HWS-Syndrom: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen oder sogar Übelkeit und ein allgemein komisches Gefühl im Kopf können von der Halswirbelsäule (HWS) her verursacht werden, falls dort Funktionsbeeinträchtigungen entstehen. Das HWS-Syndrom, auch Halswirbelsäulen-, Zervikal- oder Cervicalsyndrom genannt, bezeichnet Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule. Häufig treten dabei Verspannungen, Schwindel sowie Kopfschmerzen auf. Die Beschwerden bestehen wenige Tage bis mehrere Wochen.

Einführung

Das HWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule, die auch in andere Körperregionen wie Kopf, Schultern oder Arme ausstrahlen können. Es wird unter anderem durch Verspannungen, degenerative Veränderungen oder Verletzungen verursacht. Viele Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich, die bis in Schultern und Arme ausstrahlen können, lassen sich auf HWS-Probleme zurückführen. Weiterhin können auch eher unspezifische Symptome auftreten.

Was ist das HWS-Syndrom?

HWS ist die Abkürzung für Halswirbelsäule. Alle von diesem Körperbereich ausgehenden Beschwerden werden als HWS Syndrom bzw. Zervikalsyndrom bezeichnet. Als HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom (ICD-10-Code M54.; internationale Klassifikation von Diagnosen) bezeichnet man vielfältige und oft unspezifische Symptome, die im Bereich der Halswirbelsäule, des Nackens, der Schulter und der Arme auftreten.

Das Zervikalsyndrom lässt sich unter anderem danach einteilen, wo die Schmerzen auftreten:

  • oberes HWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Halswirbel eins bis zwei
  • mittleres HWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Halswirbel drei bis fünf
  • unteres HWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Halswirbel sechs bis sieben

Ein HWS-Syndrom lässt sich außerdem danach einordnen, wann die Schmerzen entstehen:

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  • Akutes HWS-Syndrom: Die Beschwerden entstehen plötzlich und halten nur kurzfristig (einige Tage) an; Ursache ist meist eine akute Verletzung durch Überbelastung der Halswirbelsäule (z.B. sogenanntes Halswirbelsäulen-Schleudertrauma durch einen Verkehrsunfall).
  • Chronisches HWS-Syndrom: Die Symptome halten länger als drei Monate an; die Schmerzen lassen sich meist nicht punktuell bestimmen.

Zudem lässt sich ein Halswirbelsäulen-Syndrom danach gliedern, wohin die Schmerzen ausstrahlen:

  • Lokales HWS-Syndrom: Die Schmerzen treten nur an einer bestimmten Stelle auf (lokal begrenzt); die Schmerzen strahlen nicht aus.
  • Pseudoradikuläres HWS-Syndrom: Die Schmerzen sind unspezifisch und örtlich begrenzt, sie strahlen wiederkehrend einseitig in einen Arm oder ein Bein aus.
  • Radikuläres HWS-Syndrom: Die Nervenwurzel ist betroffen; die Schmerzen strahlen über die Schulter bis in einen oder beide Arme aus.

Ursachen des HWS-Syndroms

Die Ursachen für ein Zervikalsyndrom sind vielfältig. Auslöser sind häufig verspannte Muskeln und/oder Faszien (elastisches Bindegewebe), starke Belastung des Rückens, einseitige Bewegungen und eine falsche Körperhaltung sowie ein Verschleiß an der Wirbelsäule (degeneratives HWS-Syndrom). Durch den relativ engen Bereich der Halswirbelsäule, zwischen den Wirbeln C1 - C7, laufen sämtliche Muskeln, Sehnen, Blut- und Nervenbahnen vom Rumpf zum Kopf. Kurz- oder langfristig auftretende Probleme, Verspannungen oder Schäden in diesem Bereich können daher sehr schnell das äußerst fragile Gleichgewicht stören und zu zahlreichen Beschwerden führen.

Mögliche Ursachen des HWS-Syndroms sind:

  • Verspannte Nackenmuskulatur
  • Verklebte oder verhärtete Faszien (z.B. durch Bewegungsmangel)
  • Fehl- und Dauerbelastung der Halswirbelsäule (z.B. durch falsches Sitzen vor dem Computer oder falsches Liegen beim Schlafen)
  • Degenerative Veränderungen, z.B. Arthrose (Verschleiß) an der Halswirbelsäule (Spondylose)
  • Veränderungen an Knochen und Knorpeln (Osteochondrose)
  • Verschleiß der Wirbelgelenke (Wirbelsäulen-Arthrose, Facettengelenksarthrose)
  • Bandscheibenvorfall (Prolaps)
  • Entzündliche Erkrankungen (z.B. Rheuma, rheumatoide Arthritis)
  • Verletzungen der Wirbelsäule (z.B. Schleudertrauma durch einen Verkehrsunfall oder beim Sport)
  • Fehlgeschlagene Wirbelsäulenoperation (Failed Back Surgery Syndrom)
  • Blockierte Gelenke an der Wirbelsäule (z.B. durch Entzündungen oder Knorpelschäden)
  • Entzündung der Wirbelkörper (Spondylitis)
  • Krebserkrankungen (z.B. Knochenkrebs oder Metastasen in der Wirbelsäule)
  • Infektionen des Rückenmarks

Wer ständig auf das Smartphone oder Tablet schaut, neigt häufig zu Nacken- und Kopfschmerzen (sogenannter „Handynacken“).

Bestimmte Risikofaktoren begünstigen zudem, dass ein Zervikalsyndrom entsteht. Dazu gehören:

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  • Schwere, körperliche Arbeit (z.B. Bauarbeiten oder Pflegearbeit im Krankenhaus)
  • Körperliche Veränderungen während der Schwangerschaft (z.B. Gewichtszunahme, veränderter Körperschwerpunkt)
  • Chronischer Stress und psychische Anspannung lösen ebenso häufig psychosomatische Beschwerden wie Nacken- oder Rückenschmerzen aus.

Häufiges Arbeiten im Sitzen und eine hohe Bildschirmnutzung im Alltag trägt bei vielen Menschen dazu bei, dass ihre Halswirbelsäule (HWS) immer längere Zeit in der gleichen Stellung verharren muss. Dabei wirken enorme Kräfte: Bei 45 Grad Kopfneigung können bis zu 30 Kilo auf die sieben Halswirbel drücken.

Symptome des HWS-Syndroms

Typische Symptome für das HWS-Syndrom sind Nacken- und Kopfschmerzen, Verspannungen im Schulterbereich, Schwindel, Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle und in einigen Fällen auch Schluckbeschwerden oder Sehstörungen. All diese Beschwerden, die ihren Ursprung in der Halswirbelsäule haben, werden unter dem Begriff HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom) zusammengefasst. Andere Begriffe für Nackenschmerzen sind „Zervikalsyndrom“, „Zervikalgie“ oder „steifer Hals“.

Weitere Symptome können sein:

  • Kribbeln im Kopf
  • Benommenheit
  • Migräneartige Symptome
  • Bewegungseinschränkungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Tinnitus

Kann HWS Kribbeln im Kopf auslösen? Funktionsbeeinträchtigungen in der Halswirbelsäule können sich sowohl durch Schmerzen als auch durch Kribbeln oder Taubheitsgefühle bemerkbar machen. Diese Symptome können sowohl im Kopf- und Nackenbereich als auch an Armen und Händen auftreten.

Kann Benommenheit durch HWS kommen? Sowohl Schwindel als auch Benommenheit können von der Halswirbelsäule her verursacht werden. Dies kann zum einen daran liegen, dass Verspannungen auf die Nerven drücken und so Signale nicht richtig übermittelt werden können, was Schmerzen und eine gewisse Benommenheit auslösen kann. Zum anderen können auch Blutgefäße durch dauerhaften Druck in Mitleidenschaft gezogen oder teilweise abgedrückt werden, was ebenfalls zu Benommenheit und Schwindel führen kann.

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Können Kopf- und Nackenschmerzen oder Migräne durch HWS verursacht werden? HWS-Probleme bringen besonders häufig Kopf- und Nackenschmerzen sowie migräneartige Symptome mit sich (jedoch keine “echte” Migräne). Das fragile Gleichgewicht aus Knochen, Muskeln und Nerven im sehr engen Bereich der Halswirbelsäule kann durch Verspannungen gestört sein und somit nicht mehr einwandfrei funktionieren. Dies kann zu gravierenden Beschwerden führen. Falls die Schmerzen entlang der Nervenbahnen zum Kopf auftreten, spricht man von einer Zervikalneuralgie.

Kann es zu Bewegungseinschränkungen durch HWS kommen? Falls Verspannungen im Halswirbelbereich entstehen, kann dies sowohl zu Schmerzen als auch zu Bewegungseinschränkungen führen, die bis in Schultern, Arme und Rücken reichen können. Daher ist es sinnvoll, bei Bewegungsproblemen auf das HWS-Syndrom hin zu untersuchen.

Typisch für HWS Beschwerden ist ein vom Hinterkopf über den Schädel sich ausbreitender Kopfschmerz bis in die Stirn hinein. Es kann außerdem zu migräneartigen Symptomen kommen, die ebenfalls vom Nacken ausgehen. Ursache ist in der Regel eine Verspannung der Nerven im Nackenbereich sowie eine übermäßige Sensibilität der schmerzleitenden Nerven. Dies kann zu den beschriebenen Kopfschmerzen und darüber hinaus zu Sehstörungen, Übelkeit und vielen weiteren Beschwerden führen.

Schwindel, ausgelöst durch eine Bewegung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), wird zervikogener Schwindel genannt und fühlt sich an wie ein Schwankschwindel. Benommenheit, Schwierigkeiten bei der Orientierung sowie Gefühle von Instabilität und Gleichgewichtsstörungen sind die Folge.

Verspannte und verhärtete Muskeln im Nacken können Nerven im Kopfbereich beeinträchtigen und auf Blutgefäße einwirken, die den Kopf versorgen. Unter Umständen vernehmen Betroffene dadurch ein Rauschen, Pfeifen oder Klingeln im Ohr. Somit ist es nicht ungewöhnlich, wenn zu verspannungsbedingten Nackenschmerzen ein Tinnitus hinzukommt.

Diagnose des HWS-Syndroms

Bei Nackenschmerzen ist der erste Ansprechpartner der Hausarzt oder die Hausärztin. Zunächst führen Arzt und Patient ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Anschließend findet eine körperliche Untersuchung statt. Danach wird entschieden, ob Betroffene zum Spezialisten (z.B. Orthopädie oder Neurologie) überwiesen werden.

Folgende Fragen gehören zur Diagnose des HWS-Syndroms:

  • Welche Symptome haben Sie?
  • Wann sind die Beschwerden aufgetreten?
  • Haben Sie weitere körperliche Beschwerden, zum Beispiel ein Kribbeln in den Armen oder Beinen oder Schwindel?
  • Gibt es Vorerkrankungen (z.B. Rheuma, Arthrose, Bandscheibenvorfall)?
  • Wie sind Ihre Lebensgewohnheiten: Bewegen Sie sich regelmäßig?
  • Üben Sie einen Beruf aus, beim dem Sie viel stehen oder sitzen?

Häufig stellt der Arzt oder die Ärztin auch Fragen zu den psychischen und sozialen Begleitumständen (z.B. mögliche Ängste, depressive Verstimmung, berufliche Probleme etc.). Da man häufig nicht sofort eine eindeutige Ursache für die Verspannungen und die Schmerzen findet, steht die körperliche Untersuchung bei der Diagnose eines Zervikalsyndroms im Vordergrund. Dazu tastet man die Schulter- und Nackenmuskulatur ab und untersucht, ob Berührungen an den inneren Rändern der Schulterblätter sehr schmerzhaft sind. Außerdem prüft man die Reflexe in den Muskeln und die Beweglichkeit der Gelenke. Dazu legt man beispielsweise einen Daumen auf die Sehne des Bizeps (Muskel im Oberarm) des Patienten oder der Patientin und schlägt mit einem Reflexhammer darauf. Beugt sich der Unterarm reflexartig, sind Verletzungen der beteiligten Nerven unwahrscheinlich.

Wenn sich die Beschwerden des HWS-Syndroms nicht verbessern oder sehr stark ausgeprägt sind (z.B. andauernde Taubheit in den Armen), veranlasst der Arzt oder die Ärztin Röntgenaufnahmen, eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT). Auf diese Weise schließt man Erkrankungen wie beispielsweise einen Bandscheibenvorfall oder Multiple Sklerose aus. Außerdem sieht man, ob Verletzungen, Verschleißerscheinungen oder Veränderungen der Wirbelsäule vorliegen. Bei Verdacht auf eine Infektion als Ursache des Zervikalsyndroms führt man Blutuntersuchungen durch.

Behandlung des HWS-Syndroms

Zur Behandlung und Linderung der Symptome stehen eine Reihe von Therapien zur Verfügung. Es stehen viele Therapieansätze zur Verfügung. Ärztinnen und Ärzte sind sich heute weitestgehend einig, dass die Therapie eines Halswirbelsäulensyndroms multimodal ausgerichtet sein sollte. Das heißt, es sollen verschiedene Behandlungen miteinander kombiniert werden, um die Ursachen anzugehen.

  • Wärme & Entspannung: Wärme kann verspannte Muskeln und Sehnen lösen. Daher sollten Sie zunächst versuchen, den Halswirbelbereich zu wärmen. Legen Sie dazu eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen in den Nacken. Auch Dehnübungen oder sanfte Massagen können zur Linderung der Beschwerden beitragen. Dabei handelt es sich um eine Art “Erste-Hilfe-Maßnahme bei HWS-Beschwerden”, das Gleiche gilt für die kurzzeitige Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten. Eine eingehende Untersuchung und langfristig wirkende Therapien sollten anschließend unbedingt angegangen werden, auch wenn die akuten Schmerzen und der Schwindel zunächst verschwinden.

  • Stoßwellentherapie: Die Behandlung mit Stoßwellen hat sich bei HWS Beschwerden als sehr erfolgversprechend erwiesen. Mit einer Stoßwellentherapie können Triggerpunkte für Schmerzempfindungen gezielt aufgelöst sowie Verspannungen und eventuelle Entzündungen reduziert werden. Dies führt zu einer raschen Linderung der Beschwerden.

  • Übungen: Gezielte Übungen, die am besten durch einen erfahrenen Physiotherapeuten erläutert werden, können helfen, HWS Beschwerden zu lindern.

  • Physiotherapie & Osteopathie: Eine manuelle Therapie als Teil einer physiotherapeutischen Behandlung besteht in erster Linie aus Massagen, die Blockaden mithilfe von Druck und Dehnung auflösen sollen. Verspannte Muskeln und Sehnen können so gedehnt und entspannt werden. Falls tiefergehende Zusammenhänge zwischen Organsystem und Bewegungsapparat behandelt werden sollen, kann dies auf Wunsch auch mithilfe der Osteopathie oder Akupunktur geschehen.

  • Injektionen: Bei besonders starken Schmerzen können Injektionen mit schmerzstillenden Mitteln angezeigt sein. Diese werden entweder direkt in die Wirbelgelenke oder an die aus dem Spinalkanal herausragenden Nerven gesetzt. Die Injektion erfolgt dabei aus Sicherheitsgründen unter Röntgen- oder CT-Kontrolle.

  • Operation: Eine Operation ist bei HWS Beschwerden nur selten notwendig. Falls sich jedoch mittel- bis hochgradige Lähmungserscheinungen zeigen, könnte es sich um einen zervikalen Bandscheibenvorfall handeln, der in manchen Fällen operativ behandelt werden muss. Lassen Sie sich diesbezüglich unbedingt umfassend von einem Facharzt beraten. In vielen Fällen kann eine Operation durch Stoßwellen- oder konservative Therapie vermieden werden.

Neben Hausmitteln und Medikamenten können als Therapie auch physiotherapeutische Maßnahmen, Akupunktur oder Manuelle Therapie zum Einsatz kommen. Wenn psychische Belastungen die Ursache der Nackenschmerzen sind, können Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung sowie eine Psychotherapie angebracht sein. Je nach Ursache der Nackenschmerzen werden in einigen Fällen auch operative Eingriffe durchgeführt.

Was kann man selbst tun?

Um unspezifische Nackenschmerzen zu verhindern, ist es wichtig, einseitige Belastungen und Fehlhaltungen zu vermeiden. Zudem wird empfohlen, die Nacken- und Rückenmuskulatur durch Bewegung und gezieltes Training zu kräftigen. Achten Sie bei Ihrem Büro-Arbeitsplatz auf ergonomisches Arbeiten: Die Position von Stuhl, Tisch, Monitor, Tastatur und Maus sollten ein rückengesundes Arbeiten ermöglichen. Beispielsweise sollte der Monitor auf Augenhöhe oder leicht darunter sein. Vergessen Sie regelmäßige Entspannungs- und Bewegungspausen nicht.

Wenn Sie viel telefonieren müssen, sollten Sie besser ein Headset statt Telefon benutzen. So können Sie den Kopf aufrecht halten und haben außerdem die Hände frei. Lassen Sie sich ggf. im Rahmen einer Physiotherapie Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Nacken- und Rückenmuskulatur zeigen. Achten Sie auf eine für Sie geeignete Matratze und ergonomisch geformte Nackenkissen oder Nackenrollen.

Beim Schlafen sollte der Kopf etwas tiefer liegen als der Nacken. Im Idealfall bildet die Halswirbelsäule mit dem restlichen Teil der Wirbelsäule eine gerade Linie. Rücken- und Seitenschläfern wird daher ein Kopfkissen empfohlen, das Kopf und Nacken stützt und die Wirbelsäule entlastet, z. B. ein Kissen aus Memory-Schaum. Bauchschläfer schlafen am besten ohne Kissen. Grundsätzlich ist die Bauchlage allerdings weniger zu empfehlen. Sie kann dazu führen, dass die Nackenmuskulatur überstreckt wird und so weitere Verspannungen entstehen.

Einige der Ursachen eines HWS-Syndroms liegen in der Lebensweise begründet und werden daher von jedem Menschen selbst beeinflusst. Bewegungsmangel und langes Sitzen - beides keine Seltenheit bei Büroarbeit - können Sie im Alltag durch sportliche Aktivitäten ausgleichen. Ebenfalls wichtig zur Prophylaxe eines Halswirbelsäulensyndroms sind ein kräftiger Rücken und eine aufrechte Haltung. Um eine gesunde Körperhaltung zu erlernen und die Rückenmuskulatur zu trainieren, ist eine Rückenschule sinnvoll.

Wichtig: Der Rücken bleibt während der Übungen möglichst gerade. Drehen Sie den Kopf zunächst auf die rechte Seite und nicken Sie einige Male. Positionieren Sie das Kinn in Richtung des Brustbeins und vollziehen Sie eine Drehung des Kopfs erst nach rechts, im Anschluss nach links. Schieben Sie den Kopf so weit es Ihnen möglich ist nach vorne und nach hinten. Bei der Rückwärtsbewegung darf gerne ein Doppelkinn entstehen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein HWS-Syndrom ist zwar sehr unangenehm, hat in den meisten Fällen aber keine Ursache, die sofort medizinisch behandelt werden muss. Suchen Sie jedoch bei Nackenschmerzen möglichst rasch einen Arzt auf, wenn:

  • Sie sich zuvor verletzt haben, z.B. bei einem Unfall oder Sturz (mögliches Schleudertrauma).
  • Sie Fieber über 38,5 Grad Celsius haben.
  • Bei Ihnen Nachtschweiß auftritt.
  • Sich Ihre Nackenschmerzen stark verschlimmern.
  • Ein plötzlicher "Vernichtungsschmerz" (extrem starker Schmerz, bei dem unter Umständen Todesängste aufkommen) einsetzt.
  • Sie Lähmungserscheinungen haben (z.B. kein Gefühl in den Armen).
  • Ihr Kraft-, Schmerz- oder Berührungsempfinden beeinträchtigt ist (z.B. keine Kraft in den Armen).
  • Sie Osteoporose (Knochenschwund) haben.
  • Sie von einer Krebserkrankung betroffen sind.
  • Sie plötzlich an Gewicht verlieren, ohne es zu wollen oder ohne eine Erklärung dafür zu haben.
  • Sie eine rheumatische Erkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis) haben.
  • Sie mit HIV infiziert sind (bei einer Infektion mit HIV treten häufig auch Kopfschmerzen auf).

Bitte begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung, wenn Sie vor dem Auftreten der Nackenschmerzen eine Verletzung oder einen Unfall hattendie Schmerzen in die Schulter oder den Arm ausstrahlenSie „Ameisenlaufen“, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Händen spürenIhre Arme oder Beine plötzlich kraftlos sind, wenn Sie z. B. Gegenstände auf einmal schlecht greifen können oder fallen lassen Sie plötzlich Lähmungserscheinungen haben oder beim Gehen hinkenSie Ihre Blase oder den Darm nicht mehr kontrollieren können (Inkontinenz oder auch Harnverhalt, d. h. Verkrampfungen, Verspannungen und schmerzhafte Beschwerden im Nackenbereich.

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