Kopfschmerzen und Taubheitsgefühle in der Hand können sehr belastend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Der Alltag ist kaum zu bewältigen, weil man sich so schlecht fühlt und die Hilfe anderer benötigt. Es ist wichtig, die Ursachen dieser Symptome zu verstehen, um eine geeignete Behandlung zu finden.
Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen und Taubheitsgefühl in der Hand
Die Ursachen für Kopfschmerzen und Taubheitsgefühl in der Hand können vielfältig sein. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Blockaden und Muskelverspannungen an der Halswirbelsäule: Blockaden und Muskelverspannungen an der Halswirbelsäule sind die häufigsten Ursachen für die genannten Symptome.
Karpaltunnelsyndrom (KTS): Gefühlsstörungen in den Fingern und von der Hand ausstrahlende Schmerzen, die sich manchmal über den Oberarm bis zur Schulter ziehen, können Anfangssymptome des so genannten Karpaltunnel-Syndroms (KTS) sein. Das Karpaltunnelsyndrom ist die am häufigsten vorkommende Nerveneinengung an der Hand. Es wird durch eine Kompression des Medianus-Nervs verursacht, der in der Höhe der Handwurzel zusammen mit Sehnen durch den Karpalkanal verläuft. „Eingeengt und geschädigt wird der Nerv durch beständige Druckbelastung durch das Umgebungsgewebe der Handwurzel und deren Band. Meist sind eine Fehlhaltung und eine gleichzeitige Überlastung des Handgelenks die Ursache für die Verengung“, erklärt Dr. Beil. Daneben können auch hormonelle Ursachen, wie in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren, Stoffwechselerkrankungen, knöcherne Verformungen sowie rheumatische Erkrankungen das Syndrom begünstigen. Auch eine Verletzung an der Hand oder ein Handgelenksbruch können ein Karpaltunnel-Syndrom begünstigen.
Erkrankungen der Nerven: Polyneuropathie, Multiple Sklerose (MS), Parkinson-Krankheit, Migräne, Guillain-Barré-Syndrom (GBS)
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Bandscheibenvorfall: Obwohl ein Bandscheibenvorfall in erster Linie eine orthopädische Erkrankung ist, kann die Kompression von Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks neurologische Symptome wie Taubheit, Kribbeln oder Muskelschwäche hervorrufen. Solche Gefühlsstörungen treten typischerweise einseitig auf - abhängig davon, welcher Bereich der Wirbelsäule betroffen ist. Häufig äußern sie sich im Bein, Fuß, Arm oder in der Hand und gehen mit Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen einher. In schwereren Fällen kann es auch zu Schwäche oder Lähmungserscheinungen kommen.
Durchblutungsstörungen: Schlaganfall, Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Raynaud-Syndrom. Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Bei jedem Verdacht ist es das Wichtigste, sofort die Notrufnummer 112 anzurufen. Je früher behandelt werden kann, desto eher lassen sich dauerhafte Folgen vermeiden.
Psychische Störungen: Angst-/Panikattacken und Angststörungen (Phobien), Hyperventilationssyndrom, Somatoforme Störungen
Medikamente und Umweltgifte: Vergiftungen, zum Beispiel mit Schwermetallen, haben mitunter chronische Schäden an den Nerven zur Folge, die zu Missempfindungen führen. Kribbeln und Taubheitsgefühle treten bisweilen auch als unerwünschte, aber meist vorübergehende Nebenwirkung einiger Medikamente auf.
Andere Erkrankungen: Unbehandelter Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes, neurologische Grunderkrankungen oder Erkrankungen des Innenohrs.
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Symptome
Die Symptome können je nach Ursache variieren. Einige häufige Symptome sind:
- Kopfschmerzen (unterschiedlicher Art und Stärke)
- Taubheitsgefühl in der Hand oder den Fingern
- Kribbeln in der Hand oder den Fingern
- Schmerzen in der Hand, im Arm oder in der Schulter
- Schwäche in der Hand oder im Arm
- Schwindel
- Übelkeit
- Eingeschlafene Hände oder Finger
- Sprachstörungen
- Sehstörungen
- Gangunsicherheit
Diagnose
Um die Ursache für Kopfschmerzen und Taubheitsgefühl in der Hand zu finden, ist eine gründliche Diagnose erforderlich. Zunächst müssen jedoch andere ernste Erkrankungen ausgeschlossen werden. Dazu zählen der unbehandelte Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes, neurologische Grunderkrankungen oder Erkrankungen des Innenohrs. Auch ein möglicher Unfallhergang muss genau erfragt werden. Sind die Beschwerden nicht anders zu erklären, erfolgt eine ausführliche orthopädische Untersuchung.
Die Diagnose ist in den meisten Fällen gut zu stellen, da die Symptome oft typisch sind. Ausgeschlossen werden muss, dass die Beschwerden von einer Schädigung der Halswirbelsäule ausgehen. Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die ein Neurologe vornehmen kann, vermag Aufschluss über das Ausmaß der Schädigung geben.
Der Arzt wird folgende Untersuchungen durchführen:
- Anamnese: Der Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Lebensumständen fragen.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird Sie körperlich untersuchen, um mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden zu finden. Nimmt man Reize auf der Haut nicht mehr richtig wahr, etwa einen Piks mit der Nadel, sind meist die kleinen Nervenenden geschädigt.
- Neurologische Untersuchung: Der Arzt wird Ihre Nervenfunktion überprüfen, um festzustellen, ob eine Nervenschädigung vorliegt.
- Weitere Untersuchungen: Je nach Verdacht kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen, wie z. B. eine Röntgenaufnahme, eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Elektromyographie (EMG). Blut-Tests: Mit Blut-Tests lassen sich weitere Hinweise auf die möglichen Ursachen finden. Gemessen werden zum Beispiel:der Blutzuckerspiegeldie Menge bestimmter Vitamine und MineralstoffeEntzündungswerte
Behandlung
Die Behandlung von Kopfschmerzen und Taubheitsgefühl in der Hand richtet sich nach der Ursache. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Diagnose eingesetzt werden können:
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- Physikalische und manuelle Therapien: Physikalische und manuelle Therapien helfen, die Beschwerden zu lindern. Auch wenn bei dir ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule diagnostiziert wurde, kannst du in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt Dehnübungen ausprobieren.
- Medikamentöse Behandlung: Je nach Ursache können Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Muskelrelaxantien oder andere Medikamente eingesetzt werden.
- Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursache für die Beschwerden zu beheben.
- Ergonomische Maßnahmen: Menschen, die viel am Computer arbeiten und auch Sportler mit einseitigen Bewegungsabläufen sind besonders gefährdet, ein Karpaltunnel-Syndrom zu entwickeln. Sie können der Erkrankung durch Pausen und dem Beheben chronischer Fehlbelastung sowie durch Handgelenkschoner vorbeugen. Bei der Computerarbeit ist eine ergonomisch geformte Tastatur ratsam sowie die Nutzung einer Maus, deren Maße zur Größe der Hand passen und die flüssig zu bewegen ist.
- Hausmittel: Drehe die Finger nach außen und immer weiter zurück bis die Finger im besten Fall zu dir nach hinten zeigen. Du lässt deine Handfläche am Boden oder auf dem Tisch und erzeugst eine intensive Dehnung am Handgelenk. Um die Dehnung zu intensivieren, bewege die Schultern zurück.
Im Frühstadium kann eine Ruhigstellung des Handgelenks mit Hilfe einer Schiene ausreichend sein. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine entzündungshemmende und schmerzstillende Behandlung durchgeführt werden“, ergänzt der Neurologe. Auch die Einnahme von Kortison kann in manchen Fällen gute Erfolge bringen.
Vorbeugung
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Kopfschmerzen und Taubheitsgefühl in der Hand vorzubeugen:
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung.
- Vermeiden Sie einseitige Belastungen.
- Machen Sie regelmäßig Pausen bei der Arbeit.
- Dehnen und kräftigen Sie Ihre Muskeln.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung.
- Vermeiden Sie Stress.
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