Nervenzellen (Neuronen) sind für viele lebenswichtige Funktionen verantwortlich: Bewegung, Geruch, Geschmack, Gefühl und Denken. Nozizeptoren, auch „Schmerzsinneszellen“ genannt, warnen den Körper vor potenziell schädlichen Einflüssen. Sie liegen als freie Nervenendigungen in Haut, Organen und Muskeln und werden durch mechanische, thermische, chemische oder elektrische Reize aktiviert, ebenso wie durch körpereigene Schmerzstoffe wie Prostaglandine. Die Schmerzsignale werden über A-delta-Fasern und C-Fasern zum Rückenmark und Gehirn transportiert, wo sie verarbeitet und interpretiert werden.
Neuralgie: Wenn Nerven selbst Schmerzen verursachen
Neuralgien sind Nervenschmerzen, die sich im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Nerven ausbreiten. In Deutschland leiden über 5 Millionen Menschen unter diesen Schmerzattacken. Neuralgien können harmlos sein und von selbst verschwinden, aber auch chronisch werden. Beispiele sind die Trigeminusneuralgie im Gesichtsbereich und die Ischialgie im Versorgungsgebiet des Nervus ischiadicus, die vom Gesäß über die Oberschenkelrückseite bis zum Fuß ausstrahlen kann.
Die neuropathischen Schmerzen einer Neuralgie werden durch dauerhafte Reizung oder Schädigung von Nerven ausgelöst, im Gegensatz zu nozizeptiven Schmerzen, die durch akute Reizung der Schmerzsinneszellen entstehen. Nervenschädigungen können durch Entzündungen, Viren, Diabetes mellitus, Operationen oder mechanische Einflüsse verursacht werden. Auch nach Abheilung der Nervenschädigung können Schmerzen fortbestehen, da Nervenzellen ein Schmerzgedächtnis bilden können und überempfindlich werden.
Die Rolle der Psyche bei Schmerzen
Die Psyche spielt eine wichtige Rolle bei der Schmerzwahrnehmung. Das Gehirn verarbeitet und speichert Schmerzen besonders effizient, wenn sie mit negativen Gefühlen einhergehen. Chronische Schmerzen können zu Depressionen führen, die wiederum das Schmerzempfinden verstärken können.
Diagnose von Nervenschmerzen
Die Diagnose von Nervenschmerzen kann schwierig sein, da sie sich sehr unterschiedlich äußern. Der Arzt benötigt ein genaues Bild vom Charakter der Schmerzen, einschließlich Zeitpunkt, Ort, Dauer und Intensität. Er muss auch die Schmerzursache ermitteln, z. B. innere Reize (Entzündung) oder äußere Reize (Hitze, Druck). Es ist wichtig zu klären, ob eine funktionelle Störung, Fehlstellung oder Nervenschmerzen vorliegen.
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Linderung von Nervenschmerzen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Nervenschmerzen zu lindern:
- Wärme: Bei muskulären Verspannungen kann Wärme wahre Wunder bewirken.
- Bewegung: Bewegung kann Verspannungen lösen, die Muskulatur stärken und Schmerzen lindern.
- Geistige Anregung: Beschäftigungen, die guttun und herausfordern, helfen, vom Schmerz abzulenken.
- Schmerzmittel: Eine frühzeitige Behandlung mit Schmerzmitteln kann eine Chronifizierung verhindern. Homöopathische Komplexmittel wie neuroLoges® können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
Chronische Übelkeit: Eine oft verkannte Ursache
Chronische, ständige oder ständig wiederkehrende Übelkeit ist oft eine funktionelle Störung, die nicht auf eine Erkrankung innerer Organe oder verdorbene Lebensmittel zurückzuführen ist. Betroffene entwickeln oft eine Angst vor dem Essen und nehmen stark ab.
In der Pohltherapie wird die Übelkeitsempfindung im Oberbauch, am Hals oder im Bindegewebe der Haut und Unterhaut lokalisiert. Oft leiden die Betroffenen unter Ängstlichkeit und Depressionen, was fälschlicherweise als rein psychisches Problem interpretiert wird. Tatsächlich liegt der chronischen Übelkeit jedoch eine körperliche Störung im Bindegewebe und der Muskulatur zugrunde.
Behandlung chronischer Übelkeit
In der Pohltherapie wird das Bindegewebe im Bereich der Magengegend, des Oberbauchs oder des Halses behandelt. Oft bessern sich die Beschwerden auch ohne Behandlung innerhalb weniger Wochen.
Weitere Maßnahmen zur Linderung von Übelkeit sind:
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- Körperliche Aktivität und Teilnahme am sozialen Leben
- Überlastung vermeiden
- Konflikte klären und den Umgang mit Belastungen überdenken
- Beobachten, was die Beschwerden lindert
- Gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf
- Medikamente gegen Schmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden (nur kurzzeitig)
- Psychotherapeutische Unterstützung
- Krankengymnastik, Ernährungsberatung und Ergotherapie
- Entspannungsverfahren oder Achtsamkeitstraining
Es ist wichtig, selbst aktiv zu werden und sich nicht auf passive Maßnahmen wie Massagen zu verlassen. Sportliche Aktivitäten sollten Spaß machen und positive Erfahrungen bieten. Kleine Ziele setzen und ein aktives Leben trotz Beschwerden anstreben.
Polyneuropathie: Wenn viele Nerven erkranken
Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der die Reizweiterleitung der Nerven gestört ist. Es gibt verschiedene Formen der Schädigung: demyelinisierende Polyneuropathie (Zerfall der Isolation um die Nervenfasern) und axonale Polyneuropathie (Zerstörung der Nervenfaser selbst).
Häufige Ursachen sind Diabetes und Alkoholmissbrauch, aber auch Schilddrüsenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Krebserkrankungen, Medikamente, Vitaminmangel und Infektionen können eine Polyneuropathie auslösen. In rund 20 Prozent der Fälle bleibt die Ursache ungeklärt.
Symptome der Polyneuropathie
Die Symptome einer Polyneuropathie können vielfältig sein und motorische, autonome und sensible Nerven betreffen:
- Motorische Symptome: Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Muskelschwund
- Autonome Symptome: Herzrhythmusstörungen, Blähgefühl, Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Durchfall, Verstopfung, Urininkontinenz, Stuhlinkontinenz, Impotenz, gestörtes Schwitzen, schlechte Kreislaufregulation, Schwellung von Füßen und Händen
- Sensible Symptome: Kribbeln, Stechen, Taubheitsgefühle, Schwellungsgefühle, Druckgefühle, Gangunsicherheit, fehlerhaftes Temperaturempfinden
Die Symptome beginnen meist an den Füßen und steigen dann langsam auf. Bei Diabetikern treten häufig schmerzlose und schlecht heilende Wunden am Fuß auf (diabetischer Fuß).
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Behandlung der Polyneuropathie
Die Behandlung der Polyneuropathie zielt darauf ab, die Ursache zu behandeln und die Symptome zu lindern. In der neurologischen Rehabilitation werden Polyneuropathien nach einem ganzheitlichen und interdisziplinären Therapiekonzept behandelt.
Die Therapieziele sind:
- Wiederherstellung der gestörten Nervenfunktionen
- Entwicklung von alternativen Strategien für gestörte Nervenfunktionen
- Anpassung von Hilfsmitteln
- Optimale Pflege und Regenerierung der Haut und chronischen Wunden
Bei Polyneuropathie durch Diabetes steht die Behandlung des Diabetes im Vordergrund. Bei alkoholbedingter Polyneuropathie ist eine absolute Alkoholabstinenz notwendig.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind:
- Physikalische Therapie: Bäder, Elektrotherapie, Wärmeanwendungen
- Krankengymnastik, Sporttherapie und medizinische Trainingstherapie: Stärkung der geschwächten Muskulatur
- Medikamentöse Therapie: Medikamente gegen Epilepsie und Depression (wirken besser als herkömmliche Schmerzmittel)
- Behandlung von Begleiterscheinungen: Medikamente gegen Magen- und Darmprobleme, Schwindel und körperliche Schwäche
HWS-Syndrom: Nackenschmerzen, Übelkeit und mehr
Das HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom) beschreibt eine Reihe von Symptomen, die im Bereich der Halswirbelsäule auftreten können. Ursachen können ein Bandscheibenvorfall, Blockaden in der Halswirbelsäule, Verspannungen der Nackenmuskulatur oder eingeklemmte Nerven sein.
Typische Symptome sind Nackenschmerzen mit Kopfschmerzen und Übelkeit, die in Schultern, Arme oder Hinterkopf ausstrahlen können. Einige Betroffene berichten auch von Ohrgeräuschen, Seh- oder Konzentrationsstörungen, Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schwäche in den Armen und Händen. Schwindel kann durch Verspannungen und Fehlstellungen der Halswirbel entstehen, die die Blutzufuhr zum Gehirn beeinträchtigen.
Behandlung des HWS-Syndroms
Die Behandlung des HWS-Syndroms zielt darauf ab, die Muskeln im Halswirbelbereich zu entspannen und das Gleichgewicht aus Muskeln, Knochen und Nerven wiederherzustellen.
Mögliche Behandlungen sind:
- Wärme oder Kälte: Fördert die Durchblutung und lockert verspannte Muskeln oder reduziert Entzündungen und Schwellungen.
- Medizinische Massagen: Entspannen die Nacken- und Schultermuskulatur.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit.
- Haltungstraining: Korrigiert Fehlhaltungen.
- Stoßwellentherapie: Lindert Schmerzen und fördert die Durchblutung.
- Weitere Methoden: Tapen der betroffenen Stellen oder Akupunktur.
- Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen.
- Regelmäßige Pausen und Dehnen: Entspannen den Nacken.
- Ausreichend Schlaf: Beugt Beschwerden vor.
- Entspannungstechniken: Reduzieren Stress.
- Passendes Kissen: Unterstützt die Halswirbelsäule.
Neuropathischer Schmerz: Wenn das Nervensystem selbst schmerzt
Neuropathische Schmerzen entstehen als direkte Folge einer Schädigung von Nervenfasern des Nervensystems. Die Schmerzimpulse entstehen nicht mehr im Bereich der Nervenendigungen, sondern im Nervensystem selbst.
Typisch für neuropathische Schmerzen ist ihr brennender, bohrender, einschießender oder stechender Charakter. Die Beschwerden treten oft in Ruhe auf und können durch leichte Berührungsreize ausgelöst werden (Allodynie). Zudem weisen Betroffene häufig eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit nach anderen schmerzauslösenden Reizen auf (Hyperalgesie).
Diagnose neuropathischer Schmerzen
Die Diagnose wird umso sicherer, je mehr Hinweise auf eine Nervenschädigung gefunden werden. Sie kann durch eine Schmerzzeichnung, Schmerzfragebögen und Spezialtests ergänzt werden.
Mögliche Untersuchungen sind:
- QST (quantitative sensorische Testung): Prüfung der Hautempfindlichkeit
- Neurographie: Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit
- SEP (somatosensibel evozierte Potenziale): Prüfung der gesamten Gefühlsbahn
- Bildgebende Verfahren (CT oder MRT): Können eine Nervenschädigung sichtbar machen
Ursachen neuropathischer Schmerzen
Häufige Auslöser sind:
- Bandscheibenvorfall: Druck auf eine Nervenwurzel
- Polyneuropathie: Erkrankung vieler Nerven, z.B. im Rahmen von Diabetes mellitus
- Schmerzhafte Gürtelrose (Herpes zoster): Nervenentzündung durch das Varizella-Zoster-Virus
- Nervenquetschungen oder Nervendurchtrennungen: Im Rahmen von Unfällen oder Operationen
- Phantomschmerz: Schmerzen in amputierten Gliedmaßen
- Engpass-Syndrom: Zusammendrücken von Nerven, z.B. Karpaltunnel-Syndrom
Behandlung neuropathischer Schmerzen
Die Behandlung von Nervenschmerzen ist oft schwierig, sofern keine Operation zur Entlastung des betroffenen Nervs möglich ist. Ziel ist die Linderung der Beschwerden, bis sich die geschädigten Nerven erholt haben.
Die Therapie basiert auf einer individuell abgestimmten Behandlung mit Medikamenten, die den Nervenschmerz über unterschiedliche Wirkmechanismen lindern. Nicht-medikamentöse Verfahren, physikalische Maßnahmen, Ergotherapie und Psychotherapie können ergänzend eingesetzt werden.
Symptome aufmerksam beobachten
Es ist wichtig, aufmerksam in den eigenen Körper hineinzuhören und Missempfindungen oder Schmerzen, die man früher nicht hatte, genauer zu beobachten. Auch Angehörige sollten auf Symptome achten.
Mögliche Warnsignale sind:
- Häufiges Stolpern
- Schwindelgefühle
- Verändertes Schwitzen
- Harn- oder Stuhlinkontinenz
- Durchfall oder Verstopfung
- Erektionsstörungen oder Gefühlsstörungen im Genitalbereich
- Vermindertes Schmerzempfinden
- Augenmuskellähmungen
- Schwankungen der Aufmerksamkeit
- Unsicherer Gang
Je offener Sie Ihre Beschwerden schildern, desto besser kann Ihnen der Arzt helfen.
Stress und Übelkeit: Die Verbindung zwischen Bauch und Psyche
Stress kann sich buchstäblich auf den Magen schlagen und Übelkeit verursachen. Die Verdauung wird über ein eigenständiges Nervensystem gesteuert, das eng mit dem Gehirn verbunden ist. Stresssignale können die Verdauung beeinträchtigen und zu Übelkeit führen.
Was tun gegen Stress-Übelkeit?
- Hausmittel: Ingwertee, Zwieback oder beruhigende Kräuter
- Stressbewältigung: Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken, Konzentration auf die Sinne
- Medikamente: Vomex A® kann die Übelkeit schnell und zuverlässig lindern
- Entspannung: Wärmflasche oder Körnerkissen
- Ansprüche herunterschrauben: Niemand muss perfekt sein
- Mahlzeiten anpassen: Vor stressigen Ereignissen lieber nichts oder 2-3 Stunden vorher essen
Wann zum Arzt?
Im Normalfall sollte Übelkeit, die von Stress ausgelöst wurde, von allein wieder abklingen. In manchen Fällen ist es aber ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um andere Ursachen auszuschließen.
Neuropathie und neuropathischer Schmerz in der Rehabilitation
In der Rehabilitation werden Patienten mit Neuropathie und neuropathischem Schmerz von einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Sporttherapeuten, algesiologischem Fachpersonal und Ergotherapeuten betreut.
Die Behandlung umfasst:
- Medikamentöse Therapie: Antiepileptika, Antidepressiva und Opiate
- Physiotherapie/Krankengymnastik: Verbesserung der Gefühlsstörung, Gleichgewichts- oder Bewegungsfunktionen
- Ergotherapie: Stärkung der Feinmotorik und des Tastvermögens
- Psychologische Therapie: Unterstützung in Einzel- oder Gruppentherapie
- Patientenschulung und Selbsthilfe: Bewusster Umgang mit der Erkrankung und Annahme eines gesunden Lebensstils
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