Krämpfe außerhalb der Periode: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Unterleibsschmerzen sind ein häufiges Problem, das viele Frauen betrifft. Diese Schmerzen können im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten, aber auch unabhängig davon. Krämpfe außerhalb der Periode können verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Beschwerden bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Es ist wichtig, die Ursachen zu erkennen und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen.

Ursachen von Krämpfen außerhalb der Periode

Krämpfe außerhalb der Periode können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Zyklusbedingte Ursachen:

    • Mittelschmerz: Etwa zwei Wochen nach der Periode, während des Eisprungs, kann es zu einem Mittelschmerz kommen. Dieser Schmerz wird durch das Platzen des Follikels und die Freisetzung der Eizelle verursacht. Manche Frauen verspüren ein Ziehen im Unterleib, andere nehmen den Eisprung nicht wahr.
    • Hormonelles Ungleichgewicht: Ein hormonelles Ungleichgewicht kann zu unregelmäßigen Blutungen und Schmierblutungen (Spotting) führen, die von Krämpfen begleitet sein können.
  • Genitale Ursachen:

    • Schwangerschaft: Eine Schwangerschaft kann sich zu Beginn durch ein Ziehen im Unterleib oder Menstruationsschmerzen äußern. In seltenen Fällen kann es sich um eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft handeln.
    • Endometriose: Bei Endometriose siedelt sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter an, was zu sehr schmerzhaften Regelblutungen und Unterbauchschmerzen auch außerhalb der Menstruation führen kann. Weltweit sind etwa zehn Prozent der Frauen von Endometriose betroffen.
    • Myome: Myome sind gutartige Geschwüre und Wucherungen in der Gebärmutter, die Unterleibsschmerzen hervorrufen können. Betroffene sind meist Frauen zwischen 30 und 50 Jahren.
    • Eierstockzysten: Hormonell bedingte Zysten im Eierstock können auf das umliegende Gewebe drücken und Schmerzen im Rücken, Unterleib und beim Geschlechtsverkehr verursachen.
    • Eileiterschwangerschaft: Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die Eizelle statt im Uterus im Eileiter ein. Dies führt häufig zu krampfartigen Schmerzen im Unterleib.
    • Bauchhöhlenschwangerschaft: Ähnlich wie bei der Eileiterschwangerschaft nistet sich das Ei nicht im Uterus, sondern in der Bauchhöhle ein, was ebenfalls Schmerzen im Unterleib verursachen kann.
    • Entzündungen: Entzündungen der Eierstöcke oder Eileiter können ebenfalls Bauchschmerzen im unteren Bauchraum hervorrufen.
    • Beckenvenensyndrom: Beim Beckenvenensyndrom treten linksseitig stechende Unterleibsschmerzen auf, die durch Krampfadern im Bereich des Beckens ausgelöst werden. Häufig betroffen sind Frauen, die bereits Kinder haben.
    • Tumor: In seltenen Fällen kann ein Tumor die Ursache für Unterleibsschmerzen bei ausbleibender Periode sein.
  • Nicht-genitale Ursachen:

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    • Blasenentzündung: Unterleibsschmerzen in Verbindung mit Schmerzen beim Wasserlassen, Harndrang und einem Brennen der Geschlechtsorgane deuten auf eine Blasenentzündung hin.
    • Blinddarmentzündung: Einseitige Unterleibsschmerzen können auf eine Blinddarmentzündung hindeuten, begleitet von Fieber, Übelkeit und Erbrechen.
    • Nierenbeckenentzündung: Starke Schmerzen in den Bauchseiten deuten auf eine bakterielle Entzündung des Beckens hin.
    • Nierensteine: Krampfartige Unterleibsschmerzen in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen können auf Nierensteine hindeuten.
    • Leistenbruch: Auch ein Leistenbruch kann mit Unterleibsschmerzen ohne Periode einhergehen.
    • Verdauungsbeschwerden: Verstopfungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Blähungen können ebenfalls Unterleibsschmerzen verursachen.
    • Verspannungen: Stress oder eine schlechte Haltung können zu Verspannungen der Bauchmuskeln, Sehnen oder des Bindegewebes führen, die Schmerzen ausstrahlen.
  • Weitere Ursachen:

    • Psychische Faktoren: Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Psyche. Viele Frauen kennen das Phänomen, dass Zwischenblutungen bei Stress auftreten. Das gilt sowohl für negativen als auch für positiven Stress.
    • Verhütungsmittel: Verhütungsmittel wie die Spirale können für Blutungen verantwortlich sein.
    • Verletzungen: Blutungen nach dem Sex können durch harmlose Verletzungen oder Veränderungen am Muttermund verursacht werden.

Symptome von Krämpfen außerhalb der Periode

Die Symptome von Krämpfen außerhalb der Periode können je nach Ursache variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Schmerzen im Unterleib, die krampfartig, stechend oder dumpf sein können
  • Schmerzen im Rücken, in der Leiste oder in den Oberschenkeln
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Ausfluss aus der Scheide
  • Unregelmäßige Blutungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen

Diagnose von Krämpfen außerhalb der Periode

Um die Ursache von Krämpfen außerhalb der Periode zu ermitteln, wird der Arzt zunächst eine Anamnese erheben und Sie nach Ihren Beschwerden fragen. Anschließend wird er eine körperliche Untersuchung durchführen, einschließlich einer gynäkologischen Untersuchung.

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie z. B.:

  • Ultraschalluntersuchung: Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, Erkrankungen der Gebärmutter, Eierstöcke oder Eileiter zu erkennen.
  • Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann helfen, Entzündungen oder hormonelle Störungen festzustellen.
  • Urinuntersuchung: Eine Urinuntersuchung kann helfen, eine Blasenentzündung oder Nierenbeckenentzündung zu erkennen.
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie): Eine Bauchspiegelung ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem der Arzt mit einer Kamera in den Bauchraum schaut, um die Organe zu untersuchen. Dies kann erforderlich sein, um Endometriose oder andere Erkrankungen zu diagnostizieren.

Behandlung von Krämpfen außerhalb der Periode

Die Behandlung von Krämpfen außerhalb der Periode richtet sich nach der Ursache. Einige Behandlungsmöglichkeiten sind:

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  • Schmerzlinderung:

    • Wärme: Wärme in Form einer Wärmflasche oder eines Heizkissens kann die Muskeln entspannen und die Schmerzen lindern.
    • Schmerzmittel: Gängige Schmerzmittel wie Paracetamol, Dolormin oder Ibuprofen können bei leichten bis mittelschweren Schmerzen helfen. Bei chronischen Schmerzen kann ein Schmerztherapeut eine andere Medikation einstellen.
  • Hormontherapie: Bei hormonell bedingten Ursachen kann eine Hormontherapie helfen, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen. Eine Pille mit Gestagen kann den Östrogenspiegel regulieren und das Wachstum von Endometrioseherden reduzieren.

  • Antibiotika: Bei Entzündungen können Antibiotika helfen, die Infektion zu bekämpfen.

  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursache der Schmerzen zu beheben. Dies kann z. B. bei Endometriose, Myomen oder Eierstockzysten der Fall sein.

  • Psychologische Schmerztherapie: In der psychologischen Schmerztherapie werden verschiedene Methoden eingesetzt, um einen positiven Einfluss auf die Schmerzen zu nehmen und den Leidensdruck zu minimieren.

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  • Beckenbodentherapie: Bei Verspannungen der Beckenbodenmuskulatur kann eine Beckenbodentherapie helfen, die Muskeln zu entspannen und die Schmerzen zu lindern.

Tipps zur Vorbeugung von Krämpfen außerhalb der Periode

Einige Tipps zur Vorbeugung von Krämpfen außerhalb der Periode sind:

  • Gesunder Lebensstil: Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung, viel Bewegung und Entspannung. Vermeiden Sie Stress und Übergewicht.
  • Zyklus dokumentieren: Dokumentieren Sie Ihren Zyklus, um Unregelmäßigkeiten zu erkennen und Blutungen besser einschätzen zu können. Spezielle Apps können Ihnen dabei helfen.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Nehmen Sie regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt teil, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
  • Gleitmittel verwenden: Verwenden Sie beim Sex Gleitmittel, um Verletzungen der vaginalen Schleimhaut zu vermeiden.
  • Gegen HPV impfen: Lassen Sie sich gegen das Humane Papillomavirus (HPV) impfen, um das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu senken.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Die Schmerzen stark sind und Ihren Alltag beeinträchtigen
  • Die Schmerzen länger als sechs Monate anhalten (chronische Schmerzen)
  • Die Schmerzen von anderen Symptomen begleitet werden, wie z. B. Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Ausfluss oder unregelmäßigen Blutungen
  • Sie ungewöhnliche Veränderungen an Ihrem Körper feststellen
  • Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein

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