Kopf Anatomie: Gehirn, Hals und Strukturen

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anatomie des Kopfes, wobei der Schwerpunkt auf dem Gehirn, dem Hals und den damit verbundenen Strukturen liegt. Er behandelt topografische Merkmale, Leitungsbahnen, Muskulatur und die Entwicklung der Kopf-Hals-Region.

Einführung

Der Kopf ist der am höchsten gelegene Teil des menschlichen Körpers, der durch den Hals mit dem Rumpf verbunden ist. Er beherbergt das Gehirn, die Steuerzentrale des Körpers, sowie wichtige Sinnesorgane wie Augen, Ohren und Nase. Der Hals ermöglicht die Mobilität des Kopfes und beherbergt lebenswichtige Strukturen wie die Schilddrüse und den Pharynx.

Überblick über die Kopf-Hals-Region

Die Kopf-Hals-Region ist eine komplexe anatomische Einheit, die eine Vielzahl von Strukturen umfasst, darunter:

  • Gehirn: Das Gehirn ist das wichtigste Organ des zentralen Nervensystems, das für die sensorische Informationsaufnahme, deren Verarbeitung und die Motorik verantwortlich ist.
  • Schädel: Der Schädel ist eine knöcherne Kapsel, die das Gehirn schützt und dem Hals aufsitzt. Er besteht aus dem Neurokranium (Gehirnschädel) und dem Viszerokranium (Gesichtsschädel).
  • Gesicht: Das Gesicht umfasst die Augen, die Nase, die Ohren und den Mund.
  • Hals: Der Hals verbindet den Kopf mit dem Rumpf und beherbergt wichtige Strukturen wie die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, den Pharynx und den Larynx.

Das Gehirn

Das Gehirn (Encephalon) ist der Teil des zentralen Nervensystems, der innerhalb des knöchernen Schädels liegt und diesen ausfüllt. Es besteht aus unzähligen Nervenzellen, die über zuführende und wegführende Nervenbahnen mit dem Organismus verbunden sind und ihn steuern.

Aufbau des Gehirns

Das menschliche Gehirn lässt sich grob in fünf Abschnitte gliedern:

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  1. Großhirn (Telencephalon): Das Großhirn ist der größte und schwerste Teil des Gehirns und ähnelt mit seinen Falten und Furchen einem Walnusskern. Es ist für höhere kognitive Funktionen wie Denken, Sprache und Gedächtnis verantwortlich.
  2. Zwischenhirn (Diencephalon): Das Zwischenhirn besteht unter anderem aus dem Thalamus und dem Hypothalamus. Der Thalamus ist der Vermittler sensorischer und motorischer Signale zum und vom Großhirn. Der Hypothalamus steuert zahlreiche körperliche und psychische Lebensvorgänge.
  3. Mittelhirn (Mesencephalon): Das Mesencephalon ist der kleinste Abschnitt des Gehirns und enthält wichtige Kerngebiete für die Motorik.
  4. Kleinhirn (Cerebellum): Oberhalb des Hirnstamms und unterhalb der beiden Großhirnhemisphären sitzt das Kleinhirn. Es ist für Gleichgewicht und Bewegungen und deren Koordination verantwortlich.
  5. Hirnstamm (Truncus encephali): Der Hirnstamm ist der stammesgeschichtlich älteste Teil des Gehirns. Er bildet den untersten Gehirnabschnitt und besteht aus Mittelhirn, Brücke (Pons) und Nachhirn (Medulla oblongata). Im Nachhirn kreuzen sich die Nervenbahnen der beiden Körperhälften. Außerdem werden hier viele automatisch ablaufende Vorgänge wie Herzschlag, Atmung oder Stoffwechsel gesteuert.

Funktion des Gehirns

Das Gehirn ist für eine Vielzahl von Funktionen verantwortlich, darunter:

  • Sensorische Informationsaufnahme: Das Gehirn empfängt Informationen von den Sinnesorganen und verarbeitet diese.
  • Motorik: Das Gehirn steuert die Muskulatur und das Hormonsystem.
  • Kognitive Funktionen: Das Gehirn ist für Denken, Sprache, Gedächtnis und andere höhere kognitive Funktionen verantwortlich.
  • Emotionen: Das Gehirn ist an der Verarbeitung von Emotionen beteiligt.
  • Homöostase: Das Gehirn hilft bei der Aufrechterhaltung der Homöostase, des inneren Gleichgewichts des Körpers.

Der Schädel

Der Schädel ist eine starke, knöcherne Kapsel, die das Gehirn umschließt und dem Hals aufsitzt. Man unterteilt den knöchernen Schädel in zwei Teile: das Neurokranium (den Gehirnschädel) und das Viszerokranium (den Gesichtsschädel).

Neurokranium

Das Neurokranium, das das Gehirn fast vollständig umgibt, kann selbst wiederum in zwei Teile unterteilt werden: die Schädelbasis, auf der das Gehirn aufliegt, und die Calvaria, also die Schädelkalotte (Schädeldach) über dem Gehirn.

Viszerokranium

Das Viszerokranium (Gesichtsschädelknochen) ist für die Aufrechterhaltung der Struktur der Gesichtsmuskulatur verantwortlich.

Schädelknochen

Der Schädel besteht aus 22-30 einzelnen Schädelknochen. Einige dieser Schädelknochen sind über gewisse unechte Gelenke miteinander verbunden; sogenannte Suturen, die Schädelnähte.

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Das Gesicht

Das Gesicht umfasst die Augen, die Nase, die Ohren und den Mund.

Nase

Die Nase ist eine ziemlich offensichtliche anatomische Struktur unseres Kopfes. Sie ragt uns aus dem Gesicht und ist für jeden erkennbar. Wir benötigen sie, um atmen und riechen zu können. Die Nase besteht aus einem Os nasale auf jeder Seite und dem Nasenknorpel, der zwei Öffnungen, die Nasenlöcher, bildet. Hinter der Nase beginnt die Nasenhaupthöhle. Diese Nasenhaupthöhle wird vom Septum nasi, also der Nasenscheidewand, in zwei gleiche Teile geteilt. Auf jeder Seite der Nasenscheidewand befinden sich drei Muschel-ähnliche Strukturen, die Conchae genannt werden.

Augen

Die Nase befindet sich inmitten zweier weiterer wichtiger Sinnesorgane im Gesicht: den Augen. Das Auge besteht aus einem Augapfel, der in eine knöcherne Tasche eingesetzt ist. Diese knöcherne Vertiefung im Schädelknochen nennt man Orbita.

Ohren

An beiden Seiten des Kopfes befinden sich die Ohren. Von außen sichtbar sind allerdings nur die Ohrmuscheln und die Öffnung des äußeren Gehörgangs. Die komplizierte Anatomie des Ohres ist dagegen tiefer im Schädel versteckt. Die Anatomie des Ohres beinhaltet aber noch weitere Strukturen. Zusätzlich zum oben genannten Aufbau gehört zum Ohr auch noch die Tuba auditiva, das Tegmen tympani und das Labyrinth.

Mund

Eine weitere anatomische Struktur des Kopfes, die man nicht nur sehen sondern auch hören kann, ist der Mund, oder die Mundhöhle. Die Mundhöhle bildet den ersten Abschnitt des Verdauungstrakts und spielt eine große Rolle bei der mechanischen Zerkleinerung und Durchmischung der Nahrung. Die Mundhöhle besteht aus zwei Teilen: dem Mundvorhof, der sich zwischen der Zahnreihe und den Lippen befindet, und der Mundhaupthöhle, die sich hinter den Zähnen befindet und häufig als “eigentliche Mundhöhle” bezeichnet wird.

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Der Hals

Der Hals ist zum Einen stark genug, um den Kopf zu tragen. Auf der anderen Seite ist der Hals aber auch beweglich genug, um den Kopf in alle möglichen Richtung zu bewegen. Von außen wird der Hals in sogenannte Halsdreiecke unterteilt. In jedem dieser Halsdreiecke liegen bestimmte Muskeln, Gefäße und Nerven. Viele der Halsmuskeln setzen am Os hyoideum, dem Zungenbein, an. Das Os hyoideum befindet sich bei den Männern ungefähr auf Höhe des Adamsapfels (Prominentia laryngea).

Halsmuskulatur

Die Mehrzahl der Muskeln des Halses kann auf diese Art und Weise in zwei Gruppen geteilt werden: die suprahyale Muskulatur und die infrahyale Muskulatur.

Halsorgane

Zu den Organen des Halses gehören die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, der Pharynx und der Larynx.

Leitungsbahnen von Kopf und Hals

Die arterielle Versorgung der Kopf-Hals-Region erfolgt durch die A. carotis communis und die A. subclavia. Die A. carotis communis teilt sich an der Bifurcatio carotidis (Karotisgabel) etwa auf Höhe des 4. Halswirbelkörpers in die A. carotis interna, die v.a. intrakranielle Bereiche versorgt, und die A. carotis externa, die v.a. extrakranielle Bereiche versorgt. Die A. subclavia ist hingegen für die thoraxnahen Bereiche des Halses zuständig.

Nervensystem im Kopf-Hals-Bereich

Im Kopf-Hals-Bereich befinden sich als Teil des Nervensystems neben den Hirnnerven die parasympathischen Kopfganglien, die sympathischen Halsganglien und die Äste der zervikalen Spinalnerven. Die ventralen Äste der zervikalen Spinalnerven bilden den sog. Plexus cervicalis, der sowohl motorische als auch sensible Äste enthält.

Entwicklung der Kopf-Hals-Region

Eine Reihe von Strukturen im Kopf-Hals-Bereich stammen von den sog. Schlundbögen, Schlundtaschen und Schlundfurchen ab, die aus dem primitiven Pharynx entstehen. In diesen wandern in der 4. und 5. Woche mesenchymale Zellen ein und entwickeln sich zu den Schlundbögen. Getrennt werden die Schlundbögen nach außen hin durch ektodermale Schlundfurchen, wobei nur die erste Schlundfurche eine Organanlage bildet. Aus den entodermalen Aussackungen zwischen den Kiemenbögen, den sog. Schlundtaschen, entwickeln sich verschiedene Strukturen.

Klinische Relevanz

Die Kenntnis der Anatomie des Kopfes ist für das Verständnis verschiedener klinischer Erkrankungen von entscheidender Bedeutung. So können beispielsweise Frakturen des Schädels zu Hirnverletzungen führen. Entzündliche Prozesse im Kopfbereich können sich als Senkungsabszess über das Spatium peripharyngeum bis in das Mediastinum gelangen.

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