Das Klinikum Landkreis Erding hat sich in den letzten Jahren zu einer unverzichtbaren Säule der regionalen Gesundheitsversorgung entwickelt. Besonders hervorzuheben ist dabei die Neurologie, die mit einer spezialisierten Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) eine herausragende Versorgung von Schlaganfallpatienten gewährleistet.
Etablierung der Neurologie und Anbindung an TEMPiS
Mit der Etablierung der neuen Fachrichtung Neurologie am 1. wurde durch ein spezialisiertes Ärzte- und Pflegeteam die bestmögliche Versorgung im Akutfall garantiert. Die 24-stündliche Erreichbarkeit eines in der Schlaganfallbehandlung spezialisierten Neurologen an 365 Tagen im Jahr wird durch die Anbindung an das TEMPiS-Projekt (telemedizinisches Projekt zur integrierten Schlaganfallversorung in der Region Süd-Ost-Bayern) erreicht. Dieses TEMPiS-Team aus dem Schlaganfallzentrum München Harlaching und der Universitätsklinik Regensburg berät bereits 15 regionale Kliniken über ein telemedizinisches Netzwerk.
Die Schlaganfalleinheit (Stroke Unit)
Die Stroke Unit ist eine spezialisierte, interdisziplinäre Abteilung, die sich ausschließlich der Behandlung und Versorgung von Schlaganfallpatienten und -patientinnen widmet. Die neue Schlaganfalleinheit verfügt über spezielle Räumlichkeiten, die dem prinzipiellen Behandlungskonzept einer zielführenden Schlaganfallversorung ausgerichtet sind: Im TEMPiS-Raum werden die Betroffenen Patienten nach der ersten Diagnostik einem spezialisierten Fachärzte-Team vorgestellt und einer zielgerichteten Behandlung zugeführt. Diese Räumlichkeiten wurden im ersten Halbjahr 2014 im Rahmen eines Projekts der Schüler der Erdinger Krankenpflegeschule neu gestaltet.
Die Schlaganfalleinheit (SAE oder Stroke Unit) des Klinikums des Landkreises Erding feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Bereits im Jahr 2022 wurde sie nach den Standards der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert. Die Leitende Oberärztin Kerstin Dembowski freut sich über diese offizielle Bestätigung der hohen medizinischen Qualität, quasi zum Jubiläum. "Unsere Stroke Unit ist eine absolute Ausnahmestation. Ähnlich große Krankenhäuser verfügen in der Regel nicht über vergleichbare Behandlungsstandards", sagt sie.
Interdisziplinäres Team und intensive Zusammenarbeit
Das Personal der Schlaganfalleinheit setzt sich aus zwei Oberärzten und deren Assistenten, einem Pflegeteam, das sich durch diverse Weiter- und Fortbildungen zur Behandlung des Apoplex auszeichnet, einem Sozialdienst und Mitarbeitern der Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie zusammen. Durch tägliche gemeinsame Fallbesprechung im Konferenzzimmer und besonders intensive Zusammenarbeit aller involvierten Funktionsbereiche wird die optimale Versorgung der Patienten gesichert.
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Im Klinikum in Erding besteht das rund 20-köpfige Team der Stroke Unit aus Spezialisten und Spezialistinnen der Disziplinen Innere Medizin, Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Fachpflege und Sozialdienst, die sich in täglichen Konferenzen austauschen. So lassen sich die gefürchteten schweren Folgeschäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen besser verhindern. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit der Notaufnahme, der Kardiologie sowie der Radiologie. "Die Pflegenden sind das Rückgrat der Station", betont Dembowski, "sie sind bei jedem Therapieschritt dabei und haben dadurch eine allumfassende Kenntnis über unsere Patienten." Im Klinikum in Erding arbeiten zudem extra ausgebildete Fachkräfte für Schlaganfallpatienten beziehungsweise "Stroke Nurses".
Rezertifizierung der Stroke Unit
Die spezialisierte Schlaganfalleinheit (Stroke Unit, SAE) des Klinikums Landkreis Erding hat ihre Rezertifizierung erlangt. Bereits seit zwölf Jahren werden im Klinikum Landkreis Erding Schlaganfallpatientinnen und -patienten auf höchstem Niveau versorgt. 2022 erfolgte erstmals die Zertifizierung nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Die Rezertifizierung unserer Stroke Unit ist ein starkes Signal für die Patientensicherheit im Landkreis“, betont Landrat Martin Bayerstorfer.
Ausstattung und Kapazität der Stroke Unit
Die Abteilung verfügt über vier Wachbetten und sechs Nachsorgebetten. Damit zählt die Einrichtung zu den „Comprehensive Stroke Units“ (umfassende Schlaganfalleinheiten). Von den durchschnittlich drei bis fünf Tagen Aufenthalt in der Stroke Unit verbringen die Betroffenen 24 bis 72 Stunden in den Wachbetten.
Die Abteilung verfügt über vier Wachbetten und vier weitere Nachsorgebetten, womit man sogar von einer "Comprehensive Stroke Unit" (umfassende Schlaganfalleinheit) sprechen kann. Von den durchschnittlich drei bis fünf Tagen Aufenthalt in der Stroke Unit verbringen die Patienten 24 bis 72 Stunden in den Wachbetten. "Die permanente Überwachung unmittelbar nach der Einlieferung ist essenziell, denn nach dem ersten Ereignis folgt oftmals ein noch schwereres", erläutert Dembowski. Bis einschließlich November behandelte die SAE 420 Fälle, im Jahr 2022 waren es noch 412, 2021 gar erst 367.
Telemedizinische Unterstützung durch TEMPiS und Flying Intervention Team
Dank der Anbindung an das TEMPIS-Schlaganfallnetzwerk ist rund um die Uhr ein Schlaganfallspezialist verfügbar. Per Videokonferenz können Expertinnen und Experten aus dem Schlaganfallzentrum München-Harlaching sofort in die Behandlung einbezogen werden. „So ist eine 24-Stunden-Betreuung an 365 Tagen im Jahr gesichert“, erläutert Dembowski.
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Die SAE des Erdinger Landkreis-Klinikums ist an das Tempis-Schlaganfallnetzwerk angeschlossen. Dabei erhalten 24 regionale Kliniken in Südostbayern rund um die Uhr kompetente Unterstützung durch die beiden Schlaganfallzentren in München-Harlaching und in der Universitätsklinik Regensburg. Hierbei wird per Videokonferenz ein Schlaganfall-Experte aus einem der Zentren hinzugeschaltet, der den Patienten zusammen mit dem Arzt aus der regionalen Klinik neurologisch untersucht. Gleichzeitig werden die Computertomografie-Bilder des Patienten zur Beurteilung in das jeweilige Zentrum überspielt. Somit kann der Schlaganfallexperte schnellstmöglich entscheiden, welcher Therapieansatz optimal für den Patienten ist. Im Regelfall kann der Patient so über den gesamten Therapieverlauf in der wohnortnahen regionalen Klinik verbleiben.
Auch besteht Zugriff auf das Flying Intervention Team (FIT). Es besteht aus neuroradiologischen Interventionisten und Angiografieassistenten. Ist in Erding eine Thrombektomie - das ist die Eröffnung eines Blutgefäßes im Falle des Verschlusses - indiziert, fliegt das Flying Intervention Team mittels Hubschrauber unmittelbar dorthin und führt die Intervention vor Ort durch. Der Eingriff kann hierdurch viel schneller vorgenommen werden als nach einer Verlegung in ein Interventionszentrum. 2023 war das bereits 13 Mal der Fall.
Kontinuierliche Verbesserung der Schlaganfallversorgung
Zur weiteren Verbesserung von Abläufen und Therapie führt die Stroke Unit regelmäßige Übungen und Simulationen durch. Etwa im Juli 2023, als Ärzte, Ärztinnen und Pflege der SAE, die Notaufnahme, die Innere Abteilung und die Radiologie die Abläufe von der Rettungsdienst-Übergabe in der Notaufnahme bis zur Lysetherapie (starke Blutverdünnung, die in die Vene gegeben und zur Auflösung von Blutgerinnseln eingesetzt wird) auf der Schlaganfallstation unter realen Bedingungen durchspielten. "Derartige Trainings stellen wichtige Schritte zur kontinuierlichen Verbesserung der Schlaganfallversorgung dar. Wir nutzen die gewonnenen Erkenntnisse, um die Versorgungsqualität weiter zu optimieren", erläutert Dembowski. Dabei gehe es neben einer weiteren Verkürzung der Behandlungszeit, die bei einem Schlaganfall entscheidend ist, auch um die Steigerung der Mitarbeitendenzufriedenheit.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Die geplante Krankenhausreform von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) befürworten sowohl Dembowski als auch Ursula Wahl, die Pflegeleiterin der Schlaganfalleinheit, grundsätzlich. In Notfallsituationen wie einem Schlaganfall jedoch "zählt jede Minute, und die sollten wir nicht durch zeitaufwendige Verlegungen in ein Zentrum verlängern", sagt Dembowski, "in einem solchen Fall wäre in unserer Region die nächste Schlaganfallstation mit dem Notarztwagen erst in 20 bis 30 Minuten zu erreichen, dabei gehen pro Minute circa 1,9 Millionen Hirnzellen zugrunde".
Wahl weist zudem auf Versäumnisse der letzten 20 Jahre hin, in denen die Probleme im Gesundheitswesen zwar bereits präsent waren, aber nicht ausreichend angegangen wurden. Auch die negative Darstellung des Berufs stört die Pflegeleiterin: "Pflege sollte wieder positiv in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Wir haben einen tollen, abwechslungsreichen Beruf, Pflege macht Spaß und die oftmals rasche Rekonvaleszenz nach einem Schlaganfall ist ein großes Erfolgserlebnis für das gesamte Team." Bedenken hat Dembowski aber besonders bei der Personalentwicklung, es gestalte sich immer schwieriger, Fachpersonal zu finden. Besonders Covid habe die Pflege geschwächt, erklärt Wahl, davor habe es noch keine Personalprobleme gegeben.
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Was die Zukunft der Stroke Unit angeht, zeigt sich Wahl sehr zuversichtlich. "Wir sind nicht nur von der technischen Ausstattung her auf einem hohen Niveau", sagt sie. "Wir haben eine hohe Eigenmotivation, damit der Patient möglichst optimal versorgt wird", fügt Dembowski hinzu.
Das Neurozentrum Erding: Fachärztliche Kompetenz in der Altstadt
Ergänzend zur stationären Versorgung im Klinikum bietet das Neurozentrum Erding eine ambulante Anlaufstelle für Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen. Das Neurozentrum Erding liegt zentral in der Erdinger Altstadt. Das Neurozentrum Erding ist für jeden bequem erreichbar! Parkmöglichkeiten finden Sie am öffentlichen Parkplatz Am Mühlgraben. Alternativ befindet sich der P&R Platz der S‑Bahn 5 Gehminuten entfernt. Dank der zentralen Lage mitten im historischen Stadtkern von Erding, lässt sich eine Behandlung im Neurozentrum ideal mit weiteren Aktivitäten verbinden.
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