In den letzten Jahrzehnten hat Kokosöl eine bemerkenswerte Wandlung in seiner öffentlichen Wahrnehmung erlebt. Während es lange Zeit von der Soja- und Margarineindustrie verteufelt wurde, deuten aktuelle Forschungsergebnisse darauf hin, dass diese Verteufelung unbegründet war. Stattdessen rückt das Öl der Kokosnuss immer mehr in den Fokus als potenziell wertvolle Ergänzung in der Behandlung verschiedener Erkrankungen, insbesondere solcher, die das Gehirn betreffen.
Die Rehabilitation des Kokosöls
Die einst vorherrschende Meinung, dass gesättigte Fettsäuren, wie sie in Kokosöl vorkommen, schädlich für die Gesundheit seien, wird zunehmend infrage gestellt. Neue Untersuchungen zeigen, dass die mittelkettigen Fettsäuren (MCTs) im Kokosöl den Cholesterinspiegel nicht negativ beeinflussen. Darüber hinaus deuten Forschungsergebnisse auf eine heilende Wirkung bei Infektionen der Augenlider, der Bindehaut und der Hornhaut hin.
Kokosöl und neurodegenerative Erkrankungen
Besonders bemerkenswert sind die Erkenntnisse über die potenziellen Vorteile von Kokosöl bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer. Studien legen nahe, dass Kokosöl die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn anregen kann. Dieser Effekt könnte auf die MCTs zurückzuführen sein, die eine alternative Energiequelle für das Gehirn darstellen.
Alternative Energiequelle für das Gehirn
Das Gehirn benötigt permanent ausreichend Energie, um seine komplexen Aktivitäten zu verrichten. Normalerweise bezieht es diese Energie aus Glukose. Bei neurodegenerativen Erkrankungen kann es jedoch zu einer Insulinresistenz in bestimmten Hirnregionen kommen, wodurch die Zellen nicht mehr ausreichend Glukose aufnehmen können. MCTs aus Kokosöl können hier Abhilfe schaffen, da sie vom Gehirn ohne Insulinrezeptoren zur Energiegewinnung genutzt werden können. In der Leber werden MCTs in Ketone umgewandelt, die dem Gehirn als alternative Energiequelle dienen.
Studienlage zu Kokosöl und Alzheimer
Einige Studien haben bereits vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf die Anwendung von Kokosöl bei Alzheimer-Patienten gezeigt. So konnte in einer Pilotstudie eine Verbesserung der kognitiven Funktionen bei Alzheimer-Patienten nach einer Behandlung mit einer mit Kokosöl angereicherten mediterranen Ernährung festgestellt werden.
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Steve Newport schaffte es, mit Hilfe von Kokosöl gegen seine Alzheimer-Erkrankung anzukämpfen. Die tägliche Einnahme von Kokosöl führte dazu, dass sich seine schweren Symptome deutlich zurückbildeten.
Kokosöl in der Augenheilkunde
Auch in der Augenheilkunde gibt es interessante Beobachtungen zur Wirkung von Kokosöl. So wird berichtet, dass Kokosöl bei Makuladegeneration und Grünem Star eine positive Wirkung haben könnte. Diese Erkenntnisse sind besonders bemerkenswert, da das Auge in seiner Embryonalentwicklung eine vorgeschobene Hirnblase ist.
Anwendung bei Augenbeschwerden
Bei Lidrandentzündungen oder trockenen Augen kann Kokosöl direkt auf die Lider aufgetragen werden. Es verteilt sich langsam in die Bindehaut, verbessert den Tränenfilm und kann Bakterien, Viren und Pilze abtöten.
Antimikrobielle Eigenschaften
Kokosöl enthält mittelkettige Fettsäuren, die eine antimikrobielle Wirkung haben. Viele Bakterien und Viren besitzen eine fetthaltige Schutzhülle, für die sie langkettige Fettsäuren benötigen. Werden stattdessen die mittelkettigen Fettsäuren der Kokosnuss in die Zellwand der Mikroorganismen eingebaut, verlieren diese ihren Halt und werden inaktiviert. Dieser Effekt wurde bei verschiedenen Erregern beobachtet, darunter Staphylococcus aureus, Streptokokken, Chlamydia trachomatis und Candida-Pilze.
Kokosöl in der Küche
Kokosöl eignet sich hervorragend zum Kochen und Braten, da es auch bei hohen Temperaturen stabil bleibt. Für Salate sind jedoch ungesättigte Pflanzenöle vorzuziehen.
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Robert, ein Hersteller von Nuss-Spezialitäten, verwendet Kokosöl aus mehreren Gründen:
- Geschmack: Kokosöl verleiht den Nüssen eine unverwechselbare Kombination aus Kokosöl und Nussaromen mit einer leichten Süße.
- Hitzestabilität: Hochwertiges Kokosöl hat einen hohen Rauchpunkt und bleibt auch bei hohen Temperaturen stabil.
- Gesundheit: Studien haben gezeigt, dass die MCTs im Kokosöl gesundheitliche Vorteile haben, wie z.B. die Verbesserung des Cholesterinspiegels und die Unterstützung bei Alzheimer und Parkinson.
Studien zu Kokosöl und Parkinson
Eine Studie von Mischley et al. (2017) untersuchte die Ernährungsgewohnheiten von Parkinson-Patienten. Die Ergebnisse zeigten, dass der Konsum von Kokosöl mit einem langsameren Krankheitsverlauf assoziiert war.
Weitere potenzielle Vorteile von Kakao
Kakao, der Hauptbestandteil von Schokolade, ist reich an Flavonoiden, die eine antioxidative Wirkung haben und das Herz gesund halten können. Kakao enthält auch Stoffe wie Phenylethylamin und Tryptophan, die die Stimmung verbessern können. Darüber hinaus können die Flavonoide im Kakao die Gehirnfunktion unterstützen und die Durchblutung des Gehirns verbessern.
Kakao und das Herz-Kreislauf-System
Das Interesse an den Auswirkungen von Kakao auf das Herz-Kreislauf-System entstand durch Beobachtungen an den Kuna, welche etwa 5 Tassen Kakao am Tag trinken. Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Bluthochdruck treten hier nur sehr selten auf.
Kakao und die Hirndurchblutung
Das bereits weiter oben erwähnte Stickoxid spielt auch bei der Regulation der Hirndurchblutung eine wichtige Rolle. Daher ist es naheliegend auch Auswirkungen auf das Nervensystem zu erwarten. Ebenso könnte Kakao bei Alzheimer und Parkinson interessant sein.
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Nahrungsergänzungsmittel und Parkinson
Viele Parkinson-Patienten erhoffen sich von Nahrungsergänzungsmitteln eine präventive Wirkung oder eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung. Die darin enthaltenen Stoffe sollen den zellzerstörenden oxidativen Stress in den von der Krankheit befallenen Zellen im Gehirn reduzieren.
Studienlage zu Nahrungsergänzungsmitteln
Die Studienlage zur Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln bei Parkinson ist jedoch durchwachsen. Gute Studienergebnisse bei bereits von der Krankheit Betroffenen hinsichtlich Symptomkontrolle oder Prognose sind begrenzt und beschränken sich auf wenige wirklich erforderliche Supplements. Allerdings sind Mangelzustände bei Parkinson-Patienten zu erwarten und auch nachgewiesen.
Empfehlungen für Parkinson-Patienten
- Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D ist bei Parkinson-Patienten häufig und mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden. Eine orale Nahrungsergänzung mit Vitamin D kann helfen, Frakturen zu reduzieren.
- B-Vitamine: Aufgrund der Risikofaktoren kann es bei Parkinson-Betroffenen zu einem Mangel an B-Vitaminen kommen. Eine Ersatztherapie sollte jedoch erst nach Feststellung eines Mangels durch eine Blutuntersuchung erfolgen.
- Eisen: Bei einem nachgewiesenen Eisenmangel wird eine Substitution mit Eisen empfohlen.
- Molkenprotein: Gegen den drohenden Muskelabbau (Sarkopenie) scheint neben regelmäßiger Bewegung eine Nahrungsergänzung mit Molkeprotein nützlich.
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