Karl C. Mayer: Eine Karriere in Neurologie und Psychiatrie

Dieser Artikel beleuchtet den Werdegang von Karl C. Mayer, einem erfahrenen Arzt und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Neurologie und Psychiatrie. Sein Lebenslauf zeichnet ein Bild eines engagierten Mediziners, der sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Forschung bedeutende Beiträge geleistet hat.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Mayer absolvierte sein Studium der Humanmedizin an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen von 1983 bis 1990. Parallel dazu studierte er von 1985 bis 1994 Philosophie an derselben Hochschule. Seine akademische Ausbildung schloss er mit zwei Promotionen ab:

  • 1991: Dr. med. an der RWTH Aachen mit einer Arbeit über familiäre Häufungen bei Multiplen Myelom, Makroglobulinämie Waldenström und benigner Gammopathie.
  • 1994: Dr. phil. an der RWTH Aachen mit einer Dissertation über vergleichende Studien zum Bewusstseinsbegriff in Philosophie und Tiefenpsychologie am Beispiel von Jean-Paul Sartre und Carl Gustav Jung.

Im Jahr 2007 erwarb er einen Master of Science (M.Sc.) in Healthcare Management an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim. Seine Masterarbeit befasste sich mit der Reorganisation der Psychiatrischen Ambulanz unter Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Aspekten.

Im Dezember 2007 habilitierte sich Mayer an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über die phänomenologische Differenzierung psychiatrischer Syndrome. Im November 2011 wurde ihm die außerplanmäßige Professur für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg verliehen. Im Juni 2015 übernahm er die Karl Jaspers-Gastprofessur an der Universität Oldenburg.

Klinische Tätigkeit

Mayers klinische Laufbahn begann mit Tätigkeiten als Arzt im Praktikum und Assistenzarzt in einer neurologisch-psychiatrischen Praxis in Aachen von 1990 bis 1993. Anschließend war er von 1993 bis 1999 als Assistenzarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg tätig, wo er verschiedene Bereiche wie Akutstation, Psychotherapiestation, Tagesklinik und Poliklinik durchlief.

Lesen Sie auch: Gesundheitsreformen unter Lauterbach

Von 1999 bis 2008 arbeitete Mayer als Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. In dieser Funktion leitete er die Psychiatrische Poliklinik mit Konsil- und Liaisondienst, war Oberarzt der Tagesklinik und baute die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) auf. Zudem war er Supervisor der psychodynamischen und verhaltenstherapeutischen Psychotherapiestationen und leitete das Zentrale Patientenmanagement.

Von Oktober 2007 bis Oktober 2008 war Mayer geschäftsführender Oberarzt. Seit November 2008 ist er Ärztlicher Direktor der Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie sowie Ärztlicher Leiter des Zentrums für Seelische Gesundheit am Klinikum Stuttgart. Von Januar 2015 bis Juni 2021 war er kommissarischer Ärztlicher Direktor der Klinik für Suchtmedizin und Abhängiges Verhalten, Klinikum Stuttgart.

Weitere Qualifikationen und Schwerpunkte

Mayer erwarb im Laufe seiner Karriere verschiedene Zusatzqualifikationen, darunter die Bereichsanerkennung in Psychotherapie (1997), die Facharztanerkennung für Psychiatrie und Psychotherapie (2001), die Anerkennung als Psychoanalytiker (2002), die Bereichsanerkennung in Psychoanalyse (2002) und die Fachkunde Suchtmedizin (2005).

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Behandlung von Patienten mit Epilepsie, insbesondere auch bei Menschen mit Intelligenzminderung. Mayer hat zahlreiche Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht und sich für eine verbesserte Versorgung von Menschen mit Epilepsie eingesetzt. Zudem beschäftigt er sich intensiv mit psychiatrischen Störungen bei Menschen mit Epilepsien und Intelligenzminderung. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Differentialdiagnose epileptischer Anfälle.

Forschung und Publikationen

Mayer hat umfangreiche Forschungstätigkeiten durchgeführt und zahlreiche wissenschaftliche Artikel in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem:

Lesen Sie auch: Schranz's Karriere

  • Epilepsie und verwandte Anfallserkrankungen
  • Psychiatrische Aspekte neurologischer Erkrankungen
  • Phänomenologische Psychiatrie
  • Psychotherapie
  • Sozialpsychiatrie

Seine Publikationen befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Epilepsie, wie z.B. der Behandlung mit Gabapentin, der Unterscheidung von epileptischen Anfällen und kardiovaskulären Synkopen, der Therapie von Startle-induzierten Anfällen, der Häufigkeit lese-, sprech- und praxisausgelöster epileptischer Anfälle, sexuellen Dysfunktionen bei Epilepsie, Fieberkrämpfen bei Erwachsenen und der Differentialdiagnose epileptischer Anfälle. Er hat auch zur Thematik von Medikamenten und deren Auswirkungen, wie beispielsweise Oxcarbazepin und dessen Einfluss auf Hormone, publiziert.

Darüber hinaus hat er sich intensiv mit der Thematik der Zwangsstörung auseinandergesetzt und dazu zahlreiche Artikel veröffentlicht, in denen er sich mit der Phänomenologie, den methodologischen Aspekten und der Differenzierung zur Schizophrenie beschäftigt.

Mayer hat auch Beiträge zur Suizidalität und zur Diagnostik und Therapie der wahnhaften Depression verfasst. Seine Arbeiten zur Depersonalisationserlebnissen und zur Hermeneutik depressiver Verzweiflung zeugen von seinem Interesse an philosophischen Fragestellungen in der Psychiatrie.

Mitgliedschaften

Mayer ist Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, darunter:

  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
  • Deutsche Gesellschaft für phänomenologische Anthropologie, Psychiatrie und Psychotherapie e.V. (DGAP)
  • Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie (DGBP)
  • Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS)
  • Verein Baden-Württembergischer Krankenhauspsychiater e.V.
  • Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg-Mannheim e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für phänomenologische Forschung (DGPF)
  • Martin-Heidegger-Gesellschaft e.V.
  • Karl Jaspers-Gesellschaft e.V.

Lesen Sie auch: Lauterbach: Schlaganfall – Was ist dran?

tags: #karl #c #mayer #neurologie