Tanzen und Bewegung bei Polyneuropathie: Strategien für mehr Lebensqualität

Polyneuropathie, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Symptome wie Sensibilitätsstörungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind häufig. Bewegung, Sport und gezielte Übungen können jedoch eine wichtige Rolle bei der Linderung der Symptome und der Verbesserung der Lebensqualität spielen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ansätze, von traditionellen chinesischen Heilmethoden wie Qigong bis hin zu modernen sporttherapeutischen Konzepten, und gibt praktische Tipps für Betroffene.

Was ist Polyneuropathie?

Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die viele Nerven im Körper betrifft. Häufige Ursachen sind Diabetes und Chemotherapie. Die Erkrankung führt zu Schädigungen des peripheren Nervensystems, was sich in Sensibilitätsausfällen und Missempfindungen äußern kann. Typische Symptome sind Brennen, Kribbeln, Taubheit und ein gestörtes Wärme- bzw. Kälteempfinden, meist in den Füßen. Oftmals sind auch die Kraft vermindert, die Feinmotorik eingeschränkt und die Gleichgewichtsfähigkeit gestört, was zu Stand- und Gangunsicherheiten und einem erhöhten Sturzrisiko führen kann.

Die Bedeutung von Bewegung bei Polyneuropathie

Bewegung ist für Menschen mit Polyneuropathie essenziell. Einer der Faktoren, die zur Krankheit Polyneuropathie beitragen, ist Bewegungsmangel. Durch zu langes und häufiges Sitzen im Alltag kommt es zu einer Minderdurchblutung des Körpers, insbesondere der Beine. Sportliche Bewegung verhilft Muskeln, Sehnen und Gelenken zu mehr Kraft und Geschmeidigkeit und trainiert Herz und Kreislauf. Sport kann zudem insbesondere bei Polyneuropathie-Patienten die Zirkulation von Blut und Lymphe in allen Körperregionen in Gang halten. Durch Polyneuropathie kommt es leicht zu Fehlspannungen und damit zu einem ungeschmeidigen, hölzernen Gangbild. Wird dagegen nichts unternommen, kann es sich dauerhaft verfestigen. Bewegung stärkt Muskeln, Sehnen und Gelenke und ist auch gut für das Herz-Kreislaufsystem. Bewegung kann nach Auffassung der Chinesischen Medizin aber noch mehr: die Zirkulation von Blut und Lymphen in allen Körperregionen - auch in den Beinen - in Gang halten. Besonders wichtig ist Bewegung, wenn sich durch die Beschwerden der Polyneuropathie nicht nur Fehlspannungen zeigen, sondern sich das Gangbild schon verändert hat. Es ist wichtig, dem durch maßvolle Bewegung entgegenzusteuern.

Da durch aktive Bewegung die Durchblutung stimuliert wird, ist Sport bei einer Polyneuropathie durchaus empfehlenswert.

Das richtige Maß finden

Bei einer Krankheit wie Polyneuropathie ist es jedoch immer wichtig, das richtige Maß zu finden. Polyneuropathie ist keine Krankheit für Höchstleistungen. Was Muskeln und Kreislaufsystem trainiert, kann nämlich den Stoffwechsel der geschädigten Nerven überfordern. Bei sportlichen Aktivitäten sollte es stets darum gehen, runter zu kommen und nicht sportliche Höchstleistungen zu vollbringen. Nach körperlicher Überforderung durch Sport bemerken Polyneuropathie-Patienten oft eine Verschlimmerung ihrer Symptome.

Lesen Sie auch: Wissenschaftliche Erkenntnisse: Tanzen und Demenz

Geeignete Sportarten bei Polyneuropathie

Wurde bei Ihnen Polyneuropathie diagnostiziert, kommt es nicht darauf an, dass Sie anschließend Leistungssport betreiben. Für Ihre körperliche Fitness ist es bereits hervorragend, wenn Sie regelmäßig Sport treiben. Allerdings hängt die Wahl der geeigneten Sportart von der Art der Polyneuropathie ab: Falls Taubheitsgefühle und ähnliche Störungen der Empfindung zu den Symptomen gehören, sollte darauf geachtet werden, dass die Sportarten kein erhöhtes Verletzungs- oder Unfallrisiko aufweisen. Längeres Barfußgehen oder -laufen ist ebenso ungeeignet wie das Benutzen eines Laufbandes.

Sind bei einer Polyneuropathie die Empfindungen in den Fußsohlen gestört, sollten Sportarten gewählt werden, welche die Füße schonen. So ist Radfahren oder Schwimmen gut geeignet und verbessert - regelmäßig durchgeführt - die persönliche Fitness. Auch Geräte- oder Krafttraining eignet sich als Sport bei Polyneuropathie. Wenn Sie in ein Fitnessstudio gehen, sollten Sie den Trainer auf die Polyneuropathie aufmerksam machen, damit er Ihnen schonende Übungen zeigen und spezielle Übungen empfehlen kann. Auch Spaziergänge oder Walken sind bei Polyneuropathie geeignet, wie gesagt, es kommt dabei eher auf die Regelmäßigkeit an.

Grundsätzlich eignen sich alle Sportarten, mit denen Sie Ausdauer und Kraft trainieren und Ihre Beweglichkeit steigern. Damit die empfohlene Therapie des Arztes unterstützt wird, sollte der Sport allerdings wirklich regelmäßig betrieben werden. Besser als eine intensive Einheit am Wochenende sind übrigens mehrere kurze Sporteinheiten in kürzeren Abständen. Damit kann sich der Stoffwechsel und der Körper langsam an die regelmäßige Anstrengung gewöhnen. Mit einer Mitgliedschaft im Verein oder in einer Sportgruppe lässt sich das Durchhalten deutlich steigern.

Spezielle Gymnastik für die Füße

Falls Ihnen zunächst Spazierengehen oder Walken zu anstrengend ist oder Ihnen durch die Polyneuropathie das Gehen grundsätzlich schwerfällt, sollten Sie trotzdem Ihre Füße beweglich halten. Das verbessert die Durchblutung der Zehen und Fußsohlen und beugt weiteren Verletzungen vor. Fußgymnastik lässt sich einfach im Sitzen durchführen und ist selbst beim Essen oder Fernsehen möglich. Wippen Sie beispielsweise im Stehen von den Zehen auf die Fersen. Das stärkt nicht nur die Muskulatur der Füße, sondern auch die Waden und verbessert dort die Durchblutung. Heben Sie ein Bein hoch und strecken dabei den Fuß waagerecht von sich weg. Bewegen Sie Ihre Zehen ähnlich wie eine Ballerina, rollen Sie einen Massageball unter den Fußsohlen oder malen Sie Kreise und Figuren mit den Füßen in der Luft.

Bewegung im Alltag integrieren

Selbst wenn Sie nur wenig Zeit für Sport haben, können Sie sich jeden Tag ein kleines bisschen mehr bewegen. Erledigen Sie so viele Gänge wie möglich zu Fuß, steigen Sie lieber die Treppen hoch und lassen dafür den Fahrstuhl links liegen. Je mehr Sie sich im Alltag bewegen, desto besser ist es für Sie und Ihre Gesundheit. Um das Risiko einer Verletzung bei Polyneuropathie zu minimieren, sollten Strümpfe ohne Nähte und gut passende Schuhe getragen werden. Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich, wenn Sie diese waschen und pflegen. So entdecken Sie mögliche Blasen oder andere Verletzungen schnell und können diese behandeln. Schließlich geht die Polyneuropathie mit ihrem oft gestörten Schmerzempfinden mit einem erhöhten Risiko für Verletzungen und Infektionen einher.

Lesen Sie auch: Parkinson und Tanztherapie

Bewegungsprogramme für Polyneuropathie-Patienten

Es gibt spezielle Bewegungsangebote für Patienten mit Polyneuropathie. Im Vordergrund des Bewegungsprogramms steht deshalb die Gleichgewichts- und Gangschulung sowie Koordinations- und Kräftigungsübungen.

Tanzen als Therapieform

Jeder, der schon mal so richtig abgetanzt hat, kennt die positive, befreiende Wirkung von Tanz. In der Psychotherapie wird diese Wirkung bewusst eingesetzt. Tanz gilt als eine der ersten und ältesten Formen menschlichen Ausdrucks und war die erste Sprache der Menschheit. Rhythmische Bewegungen gehören seit Urzeiten zum Menschsein. Tanzen ist vor allem Kommunikation und erfüllt damit grundlegende menschliche Bedürfnisse. So erzeugt der gemeinsame Rhythmus in der Gruppentherapie ein Gefühl der Solidarität und der Zusammengehörigkeit.

Interessant sind auch die gemessenen MRT-Veränderungen: Das Team um Müller fand bei den Tänzern eine Volumenzunahme im Gyrus frontalis medius und Gyrus temporalis, also in Regionen, die mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis assoziiert sind, ebenso im cingulären Kortex, der für die Koordination komplexer Bewegungen notwendig ist. Nur bei den Tänzern, nicht jedoch bei den Sportlern kam es im Studienverlauf zu einem signifikanten Anstieg des Neuropeptids Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) im Serum.

Tanztherapie

Die Tanztherapie ist ein künstlerisches, psychotherapeutisches und körperorientiertes Therapieverfahren, das emotionale, körperliche und kognitive Prozesse integriert. Eine grundlegende Technik der Tanztherapie ist emphatisches Spiegeln. Die Therapeutin nimmt die individuelle Bewegungsart der Patienten in ihrer eigenen Bewegung auf und spiegelt sie ihnen dadurch wider. Nonverbal drückt sie aus: „Ich weiß, was du fühlst“ und erreicht damit eine affektive, emphatische Interaktion. Diese Technik ermöglicht es dem Therapeuten, auch mit sehr isolierten Patienten in Kontakt zu treten.

Die Tanztherapie fokussiert sich auf den gesunden Teil der Patienten. Dadurch wird die Körper- und Selbstwahrnehmung verbessert und das Bewegungsrepertoire erweitert. Die Persönlichkeit des Patienten wird stabilisiert und gestärkt. Ängstliche Patienten sind in ihren Bewegungen beispielsweise oft angespannt. Interveniert wird dann über freie, fließende Tanzbewegungen, mit schwungvoller Musik. Die Wirkung auf den Patienten wird meist sofort sichtbar und spürbar, seine Ängste vermindern sich. Bei Patienten mit Essstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen wiederum ist u. a. die Körperbildarbeit indiziert. In einem begleitenden therapeutischen Gespräch werden Bewegungserfahrungen und Beobachtungen bearbeitet, wodurch Patienten ihre Situation intellektuell erfassen, integrieren und verändern können.

Lesen Sie auch: Tanzen als Jungbrunnen

Ziele der Tanztherapie

Laut dem Berufsverband der TanztherapeutInnen Deutschlands e.V. (BTD) sind die Ziele der Therapie „Die Wiedererlangung, Erhaltung und Förderung der Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Symptome zu beheben, zu reduzieren und / oder anders mit ihnen umzugehen.“ Im Einzelnen werden folgende Ziele angestrebt:

  • Erweiterung des Bewegungsrepertoires
  • Förderung der Körperwahrnehmung und Entwicklung eines realistischen Körperbildes als Grundlage eines adäquaten Selbsterlebens
  • Förderung der authentischen Bewegung, des selbstbestimmten Ausdrucks und der Integration des Unbewussten
  • Bearbeitung von emotionalen Erlebnisinhalten
  • Bearbeitung von intrapsychischen Konflikten
  • Erwerb neuer Möglichkeiten für Beziehungsgestaltung und Handlungskonzepte
  • Verwirklichung individueller Bedürfnisse im Einklang mit sozialer Kompetenz

Indikationen für Tanztherapie

In der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ist eine tanztherapeutische Behandlung bei Psychosen, Angsterkrankungen, sozialen Phobien, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, somatoformen Störungen, Stress mit Burn-Out-Syndrom, Essstörungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Abhängigkeit und Suchtverhalten indiziert.

In der somatischen Medizin wird die Tanztherapie bei onkologischen, rheumatischen und neurologische Erkrankungen angewandt.

In der Heilpädagogik greift man auf die Tanztherapie zurück, wenn jemand unter Sprach- und Sinnesbehinderungen, einer geistigen Behinderung, Lern- und Körperbehinderung leidet.

Tanzen kann jeder

Jeder Mensch hat sein individuelles Bewegungsmuster. Es gilt, dies zu fördern und damit zu sich selbst zu stehen. Es geht nicht um das Erlernen von vorgegebenen, perfekten Tanzschritten. Tanzen kann jeder auf seine ganz eigene, individuelle Art.

Musikbeispiele im Tanz

Der Tango lebt von der Musik, die eine eigene Stilrichtung darstellt. Die traditionellen Instrumente des Argentinischen Tangos sind:

  • Violine
  • Bandoneon
  • Klavier
  • Bass
  • Gesang

Qigong als sanfte Bewegungsform

Qigong, eine der fünf zentralen Behandlungssäulen der Chinesischen Medizin, verbindet Spannung und Lösung besonders gut. Regelmäßig und ohne Ehrgeiz ausgeübt, können Patienten mit Qigong wieder Harmonie herstellen. Grundsätzlich sollte Qigong am besten zunächst in einem Kurs mit einem gut ausgebildeten Trainer erlernt werden. Es handelt sich beim Qigong um eine Therapieform aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei arbeitet man mit langsamen, fließenden Bewegungen am Qi. Das Qi kann man als „Energie des Körpers“ übersetzen. Inbegriff einer guten Vitalität in der Chinesischen Medizin ist, dass Qi und Xue, als „Kräfte“ oder „Säfte“ übersetzt, gleichmäßig durch den Körper fließen und sich nicht stauen. Die Übungen des Qigongs liegen - wie auch die Bewegungen des Tai-Chi - zwischen Gymnastik, Meditation und Pantomime. Während es sich bei Tai-Chi um festgelegte Abfolgen von Bewegungen (Sequenzen) handelt, die 20 Minuten und länger dauern können, arbeitet Qigong mit einzelnen, kurzen Übungen. Was schwierig für viele Menschen ist: Man muss dabei die willentliche Kontrolle über die Bewegungen ausschalten, sie sollen von selbst ablaufen. Deswegen haben sie bildliche Namen, etwa „Der Kranich, der die Flügel ausbreitet“ oder „Bogenschießen“. Es ist hilfreich, sich in die Bilder hineinzuversetzen. Dies verbindet die Bewegung mit dem Außen und erweitert die Aufmerksamkeit auf den Umgebungsraum. Die Bewegungen des Qigongs sind so langsam, dass sich die Muskeln lösen und das Qi überall hinkommt. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Entspannung alleine genügt nicht, auch die Spannung muss insgesamt stimmen: Die Muskeln sollen einen schönen mittleren Tonus entwickeln. Der Mensch muss agieren können, ohne sich zu verkrampfen. Unser Organismus wird vor allem von zwei Systemen gesteuert: dem animalischen System, das Muskulatur und Sinnesorgane umfasst, sowie dem vegetativen, den unbewusst ablaufenden Körperprozessen. Qigong harmonisiert beide. Ideal ist es, wenn jeden Morgen geübt wird. In der Klinik am Steigerwald wird jeden Morgen eine halbe Stunde lang die „Acht Brokate“, das bekannteste Übungsprogramm, gemacht. Viele nehmen das Wissen mit nach Hause und üben dort weiter. Die Bewegungen sind gut zu Hause machbar. Fast jeder hat sie schon einmal in den Händen gehalten, die Qigong-Kugeln. Die Übungen mit den Kugeln haben den gleichen Zweck, wie die ganzkörperlichen Qigong-Übungen: Beruhigen, Zentrieren und Neubeleben. Bei der Übung „Kreisen lassen im Kontakt“ kreisen die Kugeln in der Hand umeinander. Das Kreisen sollte im und gegen den Uhrzeigersinn mit beiden Händen erfolgen. Achtung: es geht nicht um Fingerfertigkeit, sondern um Auswirkungen auf den ganzen Körper. Wer mit zuviel falschem Ehrgeiz übt, überfordert die Muskeln der Hand und des Unterarms und erschöpft sich schnell. Die Geschicklichkeit im Kreisen der Kugeln stellt sich von alleine ein, wenn die Bewegungen sich nach und nach automatisieren und gewissermaßen aus dem Körper in den Arm zur Hand fließen.

Weitere Tipps für den Alltag

  • Lange Sitzphasen vermeiden: Da Sitzen als „die Mutter der 1000 Krankheiten“ gilt, ist einer der wichtigsten Tipps, lange Sitzphasen immer wieder durch Herumlaufen, Aufstehen und Bewegungsübungen zu durchbrechen.
  • Spazierengehen und Barfußgehen: Die Urbewegung des Menschen ist das langsame Gehen. Spazierengehen im Wald, Park oder auf der Wiese ist nach Chinesischer Sicht die beste Bewegungsform. Auch regelmäßiges Barfußgehen wirkt bei Polyneuropathie belebend. Da die Sensitivität der Füße bei den meisten Patienten jedoch eingeschränkt ist, Vorsicht bei spitzem Untergrund! Bei eingeschränktem Temperaturempfinden, ebenfalls Obacht. Ideal sind Gehbahnen mit wechselndem Untergrund, wo die Füße bei geschlossenen Augen, den Untergrund ertasten. Auch Barfußschuhe mit dünnen, flexiblen Sohlen sind eine Alternative.
  • Dehnen und Entspannen: Das Dehnen von Muskeln und Sehnen, sogenanntes Stretching, sollte überwiegend Spaß machen und ebenfalls nicht im Leistungssport enden. Vielmehr sollte Entspannung im Fokus stehen.

Übungen für mehr Mobilität und Sicherheit

Poly­neu­ro­pa­thie ist eine Erkran­kung, die viele Men­schen betrifft und oft zu Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen führt. Durch gezielte Übun­gen kön­nen Betrof­fene jedoch ihre Mobi­li­tät und Sicher­heit im All­tag ver­bes­sern. Die Übun­gen sind wich­tig, um wie­der sicher ste­hen zu kön­nen. Sie hel­fen, das Gleich­ge­wicht und die Kör­per­wahr­neh­mung zu ver­bes­sern. Wenn Sie regel­mä­ßig üben, kön­nen Sie Ihre Sym­ptome ver­rin­gern und Ihre Lebens­qua­li­tät stei­gern. Selbst­stän­di­ges Üben ist ent­schei­dend, um Fort­schritte zu machen. Es ist wich­tig, dass Sie die Übun­gen in Ihren All­tag inte­grie­ren.

Sicherheitsvorkehrungen

Sicher­heit hat oberste Prio­ri­tät. Hal­ten Sie sich wäh­rend der Übun­gen fest, um Stürze zu ver­mei­den. Es ist rat­sam, in der Nähe von sta­bi­len Möbeln zu üben. Um die Übun­gen effek­tiv zu gestal­ten, kön­nen Sie auch mit einem Part­ner üben. Das macht nicht nur mehr Spaß, son­dern för­dert auch die Moti­va­tion. Gemein­sam üben ist oft effektiver!

Übungen für sicheres Stehen

Um das sichere Ste­hen zu üben, kön­nen Sie ganz ein­fach beginnen:

  1. Hal­ten Sie sich an einem Tisch fest und stel­len Sie die Füße direkt neben­ein­an­der, sodass sie sich berühren.
  2. Wenn Sie sicher ste­hen, las­sen Sie den Tisch los.
  3. Wenn das gut klappt, set­zen Sie einen Fuß etwas nach vorne, sodass sich die Fuß­spitze und Ferse berühren. Dies macht die Übung schwie­riger und for­dert Ihr Ner­ven­sys­tem.

Um im All­tag gut vor Stür­zen geschützt zu sein, müs­sen Sie das Gleich­ge­wicht auch unter Ablen­kung hal­ten kön­nen. Hier sind einige Tipps:

  • Üben Sie, wäh­rend Sie mit jeman­dem sprechen.
  • Ver­su­chen Sie, wäh­rend des Ste­hens zu zäh­len oder ein­fa­che Auf­ga­ben zu erledigen.
  • Ach­ten Sie dar­auf, dass Sie sich nicht ablen­ken las­sen, um das Gleich­ge­wicht zu halten.

Übungen für die Hände

Für die Hände kön­nen Sie fol­gende Übun­gen machen:

  • Rol­len Sie einen klei­nen Gym­nas­tik­ball über Hand und Unterarm.
  • Fül­len Sie eine Schüs­sel mit Boh­nen oder Erb­sen und grei­fen Sie mit der Hand hinein.
  • Wer­fen Sie zwei Ten­nis­bälle in die Luft und fan­gen Sie sie wie­der auf.

Diese Übun­gen hel­fen nicht nur beim Ste­hen, son­dern auch bei der Koor­di­na­tion und der Kraft der Hände. Je mehr Sie üben, desto siche­rer wer­den Sie im Alltag!

Übungen für sicheres Gehen

Egal, ob Sie zu Hause von Zim­mer zu Zim­mer gehen oder drau­ßen spa­zie­ren, siche­res Gehen ist extrem wich­tig. Hier sind einige Übun­gen, die Ihnen hel­fen kön­nen, siche­rer zu gehen:

  1. Begin­nen Sie mit lang­sa­men Schrit­ten. Gehen Sie in Zeit­lupe, um Ihr Gleich­ge­wicht zu trainieren.
  2. Heben Sie bei jedem Schritt das Knie an, um die Schwie­rig­keit zu erhöhen.
  3. Ver­su­chen Sie, die Übung mit geschlos­se­nen Augen zu machen, um Ihre Selbst­wahr­neh­mung zu schulen.

Durch gezielte Übun­gen kön­nen Sie Ihre Ner­ven trai­nie­ren, bes­ser mit den Bewe­gun­gen umzugehen. Ach­ten Sie dar­auf, dass Sie immer in der Nähe von sta­bi­len Möbeln ste­hen, um Stürze zu vermeiden. Machen Sie große Schritte, um die Sta­bi­li­tät zu ver­bes­sern. Zäh­len Sie, wie viele Schritte Sie für eine bestimmte Stre­cke benö­ti­gen und ver­su­chen Sie, diese Zahl zu reduzieren.

Kraft- und Ausdauertraining

Kraft­trai­ning ist wich­tig, um die Mus­kel­fa­sern zu akti­vie­ren. Bei Poly­neu­ro­pa­thie kön­nen Ner­ven­enden feh­len, was die Kraft ver­rin­gert. Durch geziel­tes Trai­ning kann man ler­nen, mehr Mus­kel­fa­sern gleich­zei­tig zu akti­vie­ren. Gleich­ge­wichts­trai­ning ist nicht nur für die Balance wich­tig, son­dern auch für die Kraft. Es hilft, die Kör­per­kon­trolle zu ver­bes­sern und Ver­let­zun­gen zu ver­mei­den.

Beispiele für Übungen:

  • Ein­bein­stand: Ste­hen Sie auf einem Bein und hal­ten Sie die Position.
  • Wackel­brett: Ste­hen Sie auf einem Wackel­brett, um das Gleich­ge­wicht zu trainieren.
  • Tanz­be­we­gun­gen: Tan­zen Sie zu Ihrer Lieb­lings­mu­sik, um Spaß zu haben und gleich­zei­tig zu trainieren.

Zusätz­lich ist es wich­tig, auch Aus­dau­er­trai­ning zu machen. Regel­mä­ßige Bewe­gung ver­bes­sert die all­ge­meine Fit­ness und kann hel­fen, die Sym­ptome der Poly­neu­ro­pa­thie zu lin­dern. Hier sind einige ein­fa­che Möglichkeiten:

  • Spa­zie­ren­ge­hen: Täg­lich 20-30 Minuten.
  • Rad­fah­ren: Sanf­tes Rad­fah­ren stärkt die Beine.
  • Schwim­men: Eine gelenk­scho­nende Mög­lich­keit, die Aus­dauer zu steigern.

Wich­tig: Ach­ten Sie dar­auf, sich nicht zu über­an­stren­gen. Regel­mä­ßige Pau­sen sind ent­schei­dend, um das Ner­ven­sys­tem nicht zu überlasten.

Dehnübungen

Dehn­übun­gen kön­nen auf Umwe­gen bei Poly­neu­ro­pa­thie hel­fen. Sie sind wich­tig, um die Mus­keln geschmei­dig zu hal­ten und Schmer­zen zu lin­dern. Ver­här­tete Mus­keln sind oft schwä­cher und kön­nen Schmer­zen ver­ur­sa­chen. Regel­mä­ßige Dehn­übun­gen kön­nen dazu beitra­gen, diese Pro­bleme zu vermeiden.

Beispiele für Dehnübungen für die Füße:

  • Waden deh­nen: Stel­len Sie ein Bein auf die Kante eines Stuhls und drü­cken Sie das Knie nach unten.
  • Fuß­spitze anzie­hen: Sit­zen Sie auf einem Stuhl, stre­cken Sie ein Bein aus und zie­hen Sie die Fuß­spitze nach oben.
  • Ferse nach unten drü­cken: Leh­nen Sie sich nach vorne, bis Sie eine Deh­nung in der Wade spüren.

Beispiele für Dehnübungen für die Hände:

  • Fin­ger deh­nen: Zie­hen Sie jeden Fin­ger sanft zurück.
  • Hand­ge­lenke krei­sen: Krei­sen Sie die Hand­ge­lenke in beide Richtungen.

Es ist wich­tig, die Deh­nun­gen min­des­tens eine Minute zu hal­ten, um die Mus­keln effek­tiv zu entspannen. Durch regel­mä­ßige Dehn­übun­gen kön­nen Sie die Mus­keln ent­span­nen und die Schmer­zen bei Poly­neu­ro­pa­thie lin­dern. Diese Übun­gen sind ein­fach und kön­nen jeder­zeit durch­ge­führt wer­den, ohne dass Sie sich über­las­ten müssen.

Verletzungen und Stürze verhindern

Um Ver­let­zun­gen zu ver­mei­den, ist es wich­tig, das Gleich­ge­wicht zu trai­nie­ren. Ein gut trai­nier­tes Gleich­ge­wicht schützt vor Stür­zen. Wenn Sie Ihr Gleich­ge­wicht ver­bes­sern, kön­nen Sie schnel­ler reagie­ren, wenn Sie ins Wan­ken gera­ten.

Beispiele für Übungen:

  • Ste­hen Sie auf einem Balance-Pad.
  • Gehen Sie bar­fuß auf ver­schie­de­nen Untergründen.
  • Machen Sie große Schritte beim Gehen.

tags: #tanzen #mit #polyneuropathie