Die Akupunktur ist eine Heilmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die in der westlichen Welt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Viele Menschen suchen nach alternativen Heilmethoden, die die wissenschaftsorientierte Medizin sinnvoll ergänzen. Die AOK (Allgemeine Ortskrankenkasse) bietet im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben die Möglichkeit der Kostenübernahme von Akupunkturbehandlungen bei bestimmten Beschwerden. Dieser Artikel erläutert, in welchen Fällen die AOK die Kosten für Akupunktur übernimmt, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne, und welche weiteren Aspekte bei der Behandlung zu beachten sind.
Was ist Akupunktur?
Akupunktur ist eine Behandlungsmethode, die ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat. Die TCM geht davon aus, dass der Körper von einer Energie, dem sogenannten Qi, durchdrungen ist, die auf festgelegten Bahnen, den Meridianen, den Körper durchströmt. Wenn der Energiefluss entlang der Meridiane gestört ist, können Beschwerden entstehen. Durch das Setzen von Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten sollen Blockaden gelöst und der Energiefluss wiederhergestellt werden.
Bei der Akupunktur werden feine Nadeln in die Akupunkturpunkte gestochen, wodurch Reize freigesetzt werden. Diese Reize können im Gehirn die Ausschüttung von schmerzlindernden und stimmungsaufhellenden Stoffen (Endorphine) fördern. Eine Akupunktursitzung dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten, wobei die genaue Dauer von der Erkrankung, der Schmerzintensität und dem allgemeinen Wohlbefinden abhängt.
Kostenübernahme durch die AOK
Die AOK übernimmt die Kosten für Akupunktur bei bestimmten chronischen Schmerzen. Dazu gehören:
- Chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS)
- Chronische Schmerzen eines oder beider Kniegelenke durch Gonarthrose
Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen und die Behandlung von einem zugelassenen Vertragsarzt durchgeführt wird. Der Arzt muss über eine entsprechende Akupunkturzusatzausbildung sowie Qualifikationen in der Schmerztherapie und Psychosomatik verfügen. Ein mindestens sechsmonatiges ärztlich dokumentiertes Schmerzintervall im Vorfeld ist ebenfalls erforderlich.
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In der Regel übernimmt die AOK die Kosten für bis zu zehn Akupunktursitzungen innerhalb von maximal sechs Wochen. In begründeten Ausnahmefällen können auch bis zu 15 Sitzungen innerhalb von zwölf Wochen übernommen werden. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Behandlung erfolgen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Angebote der AOK regional unterschiedlich sein können. Daher empfiehlt es sich, vor Behandlungsbeginn die AOK vor Ort zu kontaktieren, um sich über die spezifischen Leistungen zu informieren.
Akupunktur bei Migräne
Die AOK Nordost bietet ein spezielles Versorgungsprogramm namens KopfschmerzSPEZIAL für Menschen mit chronischen Kopfschmerzen an. Dieses Programm beinhaltet die Behandlung von chronischen Kopfschmerzen und Migräne durch Spezialisten verschiedener Fachgruppen wie Neurologen, Physio- und Psychotherapeuten sowie besonders qualifizierte Haus- und Fachärzte. Die fachübergreifende Diagnostik und Therapie berücksichtigt neurologische und verhaltensmedizinische Aspekte der Erkrankung, um Kopfschmerzen nachhaltig zu lindern.
Versicherte der AOK Nordost erhalten in Berlin und Rostock innerhalb von maximal zehn Arbeitstagen einen Termin beim Spezialisten-Team. Es wird empfohlen, vor dem ersten Arzttermin mindestens 14 Tage ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um dem Arzt Hinweise auf die Art der vorliegenden Kopfschmerzerkrankung zu geben.
Übernimmt die AOK die Kosten der Akupunktur bei Migräne?
Die AOK Sachsen-Anhalt beispielsweise übernimmt die Kosten der Akupunkturbehandlung bei Migräne nicht. Ob andere regionale AOKs die Kosten übernehmen, sollte im Vorfeld erfragt werden.
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Ablauf einer Akupunkturbehandlung
Eine Akupunktursitzung dauert etwa 30 Minuten. Der Patient liegt oder sitzt entspannt, während der Arzt bis zu 20 Nadeln entlang der Energieleitbahnen setzt. Die Behandlungskosten werden von Ihrem Arzt nach Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte direkt abgerechnet.
Akupunktur in der Schwangerschaft
Viele Frauen bevorzugen während der Schwangerschaft alternative Heilmethoden, um mögliche Beschwerden zu lindern. Dazu gehört auch die Akupunktur. Sie soll Beschwerden verringern und - präventiv eingesetzt - den Geburtsvorgang verkürzen. Allerdings bewerten Studien die Wirkung von Akupunktur in der Schwangerschaft als unklar. Die AOK PLUS übernimmt Akupunktur zur Geburtsvorbereitung ab der 36. Schwangerschaftswoche im Rahmen des SchwangerschaftsPLUS-Pakets.
Was ist bei der Akupunktur zu beachten?
- Qualifikation des Arztes: Die Akupunkturbehandlung sollte immer von einem entsprechend ausgebildeten Arzt durchgeführt werden. Ärzte mit dem Nachweis über spezielle Schmerztherapie und der psychosomatischen Grundversorgung dürfen Akupunktur erbringen.
- Kostenübernahme: Klären Sie vorab mit Ihrer Krankenkasse, ob die Kosten für die Akupunkturbehandlung übernommen werden. Viele Krankenkassen bezahlen oder bezuschussen Akupunktur auch bei anderen Erkrankungen oder bei der Geburtsvorbereitung.
- Alternative Heilmethode: Fragen Sie Ihren Arzt nach dem möglichen Nutzen dieser alternativen Heilmethode im Vergleich zu anderen Therapieformen.
- Kostenaufklärung: Sofern Sie die Akupunktur selbst bezahlen müssen, lassen Sie sich im Vorfeld schriftlich über die Kosten pro Sitzung aufklären und fragen Sie, wie viele Sitzungen nötig sind.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein ganzheitliches Konzept, das auf 2000 Jahre alten überlieferten Methoden basiert. Zu den "fünf Säulen" der TCM zählen:
- Akupunktur
- Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten)
- Chinesische Arzneitherapie
- Akupressur (Shiatsu)
- Besondere Massagetechniken (Tuina Anmo)
Die Basis der traditionellen chinesischen Medizin bilden die Theorie des Yin und Yang sowie die Lehre von den fünf Wandlungsphasen. Kann die Lebensenergie Qi einen Menschen ganzheitlich durchfließen, ist er gesund. Wird der Durchfluss gestört, können Krankheiten die Folge sein.
Alternative Heilmethoden der AOK
Die AOK bietet neben der Akupunktur auch andere alternative Heilmethoden an, die die wissenschaftsorientierte Medizin sinnvoll ergänzen können. Dazu gehören:
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- Osteopathie: Mit Hilfe von Dehn-, Massage- und Grifftechniken löst Osteopathie z. B. Blockaden. Einige AOKs bezuschussen diese ganzheitliche Behandlungsmethode. Die AOK PLUS übernimmt bis zu 180 Euro für maximal drei Behandlungen im Kalenderjahr für Babys, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
- Homöopathie: Soll die Selbstheilungskräfte im Körper aktivieren.
Bonusprogramme der AOK
Einige AOKs bieten Bonusprogramme an, bei denen Versicherte für die Durchführung verschiedener Gesundheitsaktivitäten eine Barprämie oder eine zweckgebundene Prämie für PLUS-Leistungen erhalten können. So bietet beispielsweise die AOK PLUS ein Bonusmodell, bei dem Teilnehmer, die die "Meine AOK“-App nutzen, sich einen Teil der Prämie über sportliche Aktivitäten sichern können. Zusätzlich können sie über die AOK NAVIDA App durch das Erreichen von Gesundheitszielen weitere Bonuspunkte sammeln.
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