Parkinson bei Frauen: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem durch motorische Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen gekennzeichnet ist. Obwohl Parkinson Männer und Frauen betrifft, gibt es einige Unterschiede in Bezug auf Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze. Dieser Artikel beleuchtet die spezifischen Aspekte von Parkinson bei Frauen.

Einführung

Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Weltweit sind etwa 6,3 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland schätzungsweise 400.000. Parkinson ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der Nervenzellen in bestimmten Gehirnregionen absterben. Dies führt zu einem Mangel an Dopamin, einem wichtigen Botenstoff für die Steuerung von Bewegungen.

Ursachen von Parkinson

Die genauen Ursachen für das Absterben der Nervenzellen bei Parkinson sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Rolle spielt.

Genetische Faktoren

Bei etwa 5-15% der Parkinson-Patienten sind weitere Familienmitglieder betroffen. Bislang sind 16 Gen-Loci (PARK 1-21) für seltene, autosomal vererbte Formen beschrieben; für 12 Gen-Loci sind die verantwortlichen Gene identifiziert. Mutationen im LRRK2-Gen werden mit autosomal-dominanter Parkinson-Krankheit mit unvollständiger Penetranz in Verbindung gebracht. Monogen vererbte Formen weisen häufig eine Punktmutation im alpha-Synclein-Gen auf.

Umweltfaktoren

Verschiedene Umweltfaktoren können das Risiko für Parkinson erhöhen. Dazu zählen Pestizide, Lösungsmittel und Nervengifte. Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen in ländlichen Gebieten, die sich über eigene Brunnen mit Wasser versorgen, ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben, wenn Pestizide aus der Landwirtschaft in das Wasser gelangen.

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Alter

Das Alter ist ein wichtiger Faktor, der an der Entstehung von Parkinson beteiligt sein kann. Bei jedem Menschen verringert sich die Anzahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra im Laufe seines Lebens. Bei Menschen mit Parkinson verläuft dieser Zellabbau jedoch beschleunigt.

Weitere Risikofaktoren

Bestimmte Arten von Kopfverletzungen, wie sie beispielsweise beim Boxen vorkommen, können das Risiko erhöhen, an sekundärem Parkinson zu erkranken. Auch Psychostimulanzien vom Amphetamintyp, etwa Methamphetamin (Crystal Meth), begünstigen das Parkinson-Risiko.

Symptome von Parkinson

Parkinson beginnt meist schleichend und unscheinbar. Die ersten Krankheitszeichen weisen nicht immer eindeutig auf Parkinson hin. Typische Symptome sind:

Motorische Symptome

Die vier Kardinalsymptome von Parkinson sind:

  • Muskelzittern (Tremor): Das auffälligste Krankheitszeichen ist das Muskelzittern, das meist im Ruhezustand auftritt.
  • Muskelsteifheit (Rigor): Der Rigor tritt bei den meisten Betroffenen auf und führt zu einer permanenten Anspannung der Muskeln.
  • Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese): Die Bradykinese ist das zentrale Kardinalsymptom des idiopathischen Parkinson-Syndroms.
  • Gang- und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität): Die posturalen Instabilität führt zu Gang- und Gleichgewichtsstörungen.

Nicht-motorische Symptome

Neben den motorischen Symptomen kann Parkinson auch vegetative Störungen und psychische Veränderungen verursachen. Dazu gehören:

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  • Verlust und Störung des Geruchssinns
  • Schlafstörungen
  • Schulterschmerzen / Gelenkschmerzen
  • Verstopfungen
  • Sehstörungen
  • Verkrampfte und verkleinerte Handschrift
  • Gesichtszüge verlieren an Ausdruck
  • Schwierigkeiten beim Gehen, allgemeine Verlangsamung
  • Verlangsamte Reaktionsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Halluzinationen, Angstzustände, Reizbarkeit, Apathie, Vitalitätsverluste

Parkinson bei Frauen: Spezifische Aspekte

Obwohl die Kernsymptome von Parkinson bei Frauen und Männern ähnlich sind, gibt es einige Unterschiede:

  • Häufigkeit: Männer sind etwas häufiger von Parkinson betroffen als Frauen.
  • Hormonelle Einflüsse: Es wird vermutet, dass hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens einer Frau, wie Menstruation, Schwangerschaft und Menopause, die Symptome beeinflussen können.
  • Symptompräsentation: Einige Studien deuten darauf hin, dass Frauen häufiger unter nicht-motorischen Symptomen wie Depressionen und Angstzuständen leiden.
  • Medikamentenwirkung: Frauen können unterschiedlich auf Parkinson-Medikamente ansprechen als Männer.

Diagnose von Parkinson

Einen speziellen Parkinson-Test gibt es nicht. Die Diagnose wird in der Regel durch eine erfahrene Neurologin oder einen erfahrenen Neurologen gestellt. Dazu gehört:

  • Ausführliches Gespräch (Anamnese)
  • Körperliche Untersuchung
  • Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Test auf Ansprechen auf Levodopa
  • Bildgebende Verfahren (CT, MRT, Ultraschall, SPECT)

Behandlung von Parkinson

Parkinson ist bisher nicht heilbar. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung von Parkinson zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Dazu werden verschiedene Medikamente eingesetzt:

  • Levodopa: Levodopa ist das wirksamste Medikament zur Behandlung von Parkinson. Es wird im Körper in Dopamin umgewandelt.
  • Dopamin-Agonisten: Dopamin-Agonisten wirken ähnlich wie Dopamin und stimulieren die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn.
  • MAO-B-Hemmer: MAO-B-Hemmer verhindern den Abbau von Dopamin im Gehirn.
  • COMT-Hemmer: COMT-Hemmer verlängern die Wirkung von Levodopa.

Nicht-medikamentöse Therapie

Neben der medikamentösen Therapie sind nicht-medikamentöse Therapien sehr wichtig. Dazu gehören:

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  • Physiotherapie: Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit und Stabilität des Körpers zu fördern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie übt Alltagsbewegungen und -tätigkeiten.
  • Logopädie: Logopädie dient der Verbesserung der Sprechstörung.
  • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den psychischen Belastungen der Erkrankung umzugehen.

Tiefe Hirnstimulation

Bei der Tiefen Hirnstimulation werden Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert. Durch elektrische Stimulation dieser Elektroden werden die Parkinsonsymptome unterbunden.

Leben mit Parkinson

Die Diagnose Parkinson stellt Patienten und Angehörige zunächst vor viele Herausforderungen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und sich professionelle Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Tipps für den Alltag

  • Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung und Sport können den Verlauf der Erkrankung verlangsamen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für das Wohlbefinden.
  • Soziale Kontakte: Soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten können der Entwicklung einer Demenz entgegenwirken.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein.

Fazit

Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle Behandlung können die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und sich professionelle Hilfe zu suchen. Obwohl Parkinson bei Frauen und Männern ähnliche Symptome verursacht, gibt es einige geschlechtsspezifische Aspekte, die berücksichtigt werden sollten.

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