Kortisonspritzen bei Tennisarm und Epilepsie: Risiken und Alternativen

Kortison ist ein vielseitiges Medikament, das in der Medizin häufig zur Behandlung von Entzündungen und zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt wird. Es kann in verschiedenen Formen verabreicht werden, darunter Tabletten, Infusionen und Spritzen. In diesem Artikel werden wir uns auf die Anwendung von Kortisonspritzen bei zwei unterschiedlichen Erkrankungen konzentrieren: dem Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) und der Epilepsie. Dabei werden wir die potenziellen Risiken und Nebenwirkungen sowie alternative Behandlungsmethoden beleuchten.

Der Tennisarm: Ursachen, Symptome und Behandlung

Der Tennisarm, auch bekannt als Epicondylitis humeri radialis, ist eine schmerzhafte Erkrankung, die durch eine Überlastung der Sehnenansätze am Ellenbogen verursacht wird. Die Ursache liegt meist in einer chronischen Überlastung der Hand- und Unterarmmuskulatur, oft durch wiederholte Bewegungen oder ungewohnte manuelle Tätigkeiten.

Symptome des Tennisarms

Typische Symptome eines Tennisarms sind:

  • Stechende Schmerzen im Ellenbogen, die bis in den Unterarm ausstrahlen können
  • Schmerzen bei Belastung der Hand oder des Unterarms, z. B. beim Greifen oder Anheben von Gegenständen
  • Druckempfindlichkeit am äußeren Ellenbogenknochen

Behandlungsmöglichkeiten des Tennisarms

In den meisten Fällen kann ein Tennisarm erfolgreich mit konservativen Maßnahmen behandelt werden. Dazu gehören:

  • Schonung und Ruhigstellung: Der betroffene Arm sollte konsequent geschont und schmerzhafte Bewegungen vermieden werden. Eine individuell angepasste Unterarmschiene oder eine Epicondylitisbandage kann zur Ruhigstellung eingesetzt werden.
  • Schmerzlinderung: Kühlpacks können im akuten Stadium helfen, während bei einem länger bestehenden Tennisarm Wärme die Durchblutung fördert und die Muskelentspannung unterstützt. Kinesiotapes können ebenfalls zur Linderung der Beschwerden beitragen.
  • Physiotherapie: Gezielte Dehn- und Bewegungsübungen sowie Massagen können die Beweglichkeit des Gelenks erhalten und die Beschwerden lindern.
  • Medikamentöse Therapie: Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen können zur Schmerzlinderung eingenommen werden. In manchen Fällen werden auch Kortisonspritzen direkt in den Bereich des betroffenen Sehnenansatzes injiziert.

Kortisonspritzen beim Tennisarm: Nutzen und Risiken

Kortisonspritzen können bei einem Tennisarm eine schnelle Schmerzlinderung bewirken, indem sie die Entzündung im Bereich des Sehnenansatzes reduzieren. Allerdings ist die Behandlung mit Kortison nur in Notfällen sinnvoll, wenn extremer Schmerz schnell verschwinden soll.

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Risiken von Kortisonspritzen:

  • Nebenwirkungen: Kortison kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, darunter Hautveränderungen, Infektionen, Muskelschwäche und eine Schwächung der Sehnen.
  • Wiederholte Injektionen: Wiederholte Kortisonspritzen können das Gewebe schädigen und den Heilungsprozess verzögern.
  • Keine langfristige Lösung: Kortisonspritzen behandeln lediglich die Symptome, nicht aber die Ursache des Tennisarms.

Alternative Behandlungsmethoden beim Tennisarm

Aufgrund der potenziellen Risiken von Kortisonspritzen sollten alternative Behandlungsmethoden bevorzugt werden. Dazu gehören:

  • Ergonomische Anpassungen: Anpassungen am Arbeitsplatz, wie die Verwendung einer ergonomisch geformten Computermaus oder die richtige Höhe von Schreibtisch und Bildschirm, können die Sehnenbelastung reduzieren.
  • Manuelle Therapie: Ein Therapeut kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen und die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern.
  • Akupunktur: Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei der Behandlung von Tennisarm-Schmerzen wirksam sein kann.
  • Operation: In seltenen Fällen, wenn konservative Behandlungen nicht erfolgreich sind, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden, um das einengende Gewebe zu entfernen oder einzuschneiden.

Epilepsie: Ursachen, Symptome und Behandlung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine vorübergehende Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn.

Ursachen von Epilepsie

Die Ursachen von Epilepsie sind vielfältig und können genetische Faktoren, Hirnschäden, Infektionen oder Stoffwechselstörungen umfassen. In einigen Fällen bleibt die Ursache jedoch unbekannt.

Symptome von Epilepsie

Die Symptome von Epilepsie können je nach Art des Anfalls variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Bewusstseinsverlust
  • Krämpfe
  • Muskelzuckungen
  • Veränderungen im Verhalten oder in der Wahrnehmung

Photosensitive Epilepsie

Eine besondere Form der Epilepsie ist die photosensitive Epilepsie, bei der epileptische Anfälle durch bestimmte Lichtreize ausgelöst werden können. Besonders Lichtreize mit hohem Kontrast und bestimmter Frequenz, wie sie z. B. auch in Fernsehfilmen oder auf Video gezeigt werden, können Auslöser sein.

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Behandlungsmöglichkeiten von Epilepsie

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind:

  • Medikamentöse Therapie: Antiepileptika sind Medikamente, die die Anfallshäufigkeit reduzieren oder die Anfälle vollständig unterdrücken können.
  • Chirurgie: In einigen Fällen kann eine Operation in Erwägung gezogen werden, um den Bereich im Gehirn zu entfernen, der die Anfälle auslöst.
  • Ketogene Diät: Eine spezielle Diät, die reich an Fett und arm an Kohlenhydraten ist, kann bei einigen Menschen mit Epilepsie die Anfallshäufigkeit reduzieren.
  • Vagusnervstimulation: Ein kleines Gerät, das unter die Haut implantiert wird, sendet elektrische Impulse an den Vagusnerv, was die Anfallshäufigkeit reduzieren kann.

Kortison bei Epilepsie: Nutzen und Risiken

Kortison wird in der Regel nicht zur langfristigen Behandlung von Epilepsie eingesetzt. In bestimmten Situationen kann Kortison jedoch kurzfristig eingesetzt werden, z. B. bei:

  • Status epilepticus: Ein anhaltender epileptischer Anfall, der lebensbedrohlich sein kann. Kortison kann helfen, die Entzündung im Gehirn zu reduzieren und die Anfallskontrolle zu verbessern.
  • Bestimmten Formen der Epilepsie: In seltenen Fällen kann Kortison bei bestimmten Formen der Epilepsie, die mit einer Entzündung des Gehirns einhergehen, wirksam sein.

Risiken von Kortison bei Epilepsie:

  • Anfallsauslösung: In einigen Fällen kann Kortison paradoxerweise epileptische Anfälle auslösen oder die Anfallshäufigkeit erhöhen.
  • Nebenwirkungen: Kortison kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, die für Menschen mit Epilepsie besonders problematisch sein können, wie z. B. Schlafstörungen, Unruhe und Stimmungsschwankungen.
  • Wechselwirkungen mit Antiepileptika: Kortison kann die Wirkung von Antiepileptika beeinflussen und die Anfallskontrolle erschweren.

Alternative Behandlungsmethoden bei Epilepsie

Aufgrund der potenziellen Risiken von Kortison sollten alternative Behandlungsmethoden bei Epilepsie bevorzugt werden. Dazu gehören:

  • Optimierung der medikamentösen Therapie: Eine sorgfältige Auswahl und Dosierung von Antiepileptika ist entscheidend für eine gute Anfallskontrolle.
  • Vermeidung von Anfallsauslösern: Menschen mit Epilepsie sollten versuchen, bekannte Anfallsauslöser zu vermeiden, wie z. B. Schlafmangel, Stress und bestimmte Lichtreize.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen: Eine regelmäßige Überwachung durch einen Neurologen ist wichtig, um die Behandlung anzupassen und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

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