Taubheitsgefühl Ursachen Blutverlust: Ein umfassender Überblick

Ein Taubheitsgefühl, oft begleitet von anderen Beschwerden, kann vielfältige Ursachen haben. In diesem Artikel werden wir uns mit den Ursachen von Taubheitsgefühlen im Zusammenhang mit Blutverlust auseinandersetzen, wobei wir sowohl akute als auch chronische Szenarien berücksichtigen. Wir werden auch die Rolle von Bluterkrankungen wie Anämie und essentieller Thrombozythämie untersuchen und wie diese zu Taubheitsgefühlen beitragen können.

Hirnvenenthrombose und Taubheitsgefühl

Ein wichtiger Aspekt, der im Zusammenhang mit Taubheitsgefühlen und Blutverlust betrachtet werden muss, ist die Hirnvenenthrombose (HVT) oder Hirnsinusthrombose. Diese tritt auf, wenn eine Gehirnvene oder ein großer venöser Blutleiter (Sinus) im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verschlossen wird.

Ursachen und Risikofaktoren der Hirnvenenthrombose

In vielen Fällen lässt sich die Ursache für Hirnvenen- und Hirnsinusthrombosen nicht finden. Manchmal stecken schwere, sich ausbreitende Entzündungen aus dem Ohr- oder Gesichtsbereich (septische Form) dahinter. Häufiger jedoch ist eine Thrombose Folge einer bis dahin nicht bekannten verstärkten Blutgerinnung oder von Erkrankungen, die das Blut stärker gerinnen lassen als normal (blande Form). Auch weibliche Geschlechtshormone erhöhen die Blutgerinnung. In manchen Fällen führen Bluterkrankungen zu Thrombosen im Gehirn. Eine seltene Ursache von Sinusvenenthrombosen ist die Impfung gegen Sars-CoV-2 mit einem Vektorimpfstoff. Betroffen sind hier vor allem Frauen unter 60 Jahren.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes (z. B. durch Hormontherapie oder Blutgerinnungsstörungen)
  • Eitrige Entzündungen im Kopfbereich
  • Weibliche Geschlechtshormone
  • Bluterkrankungen
  • Impfung gegen Sars-CoV-2 mit einem Vektorimpfstoff (selten)

Symptome der Hirnvenenthrombose

Leitsymptome sind langdauernde oder wiederholt auftretende Kopfschmerzen, häufig begleitet von verschiedenen Beschwerden, die mitunter einem Schlaganfall ähneln (Lähmungen, Krampfanfälle). Plötzlich auftretende oder chronische Kopfschmerzen, Krampfanfälle, neurologische Ausfälle können auftreten.

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Pathophysiologie der Hirnvenenthrombose

Das Blut aus dem Gehirn wird über Gehirnvenen und über in der harten Hirnhaut verlaufende Blutleiter (Sinus) zurück zum Herzen geleitet. Wenn das Blut nicht abfließen kann, staut es sich zurück. Durch den erhöhten Druck im Bereich vor dem Abflusshindernis kommt es zu einem Austritt von Flüssigkeit in das Gehirngewebe (Hirnödem) und der Hirndruck steigt. Daneben droht auch die Minderdurchblutung (Ischämie) von Hirnabschnitten.

Diagnose und Behandlung der Hirnvenenthrombose

Bei Verdacht auf eine Hirnvenen- oder Hirnsinusthrombose lässt der Arzt unverzüglich eine bildgebende Diagnostik durchführen. Am besten geeignet ist dazu eine Kernspinuntersuchung der Hirngefäße mit Kontrastmittel, alternativ kann auch eine spezielle CT-Venographie eingesetzt werden. Ist eine Sinusvenenthrombose nachgewiesen, stehen weitere Untersuchungen zur Ursachenforschung an.

Patienten mit einer Hirnvenen- oder Hirnsinusthrombose müssen stationär behandelt werden, z. B. in einer Stroke Unit. Grundpfeiler der Therapie ist die Hemmung der Blutgerinnung und, bei entzündlicher Ursache, die Gabe von Antibiotika.

Weitere Maßnahmen umfassen:

  • Behandlung von Grunderkrankungen (z. B. Sichelzellanämie, Polyzythämia vera)
  • Absetzen von Hormonen ("Pille", Hormonersatztherapie)
  • Oberkörperhochlagerung und Diuretika zur Vorbeugung einer Hirndruckerhöhung
  • Schmerzmittel (Paracetamol oder Opioide)
  • Antikonvulsiva bei epileptischen Krampfanfällen
  • Kraniektomie bei großen Stauungsblutungen
  • Lumbalpunktionen oder ventrikuloperitonealer Shunt bei gesteigertem Druck im Liquorkanal
  • Endovaskuläre Therapie bei ausgedehnter Thrombose oder Verschlechterung des Zustands

Nach der Akutbehandlung wird die Blutgerinnungstherapie auf Tabletten umgestellt (orale Antikoagulation), die in der Regel 3-12 Monate, bei schweren Thrombosen auch dauerhaft notwendig ist. Wirkstoffe dafür sind Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon wie z. B. Marcumar®) oder Antikoagulanzien aus der Gruppe der NOAK (neue orale Antikoagulanzien wie etwa Apixaban (Eliquis®) oder Dabigatran (Pradaxa®)).

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Prävention und Management nach Hirnvenenthrombose

Ebenso wichtig wie die Antikoagulation ist das Reduzieren von Risikofaktoren. Nach einer überstandenen Hirnvenen- oder Sinusthrombose gilt es, das Risiko einer erneuten Thrombose zu minimieren.

  • Konsequenter Rauchstopp
  • Absetzen hormonhaltiger Verhütungsmittel
  • Regelmäßige Gerinnungstests
  • Vorsicht mit Alkohol, Ingwer und Goji-Beeren
  • Konstanter Verzehr von Vitamin-K-haltigen Gemüsen und Salaten
  • Bei Kinderwunsch Umstellung von Phenprocoumon auf Heparin

Mikroblutungen im Gehirn und Taubheitsgefühl

Häufig bleiben Mikroblutungen im Gehirn unbemerkt. Bei einer Mikroblutung im Gehirn treten winzige Blutmengen aus den Gefäßen aus. Die Auslöser können je nach Form der Mikroblutung unterschiedlich sein. Bei sogenannten hypertensiven Blutungen ist häufig hoher Blutdruck die Ursache. Durch diesen werden die Gefäße in der Mitte des Hirns stark überlastet, sodass sie brechen können. Bei zerebraler Amyloidangiopathie, Mikroblutungen in der Gehirnrinde, ist ein Überschuss des Proteins Beta-Amyloid für die Blutung verantwortlich. Es lagert sich in den Gefäßen ab und macht diese brüchig. Folgen können hier ebenfalls Koordinationsschwierigkeiten sein. Betroffene leiden zudem häufig an steifen Gelenken und sogar Spastiken. In Summe schädigen die Blutungen das Gehirn und beeinträchtigen auf Dauer die Gehirnleistung. Werden die Mikroblutungen früh genug entdeckt, können sie teils rechtzeitig behandelt werden - beispielsweise durch blutdrucksenkende Medikamente. Durch regelmäßige Physio- und Ergotherapie lassen sich die Folgen eindämmen.

Auswirkungen von Mikroblutungen

Die Auswirkungen können Ausfälle bei komplexen motorischen Abläufen sein - wie beim Gehen, handwerklichen Tätigkeiten oder beim Sport. Sie können bereits ab dem 40. Lebensjahr auftreten. In Summe schädigen die Blutungen das Gehirn und beeinträchtigen auf Dauer die Gehirnleistung.

Behandlung von Mikroblutungen

Werden die Mikroblutungen früh genug entdeckt, können sie teils rechtzeitig behandelt werden - beispielsweise durch blutdrucksenkende Medikamente. Durch regelmäßige Physio- und Ergotherapie lassen sich die Folgen eindämmen.

Anämie und Taubheitsgefühl

Anämie, auch bekannt als Blutarmut oder Blutmangel, liegt vor, wenn der Hämoglobin-Gehalt des Blutes vermindert ist oder zu niedrig ist. Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, ist entscheidend für die Bindung und den Transport von Sauerstoff durch die Blutbahn in die Körperzellen. Eine Anämie führt daher zu einer zu geringen Transportkapazität für Sauerstoff, was eine Unterversorgung der Körperzellen zur Folge hat. Dies äußert sich in verschiedenen Symptomen, da der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

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Ursachen von Anämie

Es gibt verschiedene Arten von Anämie, die unterschiedliche Ursachen haben:

  • Eisenmangelanämie: Die häufigste Form, verursacht durch mangelnde Eisenaufnahme, erhöhten Bedarf (z. B. Schwangerschaft) oder Blutverlust.
  • Vitamin-B12- und Folsäuremangelanämie: Ein Mangel an diesen Vitaminen führt zu gestörter Zellteilung und funktionsgestörten roten Blutkörperchen.
  • Blutungsbedingte Anämie: Tritt durch akuten oder chronischen Blutverlust auf.
  • Hämolytische Anämie: Hierbei werden die roten Blutkörperchen zu früh abgebaut.
  • Anämie bei chronischen Erkrankungen: Langfristige Erkrankungen können die Blutbildung hemmen.
  • Aplastische Anämie: Eine seltene Form, bei der das Knochenmark zu wenige Blutzellen bildet.

Symptome von Anämie

Typische Symptome sind:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Blasse Haut und Schleimhäute
  • Schwindel und Konzentrationsprobleme
  • Kurzatmigkeit und Herzrasen
  • Kopfschmerzen und Ohrensausen
  • Kalte Hände und Füße
  • Brüchige Nägel und Haarausfall
  • Zungenbrennen oder Schluckbeschwerden

Diagnose und Therapie von Anämie

Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung, bei der der Hämoglobin-Wert und die Anzahl der Erythrozyten bestimmt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Anämie:

  • Eisenmangelanämie: Eisenpräparate und eisenreiche Ernährung.
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangelanämie: Vitamin-B12-Spritzen oder Tabletten, Folsäurepräparate.
  • Blutungsbedingte Anämie: Behebung der Ursache des Blutverlusts, Eisen- oder Bluttransfusionen.
  • Hämolytische Anämie: Immunsuppressiva, Bluttransfusionen.
  • Anämie bei chronischen Erkrankungen: Therapie der Grunderkrankung, Erythropoetin (EPO)-Therapie.
  • Aplastische Anämie: Bluttransfusionen und Knochenmarktransplantation, Immunsuppressive Medikamente.

Essentielle Thrombozythämie und Taubheitsgefühl

Die essentielle Thrombozythämie (ET) ist eine chronische Erkrankung des Knochenmarks, bei der sich die Blutplättchen (Thrombozyten) weitgehend unkontrolliert vermehren.

Ursachen und Risikofaktoren der essentiellen Thrombozythämie

Ursache für die essentielle Thrombozythämie ist in den allermeisten Fällen eine Genveränderung (Mutation) in den blutbildenden Zellen (Stammzellen) im Knochenmark. Bislang sind drei unterschiedliche Genveränderungen identifiziert, die ET auslösen: JAK2-Mutation, CALR-Mutation, MPL-Mutation.

Symptome der essentiellen Thrombozythämie

Mögliche Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Blaue Finger und Zehen (als Zeichen von Durchblutungsstörungen)
  • Sehstörungen
  • Blutergüsse
  • Ohrensausen, Tinnitus
  • Wadenkrämpfe
  • Schmerzen in den Beinen
  • Nasenbluten
  • Zahnfleischbluten
  • Starke oder schwache Menstruation
  • Müdigkeit
  • Schmerzhafte Rötungen, Schwellungen, Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühle in den Fingern oder Zehen
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Thrombosen in den tiefen Beinarterien
  • Lungenembolie
  • Thrombosen der Bauchvene
  • Schmerzen
  • Oberbauchschmerzen (Vergrößerung der Milz und/oder der Leber)

Diagnose und Therapie der essentiellen Thrombozythämie

Die Diagnose wird oft zufällig im Rahmen von Routineuntersuchungen gestellt. Hier fallen bei der Blutuntersuchung zunächst hohe Thrombozytenwerte auf. Folgende Untersuchungen führt der Arzt durch: Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung des Bauches, Molekulargenetische Untersuchung, Knochenmarkpunktion.

Wie die ET behandelt wird, richtet sich nach dem Alter des Patienten, dem Stadium der Erkrankung, den Symptomen und dem individuellen Thromboserisiko. Acetylsalicylsäure, Chemotherapie mit dem Wirkstoff Hydroxyurea, Anagrelid, Interferon-Alpha können eingesetzt werden.

Durchblutungsstörungen und Taubheitsgefühl

Ständig kalte Hände oder Füße, ein Kribbeln in den Gliedmaßen oder schwere Beine - solche Beschwerden können Anzeichen für eine gestörte Durchblutung sein.

Ursachen von Durchblutungsstörungen

Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung und das Fortschreiten von Durchblutungsstörungen begünstigen. Bewegungsmangel, chronische Entzündungen, Arteriosklerose können die Ursache sein.

Symptome von Durchblutungsstörungen

Sie entstehen, wenn Organe oder Gewebe nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden. Typisch ist das sogenannte Raynaud-Phänomen - eine Gefäßreaktion, bei der sich die kleinen Arterien in den Fingern plötzlich stark verengen. In der Folge wird die Blutzufuhr zu den betroffenen Fingern deutlich reduziert, sodass sie zunächst blass erscheinen. Bleibt die Durchblutung weiterhin gestört, färben sich die Finger bläulich, da sich sauerstoffarmes Blut zurückstaut.

Diagnose und Therapie von Durchblutungsstörungen

Ziel jeder Therapie ist es, die Blutversorgung zu verbessern, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu steigern. Die Art der Therapie unterscheidet sich dabei je nach betroffener Region, Schweregrad und der zugrundeliegenden Ursachen. Regelmäßiges Gehtraining unter Anleitung, Seekiefer-Extrakt, Rosskastanie, Steinklee, Extrakte aus rotem Weinlaub können zur Therapie eingesetzt werden.

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