Neurodegenerative Erkrankungen stellen eine wachsende Herausforderung für unsere alternde Gesellschaft dar. Sie sind durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, was zu einer Verschlechterung der motorischen und/oder kognitiven Fähigkeiten führt. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Krankheitsgruppe gehören die Alzheimer-Krankheit und die Parkinson-Krankheit. Obwohl beide Erkrankungen das Gehirn betreffen, unterscheiden sie sich in ihren Ursachen, Symptomen und ihrem Verlauf.
Neurodegenerative Erkrankungen: Wenn das Gehirn abbaut
Im Alter kann das Gehirn nachlassende Funktionen normalerweise ausgleichen. Bei einer neurodegenerativen Erkrankung sieht das anders aus. Dabei werden kontinuierlich Nervenzellen zerstört, bis ganze Hirnbereiche ihre Funktionen verlieren. Gehirnzellen sind einerseits sehr robust und langlebig. Werden sie aber beschädigt, können sie sich nur schwer erholen, oft aber auch gar nicht. Dann sterben sie frühzeitig ab. Dieser Prozess heißt Neurodegeneration. Bei einer neurodegenerativen Erkrankung gehen nach und nach Nervenzellen verloren, bis schließlich ganze Bereiche des Gehirns nicht mehr funktionsfähig sind. Das führt dazu, dass Betroffene bestimmte motorische oder mentale Fähigkeiten verlieren. Dies geht mit einem frühzeitigen Tod einher, denn leider ist dieser Degenerationsprozess nicht umkehrbar. Das bedeutet: Neurodegenerative Erkrankungen gelten nach heutigem Stand als unheilbar. Je nachdem, wie und wo Nervenzellen im Gehirn zerstört werden, ergeben sich verschiedene Krankheitsbilder.
Welche neurodegenerativen Krankheiten gibt es?
Unter den Sammelbegriff fallen verschiedene Krankheiten. Zu den bekanntesten gehören: Demenz, Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und die ALS-Krankheit. Alle Erkrankungen bedeuten eine massive Belastung für die Betroffenen und deren Angehörige.
Alzheimer-Krankheit: Gedächtnisverlust und kognitive Beeinträchtigungen
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und betrifft hauptsächlich ältere Menschen. Sie ist durch den allmählichen Verlust von Gedächtnis, Denkvermögen und anderen kognitiven Fähigkeiten gekennzeichnet. Im Gehirn von Alzheimer-Patienten finden sich Ablagerungen von Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen, die die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigen und letztendlich zum Zelltod führen.
Expertinnen und Experten schätzen, dass heutzutage rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland von einer Demenz betroffen sind. Mit rund 80 Prozent machen Demenzerkrankungen den Großteil unter den neurodegenerativen Erkrankungen aus. Es gibt viele verschiedene Arten, eine davon ist die frontotemporal Demenz auch als Morbus Pick bekannt. Die Nervenzellen in Stirn- und Schläfenlappen werden zerstört, was zu Veränderungen der Persönlichkeit und Verhaltensweisen führt. Bei den meisten Menschen tritt die Erkrankung vor dem 60. Lebensjahr auf. Zu der häufigsten Formen der Demenz gehört die Alzheimer-Erkrankung. Sie macht ungefähr zwei Drittel aller Demenzerkrankungen aus. Die ersten Anzeichen treten üblicherweise im Alter zwischen 50 und 60 Jahren auf. Wichtige Teile der Großhirnrinde werden nach und nach zerstört. Die Folge sind Gedächtnisschwund, Sprachstörungen und motorische Störungen.
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Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, umweltbedingten und altersbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:
- Alter: Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
- Genetische Veranlagung: Menschen mit einem oder mehreren Familienmitgliedern, die an Alzheimer erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, selbst zu erkranken.
- Bestimmte Genvarianten: Das Vorhandensein bestimmter Genvarianten, insbesondere des Apolipoprotein E (APOE) ε4-Allels, erhöht das Risiko für Alzheimer.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und hoher Cholesterinspiegel können das Risiko für Alzheimer erhöhen.
- Kopfverletzungen: Schwere Kopfverletzungen können das Risiko für Alzheimer erhöhen.
- Lebensstilfaktoren: Ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung, ungesunder Ernährung und Rauchen kann das Risiko für Alzheimer erhöhen.
Symptome
Die Alzheimer-Krankheit verläuft in der Regel schleichend und die Symptome verschlimmern sich im Laufe der Zeit. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Gedächtnisverlust: Schwierigkeiten, sich an neue Informationen zu erinnern, vergessene Termine und Ereignisse.
- Sprachprobleme: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, undeutliche Sprache.
- Desorientierung: Verwirrung bezüglich Zeit, Ort und Personen.
- Probleme mit dem Denkvermögen: Schwierigkeiten, logisch zu denken, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen.
- Verhaltensänderungen: Reizbarkeit, Aggressivität, Depressionen, Angstzustände.
- Verlust der Urteilsfähigkeit: Unangemessenes Verhalten, schlechte Entscheidungen.
- Schwierigkeiten mit vertrauten Aufgaben: Probleme, alltägliche Aufgaben wie Kochen, Anziehen oder Körperpflege zu erledigen.
Diagnose
Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit basiert in der Regel auf einer Kombination aus:
- Anamnese und körperlicher Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten und führt eine körperliche Untersuchung durch.
- Kognitiven Tests: Es werden verschiedene Tests durchgeführt, um die kognitiven Fähigkeiten des Patienten zu beurteilen.
- Neurologischen Untersuchungen: Es werden neurologische Untersuchungen durchgeführt, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.
- Bildgebenden Verfahren: Mittels Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) des Gehirns können Veränderungen im Gehirn festgestellt werden.
- Liquoruntersuchung: Eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis) kann helfen, bestimmte Biomarker für die Alzheimer-Krankheit zu identifizieren.
Therapie
Bisher gibt es keine Heilung für die Alzheimer-Krankheit. Die verfügbaren Therapien zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:
- Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die die Symptome der Alzheimer-Krankheit lindern können, indem sie die Funktion der Nervenzellen verbessern oder die Ablagerung von Beta-Amyloid-Plaques reduzieren.
- Kognitives Training: Kognitives Training kann helfen, die geistigen Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern.
- Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten und zu verbessern.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die körperliche Fitness und Beweglichkeit zu erhalten.
- Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den emotionalen Belastungen der Erkrankung umzugehen.
- Unterstützung für Angehörige: Die Betreuung von Alzheimer-Patienten ist oft sehr belastend für die Angehörigen. Es gibt verschiedene Angebote zur Unterstützung und Entlastung von Angehörigen.
Parkinson-Krankheit: Bewegungsstörungen und mehr
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die hauptsächlich das motorische System betrifft. Sie ist durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, der für die Steuerung von Bewegungen verantwortlich ist. Ein Mangel an Dopamin führt zu den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit.
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Der Schauspieler Michael J. Fox war erst 29 Jahre alt, als er die Diagnose Parkinson erhielt. Da hatte er bereits einen Tremor in der Hand. Dieses Zittern im Ruhezustand gehört zu den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit. Bei den meisten Menschen treten die ersten Anzeichen ab dem 50. Lebensjahr auf. Nach Alzheimer ist die Parkinson-Erkrankung die zweithäufigste der neurodegenerativen Erkrankungen. Hierbei werden Zellen zerstört, die für die Produktion von Dopamin verantwortlich sind. In der Folge kommt es zu einem akuten Dopaminmangel, der sich vor allem auf die Motorik auswirkt. Die Bewegungen verlangsamen sich, die Extremitäten werden steif und die Muskeln zittern im Ruhezustand vor allem in den Händen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen der Parkinson-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:
- Alter: Das Risiko, an Parkinson zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
- Genetische Veranlagung: Menschen mit einem oder mehreren Familienmitgliedern, die an Parkinson erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, selbst zu erkranken.
- Bestimmte Genvarianten: Das Vorhandensein bestimmter Genvarianten kann das Risiko für Parkinson erhöhen.
- Umweltfaktoren: Die Exposition gegenüber bestimmten Pestiziden und Herbiziden kann das Risiko für Parkinson erhöhen.
- Kopfverletzungen: Schwere Kopfverletzungen können das Risiko für Parkinson erhöhen.
Symptome
Die Parkinson-Krankheit verläuft in der Regel schleichend und die Symptome verschlimmern sich im Laufe der Zeit. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Zittern (Tremor): Unwillkürliches Zittern, meist in den Händen oder Fingern, das im Ruhezustand auftritt.
- Muskelsteifigkeit (Rigor): Erhöhter Muskeltonus, der zu Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen führt.
- Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese): Verlangsamte Bewegungen, Schwierigkeiten, Bewegungen zu beginnen und auszuführen.
- Gleichgewichtsstörungen: Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, erhöhte Sturzgefahr.
- Haltungsinstabilität: Vorgebeugte Haltung, Schwierigkeiten, sich aufzurichten.
- Weitere Symptome: Müdigkeit, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände, Verstopfung, Sprachprobleme, Schluckbeschwerden, Riechstörungen.
Diagnose
Die Diagnose der Parkinson-Krankheit basiert in der Regel auf einer Kombination aus:
- Anamnese und körperlicher Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten und führt eine körperliche Untersuchung durch.
- Neurologischen Untersuchungen: Es werden neurologische Untersuchungen durchgeführt, um die motorischen Fähigkeiten des Patienten zu beurteilen.
- DaTscan: Ein DaTscan ist eine spezielle bildgebende Untersuchung, die die Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn sichtbar macht.
- Ausschluss anderer Erkrankungen: Es werden andere Erkrankungen ausgeschlossen, die ähnliche Symptome verursachen können.
Therapie
Bisher gibt es keine Heilung für die Parkinson-Krankheit. Die verfügbaren Therapien zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:
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- Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen oder die Wirkung von Dopamin verstärken können.
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Die THS ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert werden, um die Symptome der Parkinson-Krankheit zu lindern.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft, Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.
- Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten und zu verbessern.
- Logopädie: Logopädie kann helfen, Sprach- und Schluckbeschwerden zu verbessern.
- Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den emotionalen Belastungen der Erkrankung umzugehen.
- Unterstützung für Angehörige: Die Betreuung von Parkinson-Patienten ist oft sehr belastend für die Angehörigen. Es gibt verschiedene Angebote zur Unterstützung und Entlastung von Angehörigen.
Parkinson-Demenz: Wenn die Kognition nachlässt
Einige Parkinson-Patienten entwickeln im Laufe der Zeit auch eine Demenz, die sogenannte Parkinson-Demenz. Sie ist gekennzeichnet durch kognitive Beeinträchtigungen, die über die motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit hinausgehen.
Als Parkinson-Demenz bezeichnen Mediziner eine Demenz-Erkrankung bei Menschen mit Parkinson-Syndrom, die bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört, dass die Demenz schleichend beginnt und langsam fortschreitet. Außerdem müssen mindestens zwei sogenannte kognitive Funktionen beeinträchtigt sein, also zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Sprache oder das Gedächtnis. Die Beeinträchtigungen müssen so schwer ausgeprägt sein, dass sie das tägliche Leben einschränken, und zwar unabhängig von den motorischen Beschwerden, die das Parkinson-Syndrom mit sich bringt. Die Parkinson-Demenz ist eine Form der sogenannten Lewy-Körperchen-Demenz. Lewy-Körperchen lagern sich dabei verstärkt im Gehirn ab und verursachen die dementiellen Symptome. Daher haben Menschen mit einem Parkinson-Syndrom ein erhöhtes Risiko, auch an Demenz zu erkranken. Experten gehen davon aus, dass etwa 40 bis 80 Prozent der Betroffenen im Krankheitsverlauf eine Parkinson-Demenz entwickeln.
Symptome der Parkinson-Demenz
Die Parkinson-Demenz macht sich durch verschiedene Störungen der kognitiven Funktionen bemerkbar:
- Beeinträchtigte Aufmerksamkeit: Aufgaben, die eine hohe Aufmerksamkeit erfordern, sind für die Betroffenen schwer zu erfüllen
- Schwierigkeiten beim Planen und Ausführen von Tätigkeiten
- Verlangsamtes Denken
- Beeinträchtigungen bei der räumlichen Orientierung und Wahrnehmung
- Schwierigkeiten, kürzliche Ereignisse oder neu erlernte Inhalte abzurufen
- Manchmal Schwierigkeiten, Worte zu finden und Probleme, komplizierte Sätze zu bilden
Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit, bei der vor allem das Kurz- und Langzeit-Gedächtnis gestört sind, betrifft die Parkinson-Demenz vor allem die Aufmerksamkeit und die Geschwindigkeit von Denkprozessen. Auch die Lernfähigkeit selbst bleibt erhalten, allerdings sind erlernte Inhalte nur mit Verzögerung abrufbar. Neben den kognitiven Beeinträchtigungen kommt es bei Menschen mit Parkinson-Demenz auch zu Änderungen des Verhaltens. Betroffene wirken oft apathisch, sie verlieren ihre Spontaneität und Motivation. Auch Veränderungen der Persönlichkeit und Stimmungsschwankungen mit Ängsten und depressiven Symptomen treten auf. Einige Menschen mit Parkinson-Demenz leiden an Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose und Behandlung der Parkinson-Demenz ähneln denen der Alzheimer-Krankheit. Es gibt Medikamente, die die Symptome lindern können, und nicht-medikamentöse Maßnahmen wie kognitives Training und Ergotherapie können helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Bei Verdacht auf eine Demenz wie der Parkinson-Demenz wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Zuerst erfragt er die Krankengeschichte (Anamnese) im Gespräch mit dem Betroffenen und den Angehörigen. Dabei lässt er sich zum Beispiel die Symptome genau schildern, also etwa Probleme mit der Konzentration. Außerdem fragt der Arzt, seit wann diese Symptome bestehen, ob andere Erkrankungen vorliegen und welche Medikamente der Betroffene einnimmt. Nach dem Anamnese-Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Außerdem entnimmt der Arzt eine Blutprobe für eine Laboranalyse. Mit sogenannten kognitiven Kurztests prüft der Arzt, ob der Betroffene tatsächlich an einer Parkinson-Demenz (oder sonstigen Demenz) leidet. Allerdings sind diese Tests bei leichter Demenz wenig aussagekräftig. Dann ist gegebenenfalls eine vertiefende neuropsychologische Untersuchung nötig. Bei Demenz-Verdacht wird oft das Gehirn bildlich dargestellt - mittels Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie). Bei dementen Menschen erkennt man auf den Aufnahmen, dass das Hirngewebe geschrumpft ist (Atrophie). In unklaren Fällen von Demenz folgen weitere Untersuchungen.
Zunächst ist es manchmal notwendig, die Medikamente anzupassen, die gegen die Parkinson-Krankheit eingenommen werden. Manche Präparate verstärken nämlich eine Demenz. Sie sollten deshalb gegen andere ersetzt werden, die das nicht tun. Es gibt auch Medikamente, die gezielt die Symptome der Parkinson-Demenz lindern. Dazu zählen vor allem Präparate mit dem Wirkstoff Rivastigmin. Das ist ein sogenannter Acetylcholinesterase-Hemmer: Die Acetylcholinesterase ist ein Enzym, das im Gehirn den Nerven-Botenstoff (Neurotransmitter) Acetylcholin abbaut. Wie bei der Alzheimer-Demenz besteht auch bei der Parkinson-Demenz ein Mangel an Acetylcholin. Rivastigmin behebt diesen Mangel, indem es das Enzym hemmt, das normalerweise Acetylcholin abbaut. So bleiben Hirnleistungen wie Denken, Lernen und Erinnern länger erhalten. Zudem kommen die Betroffenen in ihrem Alltagsleben wieder besser zurecht.
Neben Medikamenten sind auch nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Parkinson-Demenz (und anderen Demenzen) sehr wichtig. Empfehlenswert sind zum Beispiel Krankengymnastik, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung. Gedächtnistraining („Gehirnjogging“) bietet sich bei leichten Formen von Parkinson-Demenz an, solange sich die Betroffenen mit Freude und ohne Frustration daran beteiligen. Auch künstlerisch-expressive Therapieformen wie Malen, Musik und Tanz wirken sich unter Umständen positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Betroffenen aus. Bei Parkinson-Demenz ist es auch wichtig, die Wohnräume bedürfnisgerecht zu gestalten. Dazu gehört, mögliche Gefahren- und Verletzungsquellen zu beseitigen.
Lieber Alzheimer oder Parkinson? Eine subjektive Frage
Die Frage, ob man lieber an Alzheimer oder Parkinson erkranken würde, ist rein subjektiv und hängt von den persönlichen Wertvorstellungen und Prioritäten ab. Beide Erkrankungen sind mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden, aber sie betreffen unterschiedliche Bereiche des Lebens.
- Alzheimer: Bei Alzheimer steht der Verlust der kognitiven Fähigkeiten im Vordergrund. Betroffene verlieren nach und nach ihr Gedächtnis, ihr Denkvermögen und ihre Persönlichkeit. Sie können sich nicht mehr an ihre Angehörigen erinnern, verlieren die Orientierung und sind nicht mehr in der Lage, alltägliche Aufgaben zu erledigen.
- Parkinson: Bei Parkinson stehen die motorischen Symptome im Vordergrund. Betroffene leiden unter Zittern, Muskelsteifigkeit, verlangsamten Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Sie haben Schwierigkeiten, sich zu bewegen, zu sprechen und zu schlucken.
Einige Menschen würden den Verlust ihrer kognitiven Fähigkeiten als schlimmer empfinden als den Verlust ihrer motorischen Fähigkeiten, während andere es umgekehrt sehen würden. Es ist wichtig zu betonen, dass beide Erkrankungen sehr belastend sind und dass es keine einfache Antwort auf die Frage gibt, welche von beiden "besser" ist.
Fazit
Alzheimer und Parkinson sind beides verheerende neurodegenerative Erkrankungen, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinträchtigen. Obwohl beide Erkrankungen das Gehirn betreffen, unterscheiden sie sich in ihren Ursachen, Symptomen und ihrem Verlauf. Es gibt derzeit keine Heilung für beide Erkrankungen, aber es gibt verschiedene Therapien, die die Symptome lindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern können. Die Forschung arbeitet intensiv daran, neue und wirksamere Therapien zu entwickeln, um diese Krankheiten zu heilen oder zumindest ihren Verlauf zu verlangsamen.
Vorbeugung und Risikoreduktion
Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass man nicht an Alzheimer oder Parkinson erkrankt, gibt es einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, um das Risiko zu reduzieren:
- Gesunder Lebensstil: Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Rauchen können das Risiko für beide Erkrankungen senken.
- Kognitives Training: Regelmäßiges kognitives Training kann helfen, die geistigen Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern.
- Soziale Kontakte: Aktive soziale Kontakte können helfen, die geistige Gesundheit zu erhalten.
- Vermeidung von Kopfverletzungen: Das Tragen eines Helms beim Fahrradfahren oder anderen Sportarten kann helfen, Kopfverletzungen zu vermeiden.
- Kontrolle von Risikofaktoren: Die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und hohem Cholesterinspiegel kann das Risiko für Alzheimer senken.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Maßnahmen keine Garantie dafür sind, dass man nicht an Alzheimer oder Parkinson erkrankt, aber sie können dazu beitragen, das Risiko zu reduzieren und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.