Lavendel gegen Migräne: Wirkung und Anwendung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke, pochende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und extremer Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, Migränesymptome ohne Medikamente zu lindern. Lavendel, insbesondere Lavendelöl, hat sich als ein vielversprechendes natürliches Mittel zur Linderung von Migräne etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Lavendel gegen Migräne, basierend auf klinischen Studien und Erfahrungswerten, und gibt praktische Anwendungstipps.

Einführung

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, von denen fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens betroffen ist. Migräne, eine besonders intensive Form von Kopfschmerz, kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Suche nach natürlichen und wirksamen Methoden zur Linderung von Migräne hat in den letzten Jahren zugenommen. Lavendel, bekannt für seine beruhigenden und entspannenden Eigenschaften, rückt dabei immer mehr in den Fokus.

Die Wirkung von Lavendelöl bei Migräne

Klinische Studien bestätigen die Wirkung

Erfahrungswerte durch klinische Studien bestätigt: Zum ersten Mal wurde der Effekt von Lavendelöl zur Linderung von Migränesymptomen in einer klinischen Studie untersucht. Das ätherische Öl des Lavendels (Lavendula angustifolia) enthält Inhaltsstoffe, die nicht nur für den typischen betörenden Duft verantwortlich sind, sondern auch eine beruhigende und entspannende Wirkung entfalten.

Zur Überprüfung der Erfahrungswerte mit Lavendelöl bei Kopfschmerzen wurde jetzt eine placebokontrollierte Studie mit Migränepatienten durchgeführt. Die Probanden in der Verumgruppe wurden angehalten, bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen zwei bis drei Tropfen Lavendöl auf ihrer Oberlippe zu verreiben und den aufsteigenden Duft eine Viertelstunde lang zu inhalieren. Schließlich bewerteten die Teilnehmer den Grad ihrer Kopfschmerzen bis zu zwei Stunden während ihrer Schmerzattacke auf einer Schmerzskala (VAS = Visual Analogue Scale). Diese Prozedur wurde bei insgesamt sechs Attacken durchgeführt. Zusätzlich sollten die Probanden ihre migränespezifischen Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit protokollieren. Diese konnten durch das Inhalieren des Lavendelöldufts bei 74 Prozent der Probanden gelindert werden.

Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigt, dass die Inhalation von Lavendelöl möglicherweise zu einer effektiven Reduktion der Migräne-Symptomatik beitragen kann. Zudem konnte die Ausbreitung des Kopfschmerzes bei rechtzeitiger Anwendung der Lavendelöltherapie verhindert werden.

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Mögliche Einschränkungen

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Verblindung der Probanden durch die sehr charakteristische Duftnote des Lavendelöls einwandfrei war. Sasannejad P, Saeedi M, Shoeibi A, Gorji A, Abbasi M, Foroughipour M. Lavender essential oil in the treatment of migraine headache: a placebo-controlled clinical trial.

Die beruhigende Wirkung von Lavendel

Der Duft von Lavendel kann eine beruhigende Wirkung haben, die auch zum Abbau von Stress beitragen kann. In der placebokontrollierten Studie hatten diejenigen, die 15 Minuten lang Lavendelöl einatmeten, einen weniger schweren Migräneanfall als diejenigen, die keinen Lavendel schnupperten.

Weitere Vorteile von Lavendelöl

Lavendelöl ist ein weiteres wirkungsvolles ätherisches Öl gegen Migräne. Bekannt für seine beruhigenden Eigenschaften, kann Lavendel Stress und Angst reduzieren, welche häufige Migräneauslöser sind. Das Einatmen von Lavendelöl kann Migränenschmerzen deutlich lindern und den Schlaf verbessern, was ein Schlüsselfaktor bei der Vorbeugung von Migräne ist. Seine entzündungshemmenden Wirkungen machen Lavendel zu einem großartigen natürlichen Mittel zur Linderung von Migräne.

Anwendung von Lavendelöl bei Migräne

Inhalation

Die einfachste Methode ist die Inhalation von Lavendelöl. Geben Sie dazu einige Tropfen auf ein Tuch oder in einen Diffuser und atmen Sie den Duft tief ein. Dies kann helfen, die Symptome während eines Migräneanfalls zu lindern oder auch präventiv wirken.

Topische Anwendung

Lavendelöl kann auch topisch angewendet werden, indem man es verdünnt mit einem Trägeröl (z.B. Mandel- oder Jojobaöl) auf Schläfen, Stirn und Nacken aufträgt. Massieren Sie das Öl sanft ein, um die entspannende Wirkung zu verstärken.

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Aromabad

Ein warmes Bad mit Lavendelöl kann sowohl mental als auch körperlich zur Ruhe bringen und Stress reduzieren. Geben Sie einige Tropfen Lavendelöl in das Badewasser und genießen Sie die entspannende Wirkung.

Aromatherapie

Bei Beschwerden wie Migräne, Schlafstörungen und Anspannung sollen bestimmte Öle helfen. Die Aromatherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der ausschließlich naturreine Öle verwendet werden, die aus den natürlichen Bestandteilen von Pflanzen wie zum Beispiel Lavendel hergestellt wurden. Diese ätherischen Öle sollen sich positiv auf das Bewusstsein sowie den Körper auswirken. Zudem sollen die würzigen Öle unterstützend bei Krankheiten wirken. Bisher konnten allerdings noch keine Studien die tatsächliche Wirkung bestätigen. Daher wird die Aromatherapie als Alternativmedizin bzw. in der Pflanzenheilkunde zugerechnet sowie im Wellness-Bereich zur Entspannung verwendet.

Eine richtige Aromatherapie darf in Deutschland nur von einem zugelassenen Heilpraktiker oder Arzt angewendet werden. Nach einer Untersuchung wählt dieser passende Öle für Sie aus. Die Anwendung kann als Aromabad, als Massage, mittels Verdampfung der Öle in einer Duftlampe oder zum Inhalieren erfolgen. Für die Therapie sind also verschiedene ätherische Öle sowie gegebenenfalls ein Diffuser oder ein Inhalator erforderlich. Dazu lesen Sie im Nachfolgenden mehr.

Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt können Sie auch zu Hause ätherische Öle in eine Duftlampe oder Diffuser geben. Wichtig: Besprechen Sie bitte die Nutzung von ätherischen Ölen immer vorab mit Ihrem Arzt, um mögliche gesundheitliche Reaktionen wie Allergien auszuschließen. Bedenken Sie zudem, dass die natürlichen Öle wohltuend und stimulierend für Geist und Seele sein und einzelne Beschwerden wie Schlafstörungen oder Migräne lindern können, jedoch keine heilende Wirkung besitzen.

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Weitere Hausmittel und Maßnahmen gegen Migräne

Dunkelheit und Ruhe

Eines der besten Hausmittel gegen Migräne mit Aura (aber auch ohne) ist es, sich gleich zu Beginn der ersten Anzeichen einer Attacke in einen dunklen, ruhigen Raum zurückzuziehen. Das hilft auch gegen die Symptome der Aura. Legen Sie sich einen mit kaltem Wasser getränkten Waschlappen auf die Stirn und gönnen Sie sich Ruhe.

Koffein

Bei Migräne erweitern sich die Blutgefäße im Gehirn. Koffein sorgt dafür, dass sie sich wieder verengen. Die Zitrone wiederum fördert die Schmerzhemmung des Körpers und liefert Vitamin C.

Pfefferminzöl

Es ist eines der bekanntesten Hausmittel bei Migräne. Eine Studie gibt an, dass das enthaltene Menthol die Migräne-Attacke verhindern kann. Das Öl kühlt und hat eine durchblutungsfördernde sowie entkrampfende Wirkung, außerdem blockiert es das Weiterleiten von Schmerz-Impulsen. Sie können ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfen und Nacken auftragen und sanft einmassieren (achten Sie darauf, dass es nicht in die Augen kommt). Pfefferminze kann auch als Tee bei Migräne hilfreich sein. Die ätherischen Öle beruhigen zudem gleichzeitig den Magen.

Mutterkraut und Pestwurz

Mutterkraut sieht ein bisschen aus wie die Kamille. Es ist seit Urzeiten als Mittel gegen Kopfschmerzen und Fieber bekannt. Es gibt mehrere Studien, die ergaben, dass CO2-Extrakt aus Mutterkraut die Zahl der Migräneanfälle reduzieren kann. Auch für Pestwurzextrakt gibt es Studien, die die Wirksamkeit gegen Migräne belegen.

Magnesium

Experten vermuten, dass das Mengenelement, das zum Beispiel bei der Kontraktion der Muskeln im Körper eine Rolle spielt, auch bei Migräne wirksam sein kann. 300 Milligramm sollten Frauen pro Tag zuführen, bei Männern sind es 350 Milligramm (Referenzwerte D-A-C-H). Bei Schwangeren und Kindern werden Magnesiumsalze als Vorbeugung gegen Migräne empfohlen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Magnesium die menstruationsbedingte Migräne verhindern bzw. lindern kann. Bei dieser Form treten die Anfälle meist einen oder zwei Tage vor dem Beginn der Periode auf. In der Regel wird die menstruationsbedingte Migräne mit Analgetika oder Triptanen behandelt. Es kann aber hilfreich sein, auf eine ausreichende Zufuhr von Magnesium zu achten.

Stressbewältigung

Stress ist eine der häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen und Migräne. Ätherische Öle können dir dabei helfen, tägliche Ruhephasen in deinen Alltag zu integrieren, indem du dir mit einem wohltuenden Duft deine tägliche und wohlverdiente Entspannung gönnst. Damit helfen dir ätherische Öle, Stress abzubauen und somit die Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzen zu reduzieren. Lavendelöl ist beispielsweise bekannt dafür, für Entspannung zu sorgen und hilft unterstützend dabei, deine Nerven zu beruhigen und Spannungen abzubauen.

Regelmäßiger Tagesablauf

Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe. Gewöhnen Sie sich einen geregelten Tagesablauf an, auch das kann hilfreich sein.

Weitere ätherische Öle gegen Kopfschmerzen

Neben Lavendel gibt es noch weitere ätherische Öle, die bei Kopfschmerzen und Migräne Linderung verschaffen können:

  • Pfefferminzöl: Der Inhaltsstoff Menthol wirkt kühlend und vitalisierend.
  • Zitronenöl: Der frische Duft weckt positive Gefühle und sorgt für Entspannung.
  • Rosmarinöl: Wirkt anregend und kann bei niedrigem Blutdruck helfen, der manchmal mit Kopfschmerzen einhergeht.

Wichtige Hinweise

  • Ätherische Öle sollten niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Mischen Sie sie immer mit einem Trägeröl wie Mandel- oder Jojobaöl.
  • Schwangere und stillende Frauen sollten vor der Anwendung ätherischer Öle ihren Arzt konsultieren.
  • Bei anhaltenden oder starken Kopfschmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu erhalten.
  • Die beschriebenen Inhalte sind nicht zwangsläufig auf unsere Kneipp Produkte übertragbar.

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