Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow befindet sich im Wandel. Angesichts der laufenden Krankenhausreform und der Notwendigkeit, sich neu zu orientieren, plant das Krankenhaus, sein Leistungsspektrum zu erweitern. Ein zentraler Bestandteil dieser Neuausrichtung ist die geplante Einführung einer Abteilung für Neurologie. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe dieser Entscheidung, die Herausforderungen und Chancen, die damit verbunden sind, und gibt einen Ausblick auf die zukünftige neurologische Versorgung in Ludwigsfelde.
Hintergrund der Veränderungen
Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow ist ein zukunftsorientiertes Krankenhaus der Grundversorgung im Verbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Es besteht aus sechs Kliniken und verfügt über 218 vollstationäre Betten, zehn Plätze in der Tagesklinik Geriatrie und zehn Plätze in der Tagesklinik Pädiatrie. Jährlich werden mehr als 7.000 stationäre und 17.000 ambulante Patienten versorgt. Am Standort befinden sich ein medizinisches Versorgungszentrum, ein Ärztehaus sowie ein Notarztstandort.
Wie viele andere kleine Krankenhäuser steht auch das Krankenhaus Ludwigsfelde vor der Herausforderung, sich an die sich ändernden Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen anzupassen. Die Schließung der Geburtsstation Ende November aufgrund von Fachkräftemangel verdeutlicht die Notwendigkeit, neue Wege zu gehen und das Angebot zu diversifizieren.
Im Zuge der Krankenhausreform hat die Klinik zwölf sogenannte Leistungsgruppen beantragt, die sie ab 2027 weiter oder neu anbieten will. Für das Krankenhaus Ludwigsfelde erklärt Geschäftsführer Ottmar Schmidt: »Die Neurologie wollen wir neu hinzunehmen.«
Die Notwendigkeit einer neurologischen Abteilung
Die Entscheidung für eine neurologische Abteilung ist ein strategischer Schritt, um den Bedarf der Bevölkerung in Ludwigsfelde und Umgebung besser zu decken. Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Demenzen und Kopfschmerzerkrankungen sind weit verbreitet und erfordern eine spezialisierteDiagnostik und Therapie.
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Das Asklepios Fachklinikum Teupitz bietet beispielsweise ein breites Spektrum an Leistungen im Bereich der Neurologie und Psychiatrie, darunter die Behandlung von Kopf- und Gesichtsschmerzen, Migräne, Schlafstörungen und Demenzen. Psychische Erkrankungen treten bei Menschen mit Intelligenzminderung häufig auf und erfordern besondere Aufmerksamkeit. Auch Abhängigkeitserkrankungen bei Erwachsenen sind weit verbreitet und oft unterschätzt.
Die Nähe zur Bundeshauptstadt Berlin und die gute Anbindung an den Berliner Autobahnring erleichtern die Gewinnung von qualifiziertem Fachpersonal. Gerade konnte ein Fachmann für die Disziplin Spezielle Unfallchirurgie gefunden werden. Er muss nur noch seinen Arbeitsvertrag unterschreiben. Dann kann er am 1. November anfangen. Ein Pluspunkt ist, dass es hier im Berliner Umland zwar auch nicht leicht ist, Ärzte zu finden, aber bedeutend leichter als in vielen anderen Gegenden Deutschlands.
Herausforderungen und Chancen
Die Einführung einer neurologischen Abteilung ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Dazu gehören:
- Finanzierung: Die Etablierung einer neuen Abteilung erfordert erhebliche Investitionen in Personal, Ausstattung und Infrastruktur. Das Krankenhaus muss sicherstellen, dass die Finanzierung langfristig gesichert ist.
- Personal: Die Gewinnung von qualifizierten Neurologen, Pflegekräften und Therapeuten ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der neuen Abteilung.
- Infrastruktur: Das Krankenhaus muss über die notwendigen Räumlichkeiten und Geräte für die neurologische Diagnostik und Therapie verfügen.
- Integration: Die neurologische Abteilung muss in die bestehende Krankenhausstruktur integriert werden und eng mit anderen Fachabteilungen zusammenarbeiten.
Trotz dieser Herausforderungen bietet die Einführung einer neurologischen Abteilung auch große Chancen:
- Verbesserung der Versorgung: Die neurologische Abteilung kann die Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen in der Region deutlich verbessern.
- Attraktivitätssteigerung: Die neue Abteilung kann das Krankenhaus für Patienten und Fachkräfte attraktiver machen.
- Positionierung: Die neurologische Abteilung kann das Krankenhaus als kompetenten Anbieter von Gesundheitsleistungen positionieren.
- Wirtschaftlichkeit: Die neurologische Abteilung kann zur wirtschaftlichen Stabilität des Krankenhauses beitragen.
Das Leistungsspektrum der geplanten Neurologie-Abteilung
Obwohl noch keine detaillierten Informationen über das genaue Leistungsspektrum der geplanten Neurologie-Abteilung vorliegen, lassen sich anhand des Bedarfs in der Region und der Expertise anderer Kliniken einige Schwerpunkte ableiten:
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- Schlaganfallversorgung: Die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Versorgung. Eine spezialisierte Stroke Unit mit telemedizinischer Anbindung kann die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.
- Behandlung von Bewegungsstörungen: Die Behandlung von Parkinson-Krankheit, Tremor und anderen Bewegungsstörungen erfordert eine spezialisierte Expertise.
- Behandlung von Multipler Sklerose: Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die eine langfristige Betreuung erfordert.
- Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen: Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete neurologische Erkrankungen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können.
- Behandlung von Demenzen: Die Zahl der Menschen mit Demenz steigt aufgrund der alternden Bevölkerung stetig an. Eine spezialisierteMemory Clinic kann die Diagnose und Behandlung von Demenzen verbessern.
- Neuropsychologische Diagnostik und Therapie: Die Neuropsychologie befasst sich mit den Auswirkungen von Hirnschädigungen auf die kognitiven Funktionen.
Ergänzend zu diesen Schwerpunkten kann die neurologische Abteilung auch ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen anbieten, darunter:
- Elektrophysiologische Untersuchungen: EEG, EMG, Nervenleitgeschwindigkeit
- Bildgebende Verfahren: CT, MRT
- Liquordiagnostik
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Logopädie
Kooperationen und Vernetzung
Um eine umfassende und qualitativ hochwertige neurologische Versorgung zu gewährleisten, ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen und Einrichtungen unerlässlich. Dazu gehören:
- Kardiologie: Bei Schlaganfällen und anderen neurologischen Erkrankungen ist eine enge Zusammenarbeit mit der Kardiologie wichtig, um kardiovaskuläre Risikofaktoren zu erkennen und zu behandeln.
- Radiologie: Die Radiologie ist ein wichtiger Partner für die neurologische Diagnostik.
- Neurochirurgie: In bestimmten Fällen ist eine neurochirurgische Behandlung erforderlich.
- Psychiatrie und Psychotherapie: Viele neurologische Erkrankungen sind mit psychischen Begleiterkrankungen verbunden.
- Rehabilitationskliniken: Nach der Akutbehandlung benötigen viele Patienten eine neurologische Rehabilitation.
- Niedergelassene Ärzte: Eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten ist wichtig, um eine nahtlose Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
- Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen können Patienten und Angehörigen Unterstützung und Informationen bieten.
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