Ein Schlaganfall ist ein ernstes medizinisches Ereignis, das durch eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird. Dies kann zu dauerhaften Schäden, Behinderungen oder sogar zum Tod führen. Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen können, darunter bestimmte Vorerkrankungen, Lebensstilfaktoren und sogar Virusinfektionen. Dieser Artikel beleuchtet die Risikofaktoren für einen Schlaganfall, Präventionsmaßnahmen und aktuelle Forschungsergebnisse.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall
Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls beeinflussen können. Einige davon sind nicht beeinflussbar, während andere durch Änderungen des Lebensstils oder medizinische Behandlungen reduziert werden können.
Vorerkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erkrankungen wie Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz erhöhen das Risiko eines Schlaganfalls erheblich.
- Bluthochdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt die Blutgefäße und begünstigt die Entstehung von Blutgerinnseln, die einen Schlaganfall auslösen können.
- Diabetes: Diabetes mellitus führt zu Schäden an den Blutgefäßen und erhöht das Risiko von Atherosklerose, was wiederum das Schlaganfallrisiko erhöht.
- Atherosklerose: Die Verkalkung der Arterien (Atherosklerose) führt zu einer Verengung der Blutgefäße und erhöht das Risiko von Blutgerinnseln, die einen Schlaganfall verursachen können. Eine Studie australischer Mediziner vom Ludwig Engel Centre for Respiratory Research im Westmead Hospital hat gezeigt, dass starke Schnarcher häufiger an einer Verkalkung der Halsschlagader (Karotisatherosklerose) leiden, was das Risiko eines Schlaganfalls erhöht. Sharon Lee und ihre Mitarbeiter untersuchten die Blutgefäße von 110 Menschen im Alter von 45 bis 80 Jahren per Ultraschall und stellten fest, dass bei starken Schnarchern in 64 Prozent der Fälle eine Verengung der Halsschlagader beobachtet wurde.
- Schlafapnoe: Schnarchen, insbesondere in Verbindung mit Atemaussetzern (Schlafapnoe), kann zu Sauerstoffmangel und erhöhtem Blutdruck führen, was das Schlaganfallrisiko erhöht.
Lebensstilfaktoren
- Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko von Blutgerinnseln.
- Übergewicht: Übergewicht erhöht das Risiko von Bluthochdruck, Diabetes und Atherosklerose, die alle das Schlaganfallrisiko erhöhen.
- Bewegungsmangel: Mangelnde körperliche Aktivität erhöht das Risiko von Übergewicht, Bluthochdruck und anderen Risikofaktoren für einen Schlaganfall.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel gesättigten Fetten, Cholesterin und Salz erhöht das Risiko von Atherosklerose und Bluthochdruck.
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen, was das Schlaganfallrisiko erhöht.
Andere Faktoren
- Alter: Das Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem Alter.
- Geschlecht: Männer haben ein höheres Schlaganfallrisiko als Frauen, obwohl das Risiko für Frauen nach der Menopause steigt.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung für Schlaganfälle erhöht das persönliche Risiko.
- Virusinfektionen: Grippeviren und Coronaviren erhöhen Forschern zufolge kurz nach der Infektion das Risiko für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So steigt das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls nach einer Infektion mit einem Grippevirus auf das Vier- bis Fünffache. Bei Sars-Cov-2 erhöht sich das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls jeweils auf etwa das Dreifache, wie ein Forschungsteam um Kosuke Kawai von der University of California in Los Angeles im Fachmagazin «Journal of the American Heart Association» in einer Überblicksstudie berichtet.
Präventionsmaßnahmen
Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Schlaganfallrisiko zu senken.
Lebensstiländerungen
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß kann dazu beitragen, das Risiko von Bluthochdruck, Atherosklerose und Übergewicht zu senken.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, das Gewicht zu kontrollieren, den Blutdruck zu senken und die allgemeine Herz-Kreislauf-Gesundheit zu verbessern.
- Nichtrauchen: Der Verzicht auf das Rauchen ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Reduzierung des Schlaganfallrisikos.
- Moderater Alkoholkonsum: Der Konsum von Alkohol sollte auf moderate Mengen beschränkt werden.
- Gewichtsmanagement: Die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts kann das Risiko von Bluthochdruck, Diabetes und anderen Risikofaktoren für einen Schlaganfall senken.
Medizinische Behandlungen
- Blutdruckkontrolle: Die Kontrolle des Blutdrucks durch Medikamente und Lebensstiländerungen ist entscheidend zur Vorbeugung von Schlaganfällen.
- Cholesterinsenkende Medikamente: Statine und andere cholesterinsenkende Medikamente können helfen, die Bildung von Plaques in den Arterien zu reduzieren.
- Blutverdünner: Bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. Vorhofflimmern, können Blutverdünner eingesetzt werden, um das Risiko von Blutgerinnseln zu verringern.
- Behandlung von Schlafapnoe: Die Behandlung von Schlafapnoe mit CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) kann den Blutdruck senken und das Schlaganfallrisiko reduzieren.
Impfungen
- Grippeimpfung: Eine Grippeimpfung kann nicht nur vor Grippe schützen, sondern auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 zeigte, dass eine Grippeimpfung das Risiko, eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, um 34 Prozent senkte.
- Impfungen gegen andere Viren: Die Studienautoren plädieren dafür, vermehrt gegen Viren zu impfen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können.
Aktuelle Forschung
Die Forschung zum Schlaganfallrisiko und zur Prävention ist ein fortlaufender Prozess. Aktuelle Studien konzentrieren sich auf verschiedene Aspekte, darunter:
- Der Zusammenhang zwischen Virusinfektionen und Schlaganfall: Forscher untersuchen, wie verschiedene Viren, wie z.B. Grippeviren, Coronaviren, HIV und Hepatitis-Viren, das Schlaganfallrisiko beeinflussen.
- Die Rolle der Genetik: Studien untersuchen, welche Gene das Schlaganfallrisiko beeinflussen und wie diese Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Präventions- und Behandlungsstrategien genutzt werden können.
- Neue Behandlungsmethoden: Forscher entwickeln neue Medikamente und Therapien zur Behandlung von Schlaganfällen und zur Minimierung von Schäden.
Prominente Fälle und Sensibilisierung
Auch prominente Persönlichkeiten können von Schlaganfällen betroffen sein, was die Bedeutung der Früherkennung und Prävention unterstreicht.
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- Katy Karrenbauer: Die deutsche Schauspielerin Katy Karrenbauer erlitt einen leichten Schlaganfall und machte ihre Geschichte öffentlich, um für die Früherkennung zu sensibilisieren. Sie betonte, wie wichtig es sei, die Symptome eines Schlaganfalls schnell zu erkennen und sich umgehend behandeln zu lassen. Nach zwei Operationen zur Minimierung des Risikos weiterer Schlaganfälle nahm sie 20 Kilo zu, was sie offen thematisierte, um zu zeigen, dass man sich auch mit Gewichtszunahme stylisch und wohlfühlen kann.
- Michael Hartl: Der Volksmusiker Michael Hartl erlitt Anfang März einen schweren Schlaganfall und musste in einer langen Reha wieder Sprechen und Laufen lernen. Er sprach offen über seine Angst vor einem erneuten Schlaganfall und betonte die Bedeutung der Unterstützung durch seine Frau Marianne.
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