne diagnostizieren Ärzte, wenn die Aura mit motorischen Störungen wie einer halbseitigen Lähmung einhergeht. Die motorischen Symptome können länger andauern als andere Aura-Symptome, sie bilden sich aber innerhalb von 72 Stunden ebenfalls wieder vollständig zurück. Sind in der Familie (ersten oder zweiten Verwandtschaftsgrades) ähnliche Migränefälle bekannt, wird die Migräne noch spezifischer als familiär hemiplegische Migräne definiert.

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Eine weitere atypische Form ist die retinale Migräne; „Retina“ ist der medizinische Begriff für Netzhaut. Charakteristisch für diese sehr seltene Migräneform sind vorübergehende, visuelle Phänomene wie plötzliches Flimmern vor dem Auge, Gesichtsfeldausfälle (Skotome) oder eine Erblindung.

Kopfschmerzen

Nach dem Abklingen der Aura-Symptome setzen in der Regel die Kopfschmerzen ein. Diese sind oft einseitig, pulsierend und von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Die Kopfschmerzen können sich im Liegen verschlimmern, insbesondere nachts oder am frühen Morgen. Migräne schränkt betroffene Menschen im Alltag erheblich ein. Während Spannungskopfschmerzen meist am gesamten Kopf auftreten, beschränkt sich der Schmerz bei Migräne nicht selten auf eine Kopfhälfte und wird oft von Erbrechen und Übelkeit begleitet.

Diagnose

Die Diagnose von Migräne mit Aura basiert auf den typischen Symptomen und einer neurologischen Untersuchung. Es ist wichtig, andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen, wie z.B. einen Schlaganfall oder eine Augenerkrankung. Bei der Diagnose von Migräne mit Aura müssen Ärzte andere mögliche Ursachen ausschließen. Das ist wichtig, weil eine Sehstörung zum Beispiel auch ein Indiz für eine Durchblutungsstörung oder Augenerkrankung sein kann. Besonders problematisch ist die Abgrenzung zum Schlaganfall, da Symptome wie Taubheitsgefühl oder Sprachstörungen auch für einen Schlaganfall sprechen können.

Behandlung

Die Behandlung von Migräne mit Aura zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren.

Akutbehandlung

  • Schmerzmittel: Leichte Migräne-Anfälle lassen sich häufig gut mit Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin und ähnlichen Schmerzmitteln behandeln. Bei Unwirksamkeit dieser Medikamente kann man spezielle Migränemittel, die so genannten Triptane einsetzen. Wichtig bei einer Migräne mit Aura ist, dass Triptane erst nach Abklingen der Aura-Symptome eingenommen werden sollten.
  • Ruhe und Entspannung: In jedem Fall sollten Sie bei Migräne-Attacken Ruhe bewahren. Legen Sie sich, wenn möglich, hin und versuchen Sie sich auszuruhen. Da Migräne oftmals von Lichtempfindlichkeit begleitet wird, sollten Sie den Raum abdunkeln.
  • Medikamente gegen Übelkeit: Bei Übelkeit und Erbrechen können Medikamente helfen, die Symptome zu lindern.

Vorbeugende Behandlung

  • Regelmäßiger Lebensstil: Regelmäßiger Ausdauersport wie beispielsweise Joggen, Schwimmen, Radfahren, die Anwendung von Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga, progressive Muskelrelaxation und autogenes Training oder Biofeedback-Techniken. Auch psychologische, zum Beispiel so genannte verhaltenstherapeutische Verfahren können helfen, insbesondere wenn auch eine Depression oder eine Angststörung bestehen.
  • Vermeidung von Triggern: Durch das Führen eines Kopfschmerztagebuchs können individuelle Trigger identifiziert und vermieden werden.
  • Medikamentöse Prophylaxe: Wenn nicht-medikamentöse Alternativen als Prophylaxe keine Wirkung zeigen, gibt es dafür auch Medikamente? Wenn diese Maßnahmen nicht reichen, können verschiedene Medikamente zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt werden. Dazu gehören Blutdruckmittel wie Betablocker, Antidepressiva, die auch in der Behandlung von Schmerzen gut wirksam sind, und bestimmte Mittel, die eigentlich gegen Epilepsie wirken, die aber auch in der Behandlung einer Migräne wirksam sind. Seit einigen Jahren gibt es eine neue Behandlung mit so genannten Antikörpern gegen einen bestimmten Botenstoff, das so genannte CGRP, das während des Migräne-Anfalls ausgeschüttet wird.

Differenzialdiagnose

Es ist wichtig, andere Ursachen für Kopfschmerzen und Aura-Symptome auszuschließen. Dazu gehören:

  • Spannungskopfschmerzen: Diese sind meist beidseitig und nicht von Aura-Symptomen begleitet.
  • Clusterkopfschmerzen: Diese treten in Clustern auf und sind von starken, einseitigen Kopfschmerzen begleitet, die von Augenrötung, Tränenfluss und einer verstopften Nase begleitet sein können.
  • Hirntumor: Haben Sie plötzlich auftretende, attackierende Kopfschmerzen im Liegen, die während der Nacht oder am Morgen aus dem Schlaf auftreten und sich im Liegen verschlimmern, kann dies auf einen Hirntumor hindeuten. Schmerztabletten bringen kaum Linderung. Typischerweise bessern sich die Kopfschmerzen tagsüber, ehe sie sich im Liegen erneut bemerkbar machen. Außerdem verschlimmern sich die Kopfschmerzen im Liegen nachts. Daneben werden die Schmerzen häufig von Übelkeit am Morgen und Müdigkeit begleitet.
  • Schlaganfall: Symptome wie Taubheitsgefühl oder Sprachstörungen können auch für einen Schlaganfall sprechen.
  • Augenerkrankungen: Sehstörungen können auch durch Augenerkrankungen verursacht werden.

Was tun bei Kopfschmerzen im Liegen?

Wenn Sie unter Kopfschmerzen im Liegen leiden, sollten Sie zunächst versuchen, die Ursache zu finden. Verspüren Sie lediglich Kopfschmerzen im Liegen am Hinterkopf, deutet dies eher auf Verspannungen hin.

  • Verspannungen: Bei Verspannungen helfen Sport und viel Bewegung wie längere Spaziergänge. Leichte Dehnübungen sind auch hilfreich. Sie sollten versuchen aus der Schonhaltung zu kommen und gegebenenfalls dagegen Schmerzmedikamente zu sich nehmen und sich wirklich ausreichend bewegen - am besten jeden Tag. Eine der Hauptursachen schlechthin sind Fehlhaltungen. Dabei schleicht sich unbemerkt eine falsche Körperhaltung ein. Wir gehen unbewusst in eine Schonhaltung über, wodurch schmerzhafte Verspannungen ausgelöst werden können. Menschen, die viel sitzen, etwa am Schreibtisch oder bei langen Autofahrten, sind oft betroffen. Auch eine durchgelegene Matratze und unpassende Kopfkissen können Verspannungen auslösen.
  • Migräne: Bei Migräne können entsprechende Schmerzmittel helfen. Nachts im Schlaf wird Migräne im Liegen oft schlimmer, da Migräne-Attacken häufig in der Nacht vorkommen und morgens mitunter am schlimmsten sein können.
  • Ernsthafte Erkrankungen: Wenn Sie schlimme Kopfschmerzen im Liegen oder aus dem Schlaf heraus haben, die sich mit Schmerzmitteln kaum bessern und immer wiederkehren, kann das auf ernstzunehmende Krankheiten hindeuten. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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