Brustwirbelsäulen- und Rippenschmerzen sind im Vergleich zu Nacken- und unteren Rückenschmerzen seltener. Eine Neuralgie, insbesondere die Interkostalneuralgie (Nervenschmerz zwischen den Rippen), kann jedoch erhebliche Beschwerden verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Neuralgien, Steifigkeit und damit verbundenen Schmerzen, insbesondere im Zusammenhang mit der Brustwirbelsäule und dem Nacken.
Ursachen von Brustwirbelsäulen- und Rippenschmerzen
Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule entstehen oft durch Überlastung der umgebenden Muskulatur oder durch Blockierungen der kleinen Wirbel- oder Rippengelenke. Auslöser können ungünstiges Liegen, falsche Bewegungen, Überlastung beim Sport oder ungewohnte Tätigkeiten sein. In der Jugend kann es durch Wirbelsäulenfehlhaltungen, Skoliose oder Seitverdrehungen der Wirbelsäule unter körperlichen Belastungen zu Verspannungen und Blockierungen kommen.
Symptome und Diagnose
Typischerweise verstärken sich die Schmerzen bei der Ein- oder Ausatmung. Drehungen oder das Zur-Seite-Neigen des Oberkörpers können die Schmerzen beeinflussen. Körperliche Belastung oder Armbewegungen können die Schmerzen aktivieren oder lindern. Es ist wichtig, die Schmerzausstrahlung in den vorderen Brustbereich zu beachten, da dies den Verdacht auf Herzprobleme lenken kann.
Um die Ursache der Schmerzen zu ermitteln, sollte man prüfen, ob sich der Schmerz durch tiefe Ein- oder Ausatmung verändert und ob bestimmte Bewegungen die Schmerzen verstärken oder lindern.
Interkostalneuralgie
Die Interkostalneuralgie ist eine Reizung der Nerven, die an den Rippen nach vorne ziehen. Symptome können Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen, punktueller Druckschmerz rechts neben der Wirbelsäule oder gürtelförmige Schmerzen vom Schulterblatt nach vorne sein. Manchmal brennt es im linken Arm, und die Finger (kleiner Finger und Ringfinger) werden taub.
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Differentialdiagnose
Es ist wichtig, andere Ursachen für Brustschmerzen auszuschließen, insbesondere Herzerkrankungen. EKG und Blutwerte (einschließlich Infarktwerte) sollten überprüft werden. Auch Probleme mit dem Schlüsselbein, der Wirbelsäule oder den inneren Organen können ähnliche Symptome verursachen.
Fallbeispiele und ihre Implikationen
Mehrere Fallbeispiele verdeutlichen die Vielfalt der möglichen Ursachen und Symptome:
- Schlüsselbeinbruch: Ein nicht verheilter Schlüsselbeinbruch kann zu stechenden Schmerzen unter dem Schulterblatt führen, insbesondere beim Liegen auf dem Rücken.
- Geburt: Durch die Geburt kann der Körper beweglicher werden, was zu Beschwerden an den Rippenbögen durch ausstrahlende Schmerzen von der Brustwirbelsäule führen kann.
- Bauchdeckenstraffung: Nach einer Bauchdeckenstraffung mit Muskelstraffung können Atemprobleme, Rückenschmerzen und brennende Schmerzen im Schulterblattbereich auftreten.
- Psychosomatische Beschwerden: Starke Brustschmerzen, die zu Panikattacken führen, können psychosomatische Ursachen haben. Verspannungen im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule können die Schmerzen verstärken.
- Sportverletzungen: Eine Überdehnung beim Sport kann Druck und leichte Schmerzen im Solarplexusbereich verursachen.
Das HWS-Syndrom (Zervikalsyndrom)
Das Zervikalsyndrom oder HWS-Syndrom beschreibt Schmerzzustände, die von der Halswirbelsäule ausgehen. Die Symptome können vielfältig sein: Nackenschmerzen, Steifheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Empfindungsstörungen in Armen und Händen. Die Ursachen sind oft unklar und können durch Fehlbelastungen, Bewegungsmangel oder Stress entstehen.
Ursachen des HWS-Syndroms:
- Muskuläre Verspannungen: Durch Fehlhaltung, Bewegungsmangel oder Stress.
- Degenerative Veränderungen: Verschleißerscheinungen an Bandscheiben und Wirbelgelenken.
- Fehlstellungen: Angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Halswirbelsäule.
- Psychische Faktoren: Stress und psychische Belastungen.
Diagnose des HWS-Syndroms:
- Patientengespräch: Erhebung der Krankheitsgeschichte und Schmerzanamnese.
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Körperhaltung, Abtasten der Halswirbelsäule, Prüfung der Beweglichkeit.
- Bildgebende Verfahren: Röntgen, CT oder MRT zur Beurteilung der Halswirbelsäule.
Behandlung des HWS-Syndroms:
- Konservative Methoden: Schmerzmittel, Injektionen, Massagen, Physiotherapie.
- Entspannungstechniken: Autogenes Training, Yoga.
- Minimalinvasive Methoden: Hitzesondentherapie, Mikrolaserbehandlung.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung zur Stärkung der Muskulatur.
- Ergonomie: Anpassung des Arbeitsplatzes.
Nackenschmerzen
Nackenschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Nackens, die in Arme, Schultern und Kopf ausstrahlen können. Sie werden in spezifische und unspezifische Nackenschmerzen unterteilt. Unspezifische Nackenschmerzen werden meist durch Muskelverspannungen verursacht, während spezifische Nackenschmerzen eine konkrete Ursache haben und ärztlich abgeklärt werden sollten.
Ursachen von Nackenschmerzen:
- Schwache Halsmuskulatur und Überlastung: Langes Sitzen am Schreibtisch, Arbeiten mit überstrecktem Kopf.
- Verschleiß der Wirbel und Bandscheiben: Osteochondrose, Spondylarthrose.
- Schleudertrauma: Verletzung durch plötzliche Beschleunigung und Verzögerung des Kopfes.
- Verengung des Wirbelkanals oder Bandscheibenvorfall: Druck auf Nervenwurzeln.
- Zähneknirschen (Bruxismus): Negative Auswirkungen auf die Nackenmuskulatur.
- Weitere Ursachen: Gelenkblockaden, Fehlstellungen der Füße oder Hüfte, Meningitis, rheumatische Erkrankungen, Osteoporose, Skoliose, Tumore, Fibromyalgie-Syndrom, psychische Probleme.
Symptome von Nackenschmerzen:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Müdigkeit
- Sehstörungen
- Fieber
- Schwindel
- Ohrgeräusche
- Schmerzen in den Armen
- Schmerzen in den Schultern
Diagnose von Nackenschmerzen:
- Anamnese: Erhebung der Krankheitsgeschichte.
- Klinische Untersuchung: Körperliche Untersuchung.
- Bildgebende Diagnoseverfahren: Röntgenuntersuchung, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT).
- Laboruntersuchung: Blutuntersuchung bei Verdacht auf Grunderkrankung.
Behandlung von Nackenschmerzen:
- Medikamente: Schmerzmittel (Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS), nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)).
- Konservative Therapie: Regelmäßige Bewegung, Physiotherapie, Massagen, lokale Wärme, Entspannungsmethoden, Verhaltenstherapie.
- Operation: In seltenen Fällen bei Bandscheibenvorfällen.
Weitere Ursachen für Schmerzen und Steifigkeit
- Fibromyalgie (FMS): Chronische Schmerzerkrankung mit Muskelschmerzen und Erschöpfung.
- Polyneuropathie: Erkrankung der peripheren Nerven mit Kribbelgefühlen, brennenden Missempfindungen, Schmerzen und Taubheitsgefühlen.
Selbsthilfe bei Nackenschmerzen
- Aktive Entspannung: Entspannungsübungen.
- Hals warm halten: Zugluft vermeiden.
- Körper durch Sport stärken: Gezielte Stärkung der Rücken- und Nackenmuskulatur.
- Massagen: Lockerung der Muskulatur.
- Gesunder Schlaf: Nackenstützkissen verwenden.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Bildschirm auf Augenhöhe, korrekte Sitzhaltung.
- Regelmäßige Pausen: Vermeidung von langem Verharren in derselben Position.
Übungen gegen Nackenschmerzen
Regelmäßige Übungen können helfen, Nackenschmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Symptome wie eingeschränkte Beweglichkeit und Verspannungen können durch gezielte Übungen gelindert werden.
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Alarmschmerzen
Alarmschmerzen sind Warnsignale des Körpers, die auf eine drohende Überlastung hinweisen. Sie müssen nicht immer auf eine tatsächliche Schädigung der Halswirbelsäule hindeuten und können durch Anpassungen im Alltag gemildert werden.
Schlafposition
Die Schlafposition kann Nacken- und Rückenschmerzen beeinflussen. Es ist wichtig, auf eine gerade Liegeposition zu achten und ein flaches Kissen zu verwenden, um die Wirbelsäule in einer geraden Linie zu halten.
Stress und psychische Belastungen
Stress und psychische Belastungen können Muskelverspannungen im Nackenbereich fördern. Atemübungen, Meditation, progressive Muskelentspannung und Bewegung können helfen, Stress abzubauen.
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