Konrad Becker: Ein Lebenslauf in der Neurologie

Dieser Artikel beleuchtet den beruflichen Werdegang und die akademischen Leistungen von Konrad Becker im Bereich der Neurologie und Zahnmedizin, wobei ein besonderer Fokus auf seinen Beiträgen zur Präventivzahnmedizin und seinen vielfältigen Funktionen in akademischen Gremien liegt.

Akademischer Werdegang und Berufserfahrung

Konrad Becker begann seine akademische Laufbahn mit dem Studium der Zahnheilkunde an der Freien Universität Berlin von 1983 bis 1988. Im Jahr 1988 schloss er sein Studium mit der zahnärztlichen Prüfung ab und promovierte zum Dr. med. dent. an der FU Berlin bei Prof. Dr. Dr. Gabka.

Nach seinem Studium war Becker von 1988 bis 1990 als Assistenzzahnarzt in einer Praxis in Berlin-Zehlendorf tätig. Anschließend arbeitete er von 1990 bis 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für konservierende Zahnheilkunde des Zentrums für ZMK-Heilkunde der Philipps-Universität Marburg unter der Leitung von Prof. Dr. V. Stachniss.

Von 1991 bis 2003 war Becker Mitarbeiter in der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin der Zahnklinik Nord der FU Berlin (später durch Fusion mit der HU Berlin, unter der Leitung von Prof. Dr. J.-F. Roulet). Dort war er zunächst von 1991 bis 1995 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, von 1995 bis 1997 als wissenschaftlicher Assistent und von 1997 bis 2003 als Oberarzt tätig, bevor er 2003 stellvertretender Leiter wurde. Im Jahr 1994 schloss er seine Weiterbildung zum Fachzahnarzt ab.

Im Jahr 2000 habilitierte sich Becker und wurde zum Privat-Dozenten ernannt. Im Jahr 2001 war er als Visiting Scientist an der University of Kansas, Higuchi Biosciences Center, Lawrence/USA (Prof. Hefferren) tätig.

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Von 2003 bis 2006 war Becker stellvertretender Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Leiter: Prof. Dr. W. H.-M. Raab). Im Oktober 2005 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 2006 bis 2008 war er kommissarischer Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Im August 2008 nahm Becker den Ruf auf den Lehrstuhl für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin der Universität Witten/Herdecke an und wurde zum Universitätsprofessor ernannt.

Schwerpunkte und Angebote

Ein Schwerpunkt von Konrad Beckers Arbeit liegt auf der Prävention sowie der restaurativen Zahnerhaltung, einschließlich ästhetischer Zahnfüllungen, Teilkronen und Wurzelkanalbehandlungen. Darüber hinaus bietet er das komplette Spektrum der Zahnmedizin an.

Funktionen in der akademischen Selbstverwaltung

Konrad Becker hat im Laufe seiner Karriere verschiedene Funktionen in der akademischen Selbstverwaltung wahrgenommen:

  • Seit 11/2021: Dekan der Fakultät für Gesundheit im Tandem mit Prof. Dr. Margareta Halek
  • 2008-2010: Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UW/H
  • 2017-2021: Ombudsperson für gute wissenschaftliche Praxis der Universität Witten/Herdecke
  • 2010-2021: Stellvertretender Dekan der Fakultät für Gesundheit
  • Seit 2010: Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • 2010-2012: Wissenschaftlicher Direktor der Universität
  • 2011: Kommissarischer Dekan der Fakultät für Gesundheit
  • Seit 2009: Prokurist der Universität

Mitgliedschaften und Funktionen in wissenschaftlichen Gesellschaften

Konrad Becker engagiert sich aktiv in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien:

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  • 2017-2023: Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin DGPZM
  • 2014-2019: Präsident von Toothfriendly International
  • Gründungsmitglied und stv. Vorsitzender des Forums Zahn- und Mundgesundheit
  • 1.Vorsitzender der Aktion zahnfreundlich Deutschland e. V.
  • Sprecher des wissenschaftlichen Beirates der Informationsstelle für Kariesprophylaxe (Speisesalzfluoridierung)
  • Chefredakteur der Zeitschrift Prophylaxe Impuls
  • 2005-2022: Stiftungsrat der Toothfriendly Foundation
  • Mitglied im wiss. Beirat der Konrad-Morgenroth-Fördergesellschaft
  • Mitglied des Präventionsausschusses der Bundeszahnärztekammer
  • Mitglied des Fortbildungsausschusses der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe
  • Vertrauensdozent der Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Editorial Board des Journal of Clinical Dentistry
  • Editorial Board der Zeitschrift Oral Health and Preventive Dentistry
  • Editorial Board des International Journal of Clinical Dentistry
  • Editorial Board Intern. Journal of Restorative Dentistry and Endodontics
  • Editorial Board der Zeitschrift Medicine in Evolution
  • Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Oralprophylaxe und Kinderzahnheilkunde
  • Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Prophylaxe

Preise und Auszeichnungen

Konrad Becker wurde für seine Leistungen mehrfach ausgezeichnet:

  • 2015: Gesundheitspreis NRW
  • 1998: Ehrenzeichen des Bundesverbandes der Zahnärzte im Öffentlichen Gesundheitswesen in Silber
  • 2013: Tholuck Medaille des Vereins für Zahnhygiene
  • 2008: Gesundheitspreis NRW (2. Platz)

Fazit

Konrad Becker hat sich durch seine akademische Laufbahn, seine vielfältigen Funktionen in der akademischen Selbstverwaltung und sein Engagement in wissenschaftlichen Gesellschaften als eine bedeutende Persönlichkeit im Bereich der Neurologie und Zahnmedizin etabliert. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen insbesondere auf der Präventivzahnmedizin.


Ergänzende Informationen zu neurologischen Kliniken und Forschung

Um das Bild von Konrad Beckers Wirken abzurunden, ist es hilfreich, einen Blick auf die Strukturen und Forschungsschwerpunkte neurologischer Kliniken zu werfen, wie sie beispielsweise an der Universität Essen bestehen.

Universitätsklinikum Essen: Neurologische Klinik

Die Neurologische Klinik am Universitätsklinikum Essen unterhält moderne Führungsstrukturen, die auf flachen Hierarchien und einem starken Teamansatz basieren. Der kollegiale Austausch zwischen allen Berufsgruppen, insbesondere den Pflegenden, wird aktiv gefördert.

Eine Besonderheit der Klinik ist die thematisch breite Ausrichtung. Es gibt eigenständige Bereiche in der Schlaganfall- und Notfallmedizin, der Neuroonkologie, der Neuroimmunologie, der peripheren Neurologie und bei den neurodegenerativen Erkrankungen. Darüber hinaus wurde das überregional bekannte Kopfschmerz-, Schwindel- und Rückenschmerzzentrum weiterentwickelt und ein neuer Bereich Epilepsie eröffnet.

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Um den universitären Ansprüchen gerecht zu werden, wurde ein ärztliches Führungsteam mit flachen Hierarchien geformt, das die genannten Bereiche klinisch und wissenschaftlich eigenständig vertritt. Die Bereichsleiter sind ausgewiesene Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet, wodurch eine Ausbildung der Assistenzärzte auf höchstem Niveau sichergestellt wird. Die gute personelle Ausstattung der Klinik ermöglicht planbare Freistellungen für Forschungsaktivitäten. Strukturierte Clinician Scientist Programme sind vorhanden, und moderne Arbeitszeitmodelle lassen sich in vielen Fällen umsetzen. Der Erwerb der Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin, Schmerztherapie und Geriatrie ist möglich, ebenso der Erwerb des EEG, EP, EMG und Ultraschall Zertifikats.

Spezialisierungsmöglichkeiten in der Neurologie

Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der Neurologie haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Viele dieser Verfahren sind nur in größeren neurologischen Zentren verfügbar. Die Neurologische Klinik am Universitätsklinikum Essen bietet sowohl Fachärzten als auch Assistenzärzten in fortgeschrittener Weiterbildung die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen der spezialisierten Neurologie zu vertiefen. Dazu gehören unter anderem:

  • Epilepsiezentrum
  • Neuromuskuläres Zentrum
  • Neuroimmunologie
  • Kopf- und Schwindelzentrum
  • Spezielle Neuroonkologie
  • Neurologische Intensivmedizin und Schlaganfallmedizin
  • Behandlung von Bewegungsstörungen inkl. tiefer Hirnstimulationsverfahren

Forschungsschwerpunkte und Professuren

An der Universität Essen werden verschiedene Forschungsschwerpunkte im Bereich der Medizin verfolgt, die durch die Einrichtung von Professuren gestärkt werden. Einige Beispiele sind:

  • W3-Professur für Strukturellen Metabolismus der Entzündung
  • W3-Professur für “Data Science in Population Health”
  • W3-Professur für Medizininformatik
  • W3-Professur (mit Leitungsfunktion) für Hals-Nasen und Ohrenheilkunde
  • W2-Professur für Translational Brain Body Neuroscience (5 Jahre)
  • W2-Professur für Translationale viszeralchirurgische Präzisionsonkologie (5 Jahre)
  • W3-Stiftungsprofessur für Rekonstruktive Mikrochirurgie und lymphatische (Patho-)Mechanismen zerebraler Erkrankungen (5 Jahre)
  • W3-Professur (mit Leitungsfunktion) für Neurologie
  • W3-Professur (mit Leitungsfunktion) für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • W3-Professur (mit Leitungsfunktion) für Radiologie
  • W3-Professur für Tumorprädispositionssyndrome
  • W1-Juniorprofessur für Pathophysiology and plasticity of inflammation, infection and resolution
  • W3-Professur für Body and Brain Borders and Advanced Transcriptomics (Heisenberg)
  • W3-Professur (mit Leitungsfunktion) für Medizininformatik

Diese Professuren tragen dazu bei, die Forschung in verschiedenen Bereichen der Medizin voranzutreiben und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.


Aktuelle Forschung im Bereich psychischer Erkrankungen

Die Forschung im Bereich psychischer Erkrankungen ist ein wichtiger Bestandteil der Neurologie und Psychiatrie. Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit den Ursachen, der Diagnostik und der Therapie dieser Erkrankungen. Einige aktuelle Forschungsergebnisse sollen hier kurz zusammengefasst werden:

Genomweite Assoziationsstudien (GWAS)

Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) haben in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Identifizierung von genetischen Risikofaktoren für psychische Erkrankungen erzielt. Eine aktuelle Meta-Analyse von GWAS zu Angsterkrankungen identifizierte 58 Loci, die mit diesen Erkrankungen assoziiert sind. Die Ergebnisse deuten auf eine Beteiligung von GABAergen Signalwegen hin. Eine andere GWAS identifizierte 95 Risikoloci für die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Epigenetische Studien

Epigenetische Studien untersuchen die Rolle von Umwelteinflüssen auf die Genexpression. Eine longitudinale Studie analysierte das DNA-Methylom von Patienten mit Angsterkrankungen und fand epigenetische Marker, die mit dem Krankheitsrisiko und dem Ansprechen auf Psychotherapie assoziiert sind. Eine weitere Studie fand akute Stressinduzierte Veränderungen in der epigenomweiten DNA-Methylierung.

Neuroimaging-Studien

Neuroimaging-Studien verwenden bildgebende Verfahren wie fMRT, um die Gehirnaktivität und -struktur bei psychischen Erkrankungen zu untersuchen. Eine Multicenter-fMRT-Studie untersuchte die funktionelle Konnektivität im Ruhezustand bei Angsterkrankungen. Eine andere Studie fand eine erhöhte Genauigkeit bei der Erkennung subliminaler glücklicher Gesichtsausdrücke bei Patienten mit Panikstörung nach Psychotherapie.

Studien zu Darmmikrobiom

Studien zum Darmmikrobiom untersuchen die Rolle der Darmbakterien bei psychischen Erkrankungen. Eine Studie fand einen potenziellen kausalen Zusammenhang zwischen dem Darmmikrobiom und der PTBS.

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