Oberschenkelkrämpfe sind zunächst eine harmlose Erkrankung, können aber die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Insbesondere wenn Krämpfe im Oberschenkel gehäuft auftreten, die sportliche Leistungsfähigkeit einschränken oder nicht weggehen, sollte in jedem Fall eine Abklärung von einem Sportorthopäden erfolgen, da sie die Wettkampffähigkeit limitieren können. Auch der nächtliche Wadenkrampf kann die Nachtruhe erheblich stören und sollte daher ärztlich abgeklärt werden.
Was ist ein Krampf im Oberschenkel?
Ein Krampf im Oberschenkel ist eine plötzliche, unwillkürliche und schmerzhafte Kontraktion der Muskeln. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein.
Ursachen von Oberschenkelkrämpfen
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu Krämpfen im Oberschenkel führen können. Hier sind einige der häufigsten:
- Fehlbelastungen: Unsymmetrisch durchgeführte Bewegungen des Körpers können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Muskeln führen. Dies kann bei chronischen Fehlbelastungen auch zu plötzlich auftretenden Krämpfen im Oberschenkel führen. Vor allem kleine Beinlängendifferenzen, die bislang unbemerkt blieben, können dazu beitragen, dass ein Oberschenkelmuskel stärker belastet wird als der andere. Ergebnis ist, dass der überlastete Oberschenkelmuskel dann plötzlich krampfartig verhärtet.
- Magnesiummangel: Vor allem dem Magnesium-Mangel sagt man eine Verursachung von Oberschenkel-, und Unterschenkelkrämpfen nach.
- Durchblutungsstörungen: Auch Durchblutungsstörung im Sinne einer Gefäßverengung können dazu beitragen, dass der Muskel nicht die benötigte Menge Blut bekommt und sich aus diesem Grund krampfartig zusammenzieht. Da der Muskel bei Belastung mehr sauerstoffhaltiges Blut benötigt als in Ruhe, treten krampfartige Beschwerden vor allem beim Laufen auf. Eine verminderte Blutversorgung der Muskulatur kann ebenfalls eine Ursache sein.
- Trauma oder Unfälle: Trauma oder Unfälle verursachen ebenfalls als Nachwirkungen mit unter Oberschenkelkrämpfe. Der Grund liegt in einer Reizung der Muskelzellen nach einem Stoß oder stumpfen Trauma. Ruckartige Verletzungen, wie zum Beispiel Umknicktraumen, können ebenfalls zu plötzlich eintretenden Muskelschmerzen führen.
- Muskelkater: Muskelkaterentsteht vor allem Dingen dann, wenn sich Muskeln sehr fest kontrahieren und zusammenziehen, wie es im Falle eines Muskelkrampfes passiert. Nachdem sich der Muskelkrampf gelockert hat, klagen die Betroffenen manchmal noch einige Stunden, manchmal sogar Tage über Muskelkater in dem betroffenen Bereich. Grund sind Nervenreizungen, die durch die Kontraktion des Muskels entstehen.
- Muskelfaserrisse: Kommt es durch einen Unfall zu Muskelfaserrissen an der Oberschenkelmuskulatur, kann die Kontraktion des Muskels nicht wie gewohnt symmetrisch stattfinden, was dann zur Folge haben kann, dass es immer mal wieder im Laufe des Tages zu Krämpfen des Oberschenkelmuskels kommen kann. Auch kann eine Krampf in der Oberschenkelmuskulatur solche Kräfte entwickeln, dass kleinste Verletzungen der Muskelfasern entstehen.
- Nebenwirkungen von Medikamenten: Z. B. Cortison, Diuretika (Entwässerungsmittel), Statine, Cholesterinsenkende Fibrate, Beta-Agonisten, ACE-Hemmer, Kalziumkanalblocker, Antipsychotika, Bisphosphonate, Fluorchinolon-Antibiotika, Opioide, Chemotherapeutika, Interferone, Immunsuppressiva, Antidepressiva (SSRIs), Antiemetika, Antiepileptika.
- Belastungen: Belastungen können immer wieder zu Krämpfen des Oberschenkels führen. Vor allem, wenn ungewohnte Bewegungen zu lange durchgeführt werden, kann es vorkommen, dass der Oberschenkelmuskel plötzlich krampfartig verhärtet und die Patienten die Bewegung nicht mehr durchführen können. Der Grund liegt in einer Unterversorgung des Muskels mit Blut.
Der Zusammenhang mit Bandscheibenvorfällen
Ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich macht sich in der Regel in Form von Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder auch einem wahrnehmbaren Kribbeln in den Gliedmaßen bemerkbar. Grund dafür ist der dabei entstehende Druck, der auf die dazugehörigen Nervenwurzeln ausgeübt wird. Es kommt zu einer Entzündung des Nervs und somit auch zu den genannten Symptomen.
Auch Erkrankungen der Nervenwurzeln nach einem Bandscheibenvorfall können einen Wadenkrampf auslösen.
Lesen Sie auch: Alles über Zehenkrämpfe
Symptome von Oberschenkelkrämpfen
Muskelkrämpfe sind in aller Regel durch starke Schmerzen im Bereich der Krämpfe begleitet. Des weiteren ist charakteristisch für ein Muskelkrampf des Oberschenkels, dass sich die Muskulatur plötzlich und stark verhärtet. Meistens kann man diese Verhärtung nicht ohne weiteres wegdrücken, die Bewegung in diesem Bereich ist ebenfalls eingeschränkt. Zudem kann es zu kleinen Schwellungen im Bereich des Muskels kommen. Die Patienten gehen aufgrund der starken Schmerzen meistens in eine direkte Schonhaltung. Selten kann man von dem Krampf im Oberschenkel bewusstlos werden. Schmerzen im Oberschenkel werden durch jeden Muskelkrampf ausgelöst. Grund sind die krampfartigen Verhärtungen der Muskelfasern, die dadurch zu einer Reizung der Nerven im Bereich des Muskels führen. Die Schmerzen werden als sehr stark und ziehend angegeben.
Diagnose von Oberschenkelkrämpfen
Die Diagnostik eines Oberschenkelmuskelkrampfes ist eine klinische Einschätzung. Der Oberschenkelmuskel ist meistens nicht mehr verschieblich, bei der körperlichen Untersuchung fällt eine steinharte Konstitution des Muskels auf, die bei Druck auch noch schmerzempfindlich ist. Die Krankenbefragung bezieht sich vor allem Dingen auf die Häufigkeit der Krämpfe, die dann eine entsprechende Diagnostik unter Umständen notwendig macht. Eine Ultraschalluntersuchung kommt bei einem Krampf der Oberschenkelmuskulatur zum Einsatz, wenn man den genauen Zustand des Muskels und der Sehnen überprüfen will. Ultraschalluntersuchungen können dicht unter der Haut liegende, weichere Strukturen darstellen sowie auch Flüssigkeiten aufzeigen.
Was kann man gegen den Krampf tun?
Da ein Muskelkrampf der Oberschenkelmuskulatur plötzlich auftritt, kann man als Erstmaßnahme mit dem Fuß fest auf den Boden auftreten, die Erschütterungen sorgen manchmal dafür, dass der Krampf des Oberschenkelmuskels plötzlich sistiert und beendet werden kann. Manchmal ist es notwendig mehrere Male hintereinander auf den Boden fest aufzutreten - wenn der Krampf nicht weggeht - oder auf und ab zu laufen, um die verkrampfte Oberschenkelmuskulatur zu lockern und den Krampf zu lösen. Die Einnahme von Kalzium kann auch in der akuter Phase hilfreich sein einen lang anhaltenden Krampf der Oberschenkelmuskulatur zeitnah zu beenden. Des weiteren kann man während eines akuten Kampfes auch mit einem leichten Druck kreisende Massagebewegung über dem Oberschenkelmuskel durchführen. Die Betroffenen merken relativ schnell, dass der Muskel weich wird und der Krampf sich bessert.
Dehnübungen
Bei einem Krampf des Oberschenkelmuskels kommt es zu einer deutlichen Verkürzung der Muskelbündeln, die dann deutlich verhärten und anschwellen. Aus diesem Grund sind dehnende Maßnahmen sinnvoll, die die Muskeln wieder weiten und dehnen. Es ist bei der Dehnung darauf zu achten, dass in die entgegensinnige Richtung gedehnt wird. Ist der Muskel für die Beugung krampfbedingt verkürzt, sollte eine Streckung in dem Muskel erfolgen. Die Dehnübungen sollten einige Minuten durchgeführt und dann der Oberschenkel wieder gelockert werden. Auch vorbeugend bei immer wieder auftretenden Krämpfen der Oberschenkelmuskulatur kann man regelmäßige Dehnübungen des Oberschenkels durchführen. Es ist darauf zu achten, dass immer wieder Pausen eingelegt werden, um die Muskulatur nicht zu überstrapazieren sondern zu lockern. Bei Krämpfen hinten im Oberschenkel sollte man die Beinrückseite dehnen, zum Beispiel durch eine Vorbeuge.
Magnesium
Magnesium ist als Mineral ganz entscheidend bei der Muskelkontraktion beteiligt, ein Mangel des Magnesium würde zu immer wiederkehrenden Muskelkrämpfen führen. Klassischerweise würde bei einem Magnesiummangel der Betroffene vor allen Dingen über nächtliche Wadenkrämpfe berichten. Aber auch Krämpfe der Oberschenkelmuskulatur sind mit unter bei einem deutlichen Magnesium Mangel vorzufinden. Der Magnesium Spiegel muss nicht extra laborchemisch überprüft werden, es kann auch ein probatorischer Einnahmeversuch mit Magnesium Verla einmal täglich für ein bis zwei Wochen durchgeführt werden. Wenn es nach dieser Zeit zu keiner Besserung der immer wiederkehrenden Muskelkrämpfe kommt, sollte die Behandlung mit Magnesium beendet werden.
Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei Unterleibskrämpfen und Blähungen
Wärme und Kälte
Man kann auch versuchen mithilfe von kühlenden oder wärmenden Maßnahmen den Muskelkrampf zu beenden. Als wärmende Maßnahmen würde Rotlichtbehandlung oder Wärmflaschenauflagen in Betracht kommen. Kühlende Maßnahmen wären mit einem Eispack dreimal täglich für etwa 10 Minuten durchzuführen.
Medikamentöse Behandlung
Zur Behandlung von Krämpfen im Oberschenkel können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, um die Muskulatur zu entspannen, Elektrolyte auszugleichen und Krämpfe zu lindern. Das Medikament ist ein chininhaltiges Medikament, was phasenweise bei immer wiederkehrenden Muskelkrämpfen eingenommen werden kann. Chinin wirkt muskelentspannend und ist somit Hauptbestandteil der Wirkung. Limptar N sollte nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden (meist nicht länger als 2 Wochen), da es bei längerer Anwendung zu Nebenwirkungen kommen kann.
Was tun, wenn der Krampf nicht weggeht?
Wenn ein Krampf im Oberschenkel nicht von selbst verschwindet, gibt es verschiedene Maßnahmen, die helfen können, den Krampf zu lösen und die Muskulatur zu entspannen. Wenn der Krampf anhält oder wiederholt auftritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zugrunde liegende Ursachen wie Nerven- oder Durchblutungsprobleme abklären zu lassen. Kommt es zu keiner Besserung des Kampfes im Bereich der Oberschenkelmuskulatur, oder kommt es immer wieder zu einem Auftreten von Krämpfen des Oberschenkels, sollte eine weiterführende Diagnostik und Ursachensuche durchgeführt werden. Diese besteht zum einen aus einer Bildgebung sowie einer laborchemischen Untersuchung zum Ausschluss von Mangelerscheinungen. Kommt es zu keiner Besserung sollte zeitnah ein guter Facharzt für Orthopädie oder Unfallchirurgie aufgesucht werden. Massieren Sie den verkrampften Bereich mit den Händen in sanften, kreisenden Bewegungen. Trinken Sie ausreichend Wasser oder Elektrolytgetränke, insbesondere wenn der Krampf durch Dehydrierung oder ein Ungleichgewicht von Mineralien (z. B.
Was tun bei Lumedis, wenn die Krämpfe nicht weggehen?
- Umfassende Anamnese und Untersuchung: Zuerst führen wir eine gründliche Anamnese durch, um Ihre Symptome, Lebensgewohnheiten, Trainingsroutine und mögliche vorangegangene Verletzungen zu erfassen.
- Individuelle Behandlungspläne: Basierend auf den diagnostischen Ergebnissen entwickeln wir einen personalisierten Behandlungsplan.
- Medikamentöse Behandlung: Falls erforderlich, können Medikamente verschrieben werden, um die Symptome zu behandeln, z.B.
- Präventive Maßnahmen und Aufklärung: Wir bieten Beratung und Unterstützung, um die Krämpfe in Zukunft zu verhindern.
- Langfristige Betreuung und Nachsorge: Bei Lumedis ist die Betreuung unserer Patienten langfristig angelegt.
Muskelungleichgewicht
Der muskuläre Dysbalance Check ist eine diagnostische Maßnahme, die herausfinden soll, welche Muskeln durch Fehlbelastung verstärkt entwickelt sind und welche unterentwickelt sind. Der Untersucher wird im Seitenvergleich die Ausbildung, die Kraft und die Konsistenz der Muskeln untersuchen und beurteilen. Hierzu stellt er Seitenvergleiche an und lässt den Patienten bestimmte Bewegungen durchführen. Neben dem Seitenvergleich werden die Muskeln auch in Ruhe und bei Bewegung beurteilt. Starke Seitenunterschiede deuten immer auf eine Fehlbelastung hin, die auch zu regelmäßigen Krämpfen der Muskulatur führen können. Hat man durch den muskulären Dysbalance Check eine Fehlbelastung der Muskeln herausgefunden, sollte diese zeitnah behandelt werden.
Übungen bei Krämpfen
Bei Krämpfen in der Oberschenkelmuskulatur gibt es einige Übungen, die man während des akuten Kampfes durchführen kann. Dies wären Dehnübungen, die dazu beitragen sollen, dass der durch den Krampf verkürzte Muskel wieder gedehnt und gelockert wird. Bei immer wieder auftretenden Muskelkrämpfen kann man die genannten Übungen auch vorbeugend durchführen, um so die Muskeln zu dehnen und unanfälliger für Muskelkrämpfe zu machen.
Lesen Sie auch: Magen-Darm-Krämpfe natürlich lindern
Piriformis-Syndrom
Ein Piriformis-Syndrom entsteht, wenn ein verspannter Muskel in der Hüfte den Ischiasnerv einquetscht. Die Folge sind Schmerzen im Oberschenkel, Rücken und Po. Übungen zum Kräftigen und Dehnen können helfen.
Was ist ein Bandscheibenvorfall?
„Ein Bandscheibenvorfall ist ein Heraustreten des Bandscheibenkerns durch einen Riss des Bandscheibenringes in den Nervenkanal mit möglicher Reizung des Nervengewebes", sagt Dr. Ralf Oliver Breuer, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulentherapie und Wirbelsäulenchirurgie im Helios Klinikum Schwelm. Schmerzen und auch Taubheitsgefühle, die bis in die Arme und Beine ausstrahlen, können die Patient:innen mitunter stark einschränken.
Ursachen und Risikofaktoren für einen Bandscheibenvorfall
Bei einem Bandscheibenvorfall wirken häufig mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Zu den häufigsten gehören dabei ungesunde Ernährung und eine nicht ausreichende Trinkmenge, Rauchen, mangelnde Bewegung, sitzende Tätigkeiten, Fehlhaltung/-belastung sowie eine Schwäche der Rumpfmuskulatur.
Diagnose von Bandscheibenvorfällen
„Auf der Suche nach der Schmerzursache geben die Symptome der Betroffenen häufig schon Aufschluss über die Lage des Bandscheibenvorfalls", sagt der Experte. Die genaue Diagnosestellung erfolgt zum einen klinisch. Hierbei führen Ärzt:innen körperliche Untersuchungen im Bereich der Wirbelsäule und der Extremitäten durch, um Auffälligkeiten zu finden. Außerdem erfolgt eine neurologische Untersuchung. Zum anderen werden bildgebende Verfahren eingesetzt, zum Beispiel eine Magnetresonanztomographie (MRT) und gegebenenfalls eine Computertomographie (CT).
Behandlung von Bandscheibenvorfällen
Dr. Breuer weiß: „Der größte Anteil der Bandscheibenvorfälle wird konservativ behandelt, also ohne Operation." Zu den Therapiemaßnahmen gehören vor allem Bewegung, Entspannung und Entlastung, schmerzstillende Medikamente sowie manuelle und physikalische Therapien. Bei letzterer werden beispielsweise Druck, Zug, Wärme, Kälte oder Elektrizität für die Behandlung genutzt. Bei nicht beeinflussbaren Schmerzen, Funktionsstörungen oder Gefühlsstörungen kann eine Operation infrage kommen.
tags: #krampfe #im #oberschenkel #nach #bandscheibenvorfall