Die Funktionen der linken und rechten Gehirnhälfte

Das menschliche Gehirn ist ein komplexes Organ, das aus zwei Hemisphären besteht, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen. Obwohl beide Hälften miteinander verbunden sind und zusammenarbeiten, gibt es bestimmte Aufgaben, die stärker in der einen oder anderen Hemisphäre lokalisiert sind. Das Verständnis dieser Unterschiede kann uns helfen, die Arbeitsweise unseres Gehirns besser zu verstehen und wie verschiedene Erkrankungen die Gehirnfunktionen beeinträchtigen können.

Die Vielschichtigkeit des Gehirns

Das menschliche Gehirn ist ein unglaubliches Wunderwerk und das bedeutendste Organ. Es besteht aus einem Netzwerk von etwa 86 Milliarden Nervenzellen, verarbeitet Sinneseindrücke hochdifferenziert und koordiniert vielschichtige Verhaltensweisen. Eine der wichtigsten Eigenschaften des Gehirns ist die ein Leben lang bestehende Lernfähigkeit. Bis ins hohe Alter verändert sich das menschliche Gehirn und bildet neue Nervenzellen und Verknüpfungen. Doch das Gehirn braucht Bewegung und Beschäftigung. Alle Körperfunktionen, die nicht gefördert werden, nehmen ab, dazu zählen auch die Leistungen des Gehirns.

Gangstörungen: Wenn das Zusammenspiel gestört ist

Gehen ist die natürlichste Art der Fortbewegung und, solange es funktioniert, für uns ganz selbstverständlich. Tatsächlich ist Gehen eine Ganzkörperleistung, die das exakte Zusammenspiel von Gelenken, Knochengerüst, Muskulatur, Nerven, Sinnessystemen und Gehirn erfordert. Gibt es Probleme in einem dieser Bereiche, kann es zu Gangstörungen kommen. Gerade im Alter kommen oft mehrere Faktoren zusammen. Gestörtes Gehen kann durch Fehlfunktionen von Knochen, Muskeln, Gelenken, Nerven oder Hirnfunktionen kommen. Die Ursachen für Gangstörungen sind entsprechend vielfältig. Auf neurologischem Gebiet sind vor allem Störungen der Nerven zu den Beinen (Polyneuropathie, Spinalkanalstenose), der Sinnessysteme (Augen, Gleichgewichtsorgane im Innenohr, Nerven an Gelenken und Muskeln) sowie verschiedene akute und chronische Hirnerkrankungen (Schlaganfall, Parkinson, Ataxie, Multiple Sklerose) von Bedeutung. Nicht selten verstärkt die Angst vor Stürzen die Unsicherheit zusätzlich.

Gangstörungen können ganz unterschiedlich ausgeprägt sein: von leichter Unsicherheit bis hin zu schweren Beeinträchtigungen, die das Gehen unmöglichmachen. Ganggeschwindigkeit oder Gangmuster weichen dabei erheblich von der Norm ab. Unser ärztliches und therapeutisches Personal ist in der Beurteilung von Gangstörungen geschult. Neben Ihrer Krankengeschichte ist für uns vor allem die Analyse Ihrer Steh- und Gehfähigkeit wichtig. Die Analyse beginnt mit dem Betrachten des Gehens unter verschiedenen Bedingungen und kann mit apparativen Verfahren verfeinert werden. In den Schön Kliniken, in denen wir ein Ganglabor haben, können wir die Defizite quantitativ erfassen und einer Diagnose zuordnen. Die modernen Methoden erlauben später die Kontrolle des Behandlungserfolges. Manchmal sind für eine sichere Diagnose noch weitere Untersuchungen nötig.

Gedächtnistraining: Das Gehirn fit halten

Schon ab dem 25. Lebensjahr nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehirns ab. Im Alter wird es dann deutlicher, Konzentration, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit lassen nach. Für Senioren empfiehlt sich daher ein regelmäßiges Gedächtnistraining. Mit gezielten Übungen bringen Sie die grauen Zellen wieder in Schwung. Ein ganzheitliches Gedächtnistraining hilft aber nicht nur das Gehirn fit halten, es dient zudem dazu, Demenzerkrankungen vorzubeugen. Dass im Alter dennoch die Leistungsfähigkeit des Gehirns nachlässt, ist allerdings natürlich, denn es wird weniger gut durchblutet als in jungen Jahren. Bei älteren Menschen lassen daher die Aufmerksamkeit, das Erinnerungsvermögen, die Konzentration und die Merkfähigkeit nach. Bereits mit einem täglichen, 20-minütigen Gedächtnistraining tragen Sie dazu bei, die Leistung Ihres Gehirns zu steigern und zu erhalten.

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Demenz ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab, da die Nervenzellen und deren Synapsen abbauen und absterben. Besonders wichtig beim Gedächtnistraining für Demenzkranke ist, dass die Bereiche gefördert werden, in denen die Betroffenen noch fit sind. Die Übungen sollen die Demenzkranken also nicht überfordern und keinen Frust oder Druck auslösen. Es geht eher darum, dass die Personen Freude an den Übungen haben und das Gehirn spielerisch trainieren können. Dies sorgt für Erfolgserlebnisse und bestärkt betroffene Personen in ihrem Selbstwertgefühl. Manchen Demenzkranken ist ein Training in der Gruppe angenehmer, auch im Rahmen der sog. 24-Stunden-Pflege durch Polnische Pflegekräfte.

Das Auftreten einer Demenz lässt sich nicht grundsätzlich vermeiden. Dennoch hilft ein Training der geistigen Fähigkeiten, die Leistungsfähigkeit des Gehirns so lange wie möglich zu erhalten. Je nach Fortschreitung der Krankheit kann eine starke Beschädigung des Kurzzeitgedächtnisses bestehen. Betroffene können sich dann aktuelle Ereignisse nicht mehr merken. Konfrontieren Sie Erkrankte nicht mit ihren Defiziten, denn dies werden sie als schmerzlich und kränkend empfinden. Sinnvoller ist es, Erinnerungen zu aktivieren, die im Langzeitgedächtnis abgespeichert sind. Erinnerungen im Gehirn sind mit Sinneswahrnehmungen verknüpft. Gedichte und Liedtexte zu ergänzen, die die Betroffenen noch von früher kennen, sind ebenfalls gute Möglichkeiten, um das Gedächtnis zu trainieren. Beim Buchstaben- oder Silbensalat werden die Buchstaben oder die Silben eines Wortes vermischt und sollen wieder in die richtige Reihenfolge gebracht werden, so dass sich ein sinnvolles Wort ergibt. Bei Assoziationsübungen können die Übenden ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Weitere gut geeignete Aufgaben sind zum Beispiel Gegensatzübungen, in denen die Senioren die passenden Gegensätze miteinander verbinden sollten. Des Weiteren gelten Wortgitter, Zahlenrätsel und Sudoku, Geschmacks- und Geruchsübungen, das Benennen von Bildkärtchen oder das Rückwärtslesen als hilfreich.

Schlaganfall: Wenn die Durchblutung gestört ist

Bei einem Schlaganfall tritt im Gehirn eine plötzliche Durchblutungsstörung auf, hierdurch erhält das Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Erkennen kann man einen Schlaganfall (der medizinische Begriff lautet Apoplex) zum Beispiel durch eine Lähmung bestimmter Gesichtsmuskeln, der Arme oder Beine. Nach einem Schlaganfall dauert es durchschnittlich etwa 18 bis 36 Monate, bis die Betroffenen sich wieder vollständig erholen. Vor allem die Aufmerksamkeit ist beeinträchtigt. Betroffene haben beispielsweise Schwierigkeiten im Auto den Nachrichten zu folgen und sich gleichzeitig auf den Verkehr zu konzentrieren. Oft können sie sich nicht länger als 20 Minuten einer Tätigkeit widmen. Um das Gehirn wieder auf Trab zu bringen, helfen kognitive Übungen im Bereich Sprache, Logik, Gedächtnis, Konzentration und Zahlenverständnis. Neben Gedächtnistraining hat sich auch Ausdauertraining wie Nordic Walking, Wandern und Radfahren, sowie sanftes Krafttraining als hilfreich erwiesen, um die Mobilität wiederherzustellen. Bewegung aktiviert aber nicht nur den Körper, es steigert auch die Denkfähigkeit. Die Zahlen und die dazugehörige Bewegung werden dem Betroffenen mitgeteilt.

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