Kaputter Zahn: Ursachen, Schmerzen und Behandlungsmöglichkeiten

Ein strahlendes Lächeln beginnt mit gesunden Zähnen. Doch was tun, wenn ein Zahn kaputt ist und Schmerzen verursacht? Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für kaputte Zähne, die damit verbundenen Schmerzen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Dabei wird auf die Zusammenhänge zwischen Zahngesundheit und allgemeinem Wohlbefinden eingegangen.

Die Mundhöhle: Ein komplexes Ökosystem

Im Mundraum leben Milliarden von Bakterien, von denen die meisten für die Gesundheit wichtig sind. Einige unterstützen die Verdauung, andere schützen Zahnfleisch und Zähne. Allerdings gibt es auch schädliche Bakterien, die Karies verursachen können.

Karies: Der Hauptverursacher kaputter Zähne

Streptococcus mutans ist eine Bakterienart, die sich von Zucker ernährt und Säure produziert, welche den Zahnschmelz angreift. Diese Demineralisierung des Zahnschmelzes führt zu Initialkaries, die sich durch kreidig-weiße Flecken äußert. Unbehandelt kann sich daraus eine manifeste Karies entwickeln.

Stadien der Karies

  1. Initialkaries: Oberflächliche Zerstörung des Zahnschmelzes, erkennbar an kreidig-weißen Flecken.
  2. Caries media: Der Zahnschmelz ist abgebaut, die Karies dringt in die Dentin-Schicht ein. In diesem Stadium ist eine einfache Kariesbehandlung oft noch ausreichend.
  3. Caries profunda: Die Zerstörung ist weit fortgeschritten und verursacht starke Schmerzen. Eine Behandlung mit Füllungen oder Kronen ist notwendig.
  4. Caries penetrans: Der Karies hat den Zahnnerv erreicht. Eine Wurzelbehandlung oder das Ziehen des Zahns ist erforderlich.

Ursachen für kaputte Zähne trotz Zahnpflege

Auch bei guter Zahnpflege können Zähne kaputtgehen. Hier sind einige mögliche Ursachen:

  • Falsches Zähneputzen: Zu starkes Schrubben oder Putzen direkt nach dem Essen kann den Zahnschmelz abtragen. Es wird empfohlen, nach dem Essen eine halbe bis eine Stunde zu warten, bevor man die Zähne putzt und eine elektrische Zahnbürste mit Drucksensor zu verwenden.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen, insbesondere Kalzium (in Verbindung mit Vitamin K2), Vitamin A, B, C und D, Fluorid und Fettsäuren, kann die Widerstandskraft des Zahnschmelzes verringern.
  • Ernährung: Zucker, ständiges Snacken (auch von Früchten), süße Getränke und zu viele Kohlenhydrate fördern das Wachstum zahnschädigender Bakterien und senken den pH-Wert im Mund, was den Zahnschmelz angreift.
  • Medikamente: Einige Medikamente können die Durchblutung oder den Speichelfluss stören und so kaputte Zähne verursachen. Dazu gehören Antibiotika und Psychopharmaka.
  • Rauchen: Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung und reduziert den Speichelfluss.
  • Defekte Füllungen oder Kronen: Wenn Füllungen oder Kronen nicht exakt angebracht sind, können sich in den Rändern Bakterien ansammeln.
  • Säureangriffe: Häufiges Erbrechen (z.B. aufgrund von Unverträglichkeiten, Schwangerschaft oder Bulimie) bringt den Zahnschmelz mit starker Säure in Kontakt. Nach dem Erbrechen sollte der Mund gründlich mit Wasser ausgespült werden.

Die Folgen kaputter Zähne für den Körper

Kaputte Zähne können nicht nur ästhetische Probleme verursachen, sondern auch eine Reihe von Beschwerden im ganzen Körper auslösen. Wenn Bakterien über die Zahnwurzel in den Blutkreislauf gelangen, können sie sich im Körper ausbreiten.

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Mögliche gesundheitliche Folgen

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden: Entzündungsstoffe im Blut können die Gefäßwände verhärten und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Herzklappenentzündungen erhöhen.
  • Kiefer-, Nacken- und Rückenschmerzen: Eine Schonhaltung aufgrund von Zahnschmerzen kann zu Verspannungen im Kiefer und angrenzenden Bereichen führen.
  • Chronische Mandelentzündungen: Eine dauerhafte Aktivierung des Immunsystems durch eine Zahnentzündung kann eine chronische Mandelentzündung begünstigen.
  • Erektionsstörungen: Dentale Erkrankungen können die Potenz beeinträchtigen, da Entzündungen die für den Blutfluss im Penis verantwortlichen Endothelzellen schädigen können.
  • Frühgeburten: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Zahnerkrankungen und Frühgeburten, da das Immunsystem der Mutter Stoffe produzieren kann, die für das ungeborene Kind schädlich sind.

Die Verbindung zwischen Zähnen und Organen

In der Naturheilkunde und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird davon ausgegangen, dass jeder Zahn einem bestimmten Organ oder Körperteil zugeordnet ist. Erkrankungen an den Zähnen können demnach Beschwerden in den entsprechenden Körperregionen verursachen.

Ursachen für Zahnschmerzen

Zahnschmerzen treten nicht ohne Grund auf. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Karies
  • Zahnfleischentzündungen (Parodontitis)
  • Beschädigte Zahnfüllungen
  • Zahnverletzungen
  • Empfindliche Zahnhälse
  • Nicht vollständig durchgebrochene Weisheitszähne

Karies als häufigste Ursache

Karies entsteht, wenn Bakterien den Zahnschmelz angreifen und zerstören. Die Säure der Bakterien macht den Zahnschmelz porös. Im weiteren Verlauf dringt die Karies in tiefere Schichten wie das Zahnbein (Dentin) vor. Dies verursacht oft erste Schmerzen, besonders beim Kontakt mit kalten oder heißen Speisen. Unbehandelt kann die Karies bis ins Zahnmark vordringen und heftige, anhaltende Zahnschmerzen verursachen.

Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

Entzündungen des Zahnfleisches sind eine weitere häufige Ursache für Zahnschmerzen. Gingivitis äußert sich in geschwollenem, gerötetem und blutendem Zahnfleisch. Unbehandelt kann sie in eine Parodontitis übergehen, bei der Bakterien und Entzündungsprozesse sogar den Kieferknochen angreifen. Dies führt oft zu pochenden Schmerzen, Schwellungen und eventuell Fieber.

Entzündung des Zahnnervs (Pulpitis)

Eine Pulpitis entsteht, wenn das Zahnmark (Pulpa) entzündet ist. Ursachen können tiefe Karies oder beschädigte Füllungen sein, durch die Bakterien ins Zahninnere eindringen. Betroffene verspüren oft starke, pulsierende Schmerzen, die nachts besonders intensiv werden können. Unbehandelt droht das Absterben des Zahnnervs und eine schwerere Infektion.

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Abszesse und Infektionen im Mundraum

Ein Abszess ist eine Eiteransammlung, meist durch eine bakterielle Infektion verursacht. Zahnabszesse treten häufig an der Wurzelspitze eines Zahnes oder im Zahnfleisch auf. Die Schmerzen sind sehr intensiv, oft begleitet von Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Fieber. Eine schnelle Behandlung beim Zahnarzt ist dringend erforderlich, um zu verhindern, dass die Infektion auf andere Körperregionen übergreift.

Empfindliche Zahnhälse

Freiliegende Zahnhälse entstehen, wenn das Zahnfleisch zurückgeht und das darunterliegende empfindliche Zahnbein sichtbar wird. Solche Zähne reagieren sehr sensibel auf Kälte, Wärme und Süßes. Ursachen sind oft falsches Zähneputzen oder Parodontitis.

Schmerzen durch Weisheitszähne

Weisheitszähne verursachen nicht selten starke Zahnschmerzen, da sie oft nur unvollständig durchbrechen und Druck auf benachbarte Zähne ausüben. Hinzu kommen häufig Entzündungen, da sich Bakterien in den Zahnfleischtaschen um den Weisheitszahn ansammeln.

Die Auswirkungen von Zahnerkrankungen auf den Körper

Schlechte Zähne können verschiedene Erkrankungen im Körper nach sich ziehen. Bakterien aus der Mundhöhle können über die Blutbahnen in den gesamten Organismus gelangen und dort Entzündungen auslösen. Besonders gefährlich ist dies für immungeschwächte Menschen.

Mögliche Folgen unbehandelter Zahnerkrankungen

  • Kopfschmerzen: Chronische Entzündungen der Zahnwurzel oder Bakterien in den Nasennebenhöhlen können Kopfschmerzen verursachen. Auch Weisheitszähne können durch Druck auf Nerven oder Abszesse im umliegenden Gewebe Kopfschmerzen auslösen.
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Fehlstellungen des Kiefers, eine ungleichmäßige Belastung der Kaumuskulatur oder ständiges Zähneknirschen können zu Spannungskopfschmerzen, Migräne oder CMD führen.
  • Ohrenschmerzen: Durchbrechende oder erkrankte Weisheits- oder Backenzähne sowie Wurzelentzündungen können Zahnschmerzen verursachen, die auch die Ohren betreffen.
  • Rheumatische Erkrankungen: Entzündungserreger aus einem toten Zahn oder einer Parodontitis können sich im Körper verteilen und das Immunsystem schwächen. Parodontitis-Patienten sind anfälliger für rheumatische Erkrankungen.
  • Erektionsstörungen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Zahngesundheit und Erektionsstörungen.
  • Depressionen: Unentdeckte Zahnerkrankungen mit permanenten Schmerzen können Depressionen begünstigen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bakterien aus Zahnfleischentzündungen oder einer chronischen Parodontitis können über die Blutgefäße bis ins Herz gelangen und Entzündungen, Herzklappenentzündungen oder sogar einen Schlaganfall verursachen.
  • Tumorerkrankungen: Chronische Infektionen wie Parodontitis können das Risiko für die Entstehung von Krebs erhöhen, insbesondere im Kopf- und Nackenbereich, der Speiseröhre, dem Magen, der Bauchspeicheldrüse oder dem Darm.
  • Diabetes: Diabetiker haben aufgrund hoher Blutzuckerwerte ein geschwächtes Immunsystem, wodurch Bakterien leichter den Zahnhalteapparat infizieren können. Die Zahnerkrankung kann die Insulinresistenz der Zellen verstärken und so zu einer Verschlechterung des Diabetes führen.
  • Frühgeburten: Eine Parodontitis bei Schwangeren kann das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.

Vorbeugung und Behandlung

Eine konsequente Mundhygiene und regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt sind entscheidend für die Vorbeugung von Zahnerkrankungen.

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Maßnahmen zur Vorbeugung

  • Konsequentes Entfernen der Zahnbeläge: Zwei Mal täglich Zähneputzen.
  • Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten: Zur Reinigung der Zahnzwischenräume.
  • Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt: Jährlich oder halbjährlich.
  • Professionelle Zahnreinigung: Regelmäßig beim Zahnarzt durchführen lassen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von kaputten Zähnen hängt von der Ursache und dem Stadium der Erkrankung ab. Mögliche Behandlungen sind:

  • Füllungen: Bei Karies, um den Zahn zu reparieren.
  • Kronen: Bei größeren Schäden, um den Zahn zu stabilisieren und zu schützen.
  • Wurzelbehandlung: Bei Entzündungen des Zahnnervs.
  • Zahnentfernung (Extraktion): Wenn der Zahn nicht mehr zu retten ist.
  • Zahnersatz: Um die entstandene Lücke nach einer Zahnentfernung zu schließen (z.B. Brücke, Implantat, Prothese).

Besonderheiten bei toten Zähnen

Ein toter Zahn ist ein Zahn, dessen Pulpa abgestorben ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie Karies, Trauma oder Zahnbehandlungen.

Erkennung eines toten Zahns

  • Verfärbung: Der Zahn kann sich dunkel verfärben.
  • Schmerzen: Oft schmerzt ein toter Zahn beim Draufbeißen.
  • Untersuchung beim Zahnarzt: Der Zahnarzt kann einen toten Zahn durch verschiedene Tests (z.B. Vitalitätsprüfung, Perkussionstest) und Röntgenaufnahmen diagnostizieren.

Behandlung toter Zähne

Ein toter Zahn muss immer behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

  • Wurzelbehandlung: Um den Zahn zu erhalten und weitere Infektionen zu verhindern.
  • Zahnentfernung: Wenn der Zahn nicht mehr zu retten ist.

Mögliche Komplikationen bei unbehandelten toten Zähnen

  • Entzündungen: Ein unbehandelter toter Zahn kann zu Entzündungen im Kieferknochen und umliegenden Gewebe führen.
  • Abszesse: Es kann sich ein Abszess bilden, der mit starken Schmerzen und Schwellungen verbunden ist.
  • Auswirkungen auf den Körper: Bakterien aus dem toten Zahn können in den Körper gelangen und verschiedene Erkrankungen auslösen.

Trigeminusneuralgie vs. Zahnschmerzen

Gesichtsschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, zwischen Zahnschmerzen und neurologischen Ursachen wie der Trigeminusneuralgie zu unterscheiden. Die Trigeminusneuralgie ist eine neurologische Erkrankung, die zu plötzlich auftretenden, heftigen Gesichtsschmerzen führt.

Unterschiede zwischen Zahnschmerzen und Trigeminusneuralgie

  • Ursache: Zahnschmerzen entstehen meist durch Reizungen oder Entzündungen im Zahn selbst oder im umliegenden Gewebe. Die Trigeminusneuralgie wird durch eine Reizung des Trigeminusnervs verursacht.
  • Schmerzcharakteristik: Zahnschmerzen sind meist ein lokales Warnsignal. Die Trigeminusneuralgie verursacht plötzlich einschießende, stechende Schmerzen, die wie Stromstöße oder Messerstiche empfunden werden.

Bei unklaren Gesichtsschmerzen ist eine präzise Diagnostik durch zahnärztliche und neurologische Fachärzte wichtig.

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