Krampf Fieber bei Erwachsenen: Ursachen, Behandlung und was Sie wissen sollten

Wenn der Körper sich gegen Fremdstoffe oder Krankheitserreger wehrt, setzt er dafür eine effektive Waffe ein: Fieber. Dabei wird die Körpertemperatur erhöht und der Normalwert von etwa 37°C wird überschritten. Welche Ursachen bei Erwachsenen ein Fieber auslösen und was am besten dagegen hilft, klären wir in diesem informativen Artikel.

Symptome und Ursachen von Fieber

Die messbare erhöhte Körpertemperatur ist das Hauptsymptom von Fieber. Von Fieber spricht man ab einer Körpertemperatur von über 38°C. Wie hoch das Fieber ist, kann durch Fieber messen einfach ermittelt werden.

Sogenannte Begleitsymptome geben dem Arzt wichtige Hinweise darauf, was genau ein Fieber ausgelöst hat. Tritt Fieber hingegen ohne Begleitsymptome auf, ist dies als positives Zeichen zu werten.

Die Hauptursache für Fieber ist das Eindringen von Krankheitserregern in Form von Bakterien, Viren oder aber auch Fremdstoffen. In Kombination mit der Ausschüttung von Prostaglandinen (Gewebshormonen) entwickelt der Körper eine Pyrexie (Fieber). Die erhöhte Körpertemperatur sorgt für eine beschleunigte Abwehrreaktion im Körper und erschwert es den Krankheitserregern, sich weiterhin zu vermehren.

Neben der Abwehr von Krankheitserregern gibt es noch weitere Auslöser von Fieber. So kann sich durch die Einnahme von Medikamenten (Antibiotika, Chemotherapien) ein Fieber entwickeln oder durch den Konsum von Drogen, wie z.B. Ecstasy. Zu weiteren Ursachen von Fieber zählen auch eine frisch erfolgte OP, Stress oder ein Zeckenbiss.

Lesen Sie auch: Linderung von Wadenschmerzen nach Krämpfen

Setzt Fieber nach einer erfolgten OP ein, muss schnell gehandelt und der Auslöser gefunden werden. Meist ist hier das Fieber Hinweis auf eine Infektion im Körper. Bei Stress, sei er positiv wie negativ, werden im Körper Botenstoffe ausgeschüttet, die ihn in Alarmbereitschaft versetzen. Hält dieser Zustand über einen verlängerten Zeitraum an, kann der Organismus darauf mit Fieber reagieren. Entwickelt sich nach einem Zeckenbiss ein Fieber, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Was hilft gegen Fieber?

Zunächst einmal muss man Fieber nicht prinzipiell behandeln. Es dient dem Körper als natürliche Abwehrreaktion zur Bekämpfung von Krankheitserregern.

In erster Linie sollte man sich bei Fieber schonen und ausreichend Ruhe gönnen. Der Körper muss mit genug Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Kräutertees versorgt werden, um einer Dehydration vorzubeugen. Mithilfe von warmer Kleidung und Decken kann man Schüttelfrost bekämpfen, die häufig beim Fieberanstieg auftritt und starkes Frieren verursacht.

Auch wenn die Wirksamkeit von Hausmitteln nicht wissenschaftlich belegt ist, hat sich ihre Anwendung schon oft bewährt.

  • Kräutertees, wie z.B. Lindenblüten- und Holunderblütentee.
  • Wadenwickel: sie leiten überschüssige Wärme vom Körper ab. Hierfür werden Tücher (Handtücher, Mullwindeln) mit lauwarmem Wasser angefeuchtet und mit ausgestreckten Beinen um die Waden geschlagen. Im Anschluss wird eine Lage trockener Tücher darum gewickelt und der Patient gut zugedeckt. Nach fünf bis zehn Minuten kann der Wadenwickel bis zu dreimal erneuert werden. Das Fieber sollte hierbei langsam gesenkt werden.

Zum Senken von Fieber können auch Medikamente angewendet werden. Man kann bzw. Der Arzt kann durch eine detaillierte Anamnese die Ursache des Fiebers klären oder aber die Therapie anpassen, falls bei einer bestehenden Behandlung keine Besserung eingetreten ist. Zu erwähnen sind auch kürzlich angetretene Reisen unter Angabe des genauen Reisezieles. Bestimmte Krankheiten treten nur in bestimmten Regionen auf.

Lesen Sie auch: Diagnose und Behandlung von Wadenschmerzen

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Fieber bei Erwachsenen meist eine unangenehme, aber essenzielle Funktion des Körpers ist, die Krankheitserreger erfolgreich bekämpfen kann. Beim Auftreten von Fieber ist zunächst Schonung empfohlen und eine abwartende Beobachtung.

Fieberkrampf: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der durch eine rasch ansteigende Körpertemperatur (meist über 38,5 Grad Celsius) entsteht. Fieberkrämpfe kommen vor allem bei Kleinkindern häufiger vor. Meistens wirkt ein Fieberkrampf bei Kindern beängstigend, er ist aber in der Regel harmlos.

Wer ist besonders betroffen?

Fieberkrämpfe treten vor allem bei Kindern zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr auf. Etwa drei bis fünf Prozent aller kleinen Kinder sind mindestens einmal von einem Fieberkrampf betroffen. Zwei Drittel aller Kinder erleben nur einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf.

Eine Rolle spielen dabei auch erblich bedingte Faktoren: Wenn in der Familie bereits Fieberkrämpfe aufgetreten sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind Krampfanfälle bekommt.

In späterem Alter (auch bei Erwachsenen) ist ein Fieberkrampf selten, aber möglich. Warum es dazu kommt, ist bislang allerdings nicht geklärt.

Lesen Sie auch: Dauerhafte Beinkrämpfe: Mögliche Ursachen und Behandlung

Was löst einen Fieberkrampf aus?

Warum manche Kinder bei Fieber zu Krämpfen neigen, ist nicht genau bekannt. Nach aktuellem Wissenstand ist das Gehirn bei Menschen mit Fieberkrämpfen dazu veranlagt, in einer bestimmten Entwicklungsphase auf Fieber beziehungsweise auf einen raschen Anstieg der Körpertemperatur (meist über 38,5 Grad Celsius) mit Krampfanfällen zu reagieren. Mediziner gehen davon aus, dass vor allem das Gehirn von Kindern im Alter zwischen acht Monaten und vier Jahren generell besonders empfänglich für Krampfanfälle ist.

Bei Babys kommen Fieberkrämpfe auch schon ab 38 Grad Celsius vor. Je rascher sich die Körpertemperatur erhöht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fieberkrampf auftritt. Alle Erkrankungen, die von Fieber begleitet werden, sind daher grundsätzlich in der Lage, einen Fieberkrampf auszulösen. Meistens besteht zunächst ein viraler fieberhafter Infekt wie ein Magen-Darm-Infekt oder ein Infekt der oberen Atemwege, der die Körpertemperatur rasch ansteigen lässt.

Häufig treten Fieberkrämpfe im Rahmen des Drei-Tage-Fiebers (Infektion mit dem menschlichen Herpesvirus Typ 6, HHV 6) auf. Seltener sind bakterielle Infektionen (z.B. Streptokokken-Angina oder Harnwegsinfekt) für einen Fieberkrampf verantwortlich.

Ob ein Fieberkrampf entsteht, hängt vor allem davon ab, wie schnell die Körpertemperatur ansteigt. Nur sehr selten liegen dem Fieberkrampf schwerwiegende Infektionen wie eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) zugrunde. Auch nach Impfungen (z.B. gegen Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Kinderlähmung, Diphtherie oder Tetanus) sind Fieberkrämpfe zu beobachten.

Ob das Fieber selbst oder der fieberauslösende Infekt den Krampfanfall hervorruft, ist noch nicht vollständig geklärt. Ärzte gehen davon aus, dass eine Veranlagung zu Fieberkrämpfen angeboren ist und daher in manchen Familien bei mehreren Mitgliedern auftritt.

Nach Fieberanfällen ist es wichtig, dass der Arzt beim Kind eine andere, ernste Erkrankung mit Sicherheit ausschließt.

Wie kann man Fieberkrämpfen vorbeugen?

Es ist nicht möglich, Fieberkrämpfe gänzlich zu verhindern. Manche Eltern geben ihren Kindern bereits ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius fiebersenkende Medikamente. Sie hoffen, das Kind dadurch vor einem Fieberkrampf zu schützen. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass dies einen Fieberkrampf verhindert. Ärzte raten deshalb davon ab, vorbeugend fiebersenkende Mittel zu geben!

Wenden Sie fiebersenkende Mittel nur nach Absprache mit Ihrem Kinderarzt an. Eine „Übertherapie“ mit fiebersenkenden Präparaten ist unbedingt zu vermeiden!

Hat das Kind bereits einen Fieberkrampf erlitten, verschreiben Ärzte den Eltern manchmal Notfallmedikamente (z.B. krampflösende Mittel) für zu Hause. Verabreichen Sie diese aber nur, wenn das Kind tatsächlich Fieber hat und nur wie vom Arzt verordnet. Die Mittel vorbeugend bei einem Infekt zu geben, ist nicht zu empfehlen!

Fieberkrämpfe lassen sich in den wenigsten Fällen verhindern.

Wann zum Arzt?

Nach dem ersten Fieberkrampf sollte ein Kind immer gründlich von einem Arzt untersucht werden. Ausnahmen bestehen, wenn Kinder schon mehrere Fieberkrämpfe hatten, die gut beherrschbar waren und rasch vorübergingen. Da aber bei jedem neuen Krampf andere Ursachen infrage kommen, ist es ratsam, immer ärztlichen Rat in Anspruch zu nehmen.

Bei einem komplizierten Fieberkrampf ist es unbedingt notwendig, dass das Kind im Krankenhaus gründlich untersucht wird. In der Regel bleiben Kinder mit einem komplizierten Fieberkrampf mindestens eine Nacht im Krankenhaus, um die genaue Ursache abzuklären und den Verlauf zu beobachten.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt befragt zunächst die Begleitpersonen (meistens die Eltern), welche Symptome aufgetreten sind, wie lange der Krampfanfall gedauert hat und welche Körperteile in welcher Reihenfolge betroffen waren. Da sich ein Fieberkrampf durch typische Symptome äußert (Fieber plus Krampfanfall), ist er meist leicht für den Arzt zu diagnostizieren.

Anschließend führt der Arzt eine körperliche Untersuchung beim Kind durch. Dabei misst er unter anderem die Körpertemperatur des Kindes. Durch die Befragung und die körperliche Untersuchung lassen sich meist schon wesentliche Informationen einholen, die in den allermeisten Fällen bei unkomplizierten Fieberkrämpfen keine weiteren Untersuchungen notwendig machen.

Nur bei Verdacht auf schwerwiegende Erkrankungen, wie eine Gehirnhautentzündung, führt der Arzt weitere Untersuchungen durch, um die Ursache abzuklären. Dazu gehören beispielsweise Blutuntersuchungen oder eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Lumbalpunktion), um Infektionen auszuschließen.

Eine Epilepsie oder andere neurologische Erkrankungen lassen sich unter anderem durch eine Hirnstrommessung (Elektroenzephalografie, EEG) diagnostizieren. Bildgebende Untersuchungsverfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) machen die Strukturen des Gehirns sichtbar, um Fehlbildungen oder Tumore als Ursache für komplizierte Fieberkrämpfe auszuschließen.

Symptome eines Fieberkrampfes

Ein Fieberkrampf geht mit plötzlichem Bewusstseinsverlust einher. Arme und Beine werden zuerst steif und beginnen dann rhythmisch zu zucken. Der Krampfanfall beginnt. Das Kind verdreht die Augen. Oft beobachtet man eine Blauverfärbung der Lippen. Ein Atemstillstand muss nicht befürchtet werden, so dramatisch das Geschehen auch wirkt. Danach kann sich das Kind meist an nichts erinnern, wirkt sehr müde und fällt oft in einen tiefen und festen Schlaf.

In den meisten Fällen handelt es sich um sogenannte einfache (auch unkomplizierte) Fieberkrämpfe. Sie enden nach spätestens 15 Minuten von allein und treten innerhalb eines Tages nur einmal und ohne Hin-weis auf eine Entzündung des Gehirns oder Rückenmarks auf.

Komplexe (komplizierte) Fieberkrämpfe sind dagegen selten. Sie dauern gewöhnlich länger als 15 Minuten und wiederholen sich innerhalb von 24 Stunden. Sie zeigen sich oft als fokale Anfälle, betreffen dann also nur einen Körperteil. Komplizierte Fieberkrämpfe treten meist vor dem sechsten Lebensmonat oder nach dem fünften Geburtstag auf, und zwar vor allem bei Kindern mit neurologischen Vorschädigungen. Nach dem Fieberkrampf lassen sich oft noch neurologische Auffälligkeiten beobachten, etwa eine vorübergehende Lähmung.

Bei rund einem Drittel der Kinder bleibt ein Fieberkrampf kein einmaliges Ereignis: Sie bekommen öfters im Rahmen von fieberhaften Infektionen einen solchen epileptischen Anfall. Spätestens im Schulalter verliert sich bei den meisten betroffenen Kindern aber diese Neigung zu Fieberkrämpfen. Bei Jungen treten Fieberkrämpfe übrigens häufiger auf als bei Mädchen.

Wenn ein Kind krampft, ist das für Eltern immer ein schockierendes Erlebnis. Durch die unkontrollierten Bewegungen und den Bewusstseinsverlust wird ein Fieberkrampf häufig als lebensbedrohliches Ereignis erlebt. Doch selbst komplizierte Krämpfe hinterlassen bei den betroffenen Kindern normalerweise weder geistige noch körperliche Schäden. Nach dem Anfall erholen sich die Kleinen in der Regel rasch und vollständig.

Was tun bei einem Fieberkrampf?

Zunächst ist es äußerst wichtig, Ruhe zu bewahren. Das krampfende Kind sollte so gelagert werden, dass es sich nicht verletzen kann. Entfernen Sie gefährliche Gegenstände aus seinem Umfeld. Die Eltern sollten nicht versuchen, die Zuckungen ihres krampfenden Kindes zu stoppen oder ihm Getränke einzuflößen. Muss sich das krampfende Kind übergeben, sollte es vorsichtig in die stabile Seitenlage gedreht werden, damit es das Erbrochene nicht einatmet.

Nach dem ersten Fieberkrampf sollten die Eltern ihr Kind unmittelbar vom Kinderarzt untersuchen lassen. Nur wenn der Krampf länger als zehn Minuten andauert oder mit einer Störung der Atmung einhergeht, ist es erforderlich, einen Notarzt zu rufen, der dem Kind ein krampflösendes Mittel (Antikonvulsivum) geben kann.

Bei Kindern, die bereits einen Fieberkrampf erlitten haben, empfiehlt es sich, frühzeitig fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen, um weiteren Anfällen vorzubeugen. Dabei können neben lockerer Bekleidung auch Waden- und Pulswickel und ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius fiebersenkende Medikamente helfen. Wichtig ist es, sich dabei an die Anweisungen des Arztes/der Ärztin zu halten und die Dosierung dem Alter beziehungsweise Körpergewicht des Kindes anzupassen. Allerdings lässt sich auch durch eine solche Vorgehensweise nicht in allen Fällen verhindern, dass ein erneuter Fieberkrampf auftritt. Besonders dieser Aspekt ist wichtig für die Eltern, da sie sich in dieser Situation oft unnötigerweise schuldig fühlen.

Deshalb sollten Eltern mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin ausführlich besprechen, wie sie sich bei einem erneuten Fieberkrampf ihres Kindes verhalten sollen. Der Arzt/ die Ärztin kann den Eltern gegebenenfalls zusätzlich ein Medikament mit einem krampflösenden Wirkstoff für die Notfallapotheke verschreiben, mit dem sie den nächsten Fieberkrampf ihres Kindes selbst unterbrechen können, wenn dieser länger als einige Minuten andauert.

Welche Folgeerkrankungen können auftreten?

Kinder mit Fieberkrämpfen unterscheiden sich in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung nicht von solchen, die nie einen solchen Anfall erlitten haben. Lernschwierigkeiten, eine verzögerte Entwicklung oder ein verminderter Intelligenzquotient konnten in entsprechenden Studien nicht nachgewiesen werden.

Selbst komplizierte Fieberkrämpfe hinterlassen normalerweise keine Folgeschäden, weisen aber möglicherweise auf eine Krampfneigung hin: So sind sie bei manchen Kindern die ersten Anzeichen einer Epilepsie.

Wann liegt Fieber unklarer Ursache vor?

Manchmal gelingt es trotz aller diagnostischer Maßnahmen nicht, die Ursache des Fiebers zu finden: trotz intensiver Diagnostik mit vielen Laboruntersuchungen, Röntgen-, Sonografie und anderen bildgebenden Verfahren bleibt die Fieberursache unklar. Hier spricht der Arzt vom Fieber unklarer Ursache (oft englisch FUO abgekürzt = fever of unknown origin). Hier kann sogar eine Krankenhauseinweisung notwendig sein.

Differenzierung: Fieber vs. Überhitzung

Vom Fieber zu unterscheiden ist die Überhitzung (Hyperthermie) durch eine zu starke Hitzezufuhr von außen: Das kann bei der Hitzeerschöpfung bzw. dem Sonnenstich vorkommen, oder auch bei manchen - sehr seltenen - Erkrankungen des Stoffwechsels im Muskel.

Wichtig ist es zudem, die Signale des Körpers richtig zu deuten: Während man bei ansteigender Temperatur friert und sich Hände und Füße kalt anfühlen, tritt der gegenteilige Effekt ein, wenn die Temperatur, z. B. nach der Einnahme eines fiebersenkenden Medikaments, wieder sinkt.

Laboruntersuchungen bei Fieber

Das Fieber lässt sich labortechnisch nicht direkt nachweisen, wohl aber einige der Botenstoffe und Stoffwechselreaktionen der zugrunde liegenden Entzündungsprozesse.

  • Die Blutsenkung, genauer gesagt die Bestimmung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG). Diese ist bei fieberhaften Erkrankungen sehr oft erhöht, aber gilt trotzdem als eher unzuverlässiger Wert - da er einerseits relativ träge reagiert, aber andererseits noch wochenlang nach einem ausgeheilten Infekt erhöht sein kann.
  • Das C-reaktive Protein (CRP) ist die modernere Alternative zur Blutsenkung. Das CRP ist ein sogenanntes Akute-Phase-Protein, das schon 6 bis spätestens 12 Stunden nach Beginn der Entzündungsreaktion ansteigt. Aber sowohl CRP als auch die Blutsenkung beweisen nur, dass eine Entzündung vorliegt, sagen aber nichts über die konkrete Ursache aus. Hier hilft z. B. das Procalcitonin (PCT). Es ist der beste Labortest zum Nachweis einer bakteriellen Infektion. Sehr hohe Werte über 10 ng/ml bedeuten Lebensfahr durch eine Blutvergiftung
  • Das Blutbild zeigt bei Fieber sehr häufig eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose), der "Polizei" im Abwehrsystem des Körpers. Manche Erreger wie etliche Viren führen aber auch zur Leukopenie, also zur Verminderung der weißen Blutkörperchen.

Medikamentöse Fiebersenkung

Sogenannte "Antipyretika" sollten nur eingesetzt werden, wenn das Fieber über 39 Grad Celsius angestiegen ist, der Körper über Gebühr strapaziert wird oder der Fiebernde zwingend fit sein muss, z. B. auf einer Dienstreise. Auch wenn die starken Beschwerden einen ruhigen Schlaf verhindern, kann die Einnahme eines Antipyretikums den Schlaf deutlich verbessern. Vor allem drei Wirkstoffe sind geeignet: Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Alle drei unterdrücken die Bildung von Prostaglandinen, also den Botenstoffen, die das Fieber verursachen. Zusätzlich wirken sie schmerzhemmend und helfen gegen Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Vor jeder Einnahme sollte mit dem Arzt oder Apotheker geklärt werden, welches Medikamente im Einzelfall geeignet ist.

  • Paracetamol z. B. ben-u-ron®, Paracetamol Stada®. Die Einzeldosis zur Fiebersenkung liegt für Erwachsene bei 500-1000 mg. Einnahme nicht öfter als alle 4-6 Stunden. Eine einzelne Dosis darf 1000 mg nicht überschreiten. Die maximale Dosis pro Tag liegt je nach Körpergewicht und Alter bei 2000-4000 mg, in dieser Dosierung sind Nebenwirkungen aber bereits häufig (zum Beispiel Anstieg der Leberwerte).
  • Warnhinweis: Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®) darf bei Kindern unter 16 Jahren und bei Schwangeren nicht verwendet werden. Acetylsalicylsäure z. B. Aspirin®, ASS® (von Heumann, Hexal, ct, ratiopharm, Stada usw.). Die Einzeldosis zur Fiebersenkung liegt für Erwachsene je nach Körpergewicht und Alter bei 300-600 mg. Einnahme nicht öfter als alle 4-6 Stunden. Eine einzelne Dosis darf 1000 mg nicht überschreiten. Die maximale Tagesdosis liegt je nach Gewicht und Alter bei 300-4000 mg, in dieser Dosierung sind jedoch Nebenwirkungen zu erwarten (Sodbrennen, Magenschmerzen, Übelkeit, evtl. Ohrensausen - vor allem bei älteren Menschen).
  • Ibuprofen z. B. Ibuprof®, Dolormin®, Brufen®, Jenaprofen® usw. Die Einzeldosis zur Fiebersenkung liegt für Erwachsene je nach Körpergewicht und Alter bei 200-400 mg. Einnahme nicht öfter als alle 6 Stunden. Eine einzelne Dosis darf 800 mg nicht überschreiten.

Weitere Maßnahmen zur Fiebersenkung

  • Viel Trinken: Pro Grad Temperaturerhöhung benötigt der Körper zusätzlich einen Liter Flüssigkeit am Tag. Tee oder einfach Wasser eignen sich besonders gut, um den erhöhten Flüssigkeitsbedarf zu decken. Da Fiebernde viel schlafen oder dösen, wird das Trinken allerdings oft vergessen. Zur Erinnerung sollten Getränke deswegen am Besten in Sichtweite am Bett stehen.
  • Wärme nach außen ableiten: "Glüht" der Körper, hilft manchmal eine Kühlung von außen. Oft genügt es, sich leichter anzuziehen oder nur dünn zuzudecken. Auch nasse Wadenwickel, Waschungen mit kühl angefeuchtetem Waschlappen oder ein lauwarmes Bad sind erprobte Hausmittel gegen die zu hohe Körpertemperatur. Man muss es dabei nicht übertreiben: Da die Wärme über das Blut zur Körperoberfläche transportiert wird, sollten die Wickel nicht zu kalt sein.
  • Sich schonen: Auch wenn sich Fiebernde selbst schlapp fühlen - der Körper arbeitet auf Hochtouren, um eindringende Keime abzuwehren. Umso wichtiger ist es, den Körper nicht noch zusätzlich zu belasten. Angemessene Ruhepausen auf dem Sofa oder sogar Bettruhe sind dabei genauso wirksam, wie eine Schondiät. Essen sollte man das, worauf man Lust hat. Das gilt besonders für Kinder und alte Menschen, die leicht zur Nahrungsverweigerung neigen.
  • Komplementärmedizin: Einige Wirkstoffe aus der Phytotherapie wirken wie natürliche Fiebersenker, allen voran die Inhaltsstoffe der Weidenrinde. Ein fiebersenkender Tee lässt sich leicht selbst zubereiten: einen Teelöffel Rinde mit 1/4 Liter kalten Wasser langsam bis zum Kochen erhitzen, dann fünf Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken. Andere Pflanzen wie Holunderblüten und Lindenblüten haben eher eine schweißtreibende Wirkung. Ob Vitamin C die Abwehr unterstützt, ist zumindest in Bezug auf Erkältungskrankheiten wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Einen direkten Effekt auf das Fieber hat Vitamin C aber auf keinen Fall.

tags: #krampf #fieber #erwachsene