Lasertherapie bei Nervenschmerzen: Innovative Ansätze zur Schmerzlinderung

Die Lasertherapie hat sich als eine vielversprechende Option zur Behandlung von Nervenschmerzen etabliert. Sie bietet eine schonende Alternative oder Ergänzung zu traditionellen Methoden wie Medikamenten oder Operationen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Lasertherapie bei Nervenschmerzen, von den zugrunde liegenden Mechanismen bis hin zu den potenziellen Anwendungsgebieten und Vorteilen.

Grundlagen der Lasertherapie

Die Lasertherapie, insbesondere die Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) oder Softlasertherapie, ist eine Regulationstherapie, die in der Alternativmedizin Anwendung findet. Ziel ist es, den Zellstoffwechsel durch gebündelte Laserenergie zu beeinflussen und biochemische Prozesse zur Zellerneuerung anzustoßen, was schmerzlindernd wirken kann. Die biochemischen Vorgänge können die Erkrankung des Gewebes abwehren und die Heilung begünstigen.

Funktionsweise von Softlasern

Im Gegensatz zu chirurgischen Lasern, die Gewebe schneiden oder verbrennen, wirken Softlaser biostimulierend. Sie aktivieren Zellen und regen die Heilungsprozesse im Gewebe an, ohne es zu verletzen. Bestimmte Schwingungsinformationen des Lasers beeinflussen die Zellaktivität und regen die Produktion von Energieträgern (ATP) an. Durch stimulierte Stoffwechselprozesse wird die Durchblutung gesteigert und der Abtransport von Stoffwechselprodukten gefördert. Die Lichtimpulse des Lasers wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend, indem sie die Freisetzung von schmerzlindernden Substanzen wie Endorphinen anregen.

Das Licht des verwendeten Lasers hat eine besondere Wellenlänge und Farbe (monochromatisch), schwingt immer in derselben Phase (kohärent) und schickt das Licht gebündelt auf eine definierte Stelle (geringe Divergenz). Der Prozess der Bestrahlung kann als Flächen- und als Punktbestrahlung erfolgen. Da keine thermische Wirkung auf der Haut entsteht, dringen die Laserstrahlen während der Behandlung mit der Low-Level-Laser-Therapie völlig schmerzlos und risikofrei in das Gewebe ein.

High-Power-Lasertherapie

Die High-Power-Lasertherapie, beispielsweise mit Opton und OptonPro, bietet ein breites Therapiespektrum. Sie wirkt lokal direkt am Schmerzort und wandelt einen Teil der Laserenergie in chemische Reaktionsenergie um. Dadurch werden Moleküle direkt durch Übertragung von Elektronen und indirekt durch Bildung von Sauerstoff-Radikalen angeregt. Dies betrifft vor allem gefärbte Moleküle der Atmungskette wie Flavoproteine und Cytochrome. Daraus resultiert eine Steigerung der Aktivität des Energiestoffwechsels, was als „Biostimulation“ bezeichnet wird. Die Anregung des Energiestoffwechsels in der Atmungskette der Zelle äußert sich auch in einer schnelleren Abheilung von Gewebeläsionen. Die therapeutische Wirkung des Opton-Lasers beruht entscheidend auf der thermischen Komponente der Energieübertragung und den thermischen Eigenschaften des Gewebes, die von der Wärmeleitfähigkeit und dem Temperaturleitwert des jeweiligen Gewebes abhängen. Laserlicht wird in der Haut gestreut und absorbiert und somit größtenteils in Wärme umgewandelt. Ein schwacher thermischer Reiz auf die Nozizeptoren der Haut löst die bekannten segmentalen Schmerzhemmreflexe über das erste und zweite Neuron aus, wie sie mit der Gate-Control Theorie beschrieben werden. Starke thermische Reize aktivieren das endorphinerge neurale und humorale Schmerzhemmsystem. Mit Laserlicht aktivierte segmentale Reflexe lösen neben der Schmerzhemmung auch eine muskuläre Entspannung aus. Die beschriebene Beschleunigung von Heilungsprozessen wirkt sich vor allem in einer Aktivierung der Fibroblasten aus. Hervorzuheben ist die nicht thermische Natur der Aktivierung, es sind daher nur geringe Energiemengen des Laserlichtes erforderlich.

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Laserneedle-Therapie

Beim Laserneedle wird ähnlich wie bei der Akupunktur ein Reiz über die Stimulation bestimmter Punkte ausgesetzt. Weil die Lichtintensität des Laserstrahls jede Materie durchdringt, können auch tief gelegene Gewebeschichten stimuliert werden. Durch die günstige Eindringtiefe der Laserstrahlen in das Weichteilgewebe werden die für die Schmerzen mitverantwortlichen Abbauprodukte des Stoffwechsels schneller beseitigt und die verbesserte Durchblutungssituation sorgt für einen raschen Abtransport dieser Substanzen.

Anwendungsgebiete der Lasertherapie bei Nervenschmerzen

Die Lasertherapie kann bei einer Vielzahl von Beschwerden und Schmerzen erfolgreich eingesetzt werden, darunter:

  • Neuralgien (Nervenschmerz): Die Low-Level-Laser-Therapie wirkt stimulierend und regt die Selbstheilungskräfte des Gewebes an.
  • Wirbelsäulenbeschwerden: (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule)
  • Hexenschuss (Lumbago)
  • Arthrose und Arthritis: Die Lasertherapie kann zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung bei Arthrose und Arthritis eingesetzt werden.
  • Tennis- oder Golferellenbogen (Epicondylitis)
  • Sehnenentzündungen (Tendinitis)
  • Narbenbehandlung: Zur Linderung von Narbenschmerzen und Narbenjucken.
  • Nachbehandlung von Knochenbrüchen: Zur Förderung der Heilung.
  • Zerrungen und Verstauchungen
  • Wundheilungsstörungen: Bei chronischen Wunden oder nach Operationen.
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Schmerzen des gesamten Bewegungsapparates
  • Stumpfschmerzen
  • Phantomschmerzen
  • Herpes zoster (Gürtelrose)
  • Herpes labialis (Fieberblasen)

Vorteile der Lasertherapie

Die Lasertherapie bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Behandlungsmethoden:

  • Schonende Behandlung: Effektive Schmerzlinderung ohne operative Eingriffe oder Medikamente.
  • Anregung der Heilungsprozesse: Förderung der Durchblutung und Anregung des Zellstoffwechsels.
  • Entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte: Durch die Regeneration der Zellen.
  • Stimulierung des Immunsystems
  • Förderung der Wundheilung
  • Verbesserte Gewebedurchblutung: Durch die Neubildung von Blutgefäßen.
  • Schmerzfreiheit der Behandlung
  • Geringes Risiko für Nebenwirkungen: Bei sachgemäßer Anwendung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Allerdings müssen bei der Anwendung besonders lichtempfindliche Organe (Augen) geschützt werden. Patient und Anwender tragen deshalb während der Behandlung eine Schutzbrille.
  • Vielfältige Anwendungsgebiete: Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat.
  • Dauerhafte Erfolge: Bei chronischen Schmerzzuständen durchbricht die Lasertherapie den Schmerzkreislauf, indem sie die ablaufenden Entzündungsreaktionen hemmt. Dauerhafte Erfolge sind in der Regel nach etwa 6 Behandlungen zu erwarten.
  • Erfolge sind oft schon nach der ersten Anwendung zu verzeichnen
  • Reduziert akute und chronische Schmerzen: im Bereich der Skelettmuskulatur. Er wird zur nebenwirkungsfreien Behandlung von Nackenschmerzen, Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen eingesetzt.
  • Blockiert entzündungsfördernde Stoffwechselprodukte: Die damit verbundene Wasseransammlung im Gewebe wird reduziert und das Gewebe wieder besser mit Nährstoffen versorgt.
  • Reduziert oxidativen Stress: im Skelettmuskel und wirkt damit einer frühen Ermüdung des Muskels entgegen
  • Lockert spastische Muskelfasern: indem die Reizübertragung am Skelettmuskel normalisiert wird.
  • Blockiert die Übertragung schmerzhafter Nervenreize: an das Gehirn.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien

Die Lasertherapie hat sich in vielen medizinischen Bereichen als wirksam erwiesen, darunter Dermatologie, Sportmedizin und Wundbehandlung. Auch in der Schmerztherapie sind Laser-Verfahren längst etabliert und erfreuen sich bester Resultate, die durch langjährige klinische Erfahrungswerte wissenschaftlich nachgewiesen sind. Eine Analyse aller bisherigen medizinischen Veröffentlichungen, die einem definierten Qualitätsstandard entsprechen, ergab, dass z.B. bei Nackenschmerzen im Durchschnitt ca. 8-12 Anwendungen notwendig sind.

Es gibt neuere Hinweise, die belegen, dass der Laserstrahl günstig auf die Reizübertragung bestimmter Nervenfasern (schmerzleitende A δ-Fasern und Υ-Fasern) einwirkt.

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Die Rolle der Lasertherapie in der Orthopädie

In der Orthopädie kommt das Laserlicht (künstlich gebündelter Lichtstrahl) gezielt und punktuell zum Einsatz. Die Lasertherapie ist schmerzdämpfend, entzündungshemmend und gewebeheilend, dies ist unkompliziert und risikoarm. Der Körper wird nicht zusätzlich belastet, wie bei einer medikamentösen Therapie und das Risiko für Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten oder Allergien wird auf ein Minimum reduziert.

Lasertherapie wird in der Orthopädie häufig bei Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates, wie Arthritis, Tendinitis, Rückenschmerzen und anderen orthopädischen Beschwerden, eingesetzt. In vielen Fällen kann die Laserbehandlung als ergänzende oder alternative Therapie zu medikamentösen oder chirurgischen Behandlungen durchgeführt werden. Die Dauer einer Laserbehandlung hängt von der Art und Schwere des Problems ab, aber sie dauert in der Regel nur wenige Minuten.

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