Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, ist ein Gewürz mit einer langen Geschichte in der traditionellen Medizin. Ursprünglich in Südasien beheimatet, wird Kurkuma heute weltweit für seine vielfältigen gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Besonders hervorzuheben sind die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften, die sich positiv auf Nerven und Haut auswirken können.
Was ist eine Entzündung?
Entzündungen sind eine natürliche Reaktion des Immunsystems auf schädliche Reize. Es gibt zwei Haupttypen:
- Akute Entzündung: Eine kurzfristige, gewünschte Reaktion auf eine Verletzung oder Infektion. Sie hilft, den Auslöser zu beseitigen und den Heilungsprozess einzuleiten.
- Chronische Entzündung: Eine langfristige Entzündung, die ohne erkennbaren Auslöser auftritt und gesundes Gewebe schädigen kann. Sie kann zu verschiedenen chronischen Erkrankungen führen.
Wie Kurkuma bei Entzündungen wirkt
Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Kurkuma sind auf Curcumin zurückzuführen, den Hauptwirkstoff der Pflanze. Curcumin kann die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen im Körper hemmen und so Entzündungen reduzieren.
Curcuma bei chronischen Entzündungen
Chronische Entzündungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten. Curcuma kann hier positiv wirken, indem es Entzündungsprozesse beeinflusst.
- Rheumatoide Arthritis: Curcuma kann chronische Entzündungen in den Gelenken reduzieren und so die Symptome lindern.
- Entzündliche Darmerkrankungen: Bei Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Reizdarmsyndrom kann Curcuma helfen, Entzündungen im Darm zu reduzieren.
- Kniegelenksarthrose: Curcuma kann den Abbau von Knorpelgewebe verlangsamen und entzündliche Phasen reduzieren.
Kurkuma und die Nerven
Neben den entzündungshemmenden Eigenschaften hat Kurkuma auch positive Auswirkungen auf die Nerven.
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Kurkuma für Gedächtnis und Konzentration
Studien deuten darauf hin, dass Curcuma die Merkfähigkeit und Erinnerung verbessern kann. Es wird vermutet, dass Curcumin Beta-Amyloide, Proteine, die im Gehirn Ablagerungen bilden können, abtransportieren kann.
Curcuma bei Altersvergesslichkeit
Curcuminoide können helfen, Proteine, die im Gehirn Ablagerungen bilden, aus dem Körperkreislauf abzutransportieren. Diese Proteine tragen in hohem Maße zur Altersvergesslichkeit bei, weswegen sich Curcuma hier in beginnenden Stadien bewährt hat.
Kurkuma und die Haut
Kurkuma wird auch in der Hautpflege eingesetzt, da es antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
Antioxidative und zellschützende Eigenschaften
Curcumin kann freie Radikale abfangen und Signalkaskaden steuern, die oxidativen Stress und lichtinduzierte Hautalterung beeinflussen.
Unterstützung der Hautbarriere
Curcumin kann die Lipidsynthese in Keratinozyten stimulieren, insbesondere die Bildung von Ceramiden und freien Fettsäuren. Es stabilisiert den pH-Wert der Haut und kann den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduzieren.
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Schutz vor Kollagenabbau
Curcumin hemmt die Expression von Matrix-Metalloproteinasen (MMPs), die für den Abbau von Kollagen verantwortlich sind. Dies kann den Kollagengehalt und die Elastizität der Haut positiv beeinflussen.
Einfluss auf die Hautfarbe
Curcumin hemmt die Tyrosinase-Aktivität und kann dadurch die Melaninbildung reduzieren. Diese depigmentierenden Effekte sind insbesondere für Menschen mit unregelmäßigem Teint oder postinflammatorischen Flecken relevant.
Schutz vor UV-Strahlung
Curcumin kann die Haut vor Schäden durch UV-Strahlung schützen.
Kurkuma bei Hauterkrankungen
- Akne: Curcumin hemmt das Wachstum von C. acnes und senkt die Freisetzung entzündlicher Zytokine in Sebozyten. Es reguliert die Aktivität der 5-α-Reduktase, eines Enzyms, das die Talgproduktion stimuliert.
- Psoriasis: Curcumin kann die Plaque-Dicke und Rötung reduzieren.
- Neurodermitis: Curcumin kann die Treg-Aktivität fördern und proinflammatorische Zytokine hemmen.
Kurkuma für die Wundheilung
Curcumin beeinflusst alle drei Phasen der Wundheilung positiv: Entzündung, Neubildung und Remodellierung. Es kann die Wundheilung beschleunigen und die Narbenbildung reduzieren.
Wie man Kurkuma am besten nutzt
Die Bioverfügbarkeit von Curcumin ist begrenzt, daher ist es wichtig, Kurkuma richtig einzunehmen, um die gesundheitlichen Vorteile optimal zu nutzen.
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Möglichkeiten zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit
- Kombination mit Fett: Curcumin ist fettlöslich und wird besser aufgenommen, wenn es zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit oder in Öl-basierten Kapseln eingenommen wird.
- Kombination mit Piperin: Piperin, ein Inhaltsstoff von schwarzem Pfeffer, kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin um bis zu 2000 % steigern.
- Mizellen-Technologie: Durch die Mizellen-Technologie wird die Bioverfügbarkeit von Kurkuma um ein Vielfaches erhöht.
- Liposomen/Nano-Formulierungen: Moderne Liposomen/Nano-Formulierungen verbessern Stabilität und Aufnahme zusätzlich.
Darreichungsformen
- Pulver: Curcuma kann in Form eines Pulvers konsumiert werden. Wenn Curcuma oder Curry in der Küche als Gewürz verwendet werden, sollte das Pulver immer mit etwas Öl angeröstet werden.
- Kapseln: Curcuma ist auch als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln erhältlich. Sinnvoll ist eine Kombination aus Extrakt und Pulver.
- Tinktur: Mithilfe von Alkohol können Sie auch eine Kurkuma-Tinktur herstellen.
- Paste: Zur äußeren Anwendung bietet sich eine Paste an.
Anwendung
- Orale Einnahme: Die orale Einnahme von Kurkuma gilt als der nachhaltigste Weg, um Curcumin systemisch verfügbar zu machen.
- Topische Anwendung: Die topische Anwendung von Kurkuma kann entzündliche Hautzustände direkt beeinflussen. In Kosmetika wird meist Curcumin-Extrakt oder ätherisches Kurkumaöl eingesetzt.
Sicherheitshinweise
Kurkuma gilt sowohl als Lebensmittel als auch in moderater Dosierung als Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich sicher.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei topischer Anwendung kann es in seltenen Fällen zu leichten Hautreizungen, Trockenheit oder temporärer Gelbfärbung kommen. Bei oraler Einnahme sind in normalen Dosierungen (bis 1 g Curcumin pro Tag) keine Nebenwirkungen bekannt.
Kontraindikationen
Schwangere und Stillende sowie Personen mit Gallensteinen und Durchfall sollten auf Nahrungsergänzungsmittel mit Curcumin verzichten. Personen, die Blutverdünner einnehmen, sollten vor der Einnahme von Kurkuma ihren Arzt konsultieren.
Dosierungsempfehlungen
Eine typische Tagesdosis liegt bei 500-1000 mg Curcumin. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA limitierte die tägliche Höchstdosierung auf zwei Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht. Langfristig sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 3 mg Curcumin pro kg Körpergewicht täglich als sicher an.