Wenn Menschen von Antriebslosigkeit, Erschöpfung, depressiven Verstimmungen oder Nervosität betroffen sind, denken viele zunächst an psychische Herausforderungen. Doch bei diesen Beschwerden kann auch eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) die Ursache sein, die möglichst zeitnah behandelt werden sollte. Als Energieproduzent für den Körper reguliert die Schilddrüse den Stoffwechsel, was sich nicht nur auf das Energieniveau auswirken kann, sondern auch auf die Haut und Haare, den Menstruationszyklus und die Verdauung.
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) werden die Schilddrüsenhormone Tetrajodthyronin bzw. Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) in zu geringer Zahl gebildet. Da die Schilddrüsenhormone maßgeblich an der korrekten Funktion des Stoffwechsels im Körper beteiligt ist, kann ein niedriger Hormonspiegel erhebliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse zu wenige Hormone. Das verlangsamt den Stoffwechsel. Betroffene Menschen fühlen sich oft antriebslos, haben einen niedrigen Puls und Verstopfung. Die Schilddrüse (Thyroidea) ist ein lebenswichtiges Organ. Sie produziert Hormone, die die Stoffwechselprozesse regeln und diese im Gleichgewicht halten. Eine Unterfunktion der Schilddrüse bremst den Stoffwechsel. Sie kann dadurch zu allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebsschwäche oder Verstopfung führen.
Meist wird eine Schilddrüsenunterfunktion durch eine chronische Entzündung der Schilddrüse verursacht. Durch die tägliche Einnahme von Tabletten mit Schilddrüsenhormonen lässt sich die Unterfunktion ausgleichen.
In Ländern wie Deutschland haben etwa 5 von 100 Menschen eine Unterfunktion der Schilddrüse. Frauen und ältere Menschen erkranken besonders häufig daran. Etwa 1 von 3.400 Neugeborenen kommt mit einer Schilddrüsenunterfunktion auf die Welt.
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Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
Die zu einer Schilddrüsenunterfunktion gehörigen Symptome können bei Männern und Frauen vielfältig sein, da der zu geringe Hormonspiegel auf zahlreiche Funktionen des Körpers Einfluss nimmt. Insbesondere bei Erwachsenen können die Symptome zunächst unauffällig sein und sich nach und nach entwickeln. Bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone, verlangsamt das den Stoffwechsel. Davon können viele Teile des Körpers betroffen sein und ganz individuelle Beschwerden ausgelöst werden.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion lassen sich zahlreiche Anzeichen feststellen:
- Geringer Puls, Müdigkeit, Schwäche und Kurzatmigkeit
- Lethargie, Teilnahmslosigkeit und Depressionen
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Verlangsamte Reflexe
- Trockene Haut und Haare sowie Haarausfall
- Kälteempfindlichkeit und Frieren sowie erhöhte Infektanfälligkeit
- Muskeln- und Gelenkschmerzen sowie Kribbeln und Taubheitsgefühle
- Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit
- Sichtbar größere Schilddrüse (Struma bzw. Kropf)
Zu den allgemeinen Symptomen gehören: Schwäche, Müdigkeit, niedriger Puls. Es kann auch zu psychischen Problemen kommen wie: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Depressionen oder andere psychische Auffälligkeiten. Zudem sind bestimmte körperliche Veränderungen möglich, beispielsweise: leichte bis mäßige Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene Haare, Haarausfall, tiefe, heisere Stimme, vergrößerte Zunge, trockene Haut und teigige Verdickungen, vor allem im Gesicht, vergrößerte Schilddrüse, auch Kropf oder Struma genannt, Schwerhörigkeit, starke oder unregelmäßige Regelblutungen, eingeschränkte Fruchtbarkeit, Erektionsstörungen. Darüber hinaus gibt es Beschwerden, die den gesamten Körper betreffen, zum Beispiel: Muskel- oder Gelenkschmerzen, verlangsamte Reflexe, Frieren und Kälteempfindlichkeit, Kribbeln und Taubheitsgefühl.
Viele dieser Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Besonders bei älteren Menschen kommt es vor, dass man eine Schilddrüsenunterfunktion mit altersbedingten Veränderungen verwechselt. Das kann beispielsweise bei einer beginnenden Demenz passieren.
Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion
Bei den Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion wird zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen unterschieden.
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Weitere Ursachen für eine Erkrankung der Schilddrüse können sein:
- Entzündungen: Hierzu gehören Hashimoto, aber auch Infektionen, die zu einer Entzündung und somit Erkrankung in der Schilddrüse führen können. Bei Menschen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis ist die Schilddrüse chronisch entzündet. Diese Autoimmunerkrankung ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Hierbei hält das Immunsystem des Körpers die Zellen der Schilddrüse irrtümlich für fremd. In der Folge werden Antikörper produziert, die die eigene Schilddrüse angreifen und eine Entzündung auslösen. Diese Entzündung bleibt auf die Schilddrüse begrenzt.
- Entfernung oder Zerstörung der Schilddrüse: Muss die Schilddrüse im Zuge der Behandlung einer Erkrankung entfernt werden oder wird bspw. durch eine Strahlentherapie ganz oder teilweise beschädigt, kann es zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit einer Notwendigkeit zur Therapie kommen. Bei einigen Erkrankungen - beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenkrebs - wird im Rahmen der Behandlung die Schilddrüse bestrahlt oder operativ teilweise oder ganz entfernt. Bei einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf) werden ebenfalls Teile in einer Operation entnommen. Als Folge produziert die Schilddrüse zu wenige oder gar keine Hormone mehr. Eine Bestrahlung der Schilddrüse kann dazu führen, dass sich eine Unterfunktion sehr langsam entwickelt und erst einige Jahre später auftritt.
- Jodmangel: Da die Schilddrüsenhormone mithilfe von Jod gebildet werden, benötigt der Körper ein Mindestmaß an Jod. Um sich mit Jod zu versorgen, können die Patientinnen und Patienten Jod aus jodiertem Speisesalz, Milchprodukten, Eiern sowie Salzwasserfischen zu sich nehmen. Auch eine Jod-Supplementation ist möglich. Jod ist ein wichtiges Spurenelement. Der Körper braucht es zur Herstellung der Schilddrüsenhormone. Da der Körper Jod nicht selbst produzieren kann, muss man es über die Nahrung aufnehmen. Wird dem Körper dauerhaft zu wenig Jod über die Nahrung zugeführt, kann es zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommen. In den Industrieländern ist dies heute allerdings nur sehr selten der Fall.
- Medikamente: Medikamente können zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen, etwa wenn bei einer Schilddrüsenüberfunktion Medikamente zur Verringerung der Schilddrüsenaktivität eingenommen werden, die eingenommene Dosis allerdings zu hoch ist. Auch Lithium, ein Wirkstoff in Antidepressiva, kann die Aktivität der Schilddrüse hemmen. Bestimmte Arzneimittel können die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen, zum Beispiel Antidepressiva mit dem Wirkstoff Lithium. Auch Medikamente, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion zum Einsatz kommen, hemmen die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Wenn diese Medikamente zu hoch dosiert sind, ist eine Unterfunktion möglich.
- Angeborene Schilddrüsenunterfunktion: Eine Schilddrüsenunterfunktion ist nur selten genetisch bedingt. Wenn eine werdende Mutter sehr wenig Jod aufnimmt oder ihr Immunsystem Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe bildet, kann das ebenfalls zu einer Schilddrüsenunterfunktion beim Kind führen. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist nur selten genetisch bedingt. Wenn eine werdende Mutter sehr wenig Jod aufnimmt oder ihr Immunsystem Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe bildet, kann das ebenfalls zu einer Schilddrüsenunterfunktion beim Kind führen.
Bei den zuvor beschriebenen Formen ist die Schilddrüse selbst gestört - man spricht hier von primärer Schilddrüsenunterfunktion. Ursache der Schilddrüsenunterfunktion kann aber auch eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse oder des Hypothalamus im Zwischenhirn sein. Die Hirnanhangsdrüse und der Hypothalamus bilden Hormone, die wiederum die Hormonproduktion der Schilddrüse steuern. Dadurch kann die eigentlich gesunde Schilddrüse fehlgesteuert werden und nicht mehr ausreichend Hormone produzieren. In der Medizin nennt man diese Art von Schilddrüsenunterfunktion „zentrale Schilddrüsenunterfunktion“.
Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion
Bei der Diagnose wird zunächst eine Anamnese durchgeführt, bei der die Patientin bzw. der Patient zu den Symptomen, eingenommenen Medikamenten und eventuell bestehenden Vorerkrankungen befragt wird. Anschließend erfolgen eine Tastuntersuchung der Schilddrüse sowie eine Blutabnahme. Anhand des Hormonspiegels im Blut kann eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt und von anderen Ursachen, denen dieselben vorliegenden Beschwerden zu Grunde liegen, unterschieden werden. Neben den beiden freien Hormonen T3 und T4, Trijodthyronin, kann mithilfe eines Bluttests auch das Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH) analysiert werden.
Im Allgemeinen wird zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion unterschieden.
Eine Schilddrüsenunterfunktion lässt sich bei einer Untersuchung im Blutbild durch einen erhöhten TSH-Wert sowie zu geringe T3- und T4-Werte erkennen. Die Normwerte liegen bei dem Hormon TSH zwischen 0,4 und 4,0 mU/I und bei dem freien L-Thyroxin und Trijodthyronin zwischen 2,0 und 4,4 pg/ml bzw. 0,8 und 1,8 ng/dl. Im Laufe des Lebens können die Normwerte variieren, etwas während einer Schwangerschaft.
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In Deutschland wird eine angeborene Hypothyreose im Rahmen des Neugeborenen-Screenings identifiziert, wodurch die Behandlung frühzeitig eingeleitet und bleibende Schäden bei der kindlichen Entwicklung vermieden werden können. Bei Erwachsenen dagegen wird das Screening nicht empfohlen, da sich leicht erhöhte Werte häufig von selbst zurückbilden.
Um eine Unterfunktion der Schilddrüse festzustellen, fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst nach den Beschwerden. Im Anschluss tastet sie oder er die Schilddrüse ab. Bei einem Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion wird anschließend ein Bluttest gemacht, da viele Symptome auch andere Ursachen haben können. Mit dem Bluttest misst man die Schilddrüsenhormone und bestimmt den TSH-Wert.
TSH ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird und die Produktion der Schilddrüsenhormone anregt. Leicht erhöhte TSH-Werte können ein erstes Anzeichen für eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion sein. Denn die Hirnanhangsdrüse reagiert auf eine schwächer werdende Schilddrüse: Sie erhöht die eigene TSH-Produktion, um die Schilddrüse stärker anzuregen. Doch irgendwann reicht das nicht mehr aus, sodass die Schilddrüse zu wenige Hormone ins Blut abgibt. Das lässt sich durch die Blutuntersuchung ebenfalls erkennen.
Ein erhöhter TSH-Wert muss aber nicht zwingend die Diagnose für eine Schilddrüsenunterfunktion mit Beschwerden sein: Durchschnittlich entwickeln pro Jahr 2 bis 5 von 100 Menschen mit erhöhten TSH-Werten Symptome, die behandelt werden müssen. Wenn der TSH-Wert deutlich erhöht ist oder das Blut bestimmte Antikörper enthält, steigt das Risiko.
Ob die Messung des Hormonspiegels zur Früherkennung bei Erwachsenen einen Nutzen hat, ist wissenschaftlich nicht belegt. Für sie wird daher kein Screening empfohlen.
Wichtig zu wissen: TSH-Werte allein sind wenig aussagekräftig. Relativ viele Menschen haben leicht erhöhte TSH-Werte. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Schilddrüse zu wenige Hormone bildet. Außerdem normalisieren sich die Werte häufig von selbst wieder.
Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion
Eine Schilddrüsenunterfunktion wird je nach Ursache behandelt. Liegt z. B. eine Unterfunktion durch Jodmangel vor, kann dieser durch die Ernährung oder Supplementation ausgeglichen werden. Bei einer Unterfunktion mit komplexeren Ursachen sind Medikamente möglich, die der Patient bzw. Nicht jede Schilddrüsenerkrankung erfordert einen chirurgischen Eingriff. Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, können die fehlenden Hormone durch Medikamente ausgeglichen werden. Der Wirkstoff Levothyroxin bzw. L-Thyroxin wird im Körper umgewandelt, wodurch sich die Werte im Blut normalisieren und die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion nach etwa zwei bis drei Monaten verbessern. Je nachdem, ob die Erkrankung der Schilddrüse langfristige Ursachen hat, muss diese nur vorübergehend oder lebenslang behandelt werden. Hierbei erfolgt täglich die Einnahme von Tabletten. Halten sich die Patientinnen und Patienten an die auf sie eingestellte Dosis, die auf ihrem Körpergewicht basiert, entstehen nur in seltenen Fällen Nebenwirkungen wie Nervosität. Sobald die passende Dosis an Tabletten eingestellt ist, muss diese einmal jährlich von der behandelnden Ärztin bzw. dem Arzt überprüft werden.
Die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion zielt darauf ab, den Hormonmangel auszugleichen. Dafür wird das fehlende Schilddrüsenhormon Thyroxin durch ein Medikament ersetzt, das mit dem körpereigenen Hormon identisch ist. Der Wirkstoff wird auch als Levothyroxin oder L-Thyroxin bezeichnet. Das Medikament bringt die Hormonwerte in den normalen Bereich, wodurch die Beschwerden für gewöhnlich vollständig abklingen. Eine Schilddrüsenunterfunktion wird je nach Ursache vorübergehend oder lebenslang behandelt.
Bei der richtigen Dosierung treten praktisch keine Nebenwirkungen auf. Die Dosierung des Medikaments richtet sich nach dem Körpergewicht. Bei Bedarf wird die Dosis nach 2 bis 3 Monaten angepasst: So lange dauert es, bis sich der Hormonspiegel im Körper eingependelt hat. Bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion ist nur der TSH-Wert erhöht, es treten aber keine Beschwerden auf.
Das fehlende Schilddrüsenhormon Thyroxin wird durch ein Medikament ersetzt, das im Körper in das Hormon umgewandelt wird. Der Wirkstoff wird auch als Levothyroxin oder L-Thyroxin bezeichnet. Das Medikament bringt die Hormonwerte in den normalen Bereich. Dadurch verschwinden die Beschwerden in der Regel vollständig. Bis sich der Hormonspiegel im Körper eingependelt hat, dauert es etwa 2 bis 3 Monate. L-Thyroxin wird einmal am Tag eingenommen. Es wird empfohlen, die Tablette eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser einzunehmen. Nebenwirkungen treten bei richtiger Dosierung praktisch nicht auf. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Eine zu hohe Dosis kann zu Nervosität führen. Deshalb wird die Dosierung in den ersten Wochen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion
Zwar gibt es keine wissenschaftlich belegten Diäten, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion unterstützend wirken können, dennoch ist eine ausgewogene Ernährung für die Betroffenen von Vorteil. Zusätzlich können sie durch bestimmte Lebensmittel wichtige Spurenelemente aufnehmen:
- Selen und Eisen: Neben Jod benötigt die Schilddrüse Selen und Eisen, um die Bildung von Schilddrüsenhormonen zu gewährleisten. Diese finden sich etwas in Paranüssen, Blutwurst und Schweineleber.
- Vitamin A: Es gibt Hinweise, dass ein Mangel an Vitamin A die Produktion der Schilddrüsenhormone behindern kann. Dieses findet sich beispielsweise in Möhren.
- Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D wiederum soll mit der Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis verbunden sein. Da der Körper Vitamin D nicht selbst herstellen kann, sollten Betroffene regelmäßig Sonnenlicht tanken oder in Absprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
- Omega-3-Fettsäuren: Diese besonders in Seefischen oder Ölen enthaltenen Fettsäuren sollen entzündungshemmend wirken, was sich positiv auf eine entzündete Schilddrüse auswirken kann.
- Goitrogene: Goitrogene sind Stoffe, die eine Vergrößerung der Schilddrüse hervorrufen. Sie hemmen die Funktion der Schilddrüse. Patientinnen und Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion sollten aus diesem Grund Lebensmittel meiden, die Goitrogene enthalten. Hierzu gehören etwa Rüben, Kohlrabi, Mandeln, Radieschen und Chinakohl im rohen Zustand. Ebenso verhält es sich mit Sojabohnen, Tofu und anderen Sojaprodukten, die eine Aufnahme von Levothyroxin (L-Thyroxin) behindern sollen.
Vorbeugung einer Schilddrüsenunterfunktion
Die meisten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion können nicht vorgebeugt werden. Es ist nur möglich, genug Jod aufzunehmen, um die Schilddrüse bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Jodtabletten sollten allerdings nur nach Absprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin eingenommen werden, da ein Jodüberschuss wiederum zu ein einer Schilddrüsenüberfunktion führen kann.
Einer Unterfunktion durch Jodmangel lässt sich durch eine ausreichende Zufuhr von Jod vorbeugen. Täglich Milch oder Milchprodukte und regelmäßig Meeresfisch zu sich zu nehmen und jodiertes Speisesalz zu verwenden, reicht dafür aus. Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel, die Jod enthalten. Wichtig zu wissen: Zu viel Jod ist auf Dauer auch nicht gut. Es erhöht das Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion. Eine Überdosierung durch Lebensmittel ist allerdings kaum möglich. Eine Ausnahme bilden getrocknete Algen, insbesondere Seetang. Sie enthalten so viel Jod, dass es möglich ist, die empfohlene maximale Tagesdosis von 500 Mikrogramm zu überschreiten.
Mögliche Komplikationen bei unbehandelter Schilddrüsenunterfunktion
Eine Schilddrüsenunterfunktion ohne Untersuchung und Therapie kann gefährlich werden, da sich ein zu geringer Hormonspiegel auf den gesamten Körper, insbesondere auf den Stoffwechsel, auswirkt. Sollte die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion ausbleiben, kann dies langfristige Folgen nach sich ziehen. Besonders bei Kindern kann eine Hypothyreose zu Störungen beim Wachstum und der geistigen Entwicklung sowie zu Schwer- oder Gehörlosigkeit führen. Bei Erwachsenen drohen Herzkreislauferkrankungen und Bewusstseinsstörungen. Im Extremfall ist ein Koma möglich, das intensivmedizinisch behandelt werden sollte.
Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht behandelt, können langfristig Komplikationen auftreten. Vor allem bei Kindern können die Folgen schwerwiegend sein. Einige sind später nicht mehr rückgängig zu machen - wie etwa Kleinwuchs, Schwerhörigkeit, Gehörlosigkeit oder Störungen der geistigen Entwicklung. Dazu kommt es hierzulande aber nur sehr selten, weil die Erkrankung meist im Rahmen des sogenannten Neugeborenen-Screenings erkannt und frühzeitig behandelt wird. Auch wenn Erwachsene erkranken und nicht behandelt werden, sind Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma möglich.