Kinderneurologie: Ein umfassender Überblick

Die Kinderneurologie, auch Neuropädiatrie genannt, ist ein spezialisiertes Gebiet der Medizin, das sich mit der Diagnose, Behandlung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen des Nervensystems befasst. Diese Erkrankungen können angeboren oder erworben sein und das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und die Muskeln betreffen. Die Kinderneurologie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das eng mit anderen Disziplinen wie der Pädiatrie, der Neurologie, der Psychiatrie, der Psychologie, der Neurochirurgie und der Rehabilitation zusammenarbeitet.

Aufgabenbereiche der Kinderneurologie

Die Kinderneurologie umfasst ein breites Spektrum an Aufgaben, darunter:

  • Diagnostik: Die Diagnose von neurologischen Erkrankungen bei Kindern erfordert eine sorgfältige Anamnese, eine gründliche körperliche und neurologische Untersuchung sowie den Einsatz verschiedener diagnostischer Verfahren wie EEG (Elektroenzephalographie), MRT (Magnetresonanztomographie), CT (Computertomographie), Ultraschall, Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen, Muskelbiopsien und genetische Untersuchungen. Bis zu 2.000 EEGs pro Jahr werden durchgeführt. Die Ausbildungsberechtigung der DGKN für EEG (sog. EEG-Schein) liegt vor.
  • Behandlung: Die Behandlung neurologischer Erkrankungen bei Kindern ist vielfältig und richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung. Sie kann medikamentöse Therapien, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie, Neurochirurgie oder andere interventionelle Verfahren umfassen.
  • Betreuung: Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Erkrankungen erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise, die nicht nur die medizinische Behandlung, sondern auch die psychosoziale Unterstützung der Patienten und ihrer Familien berücksichtigt. Dies kann die Beratung der Eltern, die Unterstützung bei der Bewältigung der Erkrankung, die Förderung der Entwicklung des Kindes und die Integration in den Alltag umfassen.
  • Prävention: Die Prävention neurologischer Erkrankungen bei Kindern ist ein wichtiger Aspekt der Kinderneurologie. Dies umfasst die Aufklärung über Risikofaktoren, die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen und die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risikokindern. Um diese zu verhindern, kann es sinnvoll sein, eine erste Vorstellung über die neuropädiatrische Ambulanz zu suchen.

Häufige neurologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter gehören:

  • Epilepsie: Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im Kindesalter. Sie ist durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet, die durch eine vorübergehende Störung der Hirnfunktion verursacht werden. Besondere Schwerpunkte sind: die Betreuung von Patienten mit allen Formen der Epilepsie. Das Epilepsie Zentrum Berlin-Brandenburg am Ev. Kinder- und Jugendpsychiatrische Praxis ist eine Anlaufstelle für diese Patientengruppe.
  • Entwicklungsstörungen: Entwicklungsstörungen sind Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen oder sozialen Entwicklung des Kindes. Sie können sich in verschiedenen Bereichen wie der Sprache, der Motorik, der Kognition oder dem Verhalten äußern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Abklärung von Entwicklungsstörungen.
  • Zerebralparese: Zerebralparese ist eine Bewegungsstörung, die durch eine Schädigung des Gehirns vor, während oder kurz nach der Geburt verursacht wird. Sie äußert sich in unterschiedlichen Formen von Muskelsteifheit, Muskelschwäche und Koordinationsstörungen.
  • Kopfschmerzen: Kopfschmerzen sind ein häufiges Problem im Kindes- und Jugendalter. Sie können verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Spannungskopfschmerzen, Migräne oder organische Erkrankungen. Neben Kopfschmerzen nehmen auch psychosomatische Beschwerden immer mehr zu.
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): ADHS ist eine Verhaltensstörung, die durchHyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen gekennzeichnet ist.
  • Autismus-Spektrum-Störungen: Autismus-Spektrum-Störungen sind eine Gruppe von Entwicklungsstörungen, die sich durchBeeinträchtigungen der sozialen Interaktion, der Kommunikation und desVerhaltens äußern.
  • Muskelerkrankungen: Muskelerkrankungen sind Erkrankungen, die die Muskulatur betreffen und zu Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Muskelabbau führen können.
  • Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems: Die Diagnostik von Bewegungsstörungen und von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems ist ebenfalls ein wichtiger Aufgabenbereich.
  • Hydrocephalus und Myelomeningocelen: Gemeinsam behandeln wir Kinder und Jugendliche mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und des Nervensystems. Ein Schwerpunkt besteht in der Betreuung von Kindern mit Hydrocephalus (VP-Shunt oder endoskopische Verfahren) oder Myelomeningocelen.

Die Rolle des multiprofessionellen Teams

Die Behandlung neurologischer Erkrankungen bei Kindern erfordert in der Regel ein multiprofessionelles Team, das aus Ärzten, Pflegekräften, Pädagogen, Psychologen und psychosozialen Fachkräften besteht. Die Behandlung erfolgt deshalb in einem multiprofessionellen Team aus Ärzten, Pflegekräften, Pädagogen, Psychologen und unserem psychosozialen Team. Oftmals sind die Kinder und Jugendlichen über mehrere Wochen im CKO. In dieser Zeit nehmen sie am Schulunterricht der Krankenhausschule teil. Der Unterricht findet individuell, ggf. auch nach Rücksprache mit der Heimatschule statt.

Kinderneurologische Versorgung in Deutschland

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von kinderneurologischen Kliniken, Praxen und Ambulanzen, die eine umfassende Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Erkrankungen anbieten. Zu den bekannten Einrichtungen gehören unter anderem:

Lesen Sie auch: Epilepsie im Kindesalter: Die offizielle Leitlinie erklärt

  • Alexianer St.
  • Asklepios Fachklinikum Lübben, Klinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Psychotherapie u. Psychosomatik, Chefarzt: Dr. med.
  • AHG Klinikum Beelitz-Heilstätten, Klinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Psychotherapie u. Psychosomatik, Chefärztin: Dr. med.
  • Klinikum Frankfurt Oder, Klinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Psychotherapie u. Psychosomatik, Chefarzt: Dr. med.
  • Asklepios Fachklinikum Brandenburg, Klinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Psychotherapie u. Psychosomatik, Chefarzt: Dr. med.
  • Helios Klinikum Berlin Buch, Klinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Psychotherapie u. Psychosomatik, Chefarzt: Dr. med.
  • Martin Gropius Krankenhaus, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters, Chefarzt: Dr. med. habil.
  • St. Josephs Krankenhaus, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt: Dr. med.
  • Ruppiner Kliniken, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt: Dr. med.
  • Psychiatrische Klinik Lüneburg, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt: Dr. med.
  • Psychiatrisches Uniklinikum Rostock, Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Chefarzt: Prof. Dr. med.
  • Kliniken St. St.
  • Epilepsie Zentrum Berlin-Brandenburg am Ev.
  • Hardtwaldklinik.
  • Friedrich von Bodelschwingh Klinik.
  • AMEOS Klinikum Heiligenhafen.
  • Evangelisches Krankenhaus Bethanien.
  • Asklepios Fachklinikum Göttingen der Universitätsmedizin.
  • Städtisches Klinikum St. Georg Leipzig.
  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.
  • Tannenhof.
  • Drogenhilfe Tannenhof Zentrum I.
  • Rotkreuz Institut Berufsbildungswerk.

Es gibt auch zahlreiche niedergelassene Kinderneurologen, die in Praxen tätig sind. Einige Beispiele sind:

  • Praxis Dres.med.J.Gensecke, M. Elpers und S.
  • MVZ am U-Bahnhof Pankstr.
  • Praxis für Kinderheilkunde und Psychotherapie Dr. Gaber und Dr.

Die Bedeutung der Forschung in der Kinderneurologie

Die Forschung spielt eine entscheidende Rolle in der Kinderneurologie. Sie trägt dazu bei, die Ursachen neurologischer Erkrankungen besser zu verstehen, neue Diagnose- und Behandlungsmethoden zu entwickeln und die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Erkrankungen zu verbessern.

Weiterbildungsermächtigung für Neuropädiatrie

Die Weiterbildungsermächtigung für den Schwerpunkt Neuropädiatrie ist beantragt, was die Bedeutung der Spezialisierung in diesem Bereich unterstreicht.

Lesen Sie auch: Wie man Meningitis bei Kindern vorbeugen kann

Lesen Sie auch: Kindergehirn und Zucker

tags: #kinder #neurologer #elpers