Kliniken für Neurologie in Niedersachsen: Ein umfassender Überblick

Die neurologische Versorgung in Niedersachsen ist vielfältig und auf hohem Niveau. Zahlreiche Kliniken bieten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten fürPatienten mit Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Dieser Artikel gibt einen Überblick über wichtige Aspekte der neurologischen Versorgung in Niedersachsen, insbesondere unter Berücksichtigung der Universitätsklinik für Neurologie Oldenburg und der Neurologischen Klinik am Städtischen Klinikum Braunschweig.

Universitätsklinik für Neurologie Oldenburg

Die Universitätsklinik für Neurologie Oldenburg unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. ist eine zentrale Anlaufstelle fürPatienten mit neurologischen Erkrankungen in der Region.

Gesamtes Spektrum neurologischer Erkrankungen

Als Universitätsklinik deckt die Klinik das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur ab. Dies umfasst unter anderem:

  • Schlaganfälle
  • Multiple Sklerose
  • Epilepsie
  • Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson-Syndrom)
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Demenzerkrankungen
  • Kopfschmerzen

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Klinik ist die effektive Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg, des Pius-Hospitals und des Klinikums Oldenburg. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine umfassende Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen.

Spezialisierte Ambulanzen

Für die ambulante Behandlung stehen mehrere spezialisierte Ambulanzen zur Verfügung, darunter:

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  • Hochschulambulanz für Bewegungsstörungen: Richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Bewegungsstörungen. Das Team besteht aus Prof. Dr. K. Witt, Dr. Kathrin Janitzky, Julia Neubauer und Dr. J. Termine können im August Carrée, 2. OG vereinbart werden.
  • Kopfschmerzambulanz: Hier werden Patientinnen und Patienten mit Kopfschmerzen behandelt. Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn ein Kopfschmerztagebuch geführt wird, in dem Häufigkeit und Dauer des Kopfschmerzes sowie begleitende Symptome und eingenommene Medikamente notiert werden. Das Team besteht aus PD Dr. Termine können im August Carrée, 2. OG vereinbart werden.
  • Neuromuskuläre Hochschulambulanz: Richtet sich schwerpunktmäßig an Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Muskulatur und der neuromuskulären Übertragung. Das Team besteht aus Dr. Claudia Maurer, Dr. Termine können im August Carrée, 2. OG vereinbart werden.
  • Schlaganfall-Zweitmeinungsambulanz: Bietet eine Zweitmeinung bei einem Schlaganfall seltener Ursache (z.B. bei Vaskulitis). Das Team besteht aus PD Dr. Thomas Liman, Dr. Termine können im August Carrée, 2. OG vereinbart werden.
  • Neuroimmunologische Ambulanz: Betreut Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose und anderen neuroimmunologischen Erkrankungen. Das Team besteht aus Dr. Sigrid Reuter, Dr. Termine können im August Carrée, 2. OG vereinbart werden.

Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten

Die Universitätsklinik für Neurologie Oldenburg bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten:

  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, Ableitung der Hirnströme (EEG).
  • Duplexsonographische Untersuchungen: Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße.
  • Bildgebende Verfahren: CT-Diagnostik, CT-Angiographie, MRT, MR-Angiographie, konventionelles Röntgen und intraarterielle Subtraktionsangiographie (DSA) in Kooperation mit dem Institut für Radiologie/Neuroradiologie.
  • Liquordiagnostik: Untersuchung des Nervenwassers zur Diagnose von Entzündungen und anderen Erkrankungen des Nervensystems.
  • Medikamentöse Therapien: Einsatz aller modernen Medikamente zur Behandlung neurologischer Erkrankungen.
  • Nicht-medikamentöse Therapien: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie.

Stroke Unit

Die Universitätsklinik für Neurologie verfügt über eine zertifizierte Stroke Unit mit 14 Betten. Hier werden Patientinnen und Patienten mit akuten Schlaganfällen behandelt. Die Stroke Unit ist mit modernster Technik ausgestattet, um eine optimale Überwachung und Behandlung zu gewährleisten.

Schnelles Handeln ist entscheidend: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Eine sofortige Diagnostik und Akuttherapie sind entscheidend, um Folgeschäden zu minimieren. Auf der Stroke Unit erfolgt die weitere Behandlung, wenn die Akutphase eines Schlaganfalls beendet ist.

Lysetherapie: In den ersten Stunden nach Symptombeginn kann eine verstopfte Ader mittels einer Lysetherapie wieder eröffnet werden.

Frührehabilitation: Neben der Akuttherapie und der Sekundärprophylaxe spielt auch die Frührehabilitation eine zentrale Rolle auf der Stroke Unit.

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Neuromuskuläres Zentrum

Die Universitätsklinik für Neurologie ist zertifiziertes Neuromuskuläres Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM). In Oldenburg werden Patienten mit Symptomen einer neuromuskulären Erkrankung wie z.B. Schwäche, Muskelschwund, Gefühlsstörungen und Schmerzen im Bereich der Extremitäten mittels spezieller Untersuchungsverfahren untersucht.

Neurologische Klinik am Städtischen Klinikum Braunschweig

Die Neurologische Klinik am Städtischen Klinikum Braunschweig unter der Leitung von Chefärztin PD Dr. Annette Spreer ist eine der größten neurologischen Fachkliniken Norddeutschlands.

Schwerpunkte

Die Klinik hat sich auf die Behandlung folgender neurologischer Erkrankungen spezialisiert:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Neuroonkologische Erkrankungen
  • Neurovaskuläre Erkrankungen (Schlaganfall)
  • Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson-Syndrome, Dystonien)
  • Epilepsie

Auszeichnungen

Die Klinik für Neurologie am Städtischen Klinikum Braunschweig wurde in der aktuellen stern-Klinikliste für ihre besondere Expertise im Bereich Multiple Sklerose (MS) ausgezeichnet. Damit zählt sie zu den führenden neurologischen Kliniken Deutschlands.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Neurologische Klinik ist Teil des am Klinikstandort Salzdahlumer Straße zusammengefassten Neuro-Zentrums, welches in enger Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie, der Radiologie/Neuroradiologie, der Kardiologie und der Gefäßchirurgie steht.

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Stroke Unit und Neurologische Intensivstation

Für eine exzellente Schlaganfallversorgung stehen die überregional zertifizierte Stroke Unit, die Neurologische Intensivstation sowie die Interdisziplinarität an einem Standort zur Verfügung.

Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten

Die Klinik bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, darunter:

  • Neurophysiologie: Funktionsweise des menschlichen Nervensystems.
  • Klinische Neuropsychologie: Folgen von Hirnverletzungen auf Intellekt und Psyche.
  • Logopädie: Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie das Trachealkanülenmanagement.
  • Ergotherapie: Wiedererlangen sowie die Erhaltung der Handlungsfähigkeit und das Erreichen größtmöglicher Selbstständigkeit.
  • Physiotherapie.
  • Botulinumtoxin-Therapie: Bei neurogenen Bewegungsstörungen und Spastik.

Besonderheiten

  • Teleneurologie: Ferndiagnostik von Schlaganfallpatienten mittels Video- und Tonübertragung.
  • Multiple Sklerose-Zentrum
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Cancer Center Braunschweig

Weitere neurologische Kliniken in Niedersachsen

Neben den genannten Kliniken gibt es in Niedersachsen zahlreiche weitere neurologische Einrichtungen, die eine umfassende Versorgung gewährleisten.

Allgemeine Aspekte der neurologischen Versorgung

Bedeutung der Neurologie

Die Neurologie ist ein wichtiges Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. Neurologische Erkrankungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und eine adäquate Behandlung von großer Bedeutung.

Fortschritte in der Neurologie

Die Neurowissenschaften haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Dies hat zu neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten geführt, von denen Patienten mit neurologischen Erkrankungen profitieren.

Herausforderungen in der neurologischen Versorgung

Trotz der Fortschritte in der Neurologie gibt es weiterhin große Herausforderungen in der Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Der demographische Wandel und die Zunahme altersbedingter neurologischer Erkrankungen.
  • Die Komplexität neurologischer Erkrankungen und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit.
  • Die hohen Kosten für die Behandlung neurologischer Erkrankungen.

Zukünftige Entwicklungen

Die neurologische Versorgung wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Neue Technologien und Therapien werden die Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen verbessern.

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