Epilepsie kindgerecht erklärt: Bücher für Kinder und Familien

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die bei Kindern und ihren Familien viele Fragen und Unsicherheiten aufwerfen kann. Umso wichtiger ist es, altersgerechte Informationen und Erklärungen zu finden, die helfen, die Krankheit zu verstehen und den Alltag damit besser zu meistern. Glücklicherweise gibt es eine wachsende Anzahl von Kinderbüchern, die sich diesem Thema auf einfühlsame und informative Weise widmen. Dieser Artikel stellt einige dieser Bücher vor und beleuchtet, wie sie Kindern und ihren Familien helfen können, mit Epilepsie umzugehen.

Kinderbücher als Brücke zum Verständnis

Kinderbücher über Epilepsie können eine wertvolle Ressource sein, um Kindern die Angst vor der Erkrankung zu nehmen und ein offenes Gespräch darüber zu ermöglichen. Sie bieten eine Möglichkeit, komplexe medizinische Sachverhalte auf eine verständliche und altersgerechte Weise zu erklären. Zudem können sie dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für die Situation von Kindern mit Epilepsie zu fördern.

"Leni und Lorenz": Eine Geschichte über Geschwisterliche Verbundenheit

Das Buch "Leni und Lorenz" von Elisabeth Böhm erzählt die Geschichte von Leni und ihrem Bruder Lorenz, der an Rolando-Epilepsie erkrankt ist. Das Buch schildert, wie Leni den ersten epileptischen Anfall ihres Bruders erlebt und wie sich ihr Leben danach verändert. Die Geschichte wird aus Lenis Perspektive erzählt, wodurch die Leser ihre Gefühle und Ängste nachvollziehen können. Die Illustrationen von Käthe Leipold tragen zur geerdeten Stimmung des Buches bei und fangen die innige Beziehung zwischen Leni und Lorenz wunderbar ein.

Das Buch vermittelt auf einfühlsame Weise, wie sich das Leben einer Familie verändert, wenn ein Kind an Epilepsie erkrankt. Es zeigt aber auch, dass die Krankheit die enge Verbundenheit zwischen den Geschwistern nicht zerstören kann. "Leni und Lorenz" macht Mut und zeigt, dass das Leben nach der Diagnose weitergeht und dass es wichtig ist, ein starkes und liebevolles Netz zu haben, das die betroffene Person auffängt.

"Mamas Kopfkarussell": Epilepsie im Familienalltag

"Mamas Kopfkarussell" von Daniela Abele, illustriert von Regina Damala, erzählt die Geschichte von Arthur, dessen Mutter an Epilepsie erkrankt ist. Zum Glück kann Arthurs Tante Bärbel ihm alles gut erklären, denn sie kennt sich als Krankenschwester gut mit Krankheiten aus. In Rückblenden erklärt sie ihm auf einer Geburtstagsfeier der Oma die verschiedenen Formen von Epilepsie und deren Auswirkungen auf die Familie. Die Bilder von Regina Damala bringen dem Leser Arthur und seine Familie samt Hund Noah näher.

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Das Buch erklärt in kurzer und kindgerechter Form viele unterschiedliche Formen von Epilepsie und erläutert, welche Auswirkungen sie auf die Familien haben können. Es kann gegen Erstattung einer Versandkostenpauschale bei der Deutschen Epilepsievereinigung e.V. angefordert werden.

"Wackelkontakt": Ein psychologisches Kinderbuch über Epilepsie

Das psychologische Kinderbuch "Wackelkontakt" erzählt die Geschichte von Jojo, der an Epilepsie leidet. Das Buch zeigt, wie er mit der Erkrankung und den damit verbundenen Ängsten umgeht und wie er ein weitgehend unbeschwertes Leben führen kann. Die Geschichte soll von Epilepsie betroffenen Kindern helfen, ihre Erkrankung besser zu verstehen und begleitenden Erwachsenen eine Hilfe dabei sein, die verschiedenen Formen der Epilepsie kindgerecht zu erklären.

Als Jojo beim Sportunterricht stürzt und ins Krankenhaus muss, ist plötzlich alles anders. Jojo erklärt Charly, dass er eine Krankheit hat, die Epilepsie heißt. Dabei machen viele Nervenzellen im Gehirn gleichzeitig denselben Quatsch - sodass bei ihm für kurze Zeit manches nicht so läuft, wie es eigentlich soll. Das müssen doch gerade ihre Klassenkameraden verstehen, denkt Charly sich. Und dann haben Charly und Jojo eine geniale Idee …

"Wackelkontakt" ist ein Band der Reihe "Psychologische Kinderbücher". Das Buch liefert von Epilepsie betroffenen Kindern, ihren Eltern, Angehörigen und Therapeut*innen wichtige Informationen über die Krankheit sowie praktische Aufgaben und Übungen. Materialien zu diesem Buch können nach erfolgter Registrierung von der Hogrefe Webseite heruntergeladen werden.

"Carla hat Epilepsie": Ein Bilderbuch für die Kleinsten

Das Bilderbuch "Carla hat Epilepsie" (gedacht für Kinder im Alter von 3-6 Jahren) erzählt von Carla, einem ganz normalen Mädchen, das im Kindergarten einen epileptischen Anfall bekommt. Kindgerecht und verständlich werden Anfälle und deren Begleitumstände erklärt. Das Buch ist ein wichtiges Hilfsmittel zum Erklären und Verstehen der Erkrankung für Eltern, deren Kleinkinder an Epilepsie erkranken und die diese Krankheit dem eigenen Kind bzw. dessen gleichaltrigen Freunden verständlich machen wollen. Aber auch für Kindergärten, Frühförderung, Therapeuten etc. stellt das Buch ein wichtiges Hilfsmittel zum Erklären und Verstehen der Erkrankung dar. Der Druck wurde nach § 20 h SGB V von der Techniker Krankenkasse projektbezogen gefördert.

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"Lisa und die besondere Sache E-pi-lep-sie": Ein Wendebuch

In dem Kinderbuch "Lisa und die besondere Sache E-pi-lep-sie" erzählt Lisa, ein ganz normales, lustiges Mädchen, welches mit ihren sechs Jahren von der besonderen Sache E-pi-lep-sie erzählt. Gegenüber stehen sich Ängste und Sorgen, Gelassenheit, Neugier und Lebensfreude beim Erfahren von und im Umgang mit Epilepsie. Kindgerecht werden Untersuchungsmethoden und Therapiemöglichkeiten dargestellt. Einfühlsam wird vermittelt, dass Lisa, als Betroffene, nicht allein mit ihrer Krankheit ist. Ihre Eltern und ihre Schwester Emily sind für Lisa ständige Begleiter, ebenso der neue Freund Yoshi. Etwas Besonderes an diesem Buch ist, dass Emily den epileptischen Anfall von Lisa als „Wirbelsturm im Kopf“ aus der Sicht der kleinen Schwester erzählt, welcher für kurze Zeit scheinbar alles durcheinander bringt. Die farbenfrohen Illustrationen lassen den Betrachter und Leser nicht aus ihrem Bann.

Das Kinderbuch kann gegen Erstattung einer Versandkostenpauschale bei der Deutschen Epilepsievereinigung e.V. angefordert werden.

Weitere empfehlenswerte Kinderbücher zum Thema Epilepsie

Neben den bereits genannten Büchern gibt es noch weitere empfehlenswerte Titel, die sich mit dem Thema Epilepsie auseinandersetzen:

  • Parker und Alaska: Erzählt die Geschichte von Parker, die ihren Hund Alaska vermisst und auf Sven trifft, der aufgrund seiner Epilepsie einen Assistenzhund hat - ihren geliebten Alaska.
  • Tim zieht nach Berlin: Erzählt die Geschichte von Tim, der mit seinen Eltern von Heimelskirchen nach Berlin zieht und dann seinen ersten Anfall bekommt.
  • Manga-Comic für Jugendliche: Anhand der Geschichte des 18-jährigen Sam erklärt er zielgruppengerecht ohne Fachchinesisch, was man über Epilepsie wissen muss, wie man mit der Erkrankung umgehen soll und was zu beachten ist.

Das Epilepsie-Wörterbuch für Kinder und Jugendliche

Das "Epilepsie-Wörterbuch für Kinder und Jugendliche" von R. Appleton und G. Krämer ist ein wertvoller Leitfaden für junge Menschen, die an Epilepsie erkrankt sind. Das Buch ist alphabetisch aufgebaut und erklärt viele Begriffe rund um das Thema Epilepsie auf verständliche Weise. Anschauliche Abbildungen helfen den Kindern, sich unter einem Begriff leichter etwas vorzustellen.

Das Wörterbuch geht nicht nur auf medizinische Fragen ein, sondern auch auf die Alltagssorgen, Fragen und Wünsche der Betroffenen. Es liefert sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Eltern wichtige Informationen und Hilfestellungen. Der Wörterbuchcharakter des Buches ermöglicht es den Kindern, gezielt nach Antworten auf ihre Fragen zu suchen.

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