Lass dich nicht nerven: Tipps für mehr Gelassenheit im Alltag

Jeder kennt sie, die Menschen, die scheinbar nur nehmen und fordern, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen. Besonders für Angehörige von autistischen oder behinderten Kindern, die ohnehin täglich viel Energie aufwenden müssen, können solche Energieräuber eine zusätzliche Belastung darstellen. Doch wie erkennt man diese Menschen, und was kann man tun, um sich vor ihnen zu schützen?

Wie erkennt man Energieräuber?

Oftmals sind es Personen, die ihre eigenen Bedürfnisse über alles stellen und ständig Aufmerksamkeit und Hilfe einfordern, ohne zu bemerken, dass auch andere Menschen ihre "Päckchen zu tragen haben". Manchmal sind es aber auch Menschen, die nie gelernt haben, richtig zuzuhören und nur oberflächliches Interesse zeigen. Wieder andere halten strikt an ihren eigenen Meinungen und Werten fest und verurteilen jeden, der anders denkt, ohne Diskussionen zuzulassen. Es gibt auch Menschen, die sich in das Leben anderer "einzecken" und diese vereinnahmen, bis sie das Umfeld des anderen so umgestalten und instrumentalisieren, wie es ihnen gefällt. Sie üben oft unbewusst einen solchen Druck aus, dass es schwerfällt, sich davon zu befreien.

Warum du dich nicht ärgern lassen solltest!

Sich ständig von anderen ärgern zu lassen, beeinträchtigt die Lebensqualität und kann langfristig negative Folgen für die Gesundheit haben. Hier sind einige Gründe, warum es wichtig ist, sich nicht ärgern zu lassen:

  1. Ärger macht dich krank: Heftige und häufige Alarmreaktionen schädigen den Körper und können zu Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem geschwächten Immunsystem führen.
  2. Ärger raubt dir kostbare Lebenszeit: Eine giftige Randbemerkung kann die Arbeitsfähigkeit für Stunden beeinträchtigen.
  3. Ärger beeinträchtigt deine Leistungsfähigkeit: Ärger senkt die Reizschwelle und verengt die Wahrnehmung, wodurch man schneller verärgert reagiert und sich leicht manipulieren lässt.
  4. Ärger zu unterdrücken kostet dich viel psychische Energie: Wer gelernt hat, Ärger-Gefühle eher zu unterdrücken, verbraucht Unmengen seiner zur Verfügung stehenden psychischen Energie, um ruhig zu wirken.
  5. Ärger macht Falten: Häufiger Ärger verändert langfristig das Aussehen, da Zornesfalten, stechender Blick und zusammengepresste Lippen uns nicht hübscher machen.
  6. Ärger ist hochansteckend: Das Klima um eine Person, die sich ärgert, ändert sich schnell, und Menschen ziehen sich zurück.
  7. Ärger beschädigt Beziehungen: Ständiger Ärger kann Beziehungen belasten und zu Konflikten führen.

Strategien, um dich nicht von schwierigen Menschen ärgern zu lassen

Distanziere dich von negativen Menschen

Wenn du realisiert hast, dass dir bestimmte Menschen nicht (mehr) guttun, dass sie dich runterziehen, dich ausnutzen oder schlecht über dich sprechen, distanziere dich von ihnen. Schaffe auch zeitlichen Abstand, indem du nicht immer sofort auf Anfragen, Bitten, Kritik oder Provokationen reagierst. Gönne dir einen Moment, um in Ruhe darüber nachzudenken, was zu tun ist, oder schlafe eine Nacht darüber, bevor du eine Entscheidung triffst.

Lasse den Ärger abperlen

Betrachte die Situation und deinen Ärger genau. Beschreibe in Gedanken oder schriftlich, was tatsächlich geschehen ist, ohne Emotionen und subjektive Meinungen oder Bewertungen. Kommentiere die Situation wie ein Wissenschaftler und beziehe die Äußerung oder Situation nicht auf dich. Untersuche das Gesagte, um herauszufinden, ob sich etwas Verwertbares darin befindet.

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Die Mini-Strategie gegen Ärger: Der Zauberspruch

Frage dich: "Ist das, worüber ich mich gerade ärgere, in einem Jahr noch wichtig?" Meistens ist die Antwort "Nein". Mache dir bewusst, dass es nicht wert ist, sich über etwas aufzuregen, das in Zukunft keine Bedeutung mehr hat.

Die Midi-Strategie gegen Ärger: Nie wieder sprachlos!

Schüttle Sticheleien oder Beleidigungen souverän ab. Suche dir eine passende Reaktion aus, die dir Spaß bereitet.

Die Gegenfrage-Strategie

Konfrontiere deinen Gesprächspartner mit einer Gegenfrage und lasse unsachliche Äußerungen nicht im Raum stehen. Spieße die Unsachlichkeiten auf und zeige, dass du Angriffe abwehren kannst.

Was sind schwierige Menschen?

Schwierige Menschen reizen uns. Kurzum: Schwierige Menschen sind Menschen, die wir nicht verstehen UND mit denen wir nicht fertig werden. Es gibt keine schwierigen Menschen, sondern nur Menschen, mit denen du (noch) nicht fertig wirst. Nutze schwierige Menschen als Sparringspartner, die dir helfen, besser zu werden. An ihnen kannst du Kommunikationsstrategien ausprobieren und testen, ob du schon Angriffe abprallen lassen kannst.

Gelassenheit im Job

Der Arbeitsplatz ist oft eine Quelle für Stress und Ärger. Um im Job gelassener zu bleiben, können folgende Strategien helfen:

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  • Professionelle Distanz wahren: Vermeide es, dich emotional in berufliche Angelegenheiten zu investieren.
  • Klare Kommunikation: Sprich offen und sachlich über Probleme und Missverständnisse.
  • Regelmäßige Pausen einlegen: Nutze kurze Erholungspausen, um das Stressniveau zu senken.

Humor als Stressbewältigung

Humor ist ein wirksames Mittel, um stressige Situationen zu entschärfen und emotionale Belastungen zu reduzieren. Ein humorvoller Kommentar kann helfen, die Situation aufzulockern und den Ärger zu reduzieren.

15 Tipps für mehr Gelassenheit im Alltag

  1. Atme ruhig und bewusst.
  2. Nimm die Dinge nicht zu persönlich.
  3. Gewinne Abstand, indem du den Raum verlässt.
  4. Versuche, die Beweggründe anderer zu verstehen.
  5. Konzentriere dich auf das Positive.
  6. Akzeptiere, dass Menschen sich nicht ändern werden.
  7. Programmiere deine Selbstgespräche um.
  8. Führe ein Ärger-Tagebuch, um Muster zu erkennen.
  9. Sorge für ausreichend Schlaf.
  10. Treibe regelmäßig Sport.
  11. Mache dich locker und löse Verspannungen.
  12. Verbringe Zeit in der Natur.
  13. Befreie dich von unnötigem Ballast.
  14. Hinterfrage deinen Perfektionismus.
  15. Lerne von gelassenen Menschen in deinem Umfeld.

Das Nervensystem beruhigen

Ein überreiztes Nervensystem äußert sich durch Symptome wie Herzklopfen, Schlafstörungen und ständige Anspannung. Um das Nervensystem zu beruhigen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Atemtechniken: Die 4-7-8-Atemtechnik (4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen) aktiviert den Parasympathikus und beruhigt das Nervensystem.
  • Körperliche Aktivität: Sport hilft, Stresshormone abzubauen und das Nervensystem wieder in Balance zu bringen.
  • Vagusnerv-Stimulation: Übungen wie Zwerchfellatmung, Singen oder Summen können den Vagusnerv stimulieren und die Entspannung fördern.
  • Meditation und Achtsamkeitsübungen: Regelmäßige Meditation und Achtsamkeitsübungen beruhigen den Geist und das Nervensystem.
  • Ausreichend Schlaf: Guter Schlaf ist essenziell, um das Nervensystem zu beruhigen.
  • Emotionen zulassen: Erlaube dir, deine Emotionen herauszulassen und zu weinen, wenn dir danach ist.
  • Soziale Interaktionen: Lockere, freundliche und liebevolle soziale Interaktionen vermitteln dem Gehirn, dass die Welt ein sicherer Ort ist.

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