Polyneuropathie, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Symptome wie Sensibilitätsstörungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind häufig. Bewegung, Sport und gezielte Übungen können jedoch eine wichtige Rolle bei der Linderung der Symptome und der Verbesserung der Lebensqualität spielen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ansätze, von traditionellen chinesischen Heilmethoden wie Qigong bis hin zu modernen sporttherapeutischen Konzepten, und gibt praktische Tipps für Betroffene.
Was ist Polyneuropathie?
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die viele Nerven im Körper betrifft. Häufige Ursachen sind Diabetes und Chemotherapie. Die Erkrankung führt zu Schädigungen des peripheren Nervensystems, was sich in Sensibilitätsausfällen und Missempfindungen äußern kann. Typische Symptome sind Brennen, Kribbeln, Taubheit und ein gestörtes Wärme- bzw. Kälteempfinden, meist in den Füßen. Oftmals sind auch die Kraft vermindert, die Feinmotorik eingeschränkt und die Gleichgewichtsfähigkeit gestört, was zu Stand- und Gangunsicherheiten und einem erhöhten Sturzrisiko führen kann.
Die Bedeutung von Bewegung bei Polyneuropathie
Bewegung ist für Menschen mit Polyneuropathie essenziell. Einer der Faktoren, die zur Krankheit Polyneuropathie beitragen, ist Bewegungsmangel. Durch zu langes und häufiges Sitzen im Alltag kommt es zu einer Minderdurchblutung des Körpers, insbesondere der Beine. Sportliche Bewegung verhilft Muskeln, Sehnen und Gelenken zu mehr Kraft und Geschmeidigkeit und trainiert Herz und Kreislauf. Sport kann zudem insbesondere bei Polyneuropathie-Patienten die Zirkulation von Blut und Lymphe in allen Körperregionen in Gang halten. Durch Polyneuropathie kommt es leicht zu Fehlspannungen und damit zu einem ungeschmeidigen, hölzernen Gangbild. Wird dagegen nichts unternommen, kann es sich dauerhaft verfestigen. Bewegung stärkt Muskeln, Sehnen und Gelenke und ist auch gut für das Herz-Kreislaufsystem. Bewegung kann nach Auffassung der Chinesischen Medizin aber noch mehr: die Zirkulation von Blut und Lymphen in allen Körperregionen - auch in den Beinen - in Gang halten. Besonders wichtig ist Bewegung, wenn sich durch die Beschwerden der Polyneuropathie nicht nur Fehlspannungen zeigen, sondern sich das Gangbild schon verändert hat. Es ist wichtig, dem durch maßvolle Bewegung entgegenzusteuern.
Da durch aktive Bewegung die Durchblutung stimuliert wird, ist Sport bei einer Polyneuropathie durchaus empfehlenswert.
Das richtige Maß finden
Bei einer Krankheit wie Polyneuropathie ist es jedoch immer wichtig, das richtige Maß zu finden. Polyneuropathie ist keine Krankheit für Höchstleistungen. Was Muskeln und Kreislaufsystem trainiert, kann nämlich den Stoffwechsel der geschädigten Nerven überfordern. Bei sportlichen Aktivitäten sollte es stets darum gehen, runter zu kommen und nicht sportliche Höchstleistungen zu vollbringen. Nach körperlicher Überforderung durch Sport bemerken Polyneuropathie-Patienten oft eine Verschlimmerung ihrer Symptome.
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Geeignete Sportarten bei Polyneuropathie
Wurde bei Ihnen Polyneuropathie diagnostiziert, kommt es nicht darauf an, dass Sie anschließend Leistungssport betreiben. Für Ihre körperliche Fitness ist es bereits hervorragend, wenn Sie regelmäßig Sport treiben. Allerdings hängt die Wahl der geeigneten Sportart von der Art der Polyneuropathie ab: Falls Taubheitsgefühle und ähnliche Störungen der Empfindung zu den Symptomen gehören, sollte darauf geachtet werden, dass die Sportarten kein erhöhtes Verletzungs- oder Unfallrisiko aufweisen. Längeres Barfußgehen oder -laufen ist ebenso ungeeignet wie das Benutzen eines Laufbandes.
Sind bei einer Polyneuropathie die Empfindungen in den Fußsohlen gestört, sollten Sportarten gewählt werden, welche die Füße schonen. So ist Radfahren oder Schwimmen gut geeignet und verbessert - regelmäßig durchgeführt - die persönliche Fitness. Auch Geräte- oder Krafttraining eignet sich als Sport bei Polyneuropathie. Wenn Sie in ein Fitnessstudio gehen, sollten Sie den Trainer auf die Polyneuropathie aufmerksam machen, damit er Ihnen schonende Übungen zeigen und spezielle Übungen empfehlen kann. Auch Spaziergänge oder Walken sind bei Polyneuropathie geeignet, wie gesagt, es kommt dabei eher auf die Regelmäßigkeit an.
Grundsätzlich eignen sich alle Sportarten, mit denen Sie Ausdauer und Kraft trainieren und Ihre Beweglichkeit steigern. Damit die empfohlene Therapie des Arztes unterstützt wird, sollte der Sport allerdings wirklich regelmäßig betrieben werden. Besser als eine intensive Einheit am Wochenende sind übrigens mehrere kurze Sporteinheiten in kürzeren Abständen. Damit kann sich der Stoffwechsel und der Körper langsam an die regelmäßige Anstrengung gewöhnen. Mit einer Mitgliedschaft im Verein oder in einer Sportgruppe lässt sich das Durchhalten deutlich steigern.
Spezielle Gymnastik für die Füße
Falls Ihnen zunächst Spazierengehen oder Walken zu anstrengend ist oder Ihnen durch die Polyneuropathie das Gehen grundsätzlich schwerfällt, sollten Sie trotzdem Ihre Füße beweglich halten. Das verbessert die Durchblutung der Zehen und Fußsohlen und beugt weiteren Verletzungen vor. Fußgymnastik lässt sich einfach im Sitzen durchführen und ist selbst beim Essen oder Fernsehen möglich. Wippen Sie beispielsweise im Stehen von den Zehen auf die Fersen. Das stärkt nicht nur die Muskulatur der Füße, sondern auch die Waden und verbessert dort die Durchblutung. Heben Sie ein Bein hoch und strecken dabei den Fuß waagerecht von sich weg. Bewegen Sie Ihre Zehen ähnlich wie eine Ballerina, rollen Sie einen Massageball unter den Fußsohlen oder malen Sie Kreise und Figuren mit den Füßen in der Luft.
Bewegung im Alltag integrieren
Selbst wenn Sie nur wenig Zeit für Sport haben, können Sie sich jeden Tag ein kleines bisschen mehr bewegen. Erledigen Sie so viele Gänge wie möglich zu Fuß, steigen Sie lieber die Treppen hoch und lassen dafür den Fahrstuhl links liegen. Je mehr Sie sich im Alltag bewegen, desto besser ist es für Sie und Ihre Gesundheit. Um das Risiko einer Verletzung bei Polyneuropathie zu minimieren, sollten Strümpfe ohne Nähte und gut passende Schuhe getragen werden. Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich, wenn Sie diese waschen und pflegen. So entdecken Sie mögliche Blasen oder andere Verletzungen schnell und können diese behandeln. Schließlich geht die Polyneuropathie mit ihrem oft gestörten Schmerzempfinden mit einem erhöhten Risiko für Verletzungen und Infektionen einher.
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Bewegungsprogramme für Polyneuropathie-Patienten
Es gibt spezielle Bewegungsangebote für Patienten mit Polyneuropathie. Im Vordergrund des Bewegungsprogramms steht deshalb die Gleichgewichts- und Gangschulung sowie Koordinations- und Kräftigungsübungen.
Tanzen als Therapieform
Jeder, der schon mal so richtig abgetanzt hat, kennt die positive, befreiende Wirkung von Tanz. In der Psychotherapie wird diese Wirkung bewusst eingesetzt. Tanz gilt als eine der ersten und ältesten Formen menschlichen Ausdrucks und war die erste Sprache der Menschheit. Rhythmische Bewegungen gehören seit Urzeiten zum Menschsein. Tanzen ist vor allem Kommunikation und erfüllt damit grundlegende menschliche Bedürfnisse. So erzeugt der gemeinsame Rhythmus in der Gruppentherapie ein Gefühl der Solidarität und der Zusammengehörigkeit.
Interessant sind auch die gemessenen MRT-Veränderungen: Das Team um Müller fand bei den Tänzern eine Volumenzunahme im Gyrus frontalis medius und Gyrus temporalis, also in Regionen, die mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis assoziiert sind, ebenso im cingulären Kortex, der für die Koordination komplexer Bewegungen notwendig ist. Nur bei den Tänzern, nicht jedoch bei den Sportlern kam es im Studienverlauf zu einem signifikanten Anstieg des Neuropeptids Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) im Serum.
Tanztherapie
Die Tanztherapie ist ein künstlerisches, psychotherapeutisches und körperorientiertes Therapieverfahren, das emotionale, körperliche und kognitive Prozesse integriert. Eine grundlegende Technik der Tanztherapie ist emphatisches Spiegeln. Die Therapeutin nimmt die individuelle Bewegungsart der Patienten in ihrer eigenen Bewegung auf und spiegelt sie ihnen dadurch wider. Nonverbal drückt sie aus: „Ich weiß, was du fühlst“ und erreicht damit eine affektive, emphatische Interaktion. Diese Technik ermöglicht es dem Therapeuten, auch mit sehr isolierten Patienten in Kontakt zu treten.
Die Tanztherapie fokussiert sich auf den gesunden Teil der Patienten. Dadurch wird die Körper- und Selbstwahrnehmung verbessert und das Bewegungsrepertoire erweitert. Die Persönlichkeit des Patienten wird stabilisiert und gestärkt. Ängstliche Patienten sind in ihren Bewegungen beispielsweise oft angespannt. Interveniert wird dann über freie, fließende Tanzbewegungen, mit schwungvoller Musik. Die Wirkung auf den Patienten wird meist sofort sichtbar und spürbar, seine Ängste vermindern sich. Bei Patienten mit Essstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen wiederum ist u. a. die Körperbildarbeit indiziert. In einem begleitenden therapeutischen Gespräch werden Bewegungserfahrungen und Beobachtungen bearbeitet, wodurch Patienten ihre Situation intellektuell erfassen, integrieren und verändern können.
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Ziele der Tanztherapie
Laut dem Berufsverband der TanztherapeutInnen Deutschlands e.V. (BTD) sind die Ziele der Therapie „Die Wiedererlangung, Erhaltung und Förderung der Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Symptome zu beheben, zu reduzieren und / oder anders mit ihnen umzugehen.“ Im Einzelnen werden folgende Ziele angestrebt:
- Erweiterung des Bewegungsrepertoires
- Förderung der Körperwahrnehmung und Entwicklung eines realistischen Körperbildes als Grundlage eines adäquaten Selbsterlebens
- Förderung der authentischen Bewegung, des selbstbestimmten Ausdrucks und der Integration des Unbewussten
- Bearbeitung von emotionalen Erlebnisinhalten
- Bearbeitung von intrapsychischen Konflikten
- Erwerb neuer Möglichkeiten für Beziehungsgestaltung und Handlungskonzepte
- Verwirklichung individueller Bedürfnisse im Einklang mit sozialer Kompetenz
Indikationen für Tanztherapie
In der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ist eine tanztherapeutische Behandlung bei Psychosen, Angsterkrankungen, sozialen Phobien, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, somatoformen Störungen, Stress mit Burn-Out-Syndrom, Essstörungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Abhängigkeit und Suchtverhalten indiziert.
In der somatischen Medizin wird die Tanztherapie bei onkologischen, rheumatischen und neurologische Erkrankungen angewandt.
In der Heilpädagogik greift man auf die Tanztherapie zurück, wenn jemand unter Sprach- und Sinnesbehinderungen, einer geistigen Behinderung, Lern- und Körperbehinderung leidet.
Tanzen kann jeder
Jeder Mensch hat sein individuelles Bewegungsmuster. Es gilt, dies zu fördern und damit zu sich selbst zu stehen. Es geht nicht um das Erlernen von vorgegebenen, perfekten Tanzschritten. Tanzen kann jeder auf seine ganz eigene, individuelle Art.
Musikbeispiele im Tanz
Der Tango lebt von der Musik, die eine eigene Stilrichtung darstellt. Die traditionellen Instrumente des Argentinischen Tangos sind:
- Violine
- Bandoneon
- Klavier
- Bass
- Gesang
Qigong als sanfte Bewegungsform
Qigong, eine der fünf zentralen Behandlungssäulen der Chinesischen Medizin, verbindet Spannung und Lösung besonders gut. Regelmäßig und ohne Ehrgeiz ausgeübt, können Patienten mit Qigong wieder Harmonie herstellen. Grundsätzlich sollte Qigong am besten zunächst in einem Kurs mit einem gut ausgebildeten Trainer erlernt werden. Es handelt sich beim Qigong um eine Therapieform aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei arbeitet man mit langsamen, fließenden Bewegungen am Qi. Das Qi kann man als „Energie des Körpers“ übersetzen. Inbegriff einer guten Vitalität in der Chinesischen Medizin ist, dass Qi und Xue, als „Kräfte“ oder „Säfte“ übersetzt, gleichmäßig durch den Körper fließen und sich nicht stauen. Die Übungen des Qigongs liegen - wie auch die Bewegungen des Tai-Chi - zwischen Gymnastik, Meditation und Pantomime. Während es sich bei Tai-Chi um festgelegte Abfolgen von Bewegungen (Sequenzen) handelt, die 20 Minuten und länger dauern können, arbeitet Qigong mit einzelnen, kurzen Übungen. Was schwierig für viele Menschen ist: Man muss dabei die willentliche Kontrolle über die Bewegungen ausschalten, sie sollen von selbst ablaufen. Deswegen haben sie bildliche Namen, etwa „Der Kranich, der die Flügel ausbreitet“ oder „Bogenschießen“. Es ist hilfreich, sich in die Bilder hineinzuversetzen. Dies verbindet die Bewegung mit dem Außen und erweitert die Aufmerksamkeit auf den Umgebungsraum. Die Bewegungen des Qigongs sind so langsam, dass sich die Muskeln lösen und das Qi überall hinkommt. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Entspannung alleine genügt nicht, auch die Spannung muss insgesamt stimmen: Die Muskeln sollen einen schönen mittleren Tonus entwickeln. Der Mensch muss agieren können, ohne sich zu verkrampfen. Unser Organismus wird vor allem von zwei Systemen gesteuert: dem animalischen System, das Muskulatur und Sinnesorgane umfasst, sowie dem vegetativen, den unbewusst ablaufenden Körperprozessen. Qigong harmonisiert beide. Ideal ist es, wenn jeden Morgen geübt wird. In der Klinik am Steigerwald wird jeden Morgen eine halbe Stunde lang die „Acht Brokate“, das bekannteste Übungsprogramm, gemacht. Viele nehmen das Wissen mit nach Hause und üben dort weiter. Die Bewegungen sind gut zu Hause machbar. Fast jeder hat sie schon einmal in den Händen gehalten, die Qigong-Kugeln. Die Übungen mit den Kugeln haben den gleichen Zweck, wie die ganzkörperlichen Qigong-Übungen: Beruhigen, Zentrieren und Neubeleben. Bei der Übung „Kreisen lassen im Kontakt“ kreisen die Kugeln in der Hand umeinander. Das Kreisen sollte im und gegen den Uhrzeigersinn mit beiden Händen erfolgen. Achtung: es geht nicht um Fingerfertigkeit, sondern um Auswirkungen auf den ganzen Körper. Wer mit zuviel falschem Ehrgeiz übt, überfordert die Muskeln der Hand und des Unterarms und erschöpft sich schnell. Die Geschicklichkeit im Kreisen der Kugeln stellt sich von alleine ein, wenn die Bewegungen sich nach und nach automatisieren und gewissermaßen aus dem Körper in den Arm zur Hand fließen.
Weitere Tipps für den Alltag
- Lange Sitzphasen vermeiden: Da Sitzen als „die Mutter der 1000 Krankheiten“ gilt, ist einer der wichtigsten Tipps, lange Sitzphasen immer wieder durch Herumlaufen, Aufstehen und Bewegungsübungen zu durchbrechen.
- Spazierengehen und Barfußgehen: Die Urbewegung des Menschen ist das langsame Gehen. Spazierengehen im Wald, Park oder auf der Wiese ist nach Chinesischer Sicht die beste Bewegungsform. Auch regelmäßiges Barfußgehen wirkt bei Polyneuropathie belebend. Da die Sensitivität der Füße bei den meisten Patienten jedoch eingeschränkt ist, Vorsicht bei spitzem Untergrund! Bei eingeschränktem Temperaturempfinden, ebenfalls Obacht. Ideal sind Gehbahnen mit wechselndem Untergrund, wo die Füße bei geschlossenen Augen, den Untergrund ertasten. Auch Barfußschuhe mit dünnen, flexiblen Sohlen sind eine Alternative.
- Dehnen und Entspannen: Das Dehnen von Muskeln und Sehnen, sogenanntes Stretching, sollte überwiegend Spaß machen und ebenfalls nicht im Leistungssport enden. Vielmehr sollte Entspannung im Fokus stehen.
Übungen für mehr Mobilität und Sicherheit
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die viele Menschen betrifft und oft zu Bewegungseinschränkungen führt. Durch gezielte Übungen können Betroffene jedoch ihre Mobilität und Sicherheit im Alltag verbessern. Die Übungen sind wichtig, um wieder sicher stehen zu können. Sie helfen, das Gleichgewicht und die Körperwahrnehmung zu verbessern. Wenn Sie regelmäßig üben, können Sie Ihre Symptome verringern und Ihre Lebensqualität steigern. Selbstständiges Üben ist entscheidend, um Fortschritte zu machen. Es ist wichtig, dass Sie die Übungen in Ihren Alltag integrieren.
Sicherheitsvorkehrungen
Sicherheit hat oberste Priorität. Halten Sie sich während der Übungen fest, um Stürze zu vermeiden. Es ist ratsam, in der Nähe von stabilen Möbeln zu üben. Um die Übungen effektiv zu gestalten, können Sie auch mit einem Partner üben. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern fördert auch die Motivation. Gemeinsam üben ist oft effektiver!
Übungen für sicheres Stehen
Um das sichere Stehen zu üben, können Sie ganz einfach beginnen:
- Halten Sie sich an einem Tisch fest und stellen Sie die Füße direkt nebeneinander, sodass sie sich berühren.
- Wenn Sie sicher stehen, lassen Sie den Tisch los.
- Wenn das gut klappt, setzen Sie einen Fuß etwas nach vorne, sodass sich die Fußspitze und Ferse berühren. Dies macht die Übung schwieriger und fordert Ihr Nervensystem.
Um im Alltag gut vor Stürzen geschützt zu sein, müssen Sie das Gleichgewicht auch unter Ablenkung halten können. Hier sind einige Tipps:
- Üben Sie, während Sie mit jemandem sprechen.
- Versuchen Sie, während des Stehens zu zählen oder einfache Aufgaben zu erledigen.
- Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht ablenken lassen, um das Gleichgewicht zu halten.
Übungen für die Hände
Für die Hände können Sie folgende Übungen machen:
- Rollen Sie einen kleinen Gymnastikball über Hand und Unterarm.
- Füllen Sie eine Schüssel mit Bohnen oder Erbsen und greifen Sie mit der Hand hinein.
- Werfen Sie zwei Tennisbälle in die Luft und fangen Sie sie wieder auf.
Diese Übungen helfen nicht nur beim Stehen, sondern auch bei der Koordination und der Kraft der Hände. Je mehr Sie üben, desto sicherer werden Sie im Alltag!
Übungen für sicheres Gehen
Egal, ob Sie zu Hause von Zimmer zu Zimmer gehen oder draußen spazieren, sicheres Gehen ist extrem wichtig. Hier sind einige Übungen, die Ihnen helfen können, sicherer zu gehen:
- Beginnen Sie mit langsamen Schritten. Gehen Sie in Zeitlupe, um Ihr Gleichgewicht zu trainieren.
- Heben Sie bei jedem Schritt das Knie an, um die Schwierigkeit zu erhöhen.
- Versuchen Sie, die Übung mit geschlossenen Augen zu machen, um Ihre Selbstwahrnehmung zu schulen.
Durch gezielte Übungen können Sie Ihre Nerven trainieren, besser mit den Bewegungen umzugehen. Achten Sie darauf, dass Sie immer in der Nähe von stabilen Möbeln stehen, um Stürze zu vermeiden. Machen Sie große Schritte, um die Stabilität zu verbessern. Zählen Sie, wie viele Schritte Sie für eine bestimmte Strecke benötigen und versuchen Sie, diese Zahl zu reduzieren.
Kraft- und Ausdauertraining
Krafttraining ist wichtig, um die Muskelfasern zu aktivieren. Bei Polyneuropathie können Nervenenden fehlen, was die Kraft verringert. Durch gezieltes Training kann man lernen, mehr Muskelfasern gleichzeitig zu aktivieren. Gleichgewichtstraining ist nicht nur für die Balance wichtig, sondern auch für die Kraft. Es hilft, die Körperkontrolle zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden.
Beispiele für Übungen:
- Einbeinstand: Stehen Sie auf einem Bein und halten Sie die Position.
- Wackelbrett: Stehen Sie auf einem Wackelbrett, um das Gleichgewicht zu trainieren.
- Tanzbewegungen: Tanzen Sie zu Ihrer Lieblingsmusik, um Spaß zu haben und gleichzeitig zu trainieren.
Zusätzlich ist es wichtig, auch Ausdauertraining zu machen. Regelmäßige Bewegung verbessert die allgemeine Fitness und kann helfen, die Symptome der Polyneuropathie zu lindern. Hier sind einige einfache Möglichkeiten:
- Spazierengehen: Täglich 20-30 Minuten.
- Radfahren: Sanftes Radfahren stärkt die Beine.
- Schwimmen: Eine gelenkschonende Möglichkeit, die Ausdauer zu steigern.
Wichtig: Achten Sie darauf, sich nicht zu überanstrengen. Regelmäßige Pausen sind entscheidend, um das Nervensystem nicht zu überlasten.
Dehnübungen
Dehnübungen können auf Umwegen bei Polyneuropathie helfen. Sie sind wichtig, um die Muskeln geschmeidig zu halten und Schmerzen zu lindern. Verhärtete Muskeln sind oft schwächer und können Schmerzen verursachen. Regelmäßige Dehnübungen können dazu beitragen, diese Probleme zu vermeiden.
Beispiele für Dehnübungen für die Füße:
- Waden dehnen: Stellen Sie ein Bein auf die Kante eines Stuhls und drücken Sie das Knie nach unten.
- Fußspitze anziehen: Sitzen Sie auf einem Stuhl, strecken Sie ein Bein aus und ziehen Sie die Fußspitze nach oben.
- Ferse nach unten drücken: Lehnen Sie sich nach vorne, bis Sie eine Dehnung in der Wade spüren.
Beispiele für Dehnübungen für die Hände:
- Finger dehnen: Ziehen Sie jeden Finger sanft zurück.
- Handgelenke kreisen: Kreisen Sie die Handgelenke in beide Richtungen.
Es ist wichtig, die Dehnungen mindestens eine Minute zu halten, um die Muskeln effektiv zu entspannen. Durch regelmäßige Dehnübungen können Sie die Muskeln entspannen und die Schmerzen bei Polyneuropathie lindern. Diese Übungen sind einfach und können jederzeit durchgeführt werden, ohne dass Sie sich überlasten müssen.
Verletzungen und Stürze verhindern
Um Verletzungen zu vermeiden, ist es wichtig, das Gleichgewicht zu trainieren. Ein gut trainiertes Gleichgewicht schützt vor Stürzen. Wenn Sie Ihr Gleichgewicht verbessern, können Sie schneller reagieren, wenn Sie ins Wanken geraten.
Beispiele für Übungen:
- Stehen Sie auf einem Balance-Pad.
- Gehen Sie barfuß auf verschiedenen Untergründen.
- Machen Sie große Schritte beim Gehen.
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