Klosterlikör Mariawald: Geschichte und Tradition eines einzigartigen Getränks

Einführung

Der Klosterlikör Mariawald ist ein traditionsreiches Produkt, das eng mit der Geschichte der Abtei Mariawald in der Eifel verbunden ist. Seine einzigartige Rezeptur und Herstellung machen ihn zu einer besonderen Spezialität, die weit über die Region hinaus bekannt ist. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte des Klosters Mariawald, die Entstehung und Herstellung des Likörs sowie seine Bedeutung für die Region und die klösterliche Gemeinschaft.

Die Geschichte der Abtei Mariawald

Die Ursprünge der Abtei Mariawald reichen bis ins späte Mittelalter zurück. Im Jahr 1460 oder 1470 erwarb der Heimbacher Heinrich Fluitter, ein Strohdachdecker, in Köln ein Gnadenbild, eine Pietà, die ihn tief bewegte. Er stellte diese an einer Wegkreuzung auf dem Kermeter in einer Hütte zur Verehrung auf und errichtete für sich selbst eine Einsiedelei. Dort betreute er das Bildnis der Schmerzensmutter und die stetig wachsende Zahl von Pilgern bis zu seinem Tod.

Gründung und Entwicklung

1479 übernahm Pfarrer Daum die Betreuung des Gnadenbildes, errichtete eine hölzerne Kapelle und veranstaltete jeden Sonnabend eine Prozession. Die Zahl der Pilger wuchs stetig, und für deren Seelsorge bat der Heimbacher Pfarrer die Zisterzienser von Bottenbroich um Hilfe. Die Mönche errichteten daraufhin ein neues Kloster auf dem Kermeter mit dem Namen „Wald Mariens“ (Nemus Mariae), das am 4. April 1486 unter der Leitung von Prior Johannes vom Goch bezogen wurde. Dieses Datum gilt als Gründungsdatum der Abtei Mariawald.

Die kommenden 300 Jahre war das Leben der Zisterziensermönche von Mariawald von der Obhut der Wallfahrten zur Schmerzensmutter geprägt. Das Kloster wurde erweitert, ein Schnitzaltar errichtet, in dessen Mitte das Schmerzensbild seinen Platz fand, sowie bunte Glasfenster in Kirche, Kreuzgang und Kapitelsaal eingebracht.

Aufhebung und Wiederaufbau

Mit der Französischen Revolution erlebte das aufstrebende Kloster am 2. April 1795 jedoch ein jähes Ende. Nach Plünderung und Versteigerung der Besitztümer konnten zumindest der Schnitzaltar und das Gnadenbild gerettet werden. Kaum zu glauben, dass der Trappistenabt Ephrem van der Meulen aus Oelenberg im Elsass 1860 auf der Suche nach einem passenden Gelände für eine Klosterneugründung die verfallende Anlage entdeckte und wiederaufbaute. Schon 1875 hoben die Kulturkampfgesetze gegen die katholische Kirche den Klosterbetrieb wieder auf und Mariawald stand bis 1887 leer.

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Das 20. Jahrhundert und die Gegenwart

Doch wieder kamen die Ordensbrüder zurück, das Kloster gedieh abermals und wurde 1909 zur Abtei erhoben. Die Weltkriege brachten erneute Einschnitte mit sich: Mönche wurden zum Kriegsdienst einberufen und später brachte man die am Bau des Westwalls beschäftigten Arbeiter hier unter. Am 21. Juni 1941 wurde die Abtei schließlich aufgelöst, die noch hier lebenden Mönche vertrieben - nur wenige blieben als Arbeiter in der Landwirtschaft auf dem Klostergelände. Mariawald beherbergte Waisenkinder und diente beim Näherrücken der Westfront als Feldlazarett. Besucht man heute die Klosteranlage von Mariawald, erinnert vieles an ein Museum im Dornröschenschlaf.

Schließung des Klosters

Das einzige deutsche Trappistenkloster Mariawald in der Eifel wurde nach über 500-jähriger Geschichte im Laufe des Jahres 2018 geschlossen. Die letzten zehn hoch betagten Mönche dort konnten kaum noch eigenständig in dem Kloster leben und die notwendigen Aufgaben erfüllen, teilte Abt Bernardus Peeters mit. Gleichzeitig fehlte der Nachwuchs. Die Mönche zogen nach der Schließung der Abtei in andere Häuser des Trappistenordens oder in ein Seniorenheim in der Region. Sie waren sehr traurig über die Entscheidung.

Neuanfang und Erhalt des Erbes

2021 wurde das Gebäude von Mariawald in einem Pachtvertrag auf einen neuen Träger übertragen, der die Angestellten in Gastronomie, Buchhandlung und Likör-Herstellung übernommen hat. Verantwortlich ist ein aus der Eifel stammender Unternehmer, der in der Nähe im Kloster Steinfeld im Kreis Euskirchen ein früheres Internat in ein Gästehaus umgewandelt hat. Für Pfarrer Rose ist es wichtig, dass in Mariawald die klösterliche Welt erlebt werden kann.

Die Entstehung und Herstellung des Klosterlikörs

Eine weitere Spezialität ist der Original Mariawalder Kloster-Likör, dem wir in der Likörfabrik schon begegnet sind. Die Rezeptur tüftelte vor über 100 Jahren ein Apotheker mit den Mariawalder Trappistenmönchen aus und schenkte sie dem Kloster. So wie früher wird der Likör auch heute noch hergestellt, mit ausschließlich natürlichen, pflanzlichen Zutaten und somit vegan, komplett im Kloster produziert und abgefüllt.

Ein streng gehütetes Geheimnis

Die genaue Rezeptur des Klosterlikörs ist ein streng gehütetes Geheimnis. Bekannt ist, dass ausschließlich natürliche, pflanzliche Zutaten verwendet werden. Der Likör zeichnet sich durch eine schöne Vanillenote und eine balsamige, anschmeichelnde Textur am Gaumen aus. Er soll lieblich duften und ein besonderes Geschmackserlebnis bieten.

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Traditionelle Herstellung

Der Mariawalder Klosterlikör wird nach traditionellen Methoden im Kloster hergestellt und abgefüllt. Die Mönche legten großen Wert auf die Qualität der Zutaten und die sorgfältige Verarbeitung. Auch heute noch wird der Likör nach der überlieferten Rezeptur hergestellt, um den einzigartigen Geschmack und die hohe Qualität zu gewährleisten.

Bedeutung für die Region und die klösterliche Gemeinschaft

Die Abtei Mariawald und der Klosterlikör haben eine große Bedeutung für die Region und die klösterliche Gemeinschaft. Das Kloster war über Jahrhunderte ein wichtiger spiritueller und kultureller Mittelpunkt. Der Klosterlikör trug zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Klosters bei und war ein wichtiger Bestandteil der klösterlichen Tradition.

Touristische Anziehungskraft

Die Abtei Mariawald ist auch von touristischer Bedeutung. Viele Besucher kommen wegen der Wallfahrtsstätte, der malerischen Landschaft und der klösterlichen Atmosphäre. Die Klostergaststätte mit ihrer berühmten Erbsensuppe und der Klosterladen mit dem Klosterlikör sind beliebte Anlaufpunkte für Touristen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Klosterbetriebe, darunter die Likörherstellung, sicherten Arbeitsplätze in der Region. Nach der Schließung des Klosters wurde ein Sozialplan für die rund 30 Beschäftigten entwickelt. Der neue Träger hat die Angestellten in Gastronomie, Buchhandlung und Likör-Herstellung übernommen, um die wirtschaftliche Bedeutung des Klosters für die Region zu erhalten.

Weitere Produkte aus dem Kloster Mariawald

Neben dem Klosterlikör bietet der Klosterladen eine Vielzahl weiterer Produkte aus eigener Herstellung und von anderen Klöstern an. Dazu gehören Backwaren, Plätzchen und Pralinen, Trappistenbiere und Käse, Grau- und Schwarzbrot, Honig, Brotaufstriche oder Gulasch und Bolognesesauce aus schierem Rindfleisch sowie frisches Rind- und Wildfleisch von den umliegenden Wiesen und Ländereien.

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