Die Nachricht vom Schlaganfall des Iserlohner Managers Karsten Mende hat viele Menschen betroffen gemacht. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Folgen und Präventionsmaßnahmen im Zusammenhang mit einem Schlaganfall, um das Bewusstsein für diese ernstzunehmende Erkrankung zu schärfen.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu einer plötzlichen Unterbrechung der Sauerstoffversorgung führt. Dies kann schwerwiegende Folgen haben, da Hirnzellen ohne Sauerstoffversorgung innerhalb kürzester Zeit absterben können. Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen. Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 250.000 Menschen einen Schlaganfall, wobei die Tendenz steigend ist. Vier Fünftel der Betroffenen sind 60 Jahre und älter, aber auch jüngere Menschen können betroffen sein.
Ursachen eines Schlaganfalls
Ein Schlaganfall wird ausgelöst, wenn ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopft oder ein Blutgefäß im Gehirn platzt. Es gibt zwei Haupttypen von Schlaganfällen:
- Ischämischer Schlaganfall: Diese Form tritt auf, wenn ein Blutgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft wird, was zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn führt. Ursachen für Blutgerinnsel können Arteriosklerose (Schlagaderverkalkung), Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder andere Herzerkrankungen sein.
- Hämorrhagischer Schlaganfall: Diese Form tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt und eine Blutung verursacht. Ursachen für Blutungen können Bluthochdruck, angeborene Gefäßschwächen oder Verletzungen sein.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls erhöhen können. Einige dieser Risikofaktoren sind beeinflussbar, während andere nicht beeinflussbar sind.
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:
- Alter: Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit zunehmendem Alter.
- Geschlecht: Männer haben ein höheres Risiko für einen Schlaganfall als Frauen, wobei sich dieses Risiko nach der Menopause angleicht.
- Familiäre Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung mit Schlaganfällen oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das Risiko erhöhen.
Beeinflussbare Risikofaktoren:
- Bluthochdruck: Bluthochdruck ist einer der größten Risikofaktoren für Schlaganfälle, Herzinfarkt, Augenleiden und Nierenschäden.
- Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Blutgerinnsel.
- Übergewicht: Übergewicht erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte, die allesamt Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind.
- Hohe Cholesterinwerte: Hohe Cholesterinwerte können zur Bildung von Plaques in den Blutgefäßen führen, was das Risiko für Blutgerinnsel erhöht.
- Diabetes: Diabetes schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern): Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Blutgerinnselbildung im Herzen, die ins Gehirn wandern und einen Schlaganfall verursachen können.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, das Gewicht zu kontrollieren, den Blutdruck zu senken und die Cholesterinwerte zu verbessern.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel gesättigten Fetten, Cholesterin und Salz kann das Risiko für Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Übergewicht erhöhen.
- Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Symptome eines Schlaganfalls
Es ist wichtig, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen, um schnell handeln und medizinische Hilfe suchen zu können. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung. Die wichtigsten Symptome eines Schlaganfalls lassen sich mit dem Akronym FAST merken:
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- F (Face): Gesicht - Hängt ein Mundwinkel herab?
- A (Arms): Arme - Können beide Arme gleichmäßig gehoben werden?
- S (Speech): Sprache - Ist die Sprache verwaschen oder undeutlich?
- T (Time): Zeit - Wenn eines dieser Symptome auftritt, sofort den Notruf 112 wählen!
Weitere Symptome eines Schlaganfalls können sein:
- Plötzliche Taubheit oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, meist auf einer Körperseite
- Plötzliche Sehstörungen auf einem oder beiden Augen
- Plötzliche Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache
- Plötzlicher starker Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Plötzliche starke Kopfschmerzen unbekannter Ursache
Behandlung eines Schlaganfalls
Die Behandlung eines Schlaganfalls hängt von der Art des Schlaganfalls und der Schwere der Symptome ab. Bei einem ischämischen Schlaganfall besteht das Ziel darin, das verstopfte Blutgefäß so schnell wie möglich wieder zu öffnen, um die Sauerstoffversorgung des Gehirns wiederherzustellen. Dies kann durch Medikamente (Thrombolyse) oder durch einen Kathetereingriff (Thrombektomie) erfolgen. Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall besteht das Ziel darin, die Blutung zu stoppen und den Druck im Gehirn zu senken. Dies kann durch Medikamente oder eine Operation erfolgen.
Nach der Akutbehandlung ist eine Rehabilitation wichtig, um die durch den Schlaganfall verursachten Beeinträchtigungen zu minimieren und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Rehabilitation kann Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologische Therapie umfassen.
Prävention eines Schlaganfalls
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die man ergreifen kann, um das Risiko eines Schlaganfalls zu senken:
- Blutdruck kontrollieren: Regelmäßige Blutdruckmessungen und eine Behandlung von Bluthochdruck sind wichtig.
- Nicht rauchen: Rauchen aufgeben oder gar nicht erst anfangen.
- Gesundes Gewicht halten: Übergewicht vermeiden oder reduzieren.
- Cholesterinwerte senken: Auf eine gesunde Ernährung achten und gegebenenfalls Medikamente einnehmen.
- Diabetes behandeln: Diabetes gut einstellen und regelmäßig kontrollieren lassen.
- Herzrhythmusstörungen behandeln: Vorhofflimmern und andere Herzrhythmusstörungen behandeln lassen.
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Mindestens 30 Minuten moderate körperliche Aktivität an den meisten Tagen der Woche.
- Gesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig gesättigten Fetten, Cholesterin und Salz.
- Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Regelmäßige Check-ups beim Arzt können helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Karsten Mende: Ein Beispiel für die Folgen eines Schlaganfalls
Der Fall von Karsten Mende, dem Manager der Iserlohn Roosters, verdeutlicht die plötzliche und einschneidende Natur eines Schlaganfalls. Mende erlitt den Schlaganfall am zweiten Weihnachtsfeiertag 2018 und musste sich einer stationären, medizinischen Behandlung unterziehen. Er war für unbestimmte Zeit nicht in der Lage, seine Aufgaben als Manager wahrzunehmen. Mende sprach später über die Ereignisse und erklärte, dass er auch jetzt noch unter den Folgen des Schlaganfalls leidet, Stress und körperliche Anstrengungen vermeiden muss. Trotz dieser Hindernisse zeigte sich Mende optimistisch und betonte, dass der Heilungsprozess gut verlaufen sei und er sich einigermaßen fit fühle. Sein Fall unterstreicht die Bedeutung von Prävention, Früherkennung und Rehabilitation bei Schlaganfällen.
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