Knackgeräusche im Kopf oder Nacken können beunruhigend sein, sind aber in vielen Fällen harmlos. Es ist wichtig, die verschiedenen Ursachen zu kennen und zu wissen, wann ein Arztbesuch ratsam ist. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen von Knackgeräuschen im Kopf- und Nackenbereich und gibt Hinweise zu Diagnose und Behandlung.
Knackgeräusche im Kehlkopfbereich
Clicking-Larynx-Syndrom (CLS)
Ein Knacken in der Kehle beim Kopf-Drehen oder beim Schlucken kann auf das Clicking-Larynx-Syndrom (CLS) hindeuten. Provozierbare Knackgeräusche im Kehlkopf lassen sich z.B. durch Druck auf den Kehlkopf von außen, Schlucken oder durch eine Veränderung der Kopf- oder Halsposition erzeugen. Die Geräusche entstehen, wenn knorpelige oder verknöcherte Strukturen des Kehlkopfes, des Zungenbeins bzw. der Wirbelkörper aneinander reiben.
Es ist wichtig, das CLS von anderen Ursachen abzugrenzen, wie z.B. myogenen Knack- und Klickgeräuschen, die bei pathologischen Muskelaktivitäten im Kehlkopfbereich auftreten können - beispielsweise im Rahmen einer Parkinson-Erkrankung.
Diagnose und Behandlung des CLS
Patienten mit Larynx-Knacken wirken oft beunruhigt, besonders wenn begleitende Schmerzen bestehen. Vermutlich ist den meisten schon damit geholfen, dass der Arzt das Syndrom kennt und dessen Harmlosigkeit erklärt. Eventuell verschwindet das Phänomen nach einiger Zeit von selbst.
Allerdings gibt es keine gesicherte nicht invasive Therapie, die man den Patienten anbieten könnte. In der Literatur finden sich lediglich Hinweise auf Resektionen der die Geräusche verursachenden Strukturen. Solche Eingriffe sollten aber nur bei begleitenden Schmerzen in Erwägung gezogen werden. Ansonsten rät man aufgrund der blanden Symptomatik eher zu Aufklärung und abwartendem Verhalten.
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Es gibt die kritische Anmerkung, dass eine Besserung durch Operation allein durch die muskelrelaxierende Narkose und/oder die Manipulation in dem betroffenen Gebiet verursacht sein könnte.
Differenzialdiagnostik
Gibt sich der Patient mit dem Hinweis auf die Gutartigkeit seiner Symptome nicht zufrieden, erfolgt eine differenzierte Diagnostik. Anamnestisch forscht man nach Kehlkopftraumata oder anderen Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. Radiologisch und kieferorthopädisch sollten Kiefergelenkarthropathien, per Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) andere Schmerzursachen in diesem Bereich ausgeschlossen werden.
Differenzialdiagnostisch ist auch an Blockierungen der Halswirbelsäule, muskuläre Verspannungen und das Eagle-Syndrom zu denken. Beim sehr seltenen Eagle-Syndrom ist der Proc. styloideus verlängert oder das Lig. stylohyoideum ossifiziert.
Knackgeräusche im Nackenbereich
Ursachen und Symptome
Viele kennen das Knacken im Nacken. Oft ist es harmlos, aber nicht immer. Eine Drehbewegung mit dem Kopf nach rechts oder links - und mit einem Mal hört man ein Knacken im Nacken. In den meisten Fällen sind Verspannungen dafür verantwortlich. „Knackende Gelenke sind normale Geräusche, die durch die Dehnung der Gelenkkapseln entstehen“, sagt Privatdozent Dr. David-Christopher Kubosch, leitender Facharzt für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie der Gelenk-Klinik Gundelfingen. In der Regel seien die Geräusche kein Grund zur Sorge.
Sobald jedoch nach oder mit dem Knackgeräusch Schmerzen, ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln - zum Beispiel in den Armen - auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dahinter könne ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) stecken.
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Verspannungen als Hauptursache
Meist werden knackende Geräusche im Nacken durch Verspannungen verursacht. Diese wiederum sind meist auf mangelnde Bewegung zurückzuführen. Wer in seinem Job beispielsweise acht Stunden am Tag vor dem Bildschirm sitzt, sollte zwischendurch immer wieder Übungen zur Lockerung des Schulter-Nacken-Bereiches machen.
Vorbeugung und Behandlung von Nackenverspannungen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Nackenverspannungen vorzubeugen und zu behandeln:
- Bewegung: „Deshalb bitte auch im Büro niemals stundenlang in einer Position verharren“, rät Dr. Kubosch. Stattdessen rät der Experte, häufiger die Sitzposition zu ändern und zwischen aufrechter, vorgeneigter und zurückgelehnter Haltung zu wechseln. Außerdem ist es empfehlenswert, sich mindestens einmal pro Stunde ordentlich zu recken und zu strecken.
- Aktives Sitzen: „Aktives Sitzen“ sei wichtig, sagt Carl Christopher Büttner vom Deutschen Verband für Physiotherapie mit Sitz in Köln. Man sollte nicht stundenlang in einer bestimmten Körperhaltung verharren, etwa mit vorgeschobenem Nacken und Rundrücken am Computer.
- Übungen: Häufig lassen sich Nackenverspannungen durch regelmäßige praktische Übungen lösen oder zumindest lindern. „Beginnen Sie diese aber bitte langsam und mit kleinem Bewegungsradius“, empfiehlt der Experte. Einige Beispiele sind:
- Apfelpflücken: Strecken Sie den linken und den rechten Arm abwechselnd möglichst weit nach oben. 20 oder 30 Sekunden genügen, um die Wirbelsäule wohltuend zu strecken und Nacken- und Rückenmuskeln zu entspannen.
- Schulterkreisen: Im Stehen oder Sitzen die Arme locker an der Seite herunterhängen lassen und die Schultern abwechselnd vorsichtig nach vorne und nach hinten kreisen. Der Kopf wird dabei hin und wieder sanft von einer Seite auf die andere gedreht. Mit kleinen Kreisen beginnen und allmählich den Bewegungsumfang stiegern. Die Übung zehn- bis 15-mal fortsetzen und dann, mit jeweils 60 Sekunden Pause dazwischen, zwei- bis dreimal wiederholen.
- Dehnübung: Sich zwischendurch aufrecht hinstellen, die linke Hand über den Kopf auf die rechte Kopfseite legen, den Kopf leicht nach links und dabei den rechten Arm nach unten ziehen. Diese Position kurz halten, dann die Seite wechseln.
- „Schwanenhals“-Übung: Dafür sich auf den vorderen Teil der Stuhlfläche setzen, den Oberkörper aufrichten und mit den Händen die Sitzfläche umfassen. Die Füße stehen schulterbreit auf dem Boden. Nun die Schultern langsam nach unten senken und Kopf sowie Hals langsam nach oben in Richtung Zimmerdecke strecken.
- Schultern kreisen lassen: Dafür stellt man sich aufrecht hin, lässt die Arme locker herabhängen und kreist mit den Schultern nach vorne. Diese Übung 20 Mal wiederholen. Im nächsten Schritt die Schultern in Richtung Ohren heben. In dieser Position etwa fünf Sekunden verharren und sie danach wieder senken.
- Wichtig: „Verstärken sich während einer Übung die Schmerzen, so beenden Sie die Übung sofort und konsultieren Sie einen Facharzt“, rät Dr. Kubosch.
Knirschende Geräusche
Knirschende Geräusche bei Bewegungen des Kopfes entstehen im Zusammenhang mit Knorpelabrieb bzw. Verschleiß der Gelenke der Halswirbelsäule. Aufgrund der verminderten Gelenkflüssigkeit ist die Schmierung der Gelenke reduziert und es kann zum Auftreten von Knirschgeräuschen kommen.
Behandlung von Knirschgeräuschen
Die Symptomatik reduziert sich im Laufe der Zeit häufig von alleine bzw. Durch Zufuhr von Knorpelsubstanzen, wie Hyaluronsäure oder Glucosamin, mithilfe von Injektionen oder Nahrungsergänzungsmitteln kann versucht werden, das Gelenkmilieu und damit die Geräuschssymptomatik zu verbessern. Um die Gelenke vor zunehmenden Verschleiß zu schützen, sollte die gesamte Halsmuskulatur gekräftigt werden.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Knackgeräusche im Kopf oder Nacken oft harmlos sind, gibt es Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:
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- Wenn die Geräusche von Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Kribbeln begleitet werden.
- Wenn die Geräusche nach einem Trauma oder Unfall auftreten.
- Wenn die Geräusche plötzlich auftreten und von anderen Symptomen begleitet werden.
- Wenn die Geräusche trotz konservativer Maßnahmen (z.B. Übungen, Bewegung) nicht besser werden.