Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle und Nervenentzündungen sind weit verbreitete Leiden, die oft mit Bewegungseinschränkungen und einer verminderten Lebensqualität einhergehen. Die Liebscher & Bracht-Methode bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung und Vorbeugung dieser Beschwerden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenproblemen im Zusammenhang mit Nervenentzündungen und stellt die Liebscher & Bracht-Übungen als eine Möglichkeit zur Selbsthilfe vor.
Einführung in die Thematik
Die Liebscher & Bracht-Methode konzentriert sich auf die Behandlung von Schmerzen, die durch muskulär-fasziale Dysbalancen entstehen. Verhärtete Muskeln und Faszien können enormen Druck auf die Wirbelsäule ausüben und so Bandscheiben und Nerven beeinträchtigen. Die Liebscher & Bracht-Übungen zielen darauf ab, diese Spannungen zu lösen und die Wirbelsäule in alle Richtungen zu mobilisieren.
Bandscheiben und ihre Bedeutung
Bandscheiben sind Knorpelscheiben, die zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule liegen. Sie bestehen aus einem Gallertkern, der von einem Faserring umschlossen wird. Diese Struktur ermöglicht es den Bandscheiben, Stöße abzufedern und die Wirbelsäule zu stabilisieren.
Bandscheibenvorfall: Ursachen und Entstehung
Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der Faserring beschädigt wird und der Gallertkern austritt. Dies kann auf einen Nerv drücken und Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln verursachen. Die Hauptursache für Bandscheibenschäden liegt in mangelnder oder einseitiger Bewegung. Ständiges Sitzen und monotone Bewegungsabläufe führen langfristig zu verkürzten Muskeln und verklebten Faszien.
Die Rolle der Nährstoffversorgung der Bandscheiben
Bandscheiben werden über die umliegende Gewebeflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Druck auf die Bandscheibe presst verbrauchte Flüssigkeit aus dem Gallertkern, wodurch sein Wassergehalt abnimmt. Bei muskulär-faszialen Überspannungen kann dieser Prozess gestört werden, was zu einer unzureichenden Nährstoffversorgung führt.
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Lumboischialgie: Wenn der Ischiasnerv schmerzt
Lumboischialgie bezeichnet einen unteren Rückenschmerz, bei dem die Wurzeln des Ischiasnervs beteiligt sind. Der Ischiasnerv ist der längste Nerv im Körper und verläuft von der Lendenwirbelsäule über das Gesäß bis in die Beine. Eine Reizung der Nervenwurzeln kann Schmerzen im gesamten Versorgungsgebiet des Nervs verursachen.
Ursachen der Lumboischialgie
Häufige Ursachen für Lumboischialgie sind Bandscheibenvorfälle, Bandscheibenvorwölbungen oder knöcherne Veränderungen der Wirbelkörper. Einseitige Belastungen, die zu hohen Spannungen in Muskeln und Faszien führen, können ebenfalls eine Rolle spielen.
Diagnose der Lumboischialgie
Die Diagnose der Lumboischialgie umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT oder Röntgenaufnahmen. Der Lasègue-Test, bei dem das gestreckte Bein angehoben wird, kann Hinweise auf eine Nervenbeteiligung liefern.
Die Liebscher & Bracht-Methode: Ein ganzheitlicher Ansatz
Die Liebscher & Bracht-Methode zielt darauf ab, die muskulär-faszialen Ursachen von Schmerzen zu behandeln. Durch gezielte Übungen und Selbstmassagen sollen Verspannungen gelöst, die Beweglichkeit verbessert und die Nährstoffversorgung der Bandscheiben gefördert werden.
Die Bedeutung von Bewegung und Mobilisation
Bewegung und Mobilisation sind essenziell für die Gesundheit der Wirbelsäule und der Bandscheiben. Regelmäßige Übungen, die die Wirbelsäule in alle Richtungen bewegen, können helfen, die Bandscheiben mit frischer Nährstoffflüssigkeit zu versorgen und ihre Elastizität zu erhalten.
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Die Rolle von Muskeln und Faszien
Muskeln und Faszien spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Behandlung von Rückenschmerzen. Verspannte und verkürzte Muskeln können Druck auf die Wirbelsäule ausüben und die Beweglichkeit einschränken. Verklebte Faszien können ebenfalls zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
Die Liebscher & Bracht Übungen®: Hilfe zur Selbsthilfe
Die Liebscher & Bracht Übungen® sind ein wichtiger Bestandteil der Methode. Sie zielen darauf ab, hohe Spannungen in den Muskeln zu senken und verklebte Faszien wieder geschmeidig zu machen. Durch die vielseitigen Bewegungen werden die Bandscheiben mit Nährstoffflüssigkeit versorgt und die Wirbelsäule entlastet.
Dehnübungen
Dehnübungen sind ein zentraler Bestandteil der Liebscher & Bracht-Methode. Sie helfen, verkürzte Muskeln zu verlängern und Verspannungen zu lösen. Wichtig ist, die Dehnungen langsam und kontrolliert auszuführen und auf das eigene Schmerzempfinden zu achten.
Faszien-Rollmassage
Die Faszien-Rollmassage ist eine weitere wichtige Komponente der Liebscher & Bracht-Methode. Durch das Rollen über die Faszien sollen Verklebungen gelöst und die Durchblutung gefördert werden.
Osteopressur
Die Osteopressur ist eine spezielle Technik, bei der bestimmte Knochenpunkte gedrückt werden, um die Spannungen in Muskeln und Faszien zu senken.
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Übungen für den unteren Rücken
Bei akuten und chronischen Schmerzen im unteren Rücken können die Liebscher & Bracht Übungen® helfen. Hier sind einige Beispiele:
- Dehnung im Fersensitz: Starte am Boden im Fersensitz und lehne dich mit deinem Rumpf zurück, um dein Becken weiter nach hinten zu kippen.
- Vorbeuge: Wandere mit deinen Händen an den Beinen entlang, bis du eventuell sogar deine Füße erreichst. Die Dehnung erfolgt mithilfe der Schwerkraft, sodass du ganz entspannt hineinsinken kannst.
Wichtige Hinweise zu den Übungen
- Bewege dich langsam und kontrolliert, um gezielt in den Schmerz bei der Dehnung hineinzugehen.
- Sprich am besten mit deinem Arzt darüber, ob die Übungen für dich infrage kommen.
- Dein persönliches Schmerzempfinden entscheidet darüber, was du wie lange aushalten kannst. Es darf ruhig hier und da ein wenig schmerzen, du solltest aber trotzdem dazu in der Lage sein, ruhig ein- und auszuatmen.
- Generell gilt Vorsicht, wenn Missempfindungen entstehen oder ein Kribbeln länger anhält. Das können Anzeichen für Nervenschädigungen sein. Solltest du also Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Harn- und Blasenschwäche oder ähnliche Symptome bemerken, suche dir schnellstmöglich ärztliche Hilfe.
Übungen für die Brustwirbelsäule (BWS)
Auch bei Beschwerden im Bereich der Brustwirbelsäule können die Liebscher & Bracht Übungen® Linderung verschaffen.
- Dehnung auf der Faszienrolle: Lege dich nach hinten auf die Faszienrolle, sodass sie unter deiner Brustwirbelsäule liegt. Mache dich komplett lang und strecke deine Beine aus. Halte die Dehnung für 2 Minuten, gerne auch ein wenig länger. Bleibe in der Position und atme ein und aus. Beim nächsten Ausatmen gehst du etwas tiefer nach unten.
- Übung mit dem Rückenretter: Beim Üben mit dem Rückenretter bekämpfst du hohe muskulär-fasziale Spannungen in der Körpervorderseite.
Wichtige Hinweise zu den Übungen
- Achte auf die richtige Intensität und bewege dich so, dass du deinen Körper zu jedem Zeitpunkt beobachten und einschätzen kannst.
Allgemeine Tipps für einen gesunden Rücken
- Regelmäßige Bewegung: Integriere Bewegung in deinen Alltag, z. B. durch Treppensteigen statt Aufzug. Sportarten wie Yoga, Nordic Walking, leichtes Joggen, Schwimmen oder Aqua-Gymnastik eignen sich besonders gut.
- Ergonomische Möbel: Nutze ergonomische Möbel und achte auf eine korrekte Körperhaltung. Der Bildschirm sollte auf Augenhöhe positioniert sein, um Nackenverspannungen zu vermeiden.
- Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung fördert Heilungsprozesse und unterstützt den Rücken.
- Stress vermeiden: Vermeide nach Möglichkeit negativen Stress.
- Ausreichend Schlaf: Sorge für einen erholsamen Schlaf.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Sollten sich deine Schmerzen jedoch nicht bessern, obwohl du unsere Übungen mehrere Wochen ausprobiert hast, solltest du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Generell gilt Vorsicht, wenn Missempfindungen entstehen oder ein Kribbeln länger anhält. Das können Anzeichen für Nervenschädigungen sein. Solltest du also Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Harn- und Blasenschwäche oder ähnliche Symptome bemerken, suche dir schnellstmöglich ärztliche Hilfe.
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